Weststrasse

Das Wohn- und Bürohaus an der Weststrasse 70 in Zürich wurde 1966 gebaut und besetzt die Ecke zur Birmensdorferstrasse. Es umfasst sechs Obergeschosse und drei Untergeschosse, wird über ein Treppenhaus am Hof erschlossen und hat Fassaden mit umlaufenden Fenster- und Brüstungsbändern. Die innere Struktur bildet ein Skelett in Stahlbeton. Ein Rücksprung an der Weststrasse und ein Erker an der Birmensdorferstrasse zeichnen das einfache Haus im Stadtraum aus.
Mit dem Umbau erfolgt eine Neunutzung des Hauses. An der Kreuzung hat die Galerie Karma International seit zwei Jahren Ausstellungsräume. Im westlichen Teil des Erdgeschosses befindet sich neu ein japanisches Restaurant. Darüber ist seit jeher das Notariat Wiedikon beheimatet. In den weiteren Obergeschossen haben wir unsere eigenen Büros eingerichtet. Der Umbau bedeutete hier vor allem ein Rückbau früherer Ausbauten.
Im Dachgeschoss finden sich fünf neu ausgebaute Wohnungen. In den Studios ist der Ein-Raum entsprechend seiner Lage am Laubengang respektive dem Fassadenrücksprung bestimmt. Die zwei grossen Wohnungen bekommen mit dem Patio einen Aussenraum auf dem Geschoss – kleine Gärten, die wir mit Daniel Ganz entworfen haben. Der Wohnraum thematisiert hier den Archetyp des Atriumhauses, die Idee eines «landschaftlich» gedachten Grundrisses, eine Interpretation des plan libre.

Fraumünsterhof

Landstrasse

Das Wohnhaus an der Alten Landstrasse in Rüschlikon am Zürichsee ist ein Doppelhaus mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften, die je über eigene Qualitäten verfügen. Das rechte Haus ist kompakt und hat seine Wohnräume im Erd- und Dachgeschoss. Die Ausrichtung zum See und den Bergen erfolgt über die Südseite. Das Zimmer auf dem Dach genießt Abendsonne von Westen. Das linke Haus ist maximal weitläufig. Das Wohnen befindet sich auf Gartenniveau, von wo aus allseitig Zutritt in den Garten besteht. Nach Osten eröffnet sich die Sicht auf den See. Die Schlafräume liegen im Dachgeschoss und sind zum See sowie nach Westen ausgerichtet. Verbunden werden die weit auseinander liegenden Räume über ein ovales Treppenhaus und einen Lift. Alle Zimmer im Dachgeschoss haben Zugang zu einer Dachterrasse mit Fernsicht. Beiden Häusern gemeinsam ist eine Wohnhalle mit großen Fenstern und einer Raumhöhe von 3.25 Metern.
Das Haus an der Alten Landstrasse ist ein Traumhaus. In diesem Traum spielen zwei wichtige und schöne Häuser eine bedeutsame Rolle: Die Casa Malaparte auf Capri und das Haus Wittgenstein in Wien. An deren räumlichen und architektonischen Qualitäten misst sich das Projekt.

Schauenberg

Das neue Wohnhaus liegt am Nordhang des Hönggerbergs in einer Kurve der Schauenbergstrasse. Es ist Teil eines beschaulichen Quartiers mit Einfamilienhäusern, einfachen Zeilenbauten der Nachkriegszeit sowie grösseren Ensembles der Spätmoderne weiter bergwärts. Aufgrund der starken diagonalen Neigung des Grundstücks findet das Haus seinen Schwerpunkt über eine differenzierte, plastische Gestalt. Diese Plastizität wie auch der formale Ausdruck sind eigenständig. Wir haben von einer nordischen Fantasie gesprochen. Mit dem Bezug zu nordeuropäischen Ideen besteht dann doch eine lockere, inhaltliche Beziehung zum Quartier.
Die Topografie zieht sich gewissermassen durch das ganze Haus. Die starke Hanglage und die bergseitige Westorientierung bestimmen den bisweilen archaisch anmutenden Innenraum. Ein Stufenschnitt bringt das Licht in die Tiefe und schafft auf jedem Geschoss andere Wohnungen. Dabei entsteht eine Räumlichkeit, welche in der Bewegung erfahren wird.
Die vielleicht etwas anachronistische Handwerklichkeit in der Konstruktion findet in einer ausgeprägten Materialpräsenz ihren Ausdruck: hell geschlämmter Backstein in Kombination mit gestülpter Holzschalung, Lärche und Kupfer sowie Eiche, glasierte Keramik und Naturstein bestimmen die Haptik.

Rain

Die zweiundzwanzig Reihenhäuser und drei Gewerberäume stehen am westlichen Rand von Rain, wo sich die beiden grossen Hauptstrassen kreuzen. Die Entstehung des Projektes erklärt sich vor dem Hintergrund einer spezifischen Ausgangslage. Da war zum einen der Auftrag erschwingliches Wohneigentum zu realisieren: kleine Häuser mit eigenem Eingang und Garten. Und da war der Bestand mit einer Autowerkstatt und einem grossen unterirdischen Raumvolumen für Lager und Parkierung. Der Erhalt dieser unterirdischen Räume verlangte nach einer leichten und niedrigen Architektur mit möglichst geringer, gleichmässig verteilter Auflast.
Die zweigeschossigen Reihenhäuser in Holzbauweise und flächiger Anordnung schaffen über diese Bedingungen eigene räumliche Qualitäten für das individuelle Wohnen in einer vergleichsweise dichten Situation. Die Häuser werden über Gassen erschlossen, auf der Südseite haben sie einen kleinen, umfriedeten Gartenhof. Sie bauen auf einem Typus auf, der seine innere Grösse über einen Luft- und Treppenraum erhält und über seine Breite in Fläche und Zimmerzahl variiert. Keller und Garage finden sich separat zugänglich im Bestand darunter. Und über die Dachterrassen besteht Weitblick auf das Luzerner Panorama.

Stockmattstrasse

Die Reihenhäuser an der Stockmattstrasse stehen in zweiter Reihe zur Bruggerstrasse, die als Verbindungsstrasse zwischen Baden und Turgi der Limmat folgt. Einige kommerzielle Nutzungen geben der Strasse den Charakter eines Strips. Als Teil des Kappelerhofs ergänzen die Häuser das anonyme Gefüge eines Wohnquartiers, das aus Zeilenbauten, Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern besteht. Hier wohnen viele Familien.
Die genossenschaftlichen Reihenhäuser sind nur 3.75 Meter breit und erstrecken sich über drei Geschosse – eine Höhenvorgabe aus dem örtlichen Gestaltungsplan. Der Innenraum entwickelt sich im Schnitt: An einer mittigen Treppe reihen sich halbgeschossig versetzt Wohnräume und Zimmer in der Vertikalen auf. Räume mit viel Höhe kompensieren die Schmalheit der Häuser. Das einzelne Haus hat fünf Zimmer, einen Garten und eine Dachterrasse.
Die Reihenhäuser sind aufgrund ihrer inneren Räumlichkeit anders gebaut als ein konventionelles Haus. Die Decken liegen nicht auf Wänden, sondern auf Konsolen an vertikal durchlaufenden Trennwänden in Beton. Die Decken sind wie auch die Fassaden und das Dach aus Holz gebaut. Das Fassadenkleid hat ein japanisches Vorbild, ist ernst und heiter zugleich. Die steilen Blechdächer machen aus dem hohen ein zweigeschossiges Haus.

Schweizer Kunstpreis

Die Installation Anthropomorphe Form anlässlich der Ausstellung der Swiss Art Awards 2021 nimmt mit seiner textilen Decke die gesamte Ausstellungshalle ein und verwandelt diese als raumfüllendes Werk in einen neuen architektonischen Raum. Dieser lässt an die temporären Bauten von Festzelten denken, obwohl dieser Eindruck durch die sich kontinuierlich ändernde Form des Stoffes augenblicklich wieder zerstört wird.
Das transluzide Textil ist an dünnen Seilen in fünf Achsen aufgehängt, wobei jedes Seil über einen von zweiundvierzig Motoren bewegt wird. Die Steuerung der Motoren erfolgt über einen Algorithmus, der unterschiedliche Parameter der menschlichen und atmosphärischen Aktivität verarbeitet: den Geräuschpegel, die Anzahl und Verteilung der Besucher, die Geschwindigkeit ihrer Bewegungen usw.
Das textile Dach wird so zum eigentlichen Organ der anwesenden Besucherinnen und Besucher und bildet fast unbemerkt immer wieder andere Räume als Hintergrund für die Ausstellung – mal nehmen sie eine monumentale Gestalt an, mal sind sie intim, mal wirken sie architektonisch, dann wieder organisch. Das Textil formt ein archaisches Zeltdach oder hüllt die Anwesenden in eine mimetische Wolke.
Die Arbeit thematisiert somit den Einfluss des Menschen auf die Umwelt in der wir uns bewegen und die traditionell feste Architektur in einem subtilen Kommentar zu unserem Zeitalter des Anthropozäns.

Zollikerstrasse

«Wirklich nichts wäre anders, aber alles wäre besser»

Das zweigeschossige Einfamilienhaus am Rand von Zürich Riesbach wurde 1906 für die Familie des Kunstmalers Heinrich Appenzeller von der Baufirma Fietz & Leuthold erbaut. Sein robuster Grundriss repräsentiert auf pragmatische Art die bürgerlichen Wohnvorstellungen jener Zeit. Einflüsse aus englischen Landhäusern sowie einige wenige dekorative Elemente bereichern das Haus. Ein augenfälliges, pittoreskes Element stellt ein burgartiger Risalit mit gestuftem Abschluss auf der Nordfassade dar; es gab wohl dem Haus seinen Namen “zum Dächli”.
Ein informell gehaltener Eingang mit Gästetoilette lag im Erdgeschoss; im Hochparterre befanden sich gartenseitig Küche und Esszimmer, daran anschliessend eine geschlossene Veranda sowie strassenseitig Wohnzimmer und Salon. Im Obergeschoss waren seit je drei Zimmer sowie das grosse Bad mit Ankleide, im Dachgeschoss befanden sich weitere Schlaf- und Angestelltenräume.
Mit dem Umbau führte die private Bauherrin dem Haus eine neue Nutzung zu – es wurde zum Wohn- und Atelierhaus. Das Raumprogramm wurde mit einfachen Eingriffen am Bestand an die zeitgenössischen Bedürfnisse seiner neuen Bewohnerschaft angepasst. Die Übergänge zwischen Alt und Neu wurden verschliffen.
Im Untergeschoss entstanden neue Atelierräume mit Töpferwerkstatt sowie eine Backstube. Aufgrund der fehlenden Garderobe wurde im Erdgeschoss das strassenseitige Zimmer durch ein raumhohes Schreinermöbel in zwei schmale Räume geteilt: in eine Umkleide sowie Bibliothek mit Arbeitsplatz. Laterale Durchbrüche öffnen die gekammerte Raumstruktur und verbinden Zimmer wie beispielsweise Küche mit Esszimmer, Salon mit Bibliothek, Schlafzimmer mit Ankleide und ermöglichen ein zweite Erschliessungsebene entlang der Fassaden. Die neuen gestemmten Türen sind konstruktiv und proportional den historischen nachempfunden, verweisen jedoch durch ein kleineres, skaliertes Format auf die neue, informelle Wegführung. Die Veranda im Erdgeschoss wurde im Sinne eines Wintergartens uminterpretiert und mit mineralischen Materialien, Terrazzo und einer Sitzbank aus glasierten Keramikkacheln neu geprägt. Eine feingliedrige Verglasung an Stelle der geschlossenen Trennwand schafft eine neue Durchlässigkeit, so dass der Wohnraum heller und grosszügiger erscheint und Haus und Garten sich stufenweise verschränken. Das grosse Zimmer mit Veranda im Obergeschoss wird als nutzungsneutraler Raum belassen: es kann Wohnzimmer, Gästezimmer, Salon oder Büro sein. Die Zimmer im Dachgeschoss sind ebenfalls nutzungsneutral und können als Arbeits-, Studier- oder Schlafzimmer genutzt werden.
Die Eingriffe an der Fassade sind ebenfalls minimal gehalten. Aus energetischen wie denkmalpflegerischen Gründen wurden die Fenster ersetzt. Die neuen Fenster mit Isolierglas wurden auf Grundlage von historischen Profilierungen entworfen. Der geschlossenporige und kunstsfoffhaltige Feinabrieb aus den 1980er wurde entfernt und durch einen ökologischen Sumpfkalkputz ersetzt. Dazu wurde eigens das Material vor Ort in einer Kalkhütte nach historischen Techniken eingesumpft und gemischt. Mit einer von Fassaden aus dem Quartier abgeleiteten, neuartigen Methode wurde der Putz mit Holzkohlemehl und Ocker pigmentiert und mittels einem Jutevlies grossflächig verrieben. Der lebendige, grobkörnige Putz bildet die Handschrift der Handwerker:in ab und soll das Haus in der Umgebung und in den Strassenzug natürlich einbinden. Der Dachabschluss und die hölzerne Dachuntersicht wurde ebenfalls in Anlehnung an die historischen Häuser im Quartier verfeinert und mit einer neuen Hohlkehle ausgebildet.
Eine Textarbeit des Künstlers Benedikt Bock aus gebrannten, bündig im Putz eingelegten, glasierten Keramikbuchstaben an der Westfassade zur Strasse nimmt im Sinne einer Inschrift unter anderem Bezug zur Geschichte des Hauses und stellt den Dialog zum öffentlichen Raum her. Ein Rankgerüst sowie handgeschmiedete Spalierhaken wurde mit den Umgebungsarbeiten an der Fassade angebracht.

Pfäffikon

Das Haus steht etwas abgerückt von der Strasse auf einer grossen Wiese. Es misst vierzig auf achtzehn Meter in der Grundfläche, hat vier Geschosse und ein Dach. Auf der offenen Südseite spiegelt sich das Astwerk der alten Bäume in der Glasfassade der Laube. Das Haus ist etwas zwischen Gewerbegebäude und Palazzo.
Zunächst haben wir uns gefragt, wie man abseits der Zentren, auf dem sogenannten Land wohnen könnte. Entstanden sind Wohnungen mit einfachen, grossen Räumen, immer gleichen Zimmern, hohen Türen und einer hölzernen Laube. Die Materialien sind fast ein wenig rustikal, die Konstruktionen handwerklich und robust.
Und wir haben bei der Arbeit ein paar Entdeckungen gemacht: Beispielsweise das Potential der Spenglerarbeiten für den architektonischen Ausdruck oder die Bedeutung von Nebenbauten zur Verankerung eines so grossen Hauses in der Umgebung – mit dem Velohaus an der benachbarten Brandwand, dem Rundpavillon auf der Wiese oder den Pergolen und Mauerfragmenten zwischen Haus und Strasse.
Das Haus an der Schulstrasse ist unser kostengünstigstes Projekt: für weniger als zehn Millionen Franken konnten wir hier fast vierzig Wohnungen bauen.

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Chliriet

Das Schulhaus ergänzt das offene, von der Landschaft geprägte Gefüge im Chliriet mit einer bestehenden Mehrzweckhalle, den Sportanlagen und alten Bäumen. Es steht als langes, schmales und flaches Haus am begrenzenden Flurweg und spannt mit der Mehrzweckhalle einen grossen Pausen- und Zugangsraum auf. Das ausladende Flugdach trägt zu dieser Fassung bei und gibt der Architektur ihren eigenen Ausdruck.
Das zweigeschossige Haus ist ein Holzskelettbau und regelhaft aufgebaut. In den dreizehn Achsen finden jeweils einbündig die Unterrichtszimmer Platz. Sie sind alle auf das offene Kulturland im Osten gerichtet. Die Erschliessungs- und Gruppenräume sind dem Pausenplatz zugewandt. Über die Wandelhalle im Erdgeschoss werden mit einer Serie von Treppen die Cluster mit Vorräumen, Klassen- und Gruppenzimmern im Obergeschoss erreicht.
Zur einfachen Fügung des Holzbaus kommen sämtliche weiteren Elemente additiv hinzu und bleiben über ihre Farbe eigenständig. Im Haus ist alles bunt: es gibt keine Materialfarbe und auch kein Weiss. Der Innenraum entsteht über das Zusammenwirken der einzelnen Farben. Die Polychromie nimmt das Leben des Schulalltags vorweg.

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Riedacker

Die zwei grossen Häuser der genossenschaftlichen Wohnsiedlung Riedacker stehen in einem heterogenen Gefüge zwischen der Altwiesen- und Dübendorferstrasse. Hier geht die Gartenstadt von Steiner über in die Ensembles der Spätmoderne. Im unmittelbaren Kontext gibt es Einfamilien- und Gewerbehäuser sowie eine Kirche. Die beiden Häuser bekennen sich zu den gartenstädtischen Qualitäten von Schwamendingen, interpretieren diese aber in einer eigenständigen Figur und in einer neuen Wohnform.
Im Zentrum dieses Wohnens steht ein grosser quadratischer Raum, der jeweils eine Gebäudeecke besetzt. Der Raum wird über zwei diagonal eingestellte, verglaste Membranen in die Küche, den Wohnraum und eine Terrasse geteilt. Wir haben dieses Raumgefüge mit einer Laube verglichen, vom Wohnen auf einer grossen Terrasse gesprochen. In den vier- und fünfgeschossigen Häusern wird das Wohnen am Garten gewissermassen gestapelt.
Die gestaffelten Baukörper werden von einer dünnen Fassadenhaut mit einem feinmaschigen Netz aus Aluminium, Glas und Holz umspannt. Die lichten Innenräume gehen über in dunkle, mineralisch materialisierte Treppenhäuser, die ihrerseits Aussenraumqualitäten aufweisen – die Laube einer jeden Wohnung ist bildhaft gesprochen direkt von aussen zugänglich und dennoch Teil eines inneren Kollektivs.

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Stampfenbach

Mit dem Auftrag zum Bau von Kleinwohnungen an der Stampfenbachstrasse haben wir nach einem Wohnraum gesucht, der jenseits einer «verkleinerten» Familienwohnung als auch eines platten Einraum-Lofts zu verorten ist. Die Idee für ein solches Wohnen baut auf der Vorstellung eines «performativen Raumes» auf, der sich individuell dem Bewohnenden anpasst: Ähnlich einem Kleid legt er sich um den menschlichen Körper, lässt sich öffnen und schliessen, bietet für den leichten Hausrat unterschiedliche «Taschen» und Stauräume.
Im Sinne dieser Performanz wurden die grundlegenden Elemente der Architektur neu gedacht: Boden und Decke, Türen und Wände, Einbauten und Möbel, Fenster, strukturelle Elemente, Vorhänge, Spiegel etc. Neben beweglichen Elementen sind insbesondere fassadenseitige Podeste von Bedeutung. Hier wird der Boden zur Sitz- und Liegefläche. Damit verknüpft ist die Idee eines Wohnens mit wenig Mobiliar. Vor der Realisierung wurde exemplarisch eine Wohnung mit einem Mock-up an der ETH Zürich erforscht.
Das Haus an der Stampfenbachstrasse besetzt eine Eckparzelle gegenüber des Beckenhofes, schliesst auf einer Seite an den Bestand an und lässt strassenabgewandt einen kleinen Hof frei. Der vorfabrizierte Holztafelbau mit Massivholzplatten (CLT) bei Wänden und Decken baut auf bestehenden Untergeschossen auf. Aussen ist das Haus mit einer dünnen, metallischen Haut bekleidet, die das Innere verbirgt.

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Folgende Sponsoren und Partner haben zum Erfolg des Mock-up Projekts beigetragen:
Engel & Völkers Schweiz, Flück Holzbau AG, KLS Müller AG, moyreal immobilien ag, Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG, UTO Real Estate Management AG, Verit Immobilien AG, ABB, Argolite AG, Blumer Techno Fenster AG, Böni Gebäudetechnik AG, Christian Fischbacher Co. AG, Ehrat AG, Electrolux AG, Gerflor FEAG AG, Gutknecht Elektroplanung AG, Hansgrohe, Holz Stürm AG, KEIMFARBEN AG, Miele AG, Neumarkt 17 AG, Pfister PROFESSIONAL AG, riposa AG SWISS SLEEP, Preisig AG, REPOXIT AG, Sanitas Troesch AG, Schibli Elektrotechnik AG, Sika AG, SPLEISS AG, Urech Metallbau GmbH, WB Bürgin AG, wlw Bauingenieure AG

Hegibachplatz

Die vier neuen Häuser am Hegibachplatz bieten 50 Wohnungen für Menschen im dritten Lebensabschnitt an. Das eine Haus sitzt entlang der Hofackerstrasse und stellt sich in die Reihe der aufgelockerten Blockrandgebäude um den Hegibachplatz. Die anderen drei Häuser sind von aussen gesehen quasi inexistent und ordnen sich den bestehenden, teils gewerblich genutzten Hofbauten zu. Anstelle einer Siedlungsbildung wird hier an der gewachsenen Stadt weitergebaut.
Das Haus an der Strasse sitzt auf der rund hundertzwanzigjährigen Stützmauer aus Sandstein, ist mit dämmendem Backstein monolithisch gebaut und verputzt. Alle Wohnungen sind sowohl zum Hof wie auch auf den südlich gelegenen Hegibachplatz ausgerichtet. Sie erhalten dadurch viel Sonne, Aussicht und nehmen am städtischen Treiben am Platz teil.
Die drei Häuser im Hof erscheinen durch die verkleidete Holzfassade leicht und wachsen wie Bäume in den Himmel. Aufgrund der baulichen Dichte weichen sie sich gegenseitig aus, betten sich jedoch gleichzeitig in einen üppigen Garten. Häuser und Garten steigern sich so zu einer atmosphärischen Dichte. Die Wohnungen sind entsprechend ruhig, schattig und kontemplativ.

Kirchweg

Narzissenstrasse

Das Haus steht am unteren Zürichberg auf Höhe der Universität in einer der unscheinbaren, nach Blumen benannten Quartierstrassen. Die einfachen und verputzten Wohnhäuser der Nachbarschaft sind farbig gestrichen, haben bescheidenen Fassadenschmuck, verfügen teilweise über Erker oder kleine Balkone sowie kräftige Dächer mit Mansarde und aufgesetztem Walm.
Das Haus an der Narzissenstrasse fügt sich in diesen vertrauten Kontext ein. Ein Erker prägt das Gesicht der schmalen Strassenfassade, Balkone mit Pergolen besetzen die Ecken und das Dach bildet auch hier eine Mansarde. Die farbigen Putzflächen und weissen Fenster werden von profilierten Betonelementen gefasst. Von der Strasse trennt ein schmaler Vorgarten.
Das Haus nimmt auf jedem Geschoss zwei Wohnungen auf. Es gibt es eine Wohnung zur Strasse und eine zum Garten. Das verbindende Element ist eine langgetreckte Wohnhalle, die einmal mit der Strasse läuft und im anderen Fall in den Garten vorstösst. Wie im äusseren Ausdruck ist auch im Innenraum nicht die Abstraktion bestimmend, sondern das Konkrete.

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Garten

Gärten
Gärten beschäftigen uns seit unserer Studienzeit – sei es in Form von theoretischen Arbeiten oder bei gebauten Projekten. Am Anfang der Auseinandersetzung stand die Vermessung und Beschreibung des manieristischen Gartens in Bomarzo nördlich von Rom, später folgte eine Studienreise nach England, während der wir dem Begriff des Malerischen – dem Picturesque – nachgingen, der eng mit dem englischen Landschaftsgarten und der Landschaftsmalerei verknüpft ist. Unser erstes gebautes Projekt war schliesslich das Haus für einen Gärtner. Gärten faszinieren uns als ideelle Konzepte, als Vorstellungskategorie und als gebaute Räume.
Unser Interesse für Gärten liegt nicht zuletzt in ihrer Ähnlichkeit mit der Architektur begründet. Gärten beziehen sich wie auch Gebäude auf einen spezifischen Ort für den sie eigens entworfen und komponiert werden. Sie schaffen einen eigenen Erfahrungs- und Ereignisraum. Gleichzeitig nimmt ein Garten nie ausschliesslich nur auf seine unmittelbare Umgebung Bezug, sondern zugleich auch auf einen grösseren, kulturellen Kontext und eine umfassendere Geschichte der Ideen. Damit eröffnet der Garten wie jede Kunstform immer etwas Neues, das sichtbar macht, was normalerweise verborgen bleibt. Im Unterschied zur Architektur sind die im Garten verwendeten Materialien allerdings lebendig: sie keimen, wachsen, blühen und vergehen. Ihre bestimmende Eigenschaft ist die stete Veränderung. Das macht ihren Einsatz als «Baumaterial» besonders komplex, denn der Entwurf eines Gartens schliesst die Zeit mit ein. Die jahreszeitlichen Veränderungsprozesse sind Teil der Gestaltung.

Gärten und Häuser
In unseren Entwürfen interessiert uns das Verhältnis von Architektur und Garten in hohem Mass. Idealerweise verklammern sich Architektur und Garten sogar zu einer untrennbaren Einheit und bedingen sich gegenseitig. Dabei ist es nicht nur so, dass die Architektur für das Dauerhafte steht und der Garten für das Vergängliche. Die Architektur kann auch Strukturmerkmale des Gartens übernehmen. Im Fall unseres Wohnhauses an der Steinwiesstrasse in Zürich werden Volumen und Grundriss von malerischen Kompositionsprinzipien bestimmt und eine glänzende Keramikfassade imitiert das Blätterkleid der Bäume, wodurch eine enge Verbindung zwischen Bauwerk und Garten geschaffen wird. Für das Wohnhaus Avellana wurden ebenfalls strukturelle Eigenschaften des Gartens auf die Architektur übertragen. Hier sind es jedoch die Charakteristika des spontan Gewachsenen, Zufälligen und Nichtgestalteten, die sich in der Komposition des Volumens, der Fenstersetzungen und der Farbigkeit der Fassade äussern.
Umgekehrt kann auch der Garten nach architektonischen Gesetzmässigkeiten gestaltet werden. In der Zürcher Wohnüberbauung Guggach gliedern polygonale Wasserbecken den Innenhof des Projekts. Die Reflexion des Himmels setzt sich auf der gefalteten Glasfassade fort, wodurch ein gefasster, urbaner Raum entsteht.
In der Wohnsiedlung Brüggliäcker wurde das Motiv der Gartenlaube aufgegriffen, das jede Wohnung um einen grosszügigen Aussenraum erweitert. Die Laube verankert das Haus sinnbildlich in die Gartenstadt Zürich-Schwamendingen. Auch die Projekte im Schwamendinger Dreieck, an der Obsthalde und jene am Katzenbach führen die Tradition der Zürcher Gartenstadt fort. Der hohe Stellenwert des Aussenraums wird in der genossenschaftlichen Wohnsiedlung an der Toblerstrasse ansichtig, in der ein räumliches Gleichgewicht zwischen Baukörper und Gartenkabinett angestrebt wird.
Beim Wohn- und Geschäftshaus Speich Areal in Zürich-Wipkingen ist es die städtische Flusslandschaft der Limmat, die am Gebäude in einen vertikalen Garten übergeht und seinen Abschluss mit der Bepflanzung der Dachterrassen findet. Eine Villa an der Signaustrasse indessen erlangt erst über die Rekonstruktion des historischen Architekturgartens ihre alte Bedeutung wieder. Die Übersetzung des gewachsenen Gartens in einen steinernen Garten gelingt im städtischen Wohn- und Gewerbehaus Glattpark, wo Architekturfragmente den Hofraum prägen. Das Paradies als immerwährende Utopie und Fluchtpunkt unserer Gegenwart thematisieren die drei Sockelreliefs des Künstlers Christian Hörler in der Wohnsiedlung Am Katzenbach.

Der Garten als Illusionsraum
In unseren Projekten ist der Garten ein wiederkehrendes Motiv: als entwerferischer Resonanzraum, als Sehnsuchtsort oder als motivisches Mittel. Die Möglichkeit, in der Architektur Galerie Berlin auszustellen, sehen wir als Chance für ein eigenständiges und neues Projekt, das nicht die Architektur sondern den Garten ins Zentrum stellt. Die Galerie wird für die Dauer der Ausstellung in einen lebendigen Garten verwandelt: Bäume, Sträucher, Blüten, ein Teich, vermooste Steine, verwitterte Bänke, zwitschernde Vögel, Windgeräusche sowie der Geruch von feuchter Erde, Laub und morschem Holz schaffen ein einprägsames und intensives Erlebnis.
Für einmal kommt das Haus nicht in den Garten, sondern der Garten ins Haus. Diese Umkehrung rahmt den Topos des Gartens und präsentiert seinen eigenen Wert. Der Reiz liegt schliesslich auch in der Herausforderung der Umsetzung: Wie schaffen wir es, einen gewachsenen Naturraum täuschend echt nachzuahmen? Wo und wie verläuft die Grenze zwischen Illusion und Wirklichkeit?

Ausstellung
November – Dezember 2016
Architektur Galerie Berlin, Karl-Marx-Allee 96, 10243 Berlin

Ausstellungskonzeption
Ron Edelaar, Elli Mosayebi, Christian Inderbitzin, Daniel Ganz (Landschaftsarchitekt, Zürich), Markus Bühler-Rasom (Fotograf), Lukas Burkhart, Jenna Buttermann, Simon Cheung, Andrea Grolimund, Theres Hollenstein, Charlotte Nobre, Katharina Sommer

Publikation GARTEN, Park Books 2017

Porto

Das vom portugiesischen Architekten Júlio de Brito entworfene und 1936 fertiggestellte Wohnhaus verschränkt im Sinne des «Art déco» eine moderne Bauweise (Stützen-/Plattenbau in Stahlbeton) mit der Wohnungstypologie des Bürgertums und dekorativen Elementen im Innenausbau. Im Bestand fällt auf, dass der Dienstbereich der Wohnung nicht wie üblich mit einem zweiten Treppenhaus direkt erschlossen ist.
Der Umbau greift insbesondere im ehemaligen Dienstbereich der Wohnung ein, sieht aber gleichzeitig ein Verschleifen der Eingriffe in den Bestand vor. Raumfolgen mit Entrée, Salon, Flur und Esszimmer wurden beibehalten und durch die Neuplatzierung einiger Türen einerseits teilweise überkreuzt, andererseits wurden zu den orthogonalen Blickachsen neu auch Raumtiefen über die Diagonale gelegt.
Die Wohnung öffnet sich über die Fenster nach Norden und nach Süden. Entsprechend sind die Räume bei Tag entweder sehr hell oder nur wenig belichtet. Über die Verwendung von matten bis brillanten Materialien wird dieses Licht – ähnlich wie in den Stillleben von Willem Claeszoon Heda – diffus gestreut oder geschärft. Die Farbgebung der einzelnen Zimmer differenziert sich aus dem gekammerten Grundriss heraus und eröffnet durch diese kolorierte innenräumliche Staffelung eine weitere Tiefendehnung.

Das Weisse Haus

Beim Weissen Haus in Männedorf, einem kleinen Neubau für eine Familie, sind es die Begriffe Landschaft, Horizont und Himmel, die als Metaphern den Innenraum beschreiben. Das Haus hat lediglich zwei Geschosse, ein unteres, gartenbezogenes und ein oberes mit Blick in die Ferne über den Zürichsee. Die Räume auf beiden Geschossen weisen unterschiedliche Raumhöhen auf und werden durch eine horizontal durchlaufende Geschossplatte getrennt – gewissermassen den Horizont des Hauses. Die Überhöhen im unteren Geschoss bestehen aufgrund von Höhenversätzen in der Bodenplatte. Über einzelne Stufen werden sie zu einer inneren Topografie oder eben Landschaft verbunden. Die Wohnräume des oberen Geschosses erhalten ihre Raumhöhe über die Ausbildung einer Dachsilhouette. Je nach Bedeutung des Raumes weisen sie unterschiedliche «Himmel» auf, was auch in den Materialisierungen der Decken seine Ausprägung findet.

Signaustrasse

Die denkmalgeschützte Villa an der Signaustrasse in Zürich-Riesbach wurde 1912 von den Architekten Pfleghard & Haefeli gebaut. Sie bildete eine räumliche Einheit mit dem vom jungen Gustav Ammann – damals im Angestelltenverhältnis bei den Gebrüdern Froebel – entworfenen Garten, der den Übergang vom landschaftlich geprägten Hausgarten zum Architekturgarten markierte. Im Zuge einer Umnutzung des Hauses und durch den Bau von Parkplätzen wurde er in den 1960er-Jahren jedoch zerstört. Mit dem erneuten Umbau fand das Gebäude über eine Neuanlage des Gartens, der inhaltlich am Architekturgarten anknüpft, seine alte Bedeutung wieder.
Die zweigeschossige Villa weist im Grundriss eine einfache Raumaufteilung auf, die den grossbürgerlichen Wohn- und Repräsentationsvorstellungen jener Zeit gerecht wurde. Im Erdgeschoss bilden Eingangshalle und Vestibül eine mittlere Raumschicht der Ankunft und Erschliessung aus. Seitlich daran angegliedert finden sich grosse Wohn-, Ess- und Gesellschaftsräume. Strassenseitig liegen die dienenden Räume mit Küche und Garderobe. Eine verglaste Veranda schafft den Übergang zum Garten. Im Obergeschoss weitet sich die Halle auf und erschliesst die mehrheitlich gartenseitig liegenden Privaträume. Im Dachgeschoss befanden sich weitere Schlafräume sowie Räume für das Personal.
Die private Bauherrschaft des Projektes führt die Villa wieder einer neuen Nutzung zu. Das Projekt beinhaltete den Umbau zu einem gehobenen Bed & Breakfast mit neun Zimmern im Ober- und Dachgeschoss. Für die neuen Badezimmer wurden kleine, zwischenliegende Zimmer geteilt und den Eckzimmern zugeschlagen. Die sanitäre Erschliessung erfolgt in den neuen Trennwänden, sodass Eingriffe in die geschützte Bausubstanz minimiert wurden. Die Gesellschaftsräume im Erdgeschoss sowie der Garten dienen dem Aufenthalt der Gäste, gleichzeitig schafft sich die Eigentümerschaft hier Räume für private Anlässe und Empfänge. Dazu zählt auch der Einbau eines separat zugänglichen Kinos mit Foyer im Untergeschoss. Das Projekt umfasste schliesslich die haustechnische Neuinstallation des Hauses sowie den Bau einer kleinen Tiefgarage.

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Hotel Signau House & Garden

Haus Rettich-Stahel