Guggach

Die Wohnüberbauung Guggach liegt im Sattel von Zürich- und Käferberg an der städtebaulichen Nahtstelle zwischen Zürcher Innenstadt und Nordstadt. Diese zentrale städtische Lage wird durch die Konzentration der Volumina in zwei sieben- und achtgeschossige Spangen, zwischen Wald und Strasse thematisiert. Das Projekt betont im architektonischen Ausdruck und in der Gestaltung des Aussenraumes seinen urbanen Charakter.
Die mit dunklen Farben hinterlegten Gussglasfassaden vermitteln mit dem Hintergrund der ansteigenden Waldflanke, gleichzeitig zeigen sie in wechselnder Wirkung zwischen Schwere und Entmaterialisierung artifizielle Qualitäten. Der Aussenraum wird bestimmt durch grossflächige Wasserspiegel, die über Momente der Reflexion die Fassaden in die Aussenraumbildung miteinbeziehen.
Die Wohnungen bauen im Grundriss auf einer Kreuzfigur auf, welche die Nord-Süd-Orientierung der Gebäudekörper zu einer Allseitigkeit erweitern, so dass auch Morgen- und Abendlicht in den Wohnraum fallen. Über den Grundriss, die Fassadenwicklung und -materialisierung sowie die Aussenraumgestaltung entsteht ein hohes Mass an Kohärenz zwischen Städtebau, Wohnform und architektonischem Ausdruck.

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Toblerstrasse

Das Quartier Fluntern ist durch eine homogene, städtebauliche Körnung von „Punktbauten in Gärten“ geprägt, die über eine repräsentative Gestalt und strassenseitige Eingänge verfügen. Ausgehend davon wurden 13 kompakte Solitärbauten mit eindeutiger Strassenfassade realisiert, die trotz einer deutlich höheren Bebauungsdichte typologisch und stimmungsmässig an den Bestand anknüpfen.
Die einzelnen Gebäude weisen im Wesentlichen eine dreieckige Grundrissform auf, wodurch kabinettartige Aussenräume im Innern der Siedlung geschaffen werden. Entgegen des hohen Wiederholungsfaktors wird durch das Drehen und Spiegeln von gleichen Häusern der Ausdruck von repetitiven, schematischen Baukörpern vermieden. Es entsteht vielmehr eine Komposition aus unterschiedlichen, sich geradezu organisch aufeinander beziehenden Volumen. Durch das mehrfache Knicken der Fassaden werden quartiersübliche Fassadenlängen erzeugt und die eigentliche Grösse der Volumen wird erheblich unterspielt. Das Ergebnis ist ein formbildendes Gleichgewicht zwischen Bauvolumen und Aussenraum.
Die Wohnungen entwickeln sich jeweils als Raumkontinuum um einen zentralen Kern mit Bädern und Toiletten und einer zum Wohnen offenen Küche. Durch das Vermeiden von Korridoren entstehen geräumige, unterschiedlich möblierbare Wohnräume und grosszügige Eingangsbereiche. Dank vielseitiger Erschliessungs- und Zirkulationsmöglichkeiten vermitteln die Wohnungen trotz knapper Fläche den Eindruck räumliche Grosszügigkeit.
Die Häuser suchen einen Ausdruck, der die Homogenität des Quartiers fortsetzt und der Siedlung zugleich eine eigene Identität verleiht. Einerseits werden daher bestehende Motive und Stimmungen aufgenommen und zu einem neuen, eigenständigen Ausdruck verdichtet. Anderseits wird das städtebauliche Thema der freistehenden Einzelhäuser mit kabinettartigen Gartenräumen reflektiert und verfeinert.

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Kleinbruggen

Stadt
Die Stadt Chur entwickelte sich in entlang radialer Strahlen – vom Austritt der Plessur aus dem Tal und über deren Delta in die Rheinebene. Chur West hat sich seit den 1950er-Jahren mehrheitlich industriell-gewerblich ausgerichet. Inmitten dieses Stadtgebiets ist bis heute eine «grüne Insel» erhalten geblieben: das Kleinbruggen-Areal. Es ist ein eigentlicher Stadtgarten in der «zweiten Reihe».

Idee
Das städtebauliche Projekt interpretiert die einmalige und spezifische Qualität des Kleinbruggen-Areals, nämlich seine isolierte und deshalb von Grün und Ruhe bestimmten Lage. Vorgeschlagen wird eine städtebaulich autonome Struktur, die durch einen «grünen Saum» mit der umgebenden Stadt auf Distanz bleibt und wesentliche Qualitäten des «vergessenen Gartens» beibehält.

Realisation
Das Gesamtkonzept ist als ein Ensemble gedacht, deren einzelne Elemente auch über einen längeren Zeitraum genügend räumliche Kraft besitzen, ohne als Fragmente eines grossen Ganzen wahrgenommen zu werden. Die Baufelder sind voneinander unabhängig und einzeln realisierbar. Die Erschliessung ist rational zusammengefasst und für alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt konzipiert.

Nutzung
Das Nutzungskonzept bietet einerseits grösstmögliche Flexibilität für zukünftige Nachfragen und folgt andererseits der strukturinhärenten Logik des Entwurfs. Entlang der wichtigen Erschliessungen sind zwingend öffentliche-gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss vorgesehen. Wohnnutzungen dominieren das Kleinbruggen-Areal.

Landschaft und Bauten
Der städtebauliche Plan erzeugt eine enge, wechselwirksame Beziehung von Landschaft und Bauten. Die Zentrierung der Baumasse in der Mitte des Areals ermöglicht die Bildung eines umfassenden Grünrings am äusseren Rand. Die Baufelder orientieren sich an charakteristischen Elementen wie dem baumbestandenem Saum, den beiden Tuma und der Rheinkante. Das Leitbild schafft ein attraktives Quartier mit Wohnraum für rund 1‘000 Bewohnerinnen und Bewohner und zirka 500 Arbeitsplätzen in Dienstleistungen und Gewerbebetrieben.

Projekt
Das architektonische Projekt wird exemplarisch an zwei Baufeldern dargestellt. Es lotet Wohnformen aus, die urban sind, durch ihre Lage aber auch Alternativen zum Einfamilienhaus ausserhalb der Stadt bieten.

Katzenbach IV/V

Das genossenschaftliche Wohnquartier Am Katzenbach wird in Längsrichtung von zwei Strassen durchzogen und ist dadurch städtebaulich in drei unterschiedliche Streifen gegliedert. Während die Setzung der Häuser der Etappen I und II Blickbezüge quer zu den Quartierstrassen anbietet, orientiert sich die Bebauung der Etappe III an den aus eher kleinen Parzellenstrukturen  resultierenden Punktbauten mit Privatgärten.
Die Wohnhäuser der Etappen IV und V bilden schliesslich eine Stadtkante zum Katzenbachpark im Norden aus. Sie bestehen aus einer Folge von stereometrisch verwandten Körpern, welche sich an die unterschiedlichen Grundstückstiefen anpassen und ausgehend von innenräumlichen Gesetzmässigkeiten ihre Gestalt finden. In den Wohnungen entwickeln sich die Raumfiguren des Wohnens zwischen diesen polygonalen Aussenformen, den Eckloggien und den rechteckigen Zimmern. Die Eckloggien sind nach Süden orientiert und stellen gleichzeitig einen Bezug zum Park her.
Von der Strasse werden immer wieder Durchblicke zwischen den Häusern in den Park ermöglicht, die sich in der Wahrnehmung des  Passanten unterschiedlich öffnen und schliessen. Mit der dunklen Fassadenverkleidung aus rotbraun glasierten Keramikplatten setzten sich die Gebäude vom Grün des Parks ab.

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Katzenbach III

Das Quartier Seebach hat seine Wurzeln in der Ideenwelt der Gartenstadt. Die Ersatzneubauten der Wohnüberbauung Am Katzenbach knüpfen wiederum da an. Die fünf Baukörper weisen lediglich drei Geschosse auf, sind in ihren Grunddimensionen kompakt und suchen eine Fortschreibung der bestehenden Bebauungsstruktur. Durch die leicht geknickten Fassaden werden die Dimensionen der Baukörper gebrochen und rücken in ihren Abmessungen in die Nähe der umliegenden Einfamilien- und Reihenhäuser. Die Fortschreibung betrifft auch den Charakter der Aussenräume, welche am «Gartenteppich» der umliegenden Grundstücke anknüpfen und privat genutzt werden.
Aufgrund der Anordnung der Wohnungen sowie der Fassadenabwicklung verfügen die Wohnungen über zwei oder sogar drei Expositionen. Durch die räumliche Organisation der Wohnungen werden Korridore vermieden und grosse Wohnräume geschaffen. Die nicht orthogonalen Grundrissgeometrien erzeugen eine spannungsvolle, fliessende Räumlichkeit, welche durch die Zimmervolumen in einen Eingangs, Küchen- und Wohnbereich gegliedert wird.
Die Häuser sind mit einer hinterlüfteten, in gebrochenem Weiss beschichteten Wellblechfassade bekleidet. Das Relief der Fassadenhaut erzeugt weiche Licht- und Schattenverläufe, die in ihrerin rerForm derrd.ungahrscheinlich nicht. Weichzeichnung in Beziehung zur umgebenden Vegetation treten. Die ausgreifenden Rundbalkone werden über die Brüstungsbänder ins Gebäudevolumen eingebunden. Im Erdgeschoss schaffen Bodenplatte und Sockel in Sichtbeton den Übergang vom Haus zum Garten. Drei Sockelreliefs des Künstlers Christian Hörler thematisieren die Darstellung des Paradiesgartens.

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Brüggliäcker

Die Wohnsiedlung Brüggliäcker befindet sich am Übergang von Oerlikon zu Schwamendingen, an der Nahtstelle von kleinteiligem Einfamilienhausquartier und den Zeilenbauten der Steinerschen Gartenstadt. Die dreigeschossigen Baukörper übernehmen die Höhe der umliegenden Häuser und verweben sich durch in die Tiefe gestaffelte Aussenräume mit dem Grünraum der Umgebung. Die Figur der Baukörper lässt sich in ihren tatsächlichen Dimensionen von keinem Standpunkt aus erfassen, und es entsteht eine dem Quartier entsprechende Massstäblichkeit und Intimität.
Die Wohnungsgrundrisse entwickeln sich aus wechselseitigen Aussenraumbezügen. Die langen Wohnungen spannen sich mit den offen gegliederten Wohn- und Essräumen zwischen den beiden Gartenräumen auf und sind zweiseitig, die Kopfwohnungen dreiseitig orientiert. Mit den beidseitig vorgelagerten Laubenräumen besteht eine hohe Porosität zwischen Innen- und Aussenraum. Die Wohnungen verfügen über flach determinierte Nutzflächen und ermöglichen dadurch vielfältige Wohnformen.

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Talgut

Eschenbüel

ESCHENBÜEL – ZENTRUMSNAHER STADTALLTAG AM ÜBERGANG ZUR LANDSCHAFT

Uster hat sich über die letzten Jahre und Jahrzehnte durch kontinuierliche Planung und Stadtentwicklung eine starke Position als Wohnstadt im Metropolitanraum Zürich geschaffen. Die Gebietsentwicklung Eschenbüel setzt diese bemerkenswerte Tradition fort, eröffnet dabei gleichzeitig aber auch die Chance, Uster als Wohnstandort zukunftsgerichtet zu profilieren.

Eine derartige Positionierung von Eschenbühl erfordert ein hohes Mass an planerischer Sensibilität im Umgang mit den vorhandenen Potentialen der Landschaft, der Nähe zum Ortszentrum und schliesslich der guten Anbindung an den öffentlichen und überörtlichen privaten Verkehr. Die anvisierten Zielgruppen und die entschiedene Ausrichtung an Fragen der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ergänzen die Neuorientierung um weitere konkrete Vorgaben.

Unser Planungsvorschlag nimmt diese Potentiale und Anforderungen gezielt auf und übersetzt sie in präzise verkehrsplanerische und landschaftliche, städtebauliche und nutzungsbezogene Setzungen und Regelsysteme. Die verschiedenen Massnahmen werden räumlich über die Prinzipien von Intensivierung und Reduktion sowie Präzisierung und Differenzierung zu einem kohärenten und sorgfältig ausdifferenzierten städtebaulichen Ensemble verbunden. So setzt sich das Ensemble aus drei längs gerichteten Bebauungsstreifen zusammen, die sich mit vier jeweils spezifisch artikulierten öffentlichen Räumen und Grünräumen abwechseln und so den Übergang von der Stadt in die Landschaft orchestrieren. Die Bebauung präsentiert sich von der Zürichstrasse her betrachtet als eine Sequenz von drei Feldern, die von hohen, zu mittleren und schliesslich niedrigen kompakten Baukörpern übergehen und dabei unterschiedliche städtische Wohnformen ansprechen.

Das räumliche Strukturmuster verbindet sich mit Grundsätzen, die ein nachhaltiges Quartier entstehen lassen. Dazu zählen eine homogen hohe Dichte bei typologischer Variabilität kompakter Bauweisen, die je nach Bebauungsfeld drastische Reduktion der Parkplätze und die gute Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Bereitstellung von Mobility-Standorten und die attraktiven Fuss- und Radweg. Prinzipien wie die geringe Zahl an unterirdischen Bauwerken, die fokussierte Bewältigung des motorisierten Privatverkehrs und Schaffung von Nachverdichtungsmöglichkeiten bekräftigen dies.

So wird sich im Eschenbüel ein Stadtteil entwickeln, indem gewohnt, aber auch gearbeitet werden kann. Er verbindet hochwertige Wohnangebote für unterschiedliche Bedürfnisse mit aussergewöhnlichen Aufenthaltsqualitäten in den siedlungsöffentlichen Räumen und namentlich den Strassenräumen. Die neuen Verkehrsführungen eröffnen der übrigen Stadtbevölkerung attraktive Zugänge zu den Waldrändern und der offenen Landschaft. Es ist die Eschenbüelstrasse, die dem Quartier sein Rückgrat und seine spezifische Ausstrahlung verleiht: Sie präsentiert sich als neuer Strassentyp, der Bewegung, Aufenthalt und Begegnung vereint.

Zwischenwasser

Die Gemeinde Zwischenwasser im Vorarlberg hat sich in bereits in der Vergangenheit durch progressive Ansätze in den Bereichen Planungen und Architektur, aber auch in sozialen Projekten mit Bürgerbeteiligung hervorgetan. Mit der Vergabe eines Studienauftrages unter drei Teams zur zukünftigen Raumentwicklung geht sie nochmals einen Schritt weiter: Es steht die Frage zur Diskussion, wie die überbrachten Mittel von Flächenwidmung und klassischer Raumplanung überwunden oder ergänzt werden können, um eine nachhaltige und qualitativ hochstehende Ortsentwicklung auch in Zukunft zu sichern?

Diese Fragestellung wurde bewusst offen an die drei eingeladenen Team gerichtet, damit diese eine ihren Absichten entsprechende Darstellung- resp. Vermittungsstrategie entwerfen können. Auch die Schwerpunktsetzung und methodische Herangehensweise wird den Autoren überlassen.

Der Vorschlag der ARGE Edelaar Mosayebi Inderbitzin/ Eisinger/ Gunz entwickelt ausgehend von den grossmassstäblichen Strukturen der Landschaft (Gewässer, Topografie, Wald) sowie den gewachsenen Siedlungsstrukturen (insbesondere Strassen) einen «offenen Plan» für Zwischenwasser, der ein einfaches, aber präzises Regelwerk für zukünftige Widmungen und Projekte definiert.