Weststrasse

Das Wohn- und Bürohaus an der Weststrasse 70 in Zürich wurde 1966 gebaut und besetzt die Ecke zur Birmensdorferstrasse. Es umfasst sechs Obergeschosse und drei Untergeschosse, wird über ein Treppenhaus am Hof erschlossen und hat Fassaden mit umlaufenden Fenster- und Brüstungsbändern. Die innere Struktur bildet ein Skelett in Stahlbeton. Ein Rücksprung an der Weststrasse und ein Erker an der Birmensdorferstrasse zeichnen das einfache Haus im Stadtraum aus.
Mit dem Umbau erfolgt eine Neunutzung des Hauses. An der Kreuzung hat die Galerie Karma International seit zwei Jahren Ausstellungsräume. Im westlichen Teil des Erdgeschosses befindet sich neu ein japanisches Restaurant. Darüber ist seit jeher das Notariat Wiedikon beheimatet. In den weiteren Obergeschossen haben wir unsere eigenen Büros eingerichtet. Der Umbau bedeutete hier vor allem ein Rückbau früherer Ausbauten.
Im Dachgeschoss finden sich fünf neu ausgebaute Wohnungen. In den Studios ist der Ein-Raum entsprechend seiner Lage am Laubengang respektive dem Fassadenrücksprung bestimmt. Die zwei grossen Wohnungen bekommen mit dem Patio einen Aussenraum auf dem Geschoss – kleine Gärten, die wir mit Daniel Ganz entworfen haben. Der Wohnraum thematisiert hier den Archetyp des Atriumhauses, die Idee eines «landschaftlich» gedachten Grundrisses, eine Interpretation des plan libre.

Milchbuck

Das Wohnhaus fügt sich zurückgezogen von der Milchbuckstrasse als Hofgebäude in den bestehenden Blockrand ein. Der ausgewachsene Baumbestand nimmt dabei eine wichtige Bedeutung ein. Der Baukörper des Neubaus mit zweiundzwanzig Wohnungen zieht sich an den Ecken respektive dort, wo Bäume stehen, mit konkaven Bewegungen zurück. Diese Partien sind verglast, womit der Aussen- in den Innenraum «geholt» wird. Umgekehrt schliessen die Baumkronen den Innen- erst im Aussenraum ab. Kleine Austrittsbalkone sind jeweils dort platziert, wo sich zwei Innenräume verbinden. Das Dreiblatt aus einer Türe und zwei Fenstern lenkt den Blick von Innen nach Aussen in die Diagonale.
Die hinterlüftete Fassade besteht aus vertikalen Kupferbahnen. Im Laufe der Zeit wird sich das Aussehen des Kupfers verändern. Als Haus mit dunkler Patina bildet es alsdann einen zurückhaltenden Hintergrund für die jahreszeitlich ändernden Farbtöne des Baumlaubes.

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Breitensteinstrasse

Die Situation an der Breitensteinstrasse ist zugleich besonders wie auch sehr gewöhnlich. Besonders war die Ausgangsanlage des Bestandes mit einem Konglomerat von Gewerbebauten, die in einen tiefen Terrainschnitt des ansonsten kontinuierlichen Hangverlaufs gesetzt waren. Gewöhnlich wirkt nun das neue Wohnhaus, das mit seiner strassenständigen Flucht und der regulären Traufhöhe eine Reihe mit den zwei flussabwärts folgenden, in ihren Abmessungen ähnlichen Häusern bildet.
Die Wohnform und der Ausdruck verbinden in einer Art Reminiszenz das Neue mit dem, was da war. Eine Serie von zwei übereinandergestapelten Hallenwohnungen mit Galeriegeschoss zeichnet sich auf der Strassenfassade in immer gleichen, grossen Fenstern sowie einem durchlaufenden Balkon und Vordach ab. Der zweigeschossigen Ordnung ist ein Dachgeschoss aufgesetzt, das lediglich mit vier regelhaft angeordneten Laternen hervortritt. Das Haus ist ein Wohnhaus, könnte aber auch etwas anderes sein.
Mit dem Stahlbau des vorgestellten Balkons und Vordachs, dem Aluminium der kräftigen Einfassungen und Fenster sowie dem hellgrauen Waschputz entspricht das Wohnhaus auch in seiner Konstruktion und Materialität der Anonymität seiner Vorgängerbauten.

Fraumünsterhof

Erlenmatt

Zwhatt

Der Grossteil der Bürohäuser entspricht nicht den aktuellen energetischen Vorgaben; zugleich ist der Leerstand hoch, während die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ungebrochen bleibt. Übliche Fassadensanierungen sind konstruktiv aufwändig, kostenintensiv und bieten den Mieter*innen oft wenig erkennbaren Mehrwert, nur höhere Mietpreise. Das vorgestellte Forschungsprojekt schlägt einen anderen Weg ein: der Umbau von Büro- zu Wohnflächen erfolgt kostengünstig, indem die bestehende Gebäudehülle erhalten bleibt und stattdessen in ein emissionsfreies Heizsystem investiert wird. Dabei wird das Konzept des gleichmässig temperierten Innenraums von 21 Grad hinterfragt. Thermisch aktivierte Apparate aus Stahl und Lehm zonieren die Wohnhalle, aluminiumbeschichtete Vorhänge erlauben es die Wäme zu regulieren. Es entsteht eine Temperaturlandschaft mit unterschiedlich warmen und kühlen Zonen, deren Nutzung sich über die Jahreszeiten verändert und so dem Wohnen einen saisonalen Takt einschreibt. (Beratung: Prof. Dr. Arno Schlüter)

Hochstrasse

Das Wohnhaus steht zusammen mit anderen, kleineren Häusern in zweiter Reihe zur Hochstrasse in Zürich-Fluntern. Auftraggeberin war eine Familie, die bereits zuvor dort wohnte. Neu finden hier drei grosse Wohnungen und ein Studio Platz. Die Wohnungen erstrecken sich über zwei Geschosse und verfügen über alle vier Ausrichtungen. Das Haus hat deshalb eine eigene Gestalt, ist weder Villa noch Mehrfamilienhaus.
Der Grundriss baut auf einer quadratischen Grundfläche auf und besitzt mehrere Symmetrien. Die mittige Teilung ergibt sich über eine Verschränkung von Treppenhaus und wohnungsinternen Treppen. Konvexe Fenster an den Gebäudeecken und konkave Fenster bei den mittigen Erkern verbinden im dichten Kontext den Innen- und Aussenraum über weite Diagonalen. Zweigeschossige Wintergärten an den Ecken erweitern den Blick zum Himmel.
Die Fassadenbegrünung und zugehörige Rankgitter bilden ein architektonisches Wandmotiv. Die monochrom-dunkle Fassade ist dabei Hintergrund für die dereinst vegetabilen Wände zwischen inert-gläsernen Fensterpartien. Das Haus wird sich über die Jahre und Jahreszeiten wandeln, es hat keine Fertigstellung.

Flüela

Das Letzi-Quartier ist ein grosses Entwicklungsgebiet der Stadt Zürich. Die Transformation an der Flüelastrasse begann mit der Überbauung James, erfährt aktuell mit dem Koch-Areal eine signifikante Verdichtung, die mit der Siedlung Dennlerstrasse weitergeht. Das Büro- und Gewerbehaus Flüelastrasse 16 trägt zu einem gemischt genutzten Stadtteil bei. Mit einem einfachen Baukörper schliesst es als Kopfbau die geschlossene Reihe von Gewerbebauten an der Flüelastrasse ab.
Das Haus umfasst vier Geschosse für eine gewerbliche Nutzung. Sie lassen sich flexibel in Mieteinheiten von rund 60 bis 460 Quadratmeter teilen. Das vierte, überhohe Geschoss erlaubt zudem eine innere Verdichtung über den Einbau von Galerien. Die obersten zwei Geschosse mit Büronutzung nehmen den neuen Sitz der PWG auf. Während die Gewerbegeschosse über umlaufende Balkone verfügen, haben die Büros Zugang zu einer Dachterrasse, gestaltet von Ganz Landschaftsarchitekt*innen.
Das Tragwerk besteht aus einem robusten Betonskelett mit vier Tragachsen. Eines der acht Raumfelder nimmt die vertikale Erschliessung auf. Das Skelett ist mit dämmendem, selbsttragendem Einsteinmauerwerk eingefasst. Grosse Lochfenster belichten die hohen Innenräume und prägen den architektonischen Ausdruck an der Strasse. Sein charakteristisches Gesicht erhält das Haus über die Stirnfassade mit den beiden Sheds, der Wendeltreppe und den Lifttüren auf die umlaufenden Balkone.

Theater Winterthur

Das Theater Winterthur, 1979 vom Architekten Frank Krayenbühl fertiggestellt, ist ein eigenwilliges und schweizweit einzigartiges Haus. Die Eigenständigkeit fusst auf der Verbindung sehr unterschiedlicher architektonischer Motive: Ausgeprägt plastische Momente in der äusseren Volumengliederung und der inneren Sichtbetonarbeiten sind mit leichten, aufgelösten Strukturen wie den Stahlfachwerkdecken oder offen geführten, farblich differenzierten Haustechnikinstallation kombiniert. Der Raum ist durch «informelle» Qualitäten geprägt, ablesbar an fehlenden Symmetrien im Saal oder dem landschaftlichen Charakter der Foyers, die sich diagonal über mehrere Terrassen miteinander verbinden.
Das vielfältig genutzte Gastspielhaus steht seit 2016 unter Denkmalschutz. Die 2025 abgeschlossenen Arbeiten stellen die erste Gesamtinstandsetzung seit 40 Jahren dar. Neben grundlegenden Erneuerungen von Haus- und Bühnentechnik wurden Verbesserungen beim Brandschutz und der Hindernisfreiheit umgesetzt. Übergeordnet ging es darum, über unzählige kleine Einzelmassnahmen den architektonischen Charakter von Krayenbühls Hauptwerk wieder zum Strahlen zu bringen.

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Witikon

Im Gegensatz zu anderen eingemeindeten Quartieren hat sich Witikon nicht nach städtebaulichen Leitbildern weiterentwickelt, sondern ist eher wie eine Agglomerationsgemeinde gewachsen. Um die alten Kerne haben sich zeittypische Siedlungsbauten angelagert, der Strassenbau folgte dem additiven Prinzip und besitzt wenig Ordnungskraft. Der gemeinsame Nenner ist eine offene, durchgrünte Bebauung. Diese Raumqualität verändert sich mit den zunehmenden Dichten.
Die Wohnüberbauung Buchholzstrasse vermittelt dabei zwischen dem Bestand und einer zukünftigen Stadtform. Sie baut auf der Verkettung von acht Einzelhäusern auf und schafft darüber eine vielgliedrige Grossform. Sie ist im Inneren wie auch zur Strasse hin raumgreifend: eine Gleichgewichtsfigur von umbautem und offenem Raum. Teil dieser Figur ist eine grosse Zahl an Baumpflanzungen.
Die acht Häuser mit rautenförmiger Grundfläche tragen eine gemeinsame Grundrissgrammatik. Die Wohnräume liegen dabei peripher in den vier Spitzen der Raute. Mit den beidseitigen Bandfenstern sind sie hell, bieten Bezüge ins Innere wie auch in die Nachbarschaft und schaffen darüber eine Wohnform mit starkem Aussenbezug, gleichsam ein Wohnen auf einer «Terrasse in den Bäumen».

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Landstrasse

Das Wohnhaus an der Alten Landstrasse in Rüschlikon am Zürichsee ist ein Doppelhaus mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften, die je über eigene Qualitäten verfügen. Das rechte Haus ist kompakt und hat seine Wohnräume im Erd- und Dachgeschoss. Die Ausrichtung zum See und den Bergen erfolgt über die Südseite. Das Zimmer auf dem Dach genießt Abendsonne von Westen. Das linke Haus ist maximal weitläufig. Das Wohnen befindet sich auf Gartenniveau, von wo aus allseitig Zutritt in den Garten besteht. Nach Osten eröffnet sich die Sicht auf den See. Die Schlafräume liegen im Dachgeschoss und sind zum See sowie nach Westen ausgerichtet. Verbunden werden die weit auseinander liegenden Räume über ein ovales Treppenhaus und einen Lift. Alle Zimmer im Dachgeschoss haben Zugang zu einer Dachterrasse mit Fernsicht. Beiden Häusern gemeinsam ist eine Wohnhalle mit großen Fenstern und einer Raumhöhe von 3.25 Metern.
Das Haus an der Alten Landstrasse ist ein Traumhaus. In diesem Traum spielen zwei wichtige und schöne Häuser eine bedeutsame Rolle: Die Casa Malaparte auf Capri und das Haus Wittgenstein in Wien. An deren räumlichen und architektonischen Qualitäten misst sich das Projekt.

Schauenberg

Das neue Wohnhaus liegt am Nordhang des Hönggerbergs in einer Kurve der Schauenbergstrasse. Es ist Teil eines beschaulichen Quartiers mit Einfamilienhäusern, einfachen Zeilenbauten der Nachkriegszeit sowie grösseren Ensembles der Spätmoderne weiter bergwärts. Aufgrund der starken diagonalen Neigung des Grundstücks findet das Haus seinen Schwerpunkt über eine differenzierte, plastische Gestalt. Diese Plastizität wie auch der formale Ausdruck sind eigenständig. Wir haben von einer nordischen Fantasie gesprochen. Mit dem Bezug zu nordeuropäischen Ideen besteht dann doch eine lockere, inhaltliche Beziehung zum Quartier.
Die Topografie zieht sich gewissermassen durch das ganze Haus. Die starke Hanglage und die bergseitige Westorientierung bestimmen den bisweilen archaisch anmutenden Innenraum. Ein Stufenschnitt bringt das Licht in die Tiefe und schafft auf jedem Geschoss andere Wohnungen. Dabei entsteht eine Räumlichkeit, welche in der Bewegung erfahren wird.
Die vielleicht etwas anachronistische Handwerklichkeit in der Konstruktion findet in einer ausgeprägten Materialpräsenz ihren Ausdruck: hell geschlämmter Backstein in Kombination mit gestülpter Holzschalung, Lärche und Kupfer sowie Eiche, glasierte Keramik und Naturstein bestimmen die Haptik.

Rain

Die zweiundzwanzig Reihenhäuser und drei Gewerberäume stehen am westlichen Rand von Rain, wo sich die beiden grossen Hauptstrassen kreuzen. Die Entstehung des Projektes erklärt sich vor dem Hintergrund einer spezifischen Ausgangslage. Da war zum einen der Auftrag erschwingliches Wohneigentum zu realisieren: kleine Häuser mit eigenem Eingang und Garten. Und da war der Bestand mit einer Autowerkstatt und einem grossen unterirdischen Raumvolumen für Lager und Parkierung. Der Erhalt dieser unterirdischen Räume verlangte nach einer leichten und niedrigen Architektur mit möglichst geringer, gleichmässig verteilter Auflast.
Die zweigeschossigen Reihenhäuser in Holzbauweise und flächiger Anordnung schaffen über diese Bedingungen eigene räumliche Qualitäten für das individuelle Wohnen in einer vergleichsweise dichten Situation. Die Häuser werden über Gassen erschlossen, auf der Südseite haben sie einen kleinen, umfriedeten Gartenhof. Sie bauen auf einem Typus auf, der seine innere Grösse über einen Luft- und Treppenraum erhält und über seine Breite in Fläche und Zimmerzahl variiert. Keller und Garage finden sich separat zugänglich im Bestand darunter. Und über die Dachterrassen besteht Weitblick auf das Luzerner Panorama.

Stockmattstrasse

Die Reihenhäuser an der Stockmattstrasse stehen in zweiter Reihe zur Bruggerstrasse, die als Verbindungsstrasse zwischen Baden und Turgi der Limmat folgt. Einige kommerzielle Nutzungen geben der Strasse den Charakter eines Strips. Als Teil des Kappelerhofs ergänzen die Häuser das anonyme Gefüge eines Wohnquartiers, das aus Zeilenbauten, Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern besteht. Hier wohnen viele Familien.
Die genossenschaftlichen Reihenhäuser sind nur 3.75 Meter breit und erstrecken sich über drei Geschosse – eine Höhenvorgabe aus dem örtlichen Gestaltungsplan. Der Innenraum entwickelt sich im Schnitt: An einer mittigen Treppe reihen sich halbgeschossig versetzt Wohnräume und Zimmer in der Vertikalen auf. Räume mit viel Höhe kompensieren die Schmalheit der Häuser. Das einzelne Haus hat fünf Zimmer, einen Garten und eine Dachterrasse.
Die Reihenhäuser sind aufgrund ihrer inneren Räumlichkeit anders gebaut als ein konventionelles Haus. Die Decken liegen nicht auf Wänden, sondern auf Konsolen an vertikal durchlaufenden Trennwänden in Beton. Die Decken sind wie auch die Fassaden und das Dach aus Holz gebaut. Das Fassadenkleid hat ein japanisches Vorbild, ist ernst und heiter zugleich. Die steilen Blechdächer machen aus dem hohen ein zweigeschossiges Haus.

Schweizer Kunstpreis

Die Installation Anthropomorphe Form anlässlich der Ausstellung der Swiss Art Awards 2021 nimmt mit seiner textilen Decke die gesamte Ausstellungshalle ein und verwandelt diese als raumfüllendes Werk in einen neuen architektonischen Raum. Dieser lässt an die temporären Bauten von Festzelten denken, obwohl dieser Eindruck durch die sich kontinuierlich ändernde Form des Stoffes augenblicklich wieder zerstört wird.
Das transluzide Textil ist an dünnen Seilen in fünf Achsen aufgehängt, wobei jedes Seil über einen von zweiundvierzig Motoren bewegt wird. Die Steuerung der Motoren erfolgt über einen Algorithmus, der unterschiedliche Parameter der menschlichen und atmosphärischen Aktivität verarbeitet: den Geräuschpegel, die Anzahl und Verteilung der Besucher, die Geschwindigkeit ihrer Bewegungen usw.
Das textile Dach wird so zum eigentlichen Organ der anwesenden Besucherinnen und Besucher und bildet fast unbemerkt immer wieder andere Räume als Hintergrund für die Ausstellung – mal nehmen sie eine monumentale Gestalt an, mal sind sie intim, mal wirken sie architektonisch, dann wieder organisch. Das Textil formt ein archaisches Zeltdach oder hüllt die Anwesenden in eine mimetische Wolke.
Die Arbeit thematisiert somit den Einfluss des Menschen auf die Umwelt in der wir uns bewegen und die traditionell feste Architektur in einem subtilen Kommentar zu unserem Zeitalter des Anthropozäns.

Triemli

Die Sphinx sitzt stadtseitig am Triemliplatz und ist Teil der losen Hochhausgruppe des Spitals und Guyer-Turms. Der Name beschreibt die Gebäudefigur und bezieht sich zugleich auf die Bedeutung des Wohnhochhauses am Ort. Es markiert den Stadteingang, wo die weiten Kurven der Birmensdorferstrasse am Uetliberg in die lange Gerade auf dem Stadtboden übergehen.
Die Primärstruktur des Hauses bildet ein Betonskelett mit einem dichten Kranz von Fassadenstützen, einzelnen Stützen im Innenraum und tragenden Kernen. In der Fassade sitzen immer gleiche Fenster, die von einem äusseren Skelett vorfabrizierter Betonelemente gefasst werden. In der Vertikalen bilden Halbrundpilaster eine zweigeschossige Gliederung, im Grundriss funktionieren diese als Gelenke in der polygonalen Abwicklung. Die Kreuzfenster mit flacher Innenfaltung setzen den Körper unter Spannung und geben dem ausgeprägten Relief zusätzliche Tiefe.
Die nichtragenden Leichtbauwände im Innern schreiben offene Wohnräume in die neutrale Struktur von Tragwerk und Fassade ein. Die Grundrisse loten dabei die schwierigen Bedingungen des Lärmschutzes aus, der einzig eine Lüftung an der Südfassade zulässt. Gleichwohl besteht eine grosse Varianz an verschiedenen Wohnungen, die ergänzt wird über Studios im «Haus auf dem Haus», das im viergeschossigen Bereich anstelle einer Attika steht.

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Zollikerstrasse

«Wirklich nichts wäre anders, aber alles wäre besser»

Das zweigeschossige Einfamilienhaus am Rand von Zürich Riesbach wurde 1906 für die Familie des Kunstmalers Heinrich Appenzeller von der Baufirma Fietz & Leuthold erbaut. Sein robuster Grundriss repräsentiert auf pragmatische Art die bürgerlichen Wohnvorstellungen jener Zeit. Einflüsse aus englischen Landhäusern sowie einige wenige dekorative Elemente bereichern das Haus. Ein augenfälliges, pittoreskes Element stellt ein burgartiger Risalit mit gestuftem Abschluss auf der Nordfassade dar; es gab wohl dem Haus seinen Namen “zum Dächli”.
Ein informell gehaltener Eingang mit Gästetoilette lag im Erdgeschoss; im Hochparterre befanden sich gartenseitig Küche und Esszimmer, daran anschliessend eine geschlossene Veranda sowie strassenseitig Wohnzimmer und Salon. Im Obergeschoss waren seit je drei Zimmer sowie das grosse Bad mit Ankleide, im Dachgeschoss befanden sich weitere Schlaf- und Angestelltenräume.
Mit dem Umbau führte die private Bauherrin dem Haus eine neue Nutzung zu – es wurde zum Wohn- und Atelierhaus. Das Raumprogramm wurde mit einfachen Eingriffen am Bestand an die zeitgenössischen Bedürfnisse seiner neuen Bewohnerschaft angepasst. Die Übergänge zwischen Alt und Neu wurden verschliffen.
Im Untergeschoss entstanden neue Atelierräume mit Töpferwerkstatt sowie eine Backstube. Aufgrund der fehlenden Garderobe wurde im Erdgeschoss das strassenseitige Zimmer durch ein raumhohes Schreinermöbel in zwei schmale Räume geteilt: in eine Umkleide sowie Bibliothek mit Arbeitsplatz. Laterale Durchbrüche öffnen die gekammerte Raumstruktur und verbinden Zimmer wie beispielsweise Küche mit Esszimmer, Salon mit Bibliothek, Schlafzimmer mit Ankleide und ermöglichen ein zweite Erschliessungsebene entlang der Fassaden. Die neuen gestemmten Türen sind konstruktiv und proportional den historischen nachempfunden, verweisen jedoch durch ein kleineres, skaliertes Format auf die neue, informelle Wegführung. Die Veranda im Erdgeschoss wurde im Sinne eines Wintergartens uminterpretiert und mit mineralischen Materialien, Terrazzo und einer Sitzbank aus glasierten Keramikkacheln neu geprägt. Eine feingliedrige Verglasung an Stelle der geschlossenen Trennwand schafft eine neue Durchlässigkeit, so dass der Wohnraum heller und grosszügiger erscheint und Haus und Garten sich stufenweise verschränken. Das grosse Zimmer mit Veranda im Obergeschoss wird als nutzungsneutraler Raum belassen: es kann Wohnzimmer, Gästezimmer, Salon oder Büro sein. Die Zimmer im Dachgeschoss sind ebenfalls nutzungsneutral und können als Arbeits-, Studier- oder Schlafzimmer genutzt werden.
Die Eingriffe an der Fassade sind ebenfalls minimal gehalten. Aus energetischen wie denkmalpflegerischen Gründen wurden die Fenster ersetzt. Die neuen Fenster mit Isolierglas wurden auf Grundlage von historischen Profilierungen entworfen. Der geschlossenporige und kunstsfoffhaltige Feinabrieb aus den 1980er wurde entfernt und durch einen ökologischen Sumpfkalkputz ersetzt. Dazu wurde eigens das Material vor Ort in einer Kalkhütte nach historischen Techniken eingesumpft und gemischt. Mit einer von Fassaden aus dem Quartier abgeleiteten, neuartigen Methode wurde der Putz mit Holzkohlemehl und Ocker pigmentiert und mittels einem Jutevlies grossflächig verrieben. Der lebendige, grobkörnige Putz bildet die Handschrift der Handwerker:in ab und soll das Haus in der Umgebung und in den Strassenzug natürlich einbinden. Der Dachabschluss und die hölzerne Dachuntersicht wurde ebenfalls in Anlehnung an die historischen Häuser im Quartier verfeinert und mit einer neuen Hohlkehle ausgebildet.
Eine Textarbeit des Künstlers Benedikt Bock aus gebrannten, bündig im Putz eingelegten, glasierten Keramikbuchstaben an der Westfassade zur Strasse nimmt im Sinne einer Inschrift unter anderem Bezug zur Geschichte des Hauses und stellt den Dialog zum öffentlichen Raum her. Ein Rankgerüst sowie handgeschmiedete Spalierhaken wurde mit den Umgebungsarbeiten an der Fassade angebracht.

Pfäffikon

Das Haus steht etwas abgerückt von der Strasse auf einer grossen Wiese. Es misst vierzig auf achtzehn Meter in der Grundfläche, hat vier Geschosse und ein Dach. Auf der offenen Südseite spiegelt sich das Astwerk der alten Bäume in der Glasfassade der Laube. Das Haus ist etwas zwischen Gewerbegebäude und Palazzo.
Zunächst haben wir uns gefragt, wie man abseits der Zentren, auf dem sogenannten Land wohnen könnte. Entstanden sind Wohnungen mit einfachen, grossen Räumen, immer gleichen Zimmern, hohen Türen und einer hölzernen Laube. Die Materialien sind fast ein wenig rustikal, die Konstruktionen handwerklich und robust.
Und wir haben bei der Arbeit ein paar Entdeckungen gemacht: Beispielsweise das Potential der Spenglerarbeiten für den architektonischen Ausdruck oder die Bedeutung von Nebenbauten zur Verankerung eines so grossen Hauses in der Umgebung – mit dem Velohaus an der benachbarten Brandwand, dem Rundpavillon auf der Wiese oder den Pergolen und Mauerfragmenten zwischen Haus und Strasse.
Das Haus an der Schulstrasse ist unser kostengünstigstes Projekt: für weniger als zehn Millionen Franken konnten wir hier fast vierzig Wohnungen bauen.

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Chliriet

Das Schulhaus ergänzt das offene, von der Landschaft geprägte Gefüge im Chliriet mit einer bestehenden Mehrzweckhalle, den Sportanlagen und alten Bäumen. Es steht als langes, schmales und flaches Haus am begrenzenden Flurweg und spannt mit der Mehrzweckhalle einen grossen Pausen- und Zugangsraum auf. Das ausladende Flugdach trägt zu dieser Fassung bei und gibt der Architektur ihren eigenen Ausdruck.
Das zweigeschossige Haus ist ein Holzskelettbau und regelhaft aufgebaut. In den dreizehn Achsen finden jeweils einbündig die Unterrichtszimmer Platz. Sie sind alle auf das offene Kulturland im Osten gerichtet. Die Erschliessungs- und Gruppenräume sind dem Pausenplatz zugewandt. Über die Wandelhalle im Erdgeschoss werden mit einer Serie von Treppen die Cluster mit Vorräumen, Klassen- und Gruppenzimmern im Obergeschoss erreicht.
Zur einfachen Fügung des Holzbaus kommen sämtliche weiteren Elemente additiv hinzu und bleiben über ihre Farbe eigenständig. Im Haus ist alles bunt: es gibt keine Materialfarbe und auch kein Weiss. Der Innenraum entsteht über das Zusammenwirken der einzelnen Farben. Die Polychromie nimmt das Leben des Schulalltags vorweg.

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Riedacker

Die zwei grossen Häuser der genossenschaftlichen Wohnsiedlung Riedacker stehen in einem heterogenen Gefüge zwischen der Altwiesen- und Dübendorferstrasse. Hier geht die Gartenstadt von Steiner über in die Ensembles der Spätmoderne. Im unmittelbaren Kontext gibt es Einfamilien- und Gewerbehäuser sowie eine Kirche. Die beiden Häuser bekennen sich zu den gartenstädtischen Qualitäten von Schwamendingen, interpretieren diese aber in einer eigenständigen Figur und in einer neuen Wohnform.
Im Zentrum dieses Wohnens steht ein grosser quadratischer Raum, der jeweils eine Gebäudeecke besetzt. Der Raum wird über zwei diagonal eingestellte, verglaste Membranen in die Küche, den Wohnraum und eine Terrasse geteilt. Wir haben dieses Raumgefüge mit einer Laube verglichen, vom Wohnen auf einer grossen Terrasse gesprochen. In den vier- und fünfgeschossigen Häusern wird das Wohnen am Garten gewissermassen gestapelt.
Die gestaffelten Baukörper werden von einer dünnen Fassadenhaut mit einem feinmaschigen Netz aus Aluminium, Glas und Holz umspannt. Die lichten Innenräume gehen über in dunkle, mineralisch materialisierte Treppenhäuser, die ihrerseits Aussenraumqualitäten aufweisen – die Laube einer jeden Wohnung ist bildhaft gesprochen direkt von aussen zugänglich und dennoch Teil eines inneren Kollektivs.

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