Glattpark

Das sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshaus MIN MAX ist als städtischer Block konzipiert, der durch Erreichen der vollen Höhe die Traufen am Boulevard Lilienthal fortführt. Im Grundriss besetzt das Volumen praktisch die gesamte bebaubare Fläche und wirkt damit raumbildend auf die angrenzenden Strassen- und Grünräume. Das Gebäude verfügt über Kleinwohnungen für eine heterogene Bewohnerschaft sowie Gewerberäume im Erdgeschoss und bietet damit eine Alternative zum bisherigen Angebot des neuen Stadtteils Glattpark.
Neben Clusterwohnungen, die ein gemeinschaftliches Wohnen mit Individualräumen für jeden Bewohner ermöglichen, bietet das Projekt vier Kleinwohnungstypen mit jeweils rund 40 Quadratmetern Wohnfläche. Neben dem wichtigen Aspekt des Spannungsfelds zwischen Gemeinschaft und Anonymität interessierte hier insbesondere die Frage, wie aus der Kompaktheit der Wohnungen heraus neue Qualitäten geschaffen werden können, die über die blosse Verkleinerung einer konventionellen Wohnung hinaus gehen.
Das Gebäude umschliesst einen Innenhof, der zentraler und prägnanter Ort der Gemeinschaft ist und über Laubengänge der Erschliessung dient. Ein turmartiger, verglaster Einbau ergänzt zudem auf jedem Geschoss das Raumangebot für gemeinschaftliche Nutzungen.

> Lageplan

Metzgerhalle

Städtebau und Volumen
Die städtebauliche Grundabsicht des Neubaus an der Wallisellerstrasse ist einfach. Sie besteht darin, an der Nahtstelle zwischen kompakter und offener Bebauungsstruktur ein Stück Stadt «fertig zu bauen». Damit ist keineswegs eine Intervention im Sinne einer Stadtreparatur gemeint, sondern die selbstbewusste Artikulation einer interessanten stadträumlichen Friktion. Das Volumen des Neubaus thematisiert diese städtebauliche Situation hauptsächlich in seiner plastischkräftigen, bisweilen expressiven Gestalt. Es übernimmt die Geschossigkeit, die Traufe sowie das Element des hohen Vordaches über dem Erdgeschoss des bestehenden Hauses an der Schaffhauserstrasse, verankert sich über zwei breite Erker im Strassenraum und schliesst mit einer expressiven Kopfausbildung zur offenen Bebauungsstruktur zur Glatttalebene ab. Die Kopfausbildung antwortet auf die Weite und die grossmasstäblichen Baukörper dieses Stadtraumes. Die Vertikalität des Gebäudeabschlusses wird durch eine Überhöhe im Attika sowie ein dem Strassenverlauf entsprechendes Verspringen des Erkers respektive des Vordaches verstärkt. Das Vordach über dem Erdgeschoss ist nicht durchlaufend. Damit verbindet sich das mittlere Fassadenfeld mit dem Erdgeschoss, während die zwei Fassadenfelder zum Altbau hin und am Gebäudekopf ins Attikageschoss greifen. Diese plastischen Operationen steigern die Ausdruckskraft des Neubaus, verwischen bewusst die klassische Gliederung von Sockel-, Regel- und Attikageschossen und führen einen komplexeren Aufbau der Strassenflucht ein.

Architektur und Ausdruck
In Entsprechung zu den städtebaulich-volumetrischen Absichten handelt es sich beim Neubau um eine murale städtische Architektur mit geschlossenem Wandkörper und eingeschnittenen Lochöffnungen. Das Gebäude sucht damit nicht einen Kontrast zum Altbau an der Schaffhauserstrasse sondern die Einheit. Die Fassade soll deshalb mit keramischen, mittelformatigen und nicht glasierten Platten verkleidet werden. Über den Fenstern überspannt eine grossformatige, keramische Platte die Öffnung. Die relative Rauheit dieser Platten kontrastiert mit dem hellen, anodisierten Aluminium der Holz- Metall-Fenster.
Der strassenseitig zurückspringende Teil des Attikageschosses soll in einem den Keramikplatten ähnlichen Farbton verputzt sein und durch den Materialwechsel die Figur der repräsentativen Hauptfassade stärken. Die keramischen Platten ziehen sich über die Stirnseite des Kopfbaus und finden in den eingeschnittenen Balkonen auf der Hofseite ihren Abschluss.
Die Hoffassade selber ist typischerweise schlichter materialisiert. Ein ocker-grauer Verputz, die umlaufend anodisierten Aluminiumfenster und die mit einem Metallgeflecht versehenen Balkone prägen den Ausdruck einer wohnlichen Hoffassade. Das Hofgebäude vermittelt über die grossen Bandfenster und die Traufausbildung mit den aufgeklappten Gauben den für Hofbauten typischen Atelier- und Gewerbecharakter.

Schnitt
Ein Schlüssel des Projektes liegt in der Kotierung der Geschoss- und Traufhöhen. Um die Einheit mit dem Altbau zu betonen werden dessen Geschosskoten übernommen. Mit dieser Masssnahme gelingt es auf einfache Art und Weise die unterschiedlichen Gebäudehöhen optimal auszuschöpfen und hofseitig für die Wohnungen im 1. Obergeschoss Terrassen auf dem Hofgebäude sowie natürlich belichtete Untergeschossräume anbieten zu können. Dank der durchlaufenden Geschossquoten wird für die Laden- und Büronutzung eine maximale Flexibilität erreicht. Die lichte Raumhöhe in den Wohngeschossen beträgt 2.69m, bzw. 3.69m in der Attika- Kopfwohnung.

Erschliessung
Zwei Treppenhäuser, drei und vierspännig, erschliessen den gesamten Neubau. Dank den Fenstern im Attikageschoss und dem einen Treppenauge werden die Treppenhäuser zu grosszügig repräsentativen Adressen. Ein Durchladerlift ermöglicht eine direkte, rollstuhlgängige Erschliessung beider Ladengeschossen. Über die Hofzufahrt, welche mit einem Rollgitter geschlossen werden kann, werden die Besucherparkplätze erreicht und die Anlieferung sichergestellt. Hinter der Garagenabfahrtrampe-, in die Fortsetzung der Stirnmauer integriert, befindet sich die Velogarage mit total 40 gedeckten Abstellplätzen.

Grundriss / Nutzung
Im untersten Geschoss befinden sich die Tiefgarage mit 28 Abstellplätzen sowie die Kellerräume der Wohnungen. Ein Geschoss höher sind neben den Ladenflächen die Anlieferung, die Personalgarderoben und die Technikräume vorgesehen. Das Erdgeschoss wird durch die Schaufenster der Läden und die Hauseingänge geprägt. Die Büronutzung im 1. Obergeschoss ist auf maximale Flexibilität ausgelegt. Im 2.8 m hohen Geschoss werden in der Mittelschicht die Steigzonen der Wohngeschosse zu den Liftkernen verzogen. Die Fassadeneinteilung des Hofgebäudes ist auf einem für Einzelbüros geeigneten Raster von 2.7 m aufgebaut. Der vorgeschlagene Charakter der Wohnungen basiert auf zwei Überlegungen. Einerseits soll auch im Innern eine Verwandtschaft zum Altbau und den Wohnvorstellungen der Gründerzeit erzeugt werden und andererseits müssen die Wohnungen für das anvisierte Zielpublikum einen hohen Wohnwert erhalten. Da die kleineren Wohnungen hauptsächlich für ältere oder junge Leute konzipieren sind, ist ein nutzungsneutrales Raumgefüge, das ganz unterschiedliche Wohnvorstellungen bedienen kann, gesucht. Dies wird im Wesentlichen erreicht, indem der Wohn- Essbereich in eine Esshalle und ein abtrennbares Wohnzimmer unterteilt werden. Das Wohnzimmer kann auf diese Weise als „gute Stube“ oder Salon, aber auch als zusätzliches Zimmer für eine Studentenwohngemeinschaft genutzt werden. Die separat abtrennbare Küche ist genügend gross um einen Vierertisch aufnehmen zu können, so dass auch die Nutzung der Halle nicht determiniert ist.

Altbau
Die Massnahmen im Altbau basieren auf einer Analyse der bestehenden statisch relevanten Baustrukturen und schlagen bewusst zurückhaltende Eingriffe vor. Neben dem neuen, gesetzlich vorgeschriebenen Lift werden im Wesentlichen alle Nasszellen und die dazugehörigen Fallstränge neu disponiert. Die Raumkammerung wird durch zusätzliche Türen nutzungs- neutralisiert und optisch durchlässiger.

Manegg

Städtebau, Areal und Baulfelder B1
Mit der Überbauung der Industriebrache Manegg an der Sihl kann eines der letzten grossen Entwicklungsgebiete der Stadt Zürich in eine Wohn- und Gewerbezone überführt werden. Die Qualitäten des Areals sind bekannt: Im Norden liegt die Innenstadt, im Osten das Ufer des Zürichsees, im Süden und Westen der Landschafts- und Erholungsraums des Üetlibergs und des Sihltals. Der Gestaltungsplan von Diener & Diener und Vogt schlägt eine Folge von öffentlichen Räumen, sowie grossmasstäblichen Volumen vor, welche das ganze Areal in seiner Nord-Süd-Ausdehnung besetzen. Diese räumliche Reminiszenz an das alte Industrieareal sorgt zusammen mit der denkmalgeschützten alten Spinnerei, der «Holländerhalle» sowie dem Wasserturm für den Fortbestand des Industriecharakters und ist identitätsstiftend.

Die Baufelder B1 bilden das südliche Ende des Areals. Diese Baufelder sind in eine mehrgestaltige städtebauliche Situation eingebettet: Im Osten schliessen sie an den Landschaftsraum, im Norden stossen sie direkt an den wichtigen Spinnereiplatz, dem neuen Zentrum des Areals, und entlang der langen Westseite befinden sich die Geleise der S-Bahn mit der Haltestelle . Das Projekt reagiert auf diese städtebaulich vielschichtige Ausgangslage mittels der Setzung zweier einfacher, plastisch kräftiger Körper, welche U-förmigen Gebäudetypen entsprechen. Dahingehend nimmt das Projekt eine städtebauliche Interpretation des Gestaltungsplans vor. Die Volumen werden nicht als städtische Hoftypen im Greencity-Areal verstanden, sondern als Volumen an der Grenze zwischen Landschaftsraum und ehemaligen Industrieareal. Diese Ambivalenz wird in der Zweiseitigkeit der Setzung ansichtig. Zum Spinnereiplatz, wie auch zu den Gleisen und zur südlich gelegenen Butzenstrasse erscheinen die Volumen als geschlossene urbane Körper und folgen mit langer Fassadenabwicklung den Grenzen des städtischen Aussenraums. An der Entlisberger Hangkante im Osten greifen die Gebäudearme in den Landschaftsraum und verzahnen sich damit. Infolgedessen unterscheidet sich der Aussenraum zwischen den beiden Gebäuden nicht von jenem in den offenen Höfen – es gibt keine Unterscheidung zwischen einem «inneren» und einem «äusseren» Freiraum.

Aussenraum und Erschliessung
Die Differenz zwischen «Stadt- und Landschaftsseite» äussert sich im Niveausprung der Topographie: Das Gelände liegt hangseitig ein Geschoss höher als zum Industrieareal. Sämtliche Zugänge zu den Wohnungen wie auch zu den Gewerberäumen liegen gut sichtbar zur Stadtseite auf dem Niveau des Spinnereiplatzes. Die Erschliessung der Wohnungen erfolgt entweder über die Tiefgarage oder über grosszügige Treppenanlagen, die vom Stadtniveau zu offenen Arkadengängen im höher gelegenen Gartengeschoss führen. Von hier führt der Weg zu den einzelnen Treppenhäuser. Diese Erschliessungsfigur bringt mehrere Vorteile mit sich: Einerseits können die 350 Wohnungen über lediglich drei Haupt-Treppen erschlossen werden, eine solche Disposition schafft Orientierung und sorgt für gute Adressbildung im Areal. Andererseits ist die Entflechtung von öffentlicher und privater Nutzung gewährleistet. Insbesondere die Wohnungen im Gartengeschoss profitieren von einer erhöhten Privatsphäre, da keine weiteren öffentlichen Zugänge notwendig sind. Die Parkierung folgt den Anforderungen im Programm. Die Ein- und Ausfahrt in die Tiefgarage liegt westlich der Gleise, eine zweite Ausfahrt befindet sich an der Butzenstrasse.

Gebäudestruktur und Wohnform
Die Gebäudestruktur baut auf zwei Determinanten auf: Ein Schottenraster von 4.2 Metern Abstand, abgestimmt auf das Achsmass der Tiefgarage, sowie eine Verdrehung der Treppenhäuser bestimmen den strukturellen und räumlichen Aufbau der Bauten. Die strenge Struktur, die auf Serialität und Regelhaftigkeit setzt, ist rationalen Industrie- und Lagerhaustypen verpflichtet und sucht diese Qualitäten auf den Wohnungbau und entsprechende zeitgenössische Wohnformen zu übertragen. Die Verdrehungen der Treppenhäuser ergeben im Inneren der Wohnung spannungsreiche, dreieckige Erschliessungs- und Wohnräume, die der Wohnung eine spezifische Qualität verleihen.

Das Projekt baut innerhalb dieser Anlage auf drei verschiedenen Wohnungstypen auf: den Nord-Süd-Typ, den Ost-West-Typ, sowie den Attikatyp. Der Nord-Süd-Typ funktioniert als Dreispänner, mit zwei 3.5- und einer 2.5-Zimmer-Wohnung. Die 3.5- Zimmer-Wohnung setzt hier auf drei gleich grosse 20-m2-Zimmer, so dass jeder Raum unabhängig von Orientierung und Ausrichtung, individuell nutz- und einrichtbar ist. Die Aussenräume sind als offene Lauben ausgebildet. Der Ost-West- Typ baut auf den gleichen Prämissen auf, hat aber ungleichere Raumgrössen und ist insofern konventioneller. Die Aussenräume sind hier als Loggien zur Platzseite respektive dem Geleiseraum hin vorgeschlagen. Im Attikageschoss sind die Kleinwohnungen untergebracht. Auch hier unterscheiden sich die Wohnungen gemäss ihrer Ausrichtung. Auf den Nord-Süd-Trakten sind Einzimmerwohnungen angeordnet, die über allseitig offene Laubengänge erschlossen werden. Die Konzentration der Einzimmerwohnungen im Dachgeschoss erlaubt die Reduktion um insgesamt fünf Treppenhäuser im Attika. Die Dachwohnungen in den Ost-West- Trakten weisen verschiedene Grössen und Zuschnitte auf. Das gesamte Attikageschoss besitzt ein Sheddach (Der Nachweis der Möblierbarkeit ist auf Blatt 6 erbracht.)

Ausdruck und Materialisierung
Der Ausdruck der Gebäude sucht eine Verwandtschaft zu anonymen Industriebauten des 20. Jahrhunderts, worin klassische Eleganz und Rationalismus erfolgreich zusammenfinden. Die vorgeschlagenen Gebäudekörper zeigen einen Aufbau mit Sockel, Hauptgeschoss und Dach. Im hell lasierten Skelett aus Ortbeton sind die Fenster und Brüstungen aus natureloxiertem Aluminium eingesetzt. Zum Spinnereiplatz sind die Fassaden geschlossen und folgen dem ausgeprägt urbanen Gesamteindruck der räumlichen Abfolge. In den Höfen und zur Landschaft hin prägen die auskragenden Lauben den Übergang zum Grünraum.

Wirtschaftlichkeit und 2000 Watt
Neben den guten Kennwerten verfügen die Gebäude auch über eine äusserst einfache und repetitive Struktur, welche von der Fundation bis zum Attikageschoss durchgeht. Die Achsmasse der Wohngeschosse sind auf die Parkierungsraster abgestimmt. Die vorgeschlagenen kompakten Gebäude mit einem, der Exposition angepassten Fensteranteil, erreichen problemlos den Minergie-P-ECO Standard. Auch der 2000-Watt-Nachweis kann erbracht werden, wobei die Dämmstärken massiv reduziert werden können. Das streng nach Süden ausgerichtete Sheddach ermöglicht eine optimale Belichtung der kleinen Attikawohnungen wie auch eine ideale Exposition der Solaranlagen.

Amtshausquai

Städtebau und Architektur
Der Perimeter des Neubaus befindet sich an einer städtebaulich sensiblen und zentralen Lage, nämlich in der Silhouette der Amtshausstrasse und unmittelbar gegenüber dem Bahnhof. Die Eckparzelle zwischen Amtshausquai und Jurastrasse wird mit einem stereometrisch einfach geschnittenen Baukörper besetzt, der flussabgewandt an die Blockrandbebauung der Jurastrasse anschliesst und sich flussseitig vom Aarhof leicht absetzt (feuerpolizeilicher Abstand von 5 Metern). Er weist ein überhohes Erdgeschoss und fünf Regelgeschosse auf (ein Geschoss mehr als die Regelbebauung vorsieht). Das Gebäude erzeugt damit zur Aare hin ein Gleichgewicht zwischen Unterordnung und Selbstbehauptung: Durch die Freistellung einer schmalen Frontfassade bleibt der solitäre Charakter des Aarhofs mit seiner breiten, zentrierten Fassade gewährt, gleichzeitig entwickelt das Volumen durch seine austarierte Höhe und die stehende und in sich ruhende Front eine eigene Präsenz.
Der architektonische Ausdruck unterstreicht diese Absicht. Vorgeschlagen wird ein klassisch anmutender Fassadenaufbau mit einem feinen, differenziert texturierten Relief bestehend aus Betonelementen, Putz- und Blechfeldern, welches das Gebäude in die Flussfront der bestehenden Häuser einwebt. Die serielle Ordnung geschlossener und offener Abschnitte (Loggien) baut ein ruhigen Rhythmus auf, der einerseits auf die Ecksituation reagiert und andererseits selbstverständlich in die Fassade an der Jurastrasse überleitet. Hier springt die Fassade auf die bestehende Gebäudeflucht zurück. Erker gliedern die Fassade und gewähren auch den Wohnungen in der Jurastrasse Blicke auf die Aare.
Auf der Hofseite wird ebenfalls an der bestehenden Gebäudeflucht angeschlossen. Nach der Durchfahrt im Erdgeschoss entwickelt sich das Volumen bis an die Hofbebauung des Aarhofes und nimmt damit die für den Hof typische Kammerung auf, welche durch in den Hof gerichtete Gebäudeteile entsteht. Bezüglich dem Grenzbaurecht an dieser Stelle besteht zwischen Programm und Fragenbeantwortung eine gewisse Unklarheit. Da mit der Ausbildung einer Brandmauer zukünftige Entwicklungen im Hofraum zugelassen werden und auch sonst für das Areal des Aarhofs keine Nachteile erwachsen (Belichtung), erscheint die vorgeschlagene Lösung städtebaulich gesamthaft gut und deshalb ein Grenzbau über die volle Gebäudehöhe gerechtfertigt.

Erschliessung, Nutzung und Wohnangebote
Die Erschliessung der Gewerberäume im Erdgeschoss erfolgt direkt aus dem Strassenraum respektive aus dem Schutz eines Einzuges in der Ecke Amtshausstrasse/ Jurastrasse. Hinter der Disposition der Erschliessung für die Wohnungen stehen zwei Motive: erstens ist beabsichtigt das Haus über einen Eingang zu betreten. Zweitens ermöglicht die Zusammenfassung der zwei Treppenhäuser eine Entkoppelung des Treppenhauses über der Tiefgarage mit eben dieser, indem die Treppe auf einem Hochparterre beginnt und die Liftunterfahrt zwischen Hochparterre und Erdgeschossniveau Platz findet. Das Treppenhaus im Anschluss an die bestehende Blockrandbebauung erschliesst pro Geschoss zwei Wohnungen, jenes im «Gebäudekopf» drei. Hofseitige Eingänge erlauben über die Veloräume respektive die Durchfahrt «short-cuts» in die beiden Erschliessungskerne. Die geforderte Hofdurchfahrt in der Jurastrasse weist 4.2 mal 5 Meter im Licht auf. Daran anschliessend werden zwei Besucherparkplätze angeboten. In einer Erweiterung der Tiefgarage können auf den zwei Geschossen insgesamt 8 zusätzliche Parkplätze geschaffen werden.
Im Erdgeschoss werden zwei zusammenhängende, gut unterteilbare und separat erschliessbare Gewerbeflächen angeboten. In den fünf identischen Obergeschossen sind je Geschoss fünf, das heisst insgesamt 25 Wohnungen vorgesehen. Das Schwergewicht im Wohnungsspiegel liegt bei den 3-Zimmer-Wohnungen (15 Einheiten), im weiteren werden 2-Zimmer- (5 Einheiten) und 4-Zimmer-Wohnungen (5 Einheiten) angeboten. Die Wohnungen unterscheiden sich in der Wohnform: Im Anschluss an die bestehende Blockrandbebauung finden sich klassisch geschnittene Grundrisse, die sich zwischen Hofraum und Jurastrasse aufspannen. In diesem Typ sind Wohn- und Essbereich über eine Loggia gegliedert und die Zimmer über direkte Zugänge zu Badräumen «privatisiert». Im Anschluss daran befindet sich jeweils als «Gelenkwohnung» die 2-Zimmer-Wohnung, die ebenfalls ein Durchwohnen zwischen Hof und Jurastrasse aufweist. Zur Aare hin wird schliesslich ein loftartiger «Hallentyp» vorgeschlagen. Er verfügt über zwei Aussenräume und «offene» Zimmer, die sich dem Wohnen als Arbeits-, Fernseh- und Bibliotheksraum angliedern lassen. Die sich in die Gebäudetiefe entwickelnde Wohnhalle erinnert an venezianische Grundrissmuster. Durch diese differenzierten Wohnangebote werden verschiedene Mietersegmente angesprochen.

Strassen- und Aussenraum
Die Strassen- und Aussenraumgestaltung stärkt den urbanen Charakter der Adresse. In der Jurastrasse wird einseitig eine Baumallee vorgeschlagen, die sich über die Gebäudelänge hinaus verlängern liesse. Zum Fluss hin findet sie mit dem Vorspringen der Fassadenflucht einen selbstverständlichen Abschluss. Der Strassen- respektive Trottoirbelag wird wie in der Strasse üblich bis ans Gebäude herangezogen. Hofseitig wird auf einer Grünfläche eine Baumgruppe gepflanzt. Die Abweichung von der Grünflächenziffer erscheint vor dem Hintergrund einer innerstädtischen Dichte sowie einer ortstypischen Ausbildung des Strassen- und Hofraumes gerechtfertigt.

Materialität und Konstruktion
Die Tragstruktur des Neubaus wird in einer konventionellen und wirtschaftlichen Massivbauweise in Ortbeton und Backstein mit geringen Spannweiten und Deckenstärken erstellt. Die strukturelle Ausrichtung auf die bestehenden Untergeschosse erfordert ebenda nur geringfügige Anpassungen.
Bei der Fassade wird eine dauerhafte Konstruktion bestehend aus vorgehängten Betonelementen, Putzfeldern, Blechelementen sowie Holz-Metall-Fenstern vorgeschlagen. Die einzelnen Bauteile sind in ihrer warmen Tonalität aufeinander abgestimmt (Jurakalk) und erzeugen eine Gesamterscheinung, die sich sowohl am Amtshausquai wie auch in der Jurastrasse gut im Kontext integriert.
Auch im Innenausbau sollen dauerhafte, schadstoffarme Materialien dominieren. Als Bodenbelag ist ein Kalkstein denkbar, der die urbane Wohnsituation unterstreicht. Aufgrund ihrer Präsenz im Wohnraum sind die Küchen und Einbauschränke farblich zurückhaltend.

Wirtschaftlichkeit, Energie und Ökologie
Das einfache und kompakte Volumen ist Grundvoraussetzung für ein wirtschaftliches und ökologisches Projekt, das sich für die Minergie(-Eco)-Zertifizierung eignet. Die gute Wirtschaftlichkeit wird im weiteren durch eine effiziente Erschliessung mit zwei Treppenhäusern und wenigen Anpassungen in den bestehenden Untergeschossen gegeben. Vertikale Lastabtragung ohne auskragende Bauteile sowie durchlaufende Medienerschliessungen zeichnen das Projekt ebenso aus. Die dauerhafte Fassade lässt geringe Unterhaltskosten erwarten.

Friesenberg

Stadtraum und Quartier
Das Quartier Friesenberg zeichnet sich durch seine hohe Wohnqualität, einer homogenen Bebauungsstruktur und hochwertigen Aussenräumen aus. Die grossen Baufelder sind mehrheitlich mit flachen, langen Zeilen bebaut und in ihrer Gleichförmigkeit von hoher Qualität. Das öffentliche Wegnetz vom Uetliberg bis hinunter zur Binz führt an qualitätsvollen und differenten Grünräumen vorbei.
Das neue Quartierszentrum fügt sich in die bestehende Zeilenbau-Struktur ein und spannt mit der Schulhausanlage über die Schweighofstrasse einen öffentlichen Raum auf. Die bestehende Abfolge der Freiräume wird weiter geführt und die Durchlässigkeit bewahrt.
Das Areal der Zentrumsüberbauung liegt mitten im Friesenberg und befindet sich in direkter Nachbarschaft zu grossmassstäblichen, öffentlichen Bauten, wie das Schulhaus oder die Kirche. Das Projekt stärkt die vorhandene Zentrumsidentität, bildet eine neue öffentliche Adresse und aktiviert den städtischen Charakter des Quartiers.

Aussenraum und Baukörper
Entlang des neuen Quartierzentrums zur Schweighofstrasse entsteht ein ausgedehnter, öffentlicher urbaner Raum. Die Schweighofstrasse wird zur belebten Promenade mit dichtem Baumbestand. Baumhasel, nicht fruchtende Kirschen und Schwedische Mehlbeeren bilden ein Blätterdach das angenehmen Schatten spendet. Durch die verschiedenen Lücken im Blätterdach entstehen spezifische Lichtsituationen und Orte. Die Niveauunterschiede zwischen Trottoir und Strasse werden aufgehoben und sorge für eine barrierefreie Begegnungs- und Aufenthaltsqualität.

Der Rhythmus im Erscheinungsbild der Schweighofstrasse ändert sich durch das Eintauschen in den Baumkörper und das Heben der Fahrbahn auf das Niveau der Fussgänger. Der Verkehrsfluss verlangsamt sich und das Queren der Fahrbahn wird erleichtert. Der Pavillon des Restaurants gliedert den Platzraum.
Das Projekt sieht einen lang gezogenen, leicht geknickten Baukörper vor, der den südwestlichen Strassenraum entlang der Schweighofstrasse über die gesamte Baufeldlänge fasst und an der abschüssigen Nordostseite mittels vorspringenden Gebäudeteilen im Hang verankert.

Arkaden und Loggien verleihen der städtischen Südwest-Seite einen urbanen Ausdruck und rhythmisieren den viergeschossigen, liegenden Baukörper. Die öffentliche, grosszügige Stadtterrasse am westlichen Gebäudeende bietet den Bewohnern Ausblick auf die Silhouette von Zürich.

Der Aussenraum der Nordostseite zwischen den Gebäudeflügeln wird als quartiertypischer Garten für die zukünftigen Bewohner angelegt. Direkte Ausgänge zu diesen gemeinschaftlich nutzbaren Aussenräumen sorgen für eine gute Erreichbarkeit im Alltag.
Hecken fassen die Gärten entlang der Strasse. Bepflanzungen mit einheimischen Sträuchern, Magnolien sowie Feld-Ahorn und Hainbuchen erlauben die Unterbringung von Gärten für Pflegewohnungen und Freiflächen für Hort und Kindergarten.

Haus und Wohnungen
Die verschiedenen öffentlichen Nutzungen wie der Coop, die Läden, das Restaurant mit Saal, der Kinderhort mit einem Mehrzweckraum sowie die Büros der FGZ befinden sich im Erdgeschoss und werden von der Schweighofstrasse erschlossen Sie sind wie die Eingänge zu den privaten Nutzungen (Wohnungen, Pflegewohngruppen und der Krankenstation) in die Arkaden integriert. einen Damit ist im Erdgeschoss ein einheitlicher Ausdruck trotz den unterschiedlichen Nutzungen gewährleistet.
Im Sockelgeschoss (N-1) befinden sich die Pflegewohngruppen und die Krankenstation. Der Kindergarten liegt im südlichen Ende des Gebäudes, im Norden sind die FGZ Regiebetriebe angeordnet. Das Gesundheitszentrum sowie ein weitere Wohnungen befinden sich über dem Coop.

Wohnungsgrundriss
Es werden jeweils vier Wohnungen über einen, nach Südwesten ausgerichteten Laubengang erschlossen, wobei sich jeweils die Dreizimmerwohnungen in der Mitte und die Vierzimmerwohnungen am Rand befinden. Der Laubengang ist ein gemeinschaftlich genutzter Aussenraum und Begegnungsort. Jede Wohnung besitzt zudem einen privatenBalkon mit schöner Aussicht über die Stadt. Die vorgeschlagene Wohnungstypologie profitiert von den Qualitäten der Lage am Friesenberg: Sie orientieren sich sowohl zur Stadt sowie zum Grünraum am Uetliberg.

Die Grundrissdisposition ist diagonal ausgelegt. Dank der Verengung im Grundriss wird die Lärmimmission reduziert. Die Wohnungen werden über Wohnküchen erschlossen. Die privaten Schlafzimmer sind nach Osten ausgerichtet und bei den Dreizimmerwohnungen wird jeweils am Ende des Laubenganges ein flexibel nutzbares Zimmer nach Westen hin angeordnet. Die Badezimmer sind zweiseitig zugänglich. Der Rundlauf in der Wohnung schafft Grosszügigkeit auf kleinstem Raum. In den vorspringenden Gebäudeflügeln befinden sich lang gestreckte Vierzimmerwohnungen. Die Zimmer sind flexibel nutzbar und die tiefer liegenden Räume über eingezogene Balkone direkt belichtet.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Die Projektverfasser schlagen vor, die Fassade aus einem groben sandfarbenem Backstein (mit hellen Fugen) zu mauern. Die Sockelpartien in Sichtbeton und verputzte Wandflächen in den Lauben und den Gartenhöfen runden den Materialkanon ab. Sie helfen, dasgrosse Volumen zu gliedern. Der helle Backstein und natureloxierte Aluminiumfenster prägen einen rationalistischen urban Ausdruck und fügen sich über einen effizienten Einsatz klarer architektonischer Mittel gut ins Quartier ein. Insgesamt knüpft das Projekt an dem vorhandenen architektonischen Charakter des Quartiers an in der Absicht den urbanen Ausdruck des Quartiers zu stärken.

Lärmschutz
Da der Immissionsgrenzwert für Wohnnutzungen deutlich überschritten ist, sind alle Wohnungen als sogenannte „Lärmgrundrisse“ konzipiert. Um eine sinnvolle Kompaktheit des Baukörpers zu realisieren und möglichst viele Zimmer mit Westlich anbieten zu können, sind maximal die Hälfte der Zimmer zur Schweighofstrasse orientiert. Dies ist über eine Ausnahmebewilligung für Wohnnutzungen im urbanen Raum möglich.

Energie- und Haustechnikkonzept
Heizwärme
Die Beheizung der Gebäude erfolgt über eine Niedertemperatur-Bodenheizung sowie durch die individuell steuerbaren Lüftungsboxen. Die Heizwärme wird zu einem grossen Teil mit einer Wärmepumpe aus der Abluft der Lüftungsanlage gewonnen. Der Restwärmebedarf bei kalten Aussentemperaturen wird über das geplante Anergienetz gedeckt. Durch tiefe Heizungstemperaturen (30°C) kann die Abluftwärmepumpe sehr effizient arbeiten.

Warmwasser
Überschüssige Wärme aus der Abluftwärmepumpe wird für die Vorwärmung des Warmwassers verwendet. Die Nachwärmung des Warmwassers und der Legionellenschutz erfolgt über das geplante Anergienetz.

Raumlüftung und Erschliessung
Um den Verrohrungsaufwand und Platzbedarf für die Lüftung minimal zu halten, wird die Frischluft dezentral an den Fassaden gefasst. Die Zuluft wird mit gut zugänglichen, individuell steuerbaren Lüftungsboxen gefördert und darin auch auf Raumtemperatur erwärmt. Die Abluft wird in den zentralen Nassräumen im Vorwandsystem gefasst und über die Steigzonen über Dach geführt. Die Wärmerückgewinnung erfolgt über eine Abluft Wärmepumpe, welche die Wärme in das Heizungsnetz zurückspeist. Durch das gewählte Konzept kann der Installationsaufwand tief gehalten (keine Einlagen in Betondecken nötig) und die Wohnungen können individuell belüftet werden. Der Gesamtenergiebedarf wird dadurch minimal gehalten.

Minergie-P-ECO
Die verfügbaren Flachdachflächen eignen sich gut für eine Stromerzeugung mittels Photovoltaik. Mittels Photovoltaik kann der gesamte Strombedarf für die Haustechnik (Wärmepumpe sowie Lüftung) sowie ein Teil des Mieterstrombedarfs gedeckt werden.
Die beschriebenen Konstruktionsweisen und Materialien sowie das Lüftungskonzept entsprechen den MInergie-P Anforderungen und sind baubiologisch unbedenklich. Die Dämmstärken in Dach und Fassaden, sowie die Kompaktheit der Volumen gewährleisten auch die energetischen Anforderungen.

Kostengünstiges Bauen
Der Vorgabe des kostengünstigen Bauens wird Rechnung getragen, indem das Bauwerk über eine klare und einfache Tragstruktur mit senkrechte Lastabtragung und wirtschaftlichen Spannweiten verfügt. Ebenso können die Medien mittels wenigen vertikalen Fallsträngen erschlossen werden. Ausschlaggebend ist die höchst Effiziente Erschliessung der 100 Wohnungen über nur 8 Treppenhäuser und die hohe Beständigkeit der vorgeschlagen Fassadenmaterialien.

Neuer Gehren

Städtebau
Das ausgedehnte Grundstück für das Alterszentrum «Neuer Gehren» sticht durch seine besondere Lage und Geometrie hervor: ein breites Stück des bebaubaren Landes grenzt an die lärmbelastete aber prominente Seestrasse nach Südwesten und liegt zwischen beschaulichen Mehrfamilienhäusern; ein schmaler Streifen greift bis in die dritte Reihe der bestehenden Baustruktur und endet im Nordosten entlang des dörflichen Spitzli-Weges. Diese schwierige Ausgangslage gilt es im Projekt zu lösen.
Der Vorschlag sieht einen dreiflügeligen Baukörper mit vier Geschossen vor, der die Geometrie des Grundstückes eigenständig interpretiert und dabei verschiedenartige, lärmgeschützte Aussenräume bildet. Mit dieser einfachen Disposition gelingt es, die programmatischen und wirtschaftlichen Ansprüche in eine prägnante Form zu übersetzen, und das Alterszentrum der Massstäblichkeit der umliegenden Häuser anzugleichen.
Die neue Anlage reflektiert die Besonderheit der städtebaulichen Situation, indem jeder Gebäudeflügel in eine andere, spezifische Richtung orientiert ist: ein Flügel nach Südwesten zum Zürichsee, ein zweiter zum Rebhang mit Blick auf das markante Turmgut und ein dritter zum Dorfkern von Erlenbach. Eine solche geografische Verortung schafft Orientierung und ist identitätsbildend.

Aussenraum und Erschliessung
Das neue Alterszentrum wird gemäss den Vorgaben über die Zufahrt Im Spitzli erschlossen. Eine Rampe zur Tiefgarage für Anlieferungs- und Abholverkehr— eingeschlossen in einem Heckenkörper — zweigt gleich zu Beginn der Zufahrt ab und befreit die Vorfahrt von Durchgangsverkehr. Die Vorfahrt und die Haupteingänge des «Neuen Gehrens» liegen im grosszügigen und lärmgeschützten Südosthof der Anlage. Der Haupteingang ist eingezogen und dadurch witterungsgeschützt. Für die Alterswohnungen in den Obergeschossen wird zusammen mit dem Restauranteingang eine vom Altersheim unabhängiger Eingang angeboten. Vor dem Restaurant lädt die grosse windgeschützte Aussensitzfläche mit Wasserbecken zum Verweilen ein. Dichte Heckenkörper fassen und gliedern den Raum. Auf einer vorgelagerten Fläche kann den Enkelkindern beim Spielen zugesehen werden.
Der Aussenraum des «Neuen Gehrens» ist als dicht bepflanzte Parkanlage konzipiert, die auf gekurvten, befestigten Wegen begangen werden kann. Das Wegsystem besteht aus dem geforderten Fussweg, der von der Erlengutstrasse durch das Alterszentrum über die Vorfahrt zum Spitzliweg führt, sowie aus Rundwegen um die Gebäudeflügel. Die Rundwege führen am Streichelzoo, dem Kinderspielplatz, der Gartenterrasse und an Schatten spendenden Parkbäumen vorbei und laden die zukünftigen Bewohner zum Spazieren ein. Die Asphaltwege werden von schmalen Betonbändern begleitet, die sich stellenweise zu Sitzplätzen aufweiten. Die Spazierwege sind über sekundäre Ausgänge aus dem Alterszentrum direkt betretbar und zudem mit dem öffentlichen Strassen- und Wegenetz von Erlenbach verknüpft. So sind auch kurze oder ausgedehntere Rundgänge direkt vom Haus aus möglich. Neben den grosskronigen Parkbäumen, die den Neubau umspielen, erzeugen entlang von Seestrasse und Spitzliweg Blütensträucher jahreszeitliche Veränderungen auf Augenhöhe. Eine artenreiche, pflegeextensive Blumenwiese bildet den Teppich.

Architektur und Betrieb
Im Erdgeschoss — entlang des beschriebenen Wegesystems — sind die öffentlicheren Nutzungen wie Restaurant, Küche, Empfang, Verwaltung sowie die Büros der Pro Senectute und der Spitex untergebracht. Die Räume der externen Nutzungen können also auch direkt von aussen betreten werden. Ausserdem befindet sich ein Teil der Alterswohnungen mit separaten Eingängen im Erdgeschoss. Sie profitieren an dieser Lage vom direkten Bezug zur Parkanlage. Eine vorgelagerte Sitzmauer mit eingelassenen Stufen bildet eine einfache Begrenzung des privateren Bereichs.
In den Obergeschossen sind die Gebäudeflügel als zweibündige Anlagen konzipiert. Die Alterswohnungen und Studios sind über einen spannungsvollen Erschliessungsraum erschlossen, der jeweils am Ende zum grosszügigen, gemeinschaftlich genutzten Aufenthaltsraum mit je zwei Eckloggien öffnet. Die Aufteilung der Privaträume in drei Gebäudeflügeln ermöglicht die geforderte Gruppierung von jeweils rund zehn Zimmern zu einem Pflegebereich.
Im Attika befinden sich lediglich das allgemeine Sitzungszimmer sowie der Beratungsraum, der dank seiner Lage genügend Rückzug und Diskretion gewährt. Im Erschliessungbereich, der auf eine gut gefasste, südausgerichtete Dachterrasse führt, sind zudem die Internetzugänge vorgesehen.
Die Treppenhäuser sind zusammen mit den Teamzimmern und den Wäschebereichen in den Gelenken der dreiflügeligen Anlage angeordnet und sorgen für einen übersichtlichen, effizienten und sicheren Betrieb im Alltag. Wichtige Nutzungen wie das Pflegebad, der Raum der Stille sowie der Gymnastik- und Fitnessraum sind von dieser zentralen Erschliessungshalle einfach aufzufinden. Darüber hinaus überblicken die Bewohner von hier den zentralen Südosthof und können das alltägliche Treiben auch von oben beobachten.
Neben der horizontalen Erschliessung sorgen vertikale Raumverbindungen für eine gute Orientierung und innenräumlichen Reichtum: Die zentrale, sich nach oben hin leicht öffnende Wendeltreppe durchstösst alle Geschossebenen und soll als Treff- und Angelpunkt der Anlage— neben anregenden optischen Verbindungen — die zukünftigen Bewohner zum Treppensteigen animieren. Der zweigeschossige Mehrzweckraum/Restaurant ist vom zweiten Geschoss über ein innen liegendes Fenster einsehbar, der Blick hinab erhält dadurch auch theatralische Qualitäten. Schliesslich ist auch der Raum der Stille als sakraler Ort dreigeschossig ausgebildet und durch eine Glasüberdachung in Zenitallicht getaucht.

Wohnungen
Die Dimensionen der Studios bilden das Grundmass aller privaten Räume der Bewohner. Auf diese Weise sind Umbauten beziehungsweise Nutzungsänderungen verhältnismässig einfach zu realisieren. So ist es denkbar, einen Cluster mit Alterswohnungen in einen zusätzlichen Pflegebereich umzubauen oder den Wohnungsspiegel/-grösse entsprechend der Nachfrage anzupassen. Aufgrund dieser Flexibiltät resp. des modularen Ansatzes bilden sich die 2.5- bis 3.5-Zimmerwohnungen über den Zusammenschluss von Einzimmerstudios.
Die Wohnungen und Studios sind als helle, altersgerechte, wohnliche und rollstuhlgängige Räume mit Loggien konzipiert, welche die Bewohner individuell einrichten können. Der offene Grundriss des Studios wird über Loggia und Bad gegliedert. In der Raumnische dazwischen liegt der Schlafbereich geschützt vor direkten Einblicken vom Eingang und sorgt für eine angemessene Privatsphäre der Bewohner. In den Studios privatisieren Einbauschränke vor den Loggien den Schlafbereich zusätzlich. In den grösseren Wohnungen wird die Privatsphäre dadurch geschützt, indem die Schlafräume in den am Eingangsbereich angrenzenden Raumschichten angeordnet sind.

Materialität
Mit den aussen liegenden, grossen Wohnzimmerfenstern wird die Fassade rhythmisiert und gleichzeitig auf eine beschauliche Wahrnehmungsebene geholt. Horizontale, verputzte Bänder binden den ausgreifenden Gebäudekörper zusammen und reagieren auf die Gliederung der Wohnzimmerfenster. Die Loggien sind mit gestrichenem Holz ausgefuttert und bilden zusammen mit den Holzfenstern ein privates Aussenzimmer.

Tragstruktur
Die primäre Gebäudetragstruktur, ausgebildet als konventioneller Massivbau, verspricht eine wirtschaftliche und ökonomische Erstellung. Die Aktivierung der Zimmertrennwände als tragende Elemente spielt die Fassaden für einen maximalen Lichteinfluss in die Zimmer frei. Gleichzeitig übernehmen sie als Wandscheiben den Lastabtrag auf einzelnen Stützen im Erdgeschoss oder als Konsolen den notwendigen Lasttransfer über den im Erdgeschoss zurückspringenden Fassaden.
Die Zimmertrennwände und die abschliessenden Wandelemente zum Korridor hin übernehmen zusammen mit den Erschliessungskernen auch die Stabilisierung des Gebäudes gegenüber horizontalen Einwirkungen aus Wind oder Erdbeben.
Die geringen Deckenspannweiten in den Obergeschossen sorgen für eine relativ geringe statische Ausnutzung der tragenden Wände, so dass diese kostengünstig in Mauerwerk erstellt werden können. Die zu betonierenden Bauteile können weitgehend mit nachhaltigem Recyclingbeton erstellt werden.

Haustechnikkonzept
Der externe Energiebedarf des Alterszentrums soll durch ein aktives Schliessen der Prozesskreise mittels Wärmerückgewinnung aus der Abluft (Wärmequelle ca. 20-26°C), dem Abwasser (Wärmequelle ca. 23°C) und der allfälligen zusätzlichen Eigenstromversorgung mittels gut exponierter Hybridkollektoren auf den Dächern stark reduziert werden. Die externe Energieversorgung fokussiert sich auf die Stromversorgung des EW. Erdwärmesonden decken den zusätzlichen Anergiebedarf, diese werden im Sommer mittels sanfter Kühlung der Räume mittels Fussbodenheizung regeneriert. Der anergetische Anteil der Gesamtenergieversorgung wird mit diesem Konzept stark erhöht und gleichzeitig der exergetische Anteil entsprechend reduziert.
Für die gesamtheitliche Nachhaltigkeit ist nebst dem möglichst geringen Energiebedarf bzw. Exergiebedarf auch die ökonomische Nachhaltigkeit wichtig. Mit den hochwertigen Anergiequellen, den effizienten Wärmepumpen und optionalen Hybridkollektoren auf den zur Verfügung stehenden Dachflächen können diese Vorgaben erreicht werden. Die Gebäudetechnik wird soweit möglich und sinnvoll von der Tragstruktur gelöst. Die Sanitärinstallationen werden in Vorwandsystemen geführt. Die Steigzonen sind zugänglich, sämtliche eingesetzte Materialien entsprechen den Vorgaben von Minergie-ECO.

Schallschutz
Durch die vorgeschlagene Anordnung der Zimmer im von der Seestrasse ausgehenden Immissionsüberschreitungsbereich können die Schallschutzanforderungen über folgende drei Massnahmen eingehalten werden: Die betreffenden Fassadenflächen sind von der Strasse abgewandt, Loggien werden mit schallabsorbierenden Oberflächen ausgebildet und die Lüftungsflügel sind jeweils im Schattenbereich der Lärmquelle angeordnet.

Haus Fisch

Guggach

Die Wohnüberbauung Guggach liegt im Sattel von Zürich- und Käferberg an der städtebaulichen Nahtstelle zwischen Zürcher Innenstadt und Nordstadt. Diese zentrale städtische Lage wird durch die Konzentration der Volumina in zwei sieben- und achtgeschossige Spangen, zwischen Wald und Strasse thematisiert. Das Projekt betont im architektonischen Ausdruck und in der Gestaltung des Aussenraumes seinen urbanen Charakter.
Die mit dunklen Farben hinterlegten Gussglasfassaden vermitteln mit dem Hintergrund der ansteigenden Waldflanke, gleichzeitig zeigen sie in wechselnder Wirkung zwischen Schwere und Entmaterialisierung artifizielle Qualitäten. Der Aussenraum wird bestimmt durch grossflächige Wasserspiegel, die über Momente der Reflexion die Fassaden in die Aussenraumbildung miteinbeziehen.
Die Wohnungen bauen im Grundriss auf einer Kreuzfigur auf, welche die Nord-Süd-Orientierung der Gebäudekörper zu einer Allseitigkeit erweitern, so dass auch Morgen- und Abendlicht in den Wohnraum fallen. Über den Grundriss, die Fassadenwicklung und -materialisierung sowie die Aussenraumgestaltung entsteht ein hohes Mass an Kohärenz zwischen Städtebau, Wohnform und architektonischem Ausdruck.

> Lageplan

Schönau

Hottingen

Das Gebäudeensemble an der Steinwies-/Irisstrasse in Zürich-Hottingen besteht aus drei Häusern mit je eigenem Kontextbezug und spiegelt so die heterogene Bebauungsstruktur der Umgebung wider. Die denkmalgeschützte Backsteinvilla ist ein typischer Bau des Quartiers. Das Atelierhaus, in den Garten der Villa gesetzt, bezieht sich inhaltlich und formal auf die frühmodernen Versuchshäuser am Zürichberg – wie etwa die Doldertalhäuser. Das Wohnhaus besitzt schliesslich einen nochmals anderen Charakter.
Dieses sucht die Nähe zu den mächtigen Bäumen an den Flanken des Grundstücks. Ausgangspunkt der formalen Entwicklung bildeten deshalb nicht die umgebenden, strassenständigen Bauten, deren Volumen und klassisches Formvokabular, sondern eine Recherche zu Naturformen und zu den formalen Qualitäten der Ruine. Dabei wurden Gesteinsformationen wie Basalt hinsichtlich ihrer Strukturmerkmale untersucht und entwerferisch produktiv gemacht.
Die Plastizität des Baukörpers durchwirkt auch den Innenraum. Die Grundrisse bauen auf polygonalen Kammern auf, die sich im Bereich des Wohnens zu einer offenen Raumfigur verbinden. Dieser Figur ist ein Wegthema hinterlegt, dessen Fluchtpunkt jeweils der Kamin an der Gebäudestirn bildet.

> Lageplan

Speich Areal

Das Speich-Areal befindet sich in einer besonderen städtebaulichen Lage zwischen Blockrandquartier und einer heterogenen Bebauung am Wipkingerplatz, der Hardbrücke und dem Flussraum, welche nach einem städtebaulich janusköpfigen Baukörper verlangte. Das Gebäude reagiert darauf mit einer expressiven, eigenständigen Gestalt, insbesondere einer Kopfausbildung zum Wipkingerplatz, welche den Ort neu besetzt. Auf der Strassenseite heben plastische Verschränkungen die klassische Dreiteilung von Sockel, Mittelteil und Attika auf und steigern die Ausdruckskraft des Baukörpers. Auf der Flussseite wird über Terrassierungen des Gartens, der Ausbildung der Hofgebäude als Gebäudesockel sowie bepflanzten Balkonen und Dachterrassen ein nochmals anderer Charakter erzeugt, der an vertikale oder hängende Garten erinnert. Die Fassadenbekleidung mit Keramik – in Anlehnung an die ortstypischen, ockerfarbenen Backsteine – kontrapunktiert und entmaterialisiert je nach Lichtreflexionen die Massigkeit und Schwere des Körpers.
Der geforderten Nutzungsflexibilität im Programm folgend wurde das Haus konsequent strukturell entflochten. Dazu gehören der Skelettbau in Stahlbeton, der Leichtbau im Innern und stellenweise abgehängte Decken, welche die offen geführten Installationen verkleiden. Die Wohnräume loten in dieser Disposition das räumliche Potential des «plan libre» aus.

> Lageplan

Toblerstrasse

Das Quartier Fluntern ist durch eine homogene, städtebauliche Körnung von „Punktbauten in Gärten“ geprägt, die über eine repräsentative Gestalt und strassenseitige Eingänge verfügen. Ausgehend davon wurden 13 kompakte Solitärbauten mit eindeutiger Strassenfassade realisiert, die trotz einer deutlich höheren Bebauungsdichte typologisch und stimmungsmässig an den Bestand anknüpfen.
Die einzelnen Gebäude weisen im Wesentlichen eine dreieckige Grundrissform auf, wodurch kabinettartige Aussenräume im Innern der Siedlung geschaffen werden. Entgegen des hohen Wiederholungsfaktors wird durch das Drehen und Spiegeln von gleichen Häusern der Ausdruck von repetitiven, schematischen Baukörpern vermieden. Es entsteht vielmehr eine Komposition aus unterschiedlichen, sich geradezu organisch aufeinander beziehenden Volumen. Durch das mehrfache Knicken der Fassaden werden quartiersübliche Fassadenlängen erzeugt und die eigentliche Grösse der Volumen wird erheblich unterspielt. Das Ergebnis ist ein formbildendes Gleichgewicht zwischen Bauvolumen und Aussenraum.
Die Wohnungen entwickeln sich jeweils als Raumkontinuum um einen zentralen Kern mit Bädern und Toiletten und einer zum Wohnen offenen Küche. Durch das Vermeiden von Korridoren entstehen geräumige, unterschiedlich möblierbare Wohnräume und grosszügige Eingangsbereiche. Dank vielseitiger Erschliessungs- und Zirkulationsmöglichkeiten vermitteln die Wohnungen trotz knapper Fläche den Eindruck räumliche Grosszügigkeit.
Die Häuser suchen einen Ausdruck, der die Homogenität des Quartiers fortsetzt und der Siedlung zugleich eine eigene Identität verleiht. Einerseits werden daher bestehende Motive und Stimmungen aufgenommen und zu einem neuen, eigenständigen Ausdruck verdichtet. Anderseits wird das städtebauliche Thema der freistehenden Einzelhäuser mit kabinettartigen Gartenräumen reflektiert und verfeinert.

> Lageplan

Lindenbaum

Strategischer Ansatz und Betrieb
Aus den objekt- und betriebspezifischen Anforderungen ergeben sich eine Reihe von Prämissen, die gewissermasser vor der ortsbaulichen und architektonischen Formulierung für das Projekt von Relevanz sind. Zunächst ist das die selbstverständliche Aufrechterhaltung des Heimbetriebes während der Bauphase. Diese Prämisse hat zwei Dimensionen: einerseits soll der Altbau während den Bauarbeiten der Erweiterung einwandfrei funktionieren, andererseits soll beim anschliessenden Umbau des Altbaus oder einem späteren Ersatz auch der Neubauteil autonom funktionieren. Das Projekt trägt mit einer entsprechenden Nutzungsverteilung, insbesondere den gemeinschaftlichen Erdgeschossnutzungen und der Erschliessung (Bettenlift), beiden Anforderungen Rechnung.
Eine weitere Prämisse wird in einer betrieblichen Einheit zwischen Altbau und Erweiterung gesehen, die eine hohe betriebliche Effizienz und Flexibilität ergibt. Das Projekt sieht deshalb keinen vom Altbau losgelösten Solitär sondern einen Anbau vor. Damit lassen sich die Abteilungsgrössen individuell respektive entsprechend den Anforderungen der Heimleitung einstellen und zwar zwischen kleinen Wohngruppen mit 5 bis 6 Zimmern und «grossen» Abteilungen mit 15 bis 17 Zimmern. Das Heim lässt sich so mit einem minimalen Personaleinsatz betreiben und determiniert keine weiterführenden Betriebskonzepte. Die Abteilungen sind jeweils geschossweise organisiert, was eine gute Übersichtlichkeit gewährleistet.
Ebenfalls von grosser Bedeutung hinsichtlich der strategischen Ausrichtung ist der Umgang mit dem Altbau. So besitzt der Altbau aufgrund seiner eindrücklichen Geschichte zweifellos eine grosse Bedeutung für die Identität des Heimes wie auch des Ortes. Andererseits genügt er in seiner räumlichen Struktur, die weitgehend in Abhängigkeit zur Tragstruktur steht, keineswegs mehr heutigen Ansprüchen an ein zeitgemässes Altersheim. Effektive Anpassungen würden Eingriffe verlangen, die einen Erhalt schon mittelristig in Frage stellen. Das Projekt sieht deshalb vor, den Altbau in seiner räumlichen Struktur zu belassen und einzig die im Programm erwähnten haustechnischen Erneuerungen gegebenenfalls anzugehen. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten: entweder wird der Altbau unmittelbar nach Fertigstellung der Erweiterung ersetzt, oder er bleibt in seiner heutigen Form für weitere 10 bis 20 Jahre bestehen und mit minimalsten Mitteln unterhalten. Im Projekt ist auch das erste Szenario mitgedacht und entworfen worden, sodass sich auch im Falle eines kompletten Ersatzneubaus eine gute ortsbauliche und architektonische Lösung ergibt. Erste Schätzungen haben gezeigt, dass dieses Szenario in wirtschaftlicher Hinsicht Sinn machen würde.
Eine letzte Prämisse betrifft schliesslich den «Charakter» des Heims. Absicht des Projektes ist hierzu eine Art «Allrounder-Heim», das schwach determiniert und flexibel ist. Dabei geht es im Projekt nicht um eine betriebliche Spezialisierung oder Optimierung beispielsweise bezüglich Demenz-Kranken. Vielmehr soll das Heim offen sein für Menschen unterschiedlichen Alters und Gesundheitszustandes. Die Gliederung in Einheiten mit 5 bis 6 Zimmern erlaubt aber die Abtrennung einiger Zimmer für spezielle Anforderungen.

Ort und Baukörper
Die Situation am Rande des Weilers Weieren ist einzigartig. Bestimmend ist dabei der dreiseitige Anschluss an Landwirtschaftsland, welches die Parzelle gewissermassen freistellt und für das Altersheim eine sehr gute Besonnung und interessante Bezüge in die Weite ergibt. Das Volumen des Erweiterungsbaus besitzt eine einfache Gliederung, welche einerseits eine gewisse «Robustheit» in dieser offenen Situation besitzt und darüber auch in der Fernwirkung eine Klarheit aufweist, andererseits aber auch Aussenräume fasst, welche in dieser «exponierten» Lage Aufenthaltsqualitäten für die Bewohner schaffen. Diesbezüglich ist auch eine vom Gebäudekörper losgelöste Gartenlaube von Bedeutung, die einen intimen Gartenraum mit dem Haus aufspannt. Die Gliederung des Baukörpers verrät zudem etwas über seine innere Organisation: das Gebäude kann nämlich auch als Konglomerat von drei Einzelhäuser gelesen werden, die jeweils eine Wohngruppe mit 5 bis 6 Zimmern pro Geschoss beherbergen.
Ähnlich dem Altbau besitzt auch der Erweiterungsbau keine Vor- und Rückseite, sondern entwickelt allseitig ein Gesicht. Hierbei sind insbesondere ausladende Vordächer von Bedeutung. Die Dreigeschossigkeit erzeugt ein interessantes Spannungsverhältnis mit dem Altbau, ohne diesen zu konkurrenzieren. Drei Geschosse erscheinen aber auch in betrieblicher Hinsicht notwendig. Die Erweiterung ist aussen mit Holz materialisiert, was wiederum zu erwähntem Verhältnis beiträgt: es wird ein ambivalenter Ausdruck zwischen «Eigenständigkeit» und einem «Nebengebäude» im Sinne eines Ökonomieteils angestrebt.

Architektur und betriebliches Konzept
Der Neubau weist eine einfache innere Organisation der Nutzungen auf: im Erdgeschoss befinden sich sämtliche gemeinschaftlichen Nutzungen, die in einer offenen, fliessenden Räumlichkeit untereinander verbunden sind. Durch ihre Lage um einen gefassten Gartenraum ergibt sich eine starker Bezug von Innen und Aussen, welcher den Bewohnern insbesondere in den warmen Jahreszeiten zugute kommt. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich die drei Alterswohnungen, die mit ihrer Ausrichtung nach Osten über eine gewisse Unabhängigkeit verfügen. Im Osten befinden sich den auch deren Zugänge über einen eigenen Vorgarten. Alt- und Neubau sind im Erdgeschoss über flache Rampen intern verbunden, die aus einer Mehrhöhe im neuen Erdgeschossteil resultieren (im Altbau lediglich 2.40m!).
Mit dem Neubau wird auch ein neuer, öffentlich formulierter Eingang geschaffen und zwar im mittleren, ähnlich einem Risalit vorspringenden Gebäudeteil vom Zugangsweg aus. Daran anschliessend befindet sich eine Lobby mit Cheminee. An die Lobby angelagert ist mit einer öffenbaren Verbindung der Essraum, von wo aus die Bewohner über die Bar/ den Kiosk weiter in die Cafeteria gelangen, wo ein weiteres Chemniee Wohnqualitäten verspricht. Ebenfalls von der Lobby abgehend findet man die Verbindung in den Altbau. Die Küche befindet sich direkt neben dem Essraum ebenfalls im Erdgeschoss, ist darum gut belichtet und betrieblich gut gelegen. Die Anlieferung der Küche erfolgt über das Untergeschoss respektive eine aussen liegende Treppe mit Treppenlift. Der Neubau funktioniert auch im Falle eines Umbaus oder Ersatzes des Altbau vollumfänglich. Im Erdgeschoss des Altbaus werden die Nutzungen neu verteilt.
Die beiden Obergeschosse des Neubaus sind identisch organisiert. Nach Süden und Osten orientiert (Säntis) befinden sich je zwei Zimmerschichten, die zusammen mit seitlich respektive rückwärtig gelegenem Wohn- und Kochbereich Wohngruppen ergeben (jeweils ein Zimmer hat die Grösse eines Doppelzimmers). Die offene Erschliessungszone lässt unterschiedliche Betriebskonzepte und Abteilungsgrössen zu. Beide Wohngruppen eines Geschosses verfügen nebst dem Wohnbereich auch über einen eigenen Aussenraum nach Süden. Im Altbau wird an der räumlichen Organisation nichts verändert. Sie bildet dementsprechend eine dritte «Wohngruppe».
Die Architektur soll in ihrer räumlichen Entwicklung und Materialisierung eine hohe Wohnlichkeit vermitteln und die Bewohner mehr an eine Pension oder Gaststube und auf keinen Fall an ein Spital erinnern. Der Erschliessungbereich lädt zu «Spaziergängen» und Begegnungen im Haus ein und Fenster mit tiefen Brüstungen sollen auch sitzenden oder liegenden Bewohnern Ausblicke und Licht gewähren.

Aussenraum
Mit dem Neubau wird auch der Aussenraum neu gestaltet. Dazu wird die «Aufschüttung» um Altbau mit dem Aushubmaterial des Neubaus südseitig ergänzt, sodass eine schwellenlose Verbindung von Innen- und Aussenraum gegeben ist. Bestimmendes Element im Aussenraum ist eine Laube, die ähnlich dem bestehenden Pavillon und zusammen mit dem Gebäude einen gefassten Gartenraum aufspannt und den Bewohnern einen von der Sonne und Wind geschützten Aufenthalt im Freien gewährt. Vor dem Altbau erweitern zwei Reihen mit geschnittenen Linden die Laube. Im weiteren gliedern grosse Einzelbäume, ein Wasserbecken sowie ein Hochbeet (wo die Bewohnern «gärtnern» können) den Aussenraum.

Konstruktion und Materialisierung
Das kompakte Volumen des Neubaus wird in einer einfachen und ökonomischen Stützen-Platten-Struktur aus Ortbeton realisiert. Diese Tragstruktur folgt dem Grundsatz der Systemtrennung und ist für zukünftige Anpassungen im Grundrisslayout flexibel. Die Fassade besteht aus vorgefertigten Holzelementen mit guter Wärmedämmung. Die Innenwände werden in ökonomischer Leichtbauweise konstruiert (bspw. Gipsständerwände). Die Materialien des Innenausbau sollen einfach, robust und zweckmässig sein. Parkettböden versprechen eine hohe Wohnqualität und Behaglichkeit.
Die hohe Kompaktheit des Volumens sowie ausreichende Dämmstärken entsprechen dem Minergiestandard und versprechen einen energieffizienten Betrieb. Die Ausrichtung der Wohnräume gewährt zudem eine gute Nutung der solaren Energiegewinne.

Etzelstrasse

Avellana

Das Wohnhaus Avellana befindet sich in der Kernzone von Schwamendingen, wo sich zusammenhängende, dörfliche Strukturen bis heute erhalten haben. Im Projektperimeter steht ein ehemaliger Bauernhof, der einen Wohn- und einen Ökonomieteil unter einem Dach zusammenfasst. Der grössere Teil des Grundstückes war unbebaut und wurde als Garten genutzt. Dieser Garten lag rückwärtig, in der zweiten Reihe versteckt hinter Strassen zugewandten, alten Gebäudestrukturen.
Das Projekt nimmt in der Volumetrie wie im architektonischen Ausdruck den Garten zu seinem inhaltlichen Ausgangspunkt. Die Gestalt des Baukörpers thematisiert zudem die zwei unterschiedlichen Seiten des Bach- und Gartenraumes und weckt Assoziationen mit spontan gewachsenen Strukturen. Der Neubau ist vollständig in Holz konstruiert und verkleidet.
Die Grundrisse der Wohnungen verfügen über einen gemeinsamen Aufbau, weisen aber alle unterschiedliche Zuschnitte auf. Die Formgebung folgt einem situativ bestimmten Raumkonzept, das einem offenen und informellen Charakter verpflichtet ist.

> Lageplan

Sandfelsen

Quartier und Landschaftsraum
Das Quartier Sandfelsen — im oberen, östlichen Teil der Gemeinde Erlenbach gelegen — zeichnet sich durch eine feinkörnige Bebauungsstruktur mit Einfamilien-, Reihen- sowie einzelnen Mehrfamilienhäusern in mehrheitlich zweigeschossiger Bauweise aus. Das Grundstück befindet sich von der Sandfelsenstrasse her kommend in der «zweiten Reihe» hinter einem bestehenden, ins Geviert eingeschobenen Einfamilienhausgrundstück und liegt in einer leichten, sich nach Norden hin öffnenden topographischen Mulde. Aufgrund dieser Ausgangslage besteht kein Anteil an der begehrten Aussicht, dafür profitiert das Grundstück von seiner unmittelbaren Lage am Landschaftsraum und dem Panoramaweg. Die Ausgangslage verlangt aber auch nach einem qualitätsvoll gestalteten Aussenraum in Form von siedlungseigenen Gärten.

Baukörper und Aussenraum
Das Projekt schlägt die Setzung von fünf gleichartigen und ausschliesslich zweigeschossigen Baukörpern vor, die im Westen in ihrer Ausrichtung an der bestehenden Siedlungsstruktur anschliessen und nach Osten und Norden leicht ausdrehen. Mit der Wahl einer Arealüberbauung (max. 2 Geschosse ohne Attika) und der Gliederung des geforderten Volumens in fünf Körpern integriert sich die Siedlung gut ins umgebene Siedlungsgefüge; die maximale Gebäudelänge beträgt höchstens 18 Meter. Die versetzte Lage sowie die Verdrehungen unter den fünf Gebäudevolumen entspannen die relative Dichte der Siedlung, erlauben diagonale Durchsichten und einen Bezug aus allen Wohnungen in die weitere Umgebung. Die über die Gebäudekanten auskragenden Terrassen mit ihren gerundeten Ecken stärken durch eine «Weichzeichnung» der Volumen diese Strategie der Kontextualisierung.
Auch auf der Ebene des Aussenraumes wird eine Fortschreibung umgebender Muster angestrebt. Die Freiräume in der geplanten Siedlung sollen mehrheitlich für private Gärten genutzt werden. Der direkte Bezug zum nahe gelegenen Landwirtschaftsland spiegelt sich in der Verwendung einheimischer Pflanzen wieder. Obstbaumsolitäre an den Hauseingängen sowie als Trennung der Mietergärten sind locker über das Sandfelsenquartier verteilt. Niedere, geschnittene Hecken verschiedener Arten grenzen die privaten Aussenräume klar vom durchgehenden, netzartigen Wegsystem und den gemeinschaftlichen Freiräumen ab. Die gemeinschaftlichen Freiräume konzentrieren sich an den Arealecken, einmal «intim» gefasst, andere Male zum Landschafts- oder Strassenraum hin offen. Entsprechend ihrer Orientierung sind sie multifunktional bespielbar: als einfache Aufenthaltsräume mit Sicht auf die Felder für ältere Siedlungsbewohner, als «versteckte Treffpunkte» oder Spielplätze für Kinder…

Häuser und Wohnungen
Durch die Gliederung des Raumprogramms in fünf Volumen entstehen übersichtliche Hauseinheiten von lediglich vier bis fünf Wohnungen. Sämtliche Wohnungen werden direkt von Aussen erschlossen, das heisst jeder Bewohner hat seinen eigenen Eingang und Vorgarten. Das schafft einen hohen Identifikationswert der Mieter- und Mieterinnen mit ihrem Haus und der Siedlung («Adressbildung»). Die Gebäude entwickeln daraus eine Art Hybrid zwischen Geschosswohnungsbau, Reihenhaus und Maisonette-Typologie. Insgesamt werden 23 Wohnungen angeboten, ohne dabei auf «nicht anrechenbare Geschossflächen» im Untergeschoss zurückzugreifen.
Die kleineren Wohnungen (2 1/2- und 3 1/2-Zi) sind grundsätzlich als Geschosswohnungen im Erdgeschoss angeordnet und erlauben potentiell älteren MieterInnen Zugang zu Wohnung und Garten ohne Treppensteigen. Die grösseren Wohnungen für Familien (4 1/2- und 5 1/2-Zi) sind dagegen mehrheitlich als Maisonette-Wohnungen organisiert, was die Wohnungen weitläufig und grosszügig erscheinen lässt. Die Hauptwohnfläche befindet sich in der Regel im ersten Obergeschoss. Im Erdgeschoss ist mit dem Entree jeweils eine Dusche/WC sowie ein grösseres «Gartenzimmer» verbunden, das auch diesen Wohnungen Zugang zu einem eigenen Garten bietet. Damit verfügen alle Wohnungen sowohl über Terrassen als auch einen privaten Gartenteil. Obschon Treppenhäuser und Lifte fehlen, besitzen die Wohnungen einen internen Abgang in den Keller. Die Wohnungsgrundrisse verfügen über zwei bis drei Expositionen, wobei sich die Wohnräume immer über Eck öffnen und sich räumlich auf die Terrassen und in den Aussenraum erweitern. Die diagonale Ausrichtung der Wohnräume korrespondiert mit der städtebaulichen Setzung der Gebäudekörper und ergibt Ausblicke in die weitere Umgebung. Die Wohnungen sind damit auch gut natürlich belichtet und profitieren von verschiedenen Tageslichtstimmungen. Dank der Vermeidung von Korridoren ergeben sich grosse Wohnräume, die jeweils durch die Küche gegliedert werden. Einzelne Zimmer sind über Schiebetüren zum Wohnraum öffenbar und lassen sich damit vielfältig nutzen. Die Abstellräume messen 5 bis 6 m2 und verfügen über einen Waschmaschinenanschluss.
Das gewählte Erschliessungsmodell ohne gemeinschaftliche Treppenhäuser und Lifte erscheint in einem zweigeschossigen Haus aus den beschriebenen Gründen sinnvoll und ist nicht zuletzt ökonomisch interessant. Es steht auch nicht im Widerspruch zum behindertengerechten Bauen, da Maisonette-Wohnungen grundsätzlich zulässig sind und im vorliegenden Fall auch nicht den ausschliesslich angebotenen Wohnungstyp darstellen; von den geforderten 20 Wohnungen sind 10 als Geschosswohnungen im EG organisiert. Zudem lassen sich im Bedarfsfall die Maisonette-Typen mit einem Treppenlift ausstatten (Treppenbreite ist 1 Meter), was selbst im theoretischen Fall, wenn alle Wohnungen einen solchen bräuchten, günstiger kommt als der Bau von Treppenhäusern mit Liften. Wichtiger als das ökonomische Argument sind aber tatsächlich die Angemessenheit der Lösung am Ort sowie die potentiellen Qualitäten einer Wohnform, welche direkte Übergänge von privat zu gemeinschaftlich und von Innen zu Aussen bietet.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Die Bauten des Quartiers Sandfelsen sind von unterschiedlichen Architektursprachen geprägt. Das Projekt sucht einen eigenständigen und zeitgenössischen Ausdruck, welcher mit der direkten Umgebung der Gärten korrespondiert. Die «Weichzeichnung» der Gebäudekanten mittels auskragenden und gerundeten Terrassen vermittelt zwischen Innen und Aussen und zwischen der Architektur und dem organischem Ausdruck der Vegetation. Ihren artifiziellen Charakter behaupten die Körper durch den Kontrast von rauhen, «erdnahen» Putzfeldern und den Brüstungen in glattem, hellem Aluminiumblech, das die wechselnden Farben der Vegetation reflektiert. Im Erdgeschoss bildet die Bodenplatte und die Brüstungen in ockerfarbenem Sichtbeton ein Relief im Übergang vom Haus zum Garten.
Die Tragstruktur wird als konventioneller Massivbau in Ortbeton und Backstein erstellt. Die Lastabtragung erfolgt vertikal. Die Fassadenverkleidung (Alubleche und Putz auf Trägerplatte) wird durchgehend hinterlüftet. Die Materialien des Innenausbaus sind zweckmässig und robust. Bei der Konstruktion wurde auf eine weitgehende Systemtrennung geachtet, sodass Bauteile entsprechend ihrer Lebensdauer einfach ersetzt werden können.

Kostengünstige Realisierbarkeit
Das Projekt ist auf eine kostengünstige Realisierbarkeit ausgerichtet. Zunächst zeichnet es sich durch eine hohe Kompaktheit der Gebäudekörper aus. Auch das vorgeschlagene Erschliessungsprinzip mit wohnungsinternen Treppen sowie eine nur teilweise Unterkellerung sind ökonomisch sinnvoll. Die Tiefgarage wird an einem Ort konzentriert. Der Aushub wird an Ort für die notwendigen Terrainanpasungen verwendet und muss nicht abtransportiert werden.
Weiter werden einfache Konstruktionsweisen und Materialisierungen vorgeschlagen: das Projekt wird als konventioneller Massivbau realisiert, in der Schweiz noch immer die günstigste Konstruktionsweise im Wohnungsbau. Die hinterlüftete Fassade ist mit einer verputzten Aussendämmung preislich konkurrenzfähig, in der Dauerhaftigkeit dieser aber überlegen. Die Fenster werden als konventionelle, dauerhafte Holzmetallfenster ausgeführt.

Katzenbach IV/V

Das genossenschaftliche Wohnquartier Am Katzenbach wird in Längsrichtung von zwei Strassen durchzogen und ist dadurch städtebaulich in drei unterschiedliche Streifen gegliedert. Während die Setzung der Häuser der Etappen I und II Blickbezüge quer zu den Quartierstrassen anbietet, orientiert sich die Bebauung der Etappe III an den aus eher kleinen Parzellenstrukturen  resultierenden Punktbauten mit Privatgärten.
Die Wohnhäuser der Etappen IV und V bilden schliesslich eine Stadtkante zum Katzenbachpark im Norden aus. Sie bestehen aus einer Folge von stereometrisch verwandten Körpern, welche sich an die unterschiedlichen Grundstückstiefen anpassen und ausgehend von innenräumlichen Gesetzmässigkeiten ihre Gestalt finden. In den Wohnungen entwickeln sich die Raumfiguren des Wohnens zwischen diesen polygonalen Aussenformen, den Eckloggien und den rechteckigen Zimmern. Die Eckloggien sind nach Süden orientiert und stellen gleichzeitig einen Bezug zum Park her.
Von der Strasse werden immer wieder Durchblicke zwischen den Häusern in den Park ermöglicht, die sich in der Wahrnehmung des  Passanten unterschiedlich öffnen und schliessen. Mit der dunklen Fassadenverkleidung aus rotbraun glasierten Keramikplatten setzten sich die Gebäude vom Grün des Parks ab.

> Lageplan

Katzenbach III

Das Quartier Seebach hat seine Wurzeln in der Ideenwelt der Gartenstadt. Die Ersatzneubauten der Wohnüberbauung Am Katzenbach knüpfen wiederum da an. Die fünf Baukörper weisen lediglich drei Geschosse auf, sind in ihren Grunddimensionen kompakt und suchen eine Fortschreibung der bestehenden Bebauungsstruktur. Durch die leicht geknickten Fassaden werden die Dimensionen der Baukörper gebrochen und rücken in ihren Abmessungen in die Nähe der umliegenden Einfamilien- und Reihenhäuser. Die Fortschreibung betrifft auch den Charakter der Aussenräume, welche am «Gartenteppich» der umliegenden Grundstücke anknüpfen und privat genutzt werden.
Aufgrund der Anordnung der Wohnungen sowie der Fassadenabwicklung verfügen die Wohnungen über zwei oder sogar drei Expositionen. Durch die räumliche Organisation der Wohnungen werden Korridore vermieden und grosse Wohnräume geschaffen. Die nicht orthogonalen Grundrissgeometrien erzeugen eine spannungsvolle, fliessende Räumlichkeit, welche durch die Zimmervolumen in einen Eingangs, Küchen- und Wohnbereich gegliedert wird.
Die Häuser sind mit einer hinterlüfteten, in gebrochenem Weiss beschichteten Wellblechfassade bekleidet. Das Relief der Fassadenhaut erzeugt weiche Licht- und Schattenverläufe, die in ihrer Weichzeichnung in Bezug zur umgebenden Vegetation stehen. Im Erdgeschoss schaffen Bodenplatte und Sockel in Sichtbeton den Übergang vom Haus zum Garten. Drei Sockelreliefs des Künstlers Christian Hörler thematisieren die Darstellung des Paradiesgartens.

> Lageplan

Das Graue Haus

Gegenstand des Projektes bildet ein rund hundert Jahre altes Ökonomiegebäude, das saniert und umgenutzt werden musste. Neben seiner Lage in der Kernzone von Männedorf und der Inventarisierung als schützenswertes Objekt besteht seine Besonderheit im strukturellen Aufbau: Durch mehrfaches Weiterbauen war eine interessante Struktur aus hölzernen und muralen Teilen sowie split-level-artigen Geschossversätzen entstanden.
Mit dem Umbau wurde der gesamte Holzbau ersetzt und entsprechend der neuen Wohnnutzung modifiziert. So entstand zum Beispiel ein Gaubenelement, das durch das Öffnen der Fenster den Wohnraum zur Loggia werden lässt und damit den fehlenden Aussenraum kompensiert. Die Innovation der neuen Holzstruktur besteht in der Verschmelzung von traditioneller Zimmermannsarbeit (Balken) und zeitgenössischem Holzbau (Platten) zu einer statischen und räumlichen Gesamtform.
Die äussere Materialisierung mit hellgrauer Holzlasur, Kalkputz, Sandsteingewänden und grau gestrichenen Fenstern und Türen thematisiert eine Ambivalenz zwischen «Erinnerung» und «Veredelung»: Durch die monochrome Farbigkeit kommt die neue Nutzung zum Ausdruck, die Präsenz der Materialien, wie der sägerohen Schalung und dem ungestrichenen Putz, erinnert gleichwohl an seine ursprüngliche Bedeutung als Ökonomiegebäude.

Brüggliäcker

Die Wohnsiedlung Brüggliäcker befindet sich am Übergang von Oerlikon zu Schwamendingen, an der Nahtstelle von kleinteiligem Einfamilienhausquartier und den Zeilenbauten der Steinerschen Gartenstadt. Die dreigeschossigen Baukörper übernehmen die Höhe der umliegenden Häuser und verweben sich durch in die Tiefe gestaffelte Aussenräume mit dem Grünraum der Umgebung. Die Figur der Baukörper lässt sich in ihren tatsächlichen Dimensionen von keinem Standpunkt aus erfassen, und es entsteht eine dem Quartier entsprechende Massstäblichkeit und Intimität.
Die Wohnungsgrundrisse entwickeln sich aus wechselseitigen Aussenraumbezügen. Die langen Wohnungen spannen sich mit den offen gegliederten Wohn- und Essräumen zwischen den beiden Gartenräumen auf und sind zweiseitig, die Kopfwohnungen dreiseitig orientiert. Mit den beidseitig vorgelagerten Laubenräumen besteht eine hohe Porosität zwischen Innen- und Aussenraum. Die Wohnungen verfügen über flach determinierte Nutzflächen und ermöglichen dadurch vielfältige Wohnformen.

> Lageplan