Letzibach

Porto

Das vom portugiesischen Architekten Júlio de Brito entworfene und 1936 fertiggestellte Wohnhaus verschränkt im Sinne des «Art déco» eine moderne Bauweise (Stützen-/Plattenbau in Stahlbeton) mit der Wohnungstypologie des Bürgertums und dekorativen Elementen im Innenausbau. Im Bestand fällt auf, dass der Dienstbereich der Wohnung nicht wie üblich mit einem zweiten Treppenhaus direkt erschlossen ist.
Der Umbau greift insbesondere im ehemaligen Dienstbereich der Wohnung ein, sieht aber gleichzeitig ein Verschleifen der Eingriffe in den Bestand vor. Raumfolgen mit Entrée, Salon, Flur und Esszimmer wurden beibehalten und durch die Neuplatzierung einiger Türen einerseits teilweise überkreuzt, andererseits wurden zu den orthogonalen Blickachsen neu auch Raumtiefen über die Diagonale gelegt.
Die Wohnung öffnet sich über die Fenster nach Norden und nach Süden. Entsprechend sind die Räume bei Tag entweder sehr hell oder nur wenig belichtet. Über die Verwendung von matten bis brillanten Materialien wird dieses Licht – ähnlich wie in den Stillleben von Willem Claeszoon Heda – diffus gestreut oder geschärft. Die Farbgebung der einzelnen Zimmer differenziert sich aus dem gekammerten Grundriss heraus und eröffnet durch diese kolorierte innenräumliche Staffelung eine weitere Tiefendehnung.

Das Weisse Haus

Beim Weissen Haus in Männedorf, einem kleinen Neubau für eine Familie, sind es die Begriffe Landschaft, Horizont und Himmel, die als Metaphern den Innenraum beschreiben. Das Haus hat lediglich zwei Geschosse, ein unteres, gartenbezogenes und ein oberes mit Blick in die Ferne über den Zürichsee. Die Räume auf beiden Geschossen weisen unterschiedliche Raumhöhen auf und werden durch eine horizontal durchlaufende Geschossplatte getrennt – gewissermassen den Horizont des Hauses. Die Überhöhen im unteren Geschoss bestehen aufgrund von Höhenversätzen in der Bodenplatte. Über einzelne Stufen werden sie zu einer inneren Topografie oder eben Landschaft verbunden. Die Wohnräume des oberen Geschosses erhalten ihre Raumhöhe über die Ausbildung einer Dachsilhouette. Je nach Bedeutung des Raumes weisen sie unterschiedliche «Himmel» auf, was auch in den Materialisierungen der Decken seine Ausprägung findet.

Haus Rettich-Stahel

Zollhaus

Das Gesicht des Quartieres und das Gleismeer
Der Kreis 5 wird wesentlich geprägt durch eine Blockrandbebauungsstruktur aus dem 19. Jahrhundert. Entlang des Gleisfelds wird der homogene Stadtkörper allerdings beschnitten oder aufgebrochen. Durch die bereits jurierten Projekte auf den schmalen Grundstücken in Richtung Hauptbahnhof wird das Gesicht des Kreis 5, im Gegensatz zur gegenüberliegenden Europaallee, auch zukünftig von ganz unterschiedlichen Identitäten und Nutzungen geprägt bleiben. Charakteristisch ist eine Aufreihung von architektonisch hochwertigen Bauten, die ihre Identität aus den ganz unterschiedlichen Nutzungen ableiten. In diesem Sinn soll „Teatro del Mondo“ zeigen, dass nach einem exklusiven Bürohaus und gehobenem Mietwohnungsbau auch genossenschaftliches Wohnen zur Identität von Zürich gehört. Da die Gleise links und rechts der Langstrasse auch in Zukunft stellenweise auf den heute bestehenden Fluchten bleiben, werden die neuen Bauten an der Zollstrasse dem Stadtkörper vorgelagerte Volumen bilden. Die vorgeschlagene Architektur verdeutlicht diese autonome Stellung zwischen Stadt und Gleisen.

Im Teatro del Mondo
Das sich zur Langstrasse öffnende Theater liegt im Bauch der Gleisterrasse gleichsam als Fundament des Hauses. In seiner architektonischen Ausformulierung sucht es lustvolle Bezüge zu bekannten Vorbildern. Angrenzend und dem Theater angegliedert befindet sich das Restaurant.

Gewerberäume an der Zollstrasse
Der Gebäudesockel öffnet sich zur Zollstrasse mit einem durchgehenden Glasband. Die Dienstleistungs- und Gewerberäume erhalten eine maximale Präsenz und prägen die Stimmung auf dem Strassenniveau.

Der Dachgarten
Über den tragenden Stützen werden Hügel aus Pflanzsubstrat aufgeschüttet. Eine intensiv begrünte Landschaft mit Sitzplätzen und Bereichen für Nutzgärten geben dem Haus auch von oben sein ganz eigenes Gepräge. Über die Wendeltreppe und den Lift ist der Dachgarten für die Bewohner jederzeit zugänglich.

Hallenwohnen
Die gewünschten grossen Hallenwohnungen sind ähnlich wie die Regeltypen geschnitten. Um den späteren Ausbau nicht einzuschränken, sondern im Gegenteil zu animieren, wird ein Teil der Wohnung mit einer Raumhöhe von 4.50 Metern vorgeschlagen. Dem Einziehen von Zwischenböden und Aneignen durch die Bewohner steht nichts im Weg.

Die Wohnung
Sämtliche Wohnungen werden als Überlagerung eines Hallentypus mit dem eines „Durchwohnens“ vorgeschlagen. Charakteristisch sind drei Raumzonen: die Räume zum Laubensteg als Eingangsbereich mit Küche und Zimmer, die Wohnhalle mit Nebenräumen in der Wohnungsmitte, und die Wohnraumerweiterung mit weiteren Privatzimmern gegen Norden. Alle Wohnungen sind so geschnitten, dass die Wohnraumerweiterung als zusätzliches Zimmer abgetrennt werden kann und die Halle die gesamte Wohnraumnutzung übernimmt. Durch diese potentiell höhere Belegung kann der Wohnflächenverbrauch pro Person auf 28.7 Quadratmeter gesenkt werden.

Laubenstege zum Gleisfeld
Kernstück des Entwurfs und identitätsstiftende Adresse zugleich sind die Laubenstege. Sie verbinden die Gleisterrasse mit dem öffentlich genutzten Dachgarten und dienen zugleich als Zugang von sämtlichen Wohnungen und Gewerberäumen. Die gemeinschaftliche Identität des „Teatro del Mondo“ wird durch den Laubensteg im Stadtraum ikonografisch präsent. Neben den öffentlicheren Nutzungen im Aussenraum werden auf der Gleisterrasse und auf den Laubenstegen informell und individuell nutzbare Aussenräume für die Wohnungen angeboten. Zugleich dienen die Lauben auch als Lärmschutz für die dahinter liegenden Wohnungen. Die Laubenstege sind nach den geltenden Brandschutznormen als Flucht- und Rettungswege geplant und jederzeit frei und sicher benutzbar. Zwischen den Stützen und der Brüstung der Laubenstege gibt es jeweils leicht erhöhte Bereiche mit einem Tisch und Stühlen, welche gegebenenfalls am Boden befestigt sind. Da die Laubenstege an beiden Enden zu vertikalen Fluchtwegen führen, gelten keine Anforderungen an den Feuerwiderstand der Konstruktion und es dürfen brennbare Materialien verwendet werden.

Die Gleisterasse
Das identitätsstiftende Zentrum und die Bühne des „Teatro del Mondo“ wird die Gleisterrasse sein. Hier holt man die Post, bringt die Kinder in den Hort oder trifft sich im Gleiscafé. Die dem Haus vorgelagerten Laubenstege verleihen dem schmalen Terrassenraum eine menschliche Massstäblichkeit und räumliche Intimität. Mit der neuen VKF müssen der Kindergarten, die Büros, und auch das Restaurant nicht mehr mindestens zwei separate Fluchtwege aufweisen. Durch einen Fluchtkorridor im Gebäudeinnern kann die Gleisterrasse, abgesehen von den Bereichen um die Treppenabgänge, völlig von den Fluchtweganforderungen befreit werden.

Kindergarten und Kita
Als Reminiszenz an die bestehenden Schuppen zum Gleisfeld oder gleichsam als Schleppschiff besetzt der Pavillon mit der KITA die schmalste Stelle des Grundstücks. Mit einem Zugang über den Vorgarten an der Zollstrasse und einem mit dem Kindergarten gemeinsamen Aussenraum auf der Gleisterrasse ist er bestens erschlossen.

Architektonischer Ausdruck
Der städtebaulichen Konzeption folgend sucht das Haus einen Ausdruck, der sich ebenso dem Gleisfeld wie der Stadt zugehörig zeigt. Wie ein grosses Schiff, eine am Gleisquai vertäute Arche Noah soll das Haus ein autonomer Treffpunkt im Stadtgefüge werden, eine poetische Wohnmaschine für urbanes Leben. In Bezug auf das Gleisfeld sind die horizontale Bewegung und ein spezifischer aus der Funktion der Laubenstege abgeleiteter Ausdruck prägend. Die Deckenstirnen werden als umlaufende vorfabrizierte Betonbänder vorgeschlagen, um das Haus als Ganzes zusammen zu halten. Die geschlossenen Wandscheiben treten als Füllung zwischen den Decken leicht nach aussen und sind mit hinterlüfteten Aluminiumblechen verkleidet. Senfgelbe Holz-Metallfenster als vertikale Bänder komplettieren das Fassadenrelief.

Statische Struktur
Um die Baukosten tief zu halten und eine maximale Flexibilität in der Planung, aber auch für spätere Umbauten sicher zu stellen, soll das Haus mit der einfachst möglichen statischen Struktur projektiert werden. Betondecken mit vorfabrizierten Betonstützen in einem Achsmass von ca. 6 Metern bilden die Basis. Ausgesteift wird das Tragsystem durch wenige Scheiben im Bereich der Steigzonen. Sämtliche inneren Wände werden in Leichtbau erstellt. Die Konstruktionsart ist günstiger und platzsparender als der herkömmliche Massivbau. Die Aussenwände als Holzrahmenbau unterstützen die ökologische Bauweise.

Nachhaltigkeit und Ökologie
Bezüglich der Nachhaltigkeit ist die grosse Kompaktheit des beheizten Volumens entscheidend. Ebenso zu erwähnen sind die einfache statische Struktur, die durchgehenden Steigschächte sowie die Holzrahmenkonstruktion der Fassade. Die Wärmeabgabe über eine Bodenheizung lässt sich optimal mit einer Erdsonde kombinieren. Die von Minergie-P geforderte systematische Lufterneuerung wird über eine simple Abluftanlage erfüllt. Dabei sind in den Nasszellen Abluftanlagen installiert, die mit einer integrierten Wärmerückgewinnung die verbrauchte Raumluft über Dach abführen. Der entstehende Unterdruck wird mit nachströmender Frischluft ausgeglichen. Mit dieser Lüftung können nicht nur Investitions- und Wartungsaufwände massgeblich reduziert werden, sondern vor allem kann auf Steigzonen für die Zuluft und auf eine horizontale Verteilung in den Decken verzichtet werden.

Bergbach

Zwei Prämissen bestimmen das Wohnhaus an der Berglistrasse in Erlenbach. Die erste betrifft seinen Landschaftsbezug: Der Baukörper gliedert und umgreift unmittelbar angrenzende, differenzierte Gartenräume, weist hinaus in die Baumkronen des markanten, tief eingeschnittenen Dorfbach-Tobels und fasst nach Süden hin die Fernsicht auf den Zürichsee. Haus, Grundstücksform und Garten verbinden sich dabei zu einer Einheit.
Die zweite Prämisse betrifft den inneren Aufbau und die Idee für ein Wohnen bei dem sich die Grenzen zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Bereichen verwischen. Gelenk bildet dazu eine mittige Treppe, welche die Wohnebenen über halbgeschossige Versätze räumlich miteinander verbindet. Die individuellen Wohnbereiche erweitern und überschneiden sich im strassenseitigen und überhohen Gemeinschaftswohnraum.
Grosse und tief sitzende Eckfenster verbinden den Innen- mit dem Aussenraum und schaffen ein «Wohnen auf Terrassen» über der Landschaft. Kohärent dazu erfolgt die innere Erschliessung entlang der Fassade und von Zimmer zu Zimmer. Die Promenade endet auf zwei Dachterrassen – die eine zum Tobel, die andere zum See gerichtet.

Freihof

Das Wohnhaus an der Freihofstrasse führt als kompaktes, strassenständiges Haus mit rückwärtigem Garten die stadträumlichen Qualitäten des Quartiers fort. Mit dem Projekt wurde die Idee des „einfachen Bauens“ verfolgt. Dies betraf sowohl die Konstruktion als auch den Erstellungsprozess: Entstanden ist ein gemauertes Haus mit verputzten Wänden, ohne haustechnische Einlage und Dämmplatte.
Die einfachen Grundrisse sind kompakt organisiert und weisen einen hohen Gebrauchswert auf. Zentrum jeder Wohnung ist der abschliessbare Koch- und Essraum. Daran angelagert befinden sich die Individualräume mit durchgehend ähnlich grossen Flächen, wodurch sich nutzungsneutrale Räume für unterschiedliche Mieterprofile ergeben. Die Wohnungen besitzen dabei eine ganz eigene, irritierende Qualität zwischen Alt- und Neubau. Ihre Räume und Elemente zeichnen sich durch individuelle Charaktere aus, sie sind mal hell, mal schattig und ihre Fenster sowie Türen besitzen anthropomorphe Eigenschaften.
In Kohärenz zur städtebaulichen Absicht zeigt sich auch die Architektur zurückhaltend. Farbige Putzflächen, die in eine spannungsvolle Beziehung mit den plastisch ausformulierten Lauben aus vorfabrizierten Betonelementen treten, prägen den architektonischen Ausdruck. Gesucht wurde ein eigenständiger Charakter, der gleichzeitig einen Bezug zu den Bauten der unmittelbaren Umgebung herstellt. Die Reliefarbeiten des Künstlers Christian Hörler an den Vordächern der beiden Eingänge verleihen dem Haus zudem ein szenografisches Moment.

> Lageplan

Hochbord

Der grosse Massstab – Das Territorium als städtebauliches Kriterium
Die bisher realisierten Bauten im Hochbord weisen in ihrer städtebaulichen und formalen Ausprägung eine grosse typologische Varianz auf und verfügen dementsprechend über eine gewisse urbanistische Autonomie. Freistehende Wohntürme, Blockrandbebauungen und andere Gebäudeformen besetzen die Parzellen des mehr oder weniger orthogonalen Strassennetzes. Der in früheren Studien konzipierte Blockrandplan wird nicht umgesetzt.
Unser Projekt «Hoffnig» sucht seine Integration im Stadtteil Hochbord deshalb nicht unmittelbar im städtebaulichen Kontext, sondern strebt – seiner Bedeutung als Auftakt am Bahnhof Stettbach entsprechend – eine Einordnung und Ausrichtung auch auf territorialer Ebene an. Damit sind der topografische Übergang von der Glatttalebene zum nördlichen Hang des Zürichbergs sowie die übergeordneten Infrastrukturen mit der Ausfallsachse der Zürichstrasse und der orthogonal dazu verlaufenden S-Bahnlinie gemeint.
Die zwei Bauten von Turidomus und Senn bilden zusammen eine städtische Grossform, die in ihrer Stellung quer zum Hang den Übergang von Zürichberg zur Glatttalebene akzentuiert, das Infrastrukturkreuz von Zürichstrasse und S-Bahn besetzt und als Stadtkante zwischen den Städten Dübendorf und Zürich vermittelt. In ihrer Massstäblichkeit baut sie so Verbindungen zu den Landmarks der neuen Stadtteile Richti-Areal und Zwicky-Areal in Wallisellen und Dübendorf auf.
Das Projekt spannt zusammen mit der Überbauung Sunnigehof einen leicht trichterförmigen Raum auf, der die Landschaftsräume des Zürichberghanges und der Glatttalebene verbindet. Darin eingestellt ist der «Pavillon» des Bahnhof Stettbach.

Der lokale Kontext – Die Aussenräume als Keimzelle der Stadt
Neben seiner Verortung im geografischen Raum schafft das Projekt aber auch unterschiedliche und differenzierte städtische Räume im lokalen Wirkungskreis. Nach aussen verbinden sich die kommerziellen Erdgeschossnutzungen über Arkaden zum Bahnhofsplatz, zur Zürichstrasse sowie zum oberen Abschnitt der Strasse «Am Stadtrand» mit den unmittelbar angrenzenden öffentlichen Räumen. An diesen Orten werden die Arkaden als städtische Elemente eingesetzt, um einerseits eine räumliche Öffnung vom Gebäude zum Aussenraum zu ermöglichen und gleichzeitig den Passanten einen hohen Komfort anzubieten.
Die zwei Bauten von Turidomus und Senn umfassen zudem im Innern einen in Proportion und Ausgestaltung spezifischen städtischen Raum, der eine unverwechselbare Identität für das Areal «Hoffnig» schafft und gleichzeitig als Verbindungsraum zwischen Bahnhof Stettbach und dem Hochbord-Quartier frequentiert wird. Er kann für die nordöstlich angrenzende Parzelle als Referenz für eine Weiterführung gelten, behält seine Gültigkeit aber auch, falls dort eine andere Bebauungsform realisiert wird. Anders als etwa ein Boulevard ist er nicht auf eine Fortsetzung angewiesen.
Die diagonal versetzte Anordnung der Arkaden am Bahnhofsplatz und «Am Stadtrand» zeichnen zusammen mit den Zugängen zum Hofraum eine S-förmige Bewegungslinie vor, welche den Bahnhof Stettbach mit dem Stadtteil Hochbord verbindet. Der Stadthof ist Transitraum und Aufenthaltsort in einem und kann für verschiedene Veranstaltungen wie Wochenmarkt, Velobörse o. ä. genutzt werden. Seine attraktive räumliche Präsenz stärkt ihn gleichzeitig als Standort und Anlaufpunkt für die umlaufenden Geschäftsräume im Erdgeschoss. So profitieren auch die Läden an der Strasse «Am Stadtrand» durch ihre zweiseitige Ausrichtung vom Stadthof und seinen Passanten.
Der zweite zentrale Aussenraum ist ein den Bewohnern des Areals Hoffnig vorbehaltener, gemeinschaftlicher Wohnhof. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss öffnen sich Lauben sowie offene Erschliessungsräume und verbinden diese mit dem Hofraum. Dieser ist kleinräumiger gegliedert, bepflanzt und versorgt die Bewohner mit den nötigen Alltagsinfrastrukturen wie Spielplatz oder Sitzgelegenheiten. Zum Stadthof kann er nachts durch zwei Toranlagen getrennt werden, nach Norden wird er über eine terrassenartige Kante zum Umraum abgeschlossen.

Erschliessung und Nutzung – Entflechtungen und Synergien
Die Erschliessungsstruktur ist eine direkte Antwort auf die Anforderungen einer städtischen Architektur sowie der spezifischen Nutzungsanordnung des Projektes. So sind im Gebäude der Turidomus die Nutzungen vertikal gegliedert: Die Flächen für Verkauf befinden sich im Erdgeschoss, die restlichen gewerblichen Flächen im ersten Obergeschoss, darüber folgen die Wohngeschosse.
Kernelement der Erschliessungsstruktur sind nach aussen offene und damit gut einsehbare Streetdecks im ersten Obergeschoss, welche hier die gewerblichen Nutzungen direkt aus dem Aussenraum (und entsprechender Adressbildung zum Bahnhofplatz) erschliessen.
Auch die Eingänge zu den Vertikalerschliessungen zu den Wohngeschossen gehen von den Streetdecks ab. Damit gibt es keine Überschneidungen von Gewerbe- und Wohnungszugängen in Vertikalerschliessungen. Zudem müssen die Treppenhäuser nicht bis in Erdgeschoss geführt werden, was die freie Einteilbarkeit der Verkaufsflächen beträchtlich verbessert und grosse Flexibilität schafft. Im Bereich des Gartenhofes werden über das u-förmige Streetdeck die kleinteiligen Alterswohnungen effizient erschlossen und räumlich über den Gartenhof zusammengefasst.
Auch beim Gebäude für Senn ist über der Arkade an der Zürichstrasse ein Streetdeck vorgesehen, wodurch sich im Erdgeschoss eine zusammenhängende Fläche für einen Grossverteiler ergibt. Die Streetdecks lassen sich an diskreten Stellen automatisch schliessen, sodass sie nachts nur für die Bewohner zugänglich sind.
Die städtebauliche Setzung in Kombination mit der beschriebenen Erschliessungsstruktur erzeugt eine einfache und klare Adressbildung: Zum Bahnhofsplatz hin weist das Areal drei Zugänge auf und auf der Erdgeschossebene verfügen auch die Verkaufsflächen «Am Stadtrand» über einen einfach auffindbaren Anschluss zum Bahnhof.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Mit dem architektonischen Ausdruck wird eine städtische Architektur angestrebt, die für den angestrebten Massstab über die notwendige Robustheit und Einfachheit verfügt und einen Beitrag zum urbanen Charakter des Hochbord-Quartiers leistet.
Vorgeschlagen wird eine Primärgliederung über eine umlaufende, vertikale Pfeilerordnung als Abbild des inneren Skeletts, welche hilft die unterschiedlichen Geschosshöhen aufzunehmen und die Bauten als Ganzes «zusammenhält». Sekundär treten die Geschossebenen sowie eine dritte Ebene (Storenkästen, teilweise zusätzliche vertikale Teilung) in Erscheinung. Das differenzierte Relief wird mit vorfabrizierten, eingefärbten, dünnwandigen Betonlementen ausgeführt.
Die Felder werden je nach Nutzung offener oder geschlossener ausgebildet. Die Fassade reflektiert mit der umlaufenden Pfeilerstellung und den auf die Nutzungen abgestimmten «Füllungen» die beiden Massstäbe des Territorialen und Lokalen.

Nutzungsangebote, Tragstruktur und Flexibilität
Beiden Gebäuden und sämtlichen Nutzungen ist eine bis in die Tiefgarage vertikal durchgehende Tragstruktur auf festem Raster unterlegt. In diesem Raster sind die Fassaden sowie eine Stützenreihe auf der Mittelachse tragend (einzig der Gebäudeteil an der Zürichstrasse besitzt zwei innere Tragachsen). Die gewählte Struktur bietet maximale Flexibilität und Effizienz in der Planung und bei späteren Umbauten.
Die Wohnungen im Gebäude von Turidomus sind grossmehrheitlich Ost-West ausgerichtet und bieten der Orientierung entsprechend – trotz kleinen Wohnflächen – ein «Durchwohnen». Die Wohnungen sind kompakt und praktisch geschnitten. Auf Erschliessungsflächen innerhalb der Wohnungen wurde zugunsten grosser Zimmer und Wohnräume verzichtet.
Die Aussenräume in Form von sehr privaten Loggien sind knapp gehalten, bieten aber mit einer äusseren Verglasung einen hohen Nutzwert als Dreijahreszeiten-Zimmer. Sie vergrössern die eher knappen Wohnungsflächen. Als zusätzliche Aussenräume werden neben dem Gartenhof Dachterrassen für den Sommer angeboten.
Die Wohngeschosse beginnen ab dem zweiten Obergeschoss und sind gegenüber dem Stadtniveau gegen Einsicht gut geschützt. Eine Mehrzahl der Wohnungen verfügt damit auch über Fernsicht ins Glatttal und auf den Zürichberg.
Im Bereich der Gewerbeflächen von Turidomus wurden zwei Nachweise erarbeitet. Zum einen Alterswohnungen um die 40 bis 58 Quadratmeter auf dem ersten Obergeschoss und um den Gartenhof. Zum anderen Wohnateliers im Erdgeschoss mit rund 100 Quadratmetern. Sie verfügen über ein Zwischengeschoss, das privatere Bereiche bietet.
Im Gebäude von Senn werden ebenfalls verschiedene Nutzungsvarianten nachgewiesen. Diese umfassen ein Hotelgeschoss mit Zimmern um die 25 Quadratmeter sowie einige Long-stay-Apartments mit 44 und 56 Quadratmetern. Bei den Büroflächen werden sowohl Einrichtungen von kleinen Einheiten auf Basis von 25 Quadratmetern wie auch Gross- oder Kombibüroflächen aufgezeigt.
Die Gewerbe- und Verkaufsflächen im Erd- und ersten Obergeschoss beider Gebäude können grundsätzlich frei unterteilt werden. An der Zürichstrasse besteht im Gebäude von Senn die Möglichkeit einen Grossverteiler einzumieten.

Vogelsang

Stadtraum und Quartier
Der Standort der Siedlung Vogelsang liegt, direkt an den Gleiskorridor angrenzend, an einer für Winterthur identitätsstiftenden Lage. Das heutige Erscheinungsbild des gesamten Quartiers wird charakterisiert durch die Vorstellungen der Gartenstadt und gilt als historisch bedeutsam. In die Topographie eingebettete, freistehende Häuser oder Zeilenbauten von maximal drei Geschossen und grosszügigen Gärten prägen bis heute den Vogelsang. Die gesamte Bebauung aus dem Jahr 1911 ist mit seinen schleifenartigen Quartierstrassen, den Vor- und Nutzgärten sowie einer sich an ländlichen Vorbildern orientierenden Architektur ganz den Gartenstadtidealen von Eduard Howard oder Robert Owen verpflichtet. Dank seiner prominenten Lage hat der Vogelsang massgebend zur Identität von Winterthur als Gartenstadt beigetragen.
Indem die Parzelle direkt am Gleiskorridor durch Ersatzneubauten neu definiert werden kann, stellt sich die Frage ob Winterthur an dieser Stelle einen „Stadteingang“ mit einer neu ausgerichteten Identität erhalten soll. Das vorliegende Projekt verneint diese Idee und sucht vielmehr eine subtile Einordnung und Weiterentwicklung der bestehenden Identität. Dahinter steht die Überzeugung, dass gerade darin das Alleinstellungsmerkmal von Winterthur besteht. Unterstützt wird diese Absicht durch den Umstand, dass zwischen Vogelsang und Bahnhof, auf der ganzen Länge der Vogelsangstrasse, die bestehende Bebauungsstruktur infolge kleinteiliger Privatparzellen und unter Schutz stehender Reihenhauszeilen sich kaum ändern wird. Eine neue Identität des gesamten Gleiskorridors ist somit unwahrscheinlich. Die Projektverfasser sind der Meinung, dass gerade die bauliche Homogenität des gesamten Quartiers die städtebauliche Qualität dieses Teils von Winterthur ausmacht.

Baukörper und Aussenraum
Die Neukonzeption der Bebauung im Vogelsang misst sich an den Eigenschaften des übergeordneten gartenstädtischen Ensembles. Maximal viergeschossige Baukörper mit Einschnitten in den oberen Geschossen stehen für einen starken Gartenbezug der Bauten. Sechs, dem Verlauf der Topographie folgende Häuser bilden eine, die Tiefe des Grundstücks ausnützende Spange und generieren Aussenräume mit unterschiedlichen Identitäten. Durch die längs liegenden Zeilen können topographische Höhenunterschiede innerhalb der Bauten ausgeglichen werden. Im Bereich des Ideenperimeters soll die Spange mit einem nördlichen Kopf abgeschlossen werden, wobei die vorgeschlagene Konzeption auch mit der heutigen Situation harmoniert und keinen Druck für einen baldigen Ersatz ausgelöst wird.
Übersichtlichkeit und Orientierung im Quartier paaren sich mit «gärtnerischer» Erscheinung und Rückzugsräumen im Kleinen. Das Erschliessungssystem gliedert sich primär in hangparallele Wege und Rampen sowie vertikale Treppenläufe. Im Innenraum der Siedlung werden verbreiterte Weg- und Platzflächen als Chaussierungen eingearbeitet. Sie bilden Gemeinschafts- und Spielorte. Stützmauern werden gezielt und möglichst minimal eingesetzt. So sind in der zentralen «Linse» Bänder aus Kratzbetonmauern eingewoben, um Topografie, Bepflanzung und Spielwert zu einer Einheit zu verweben. Grossblättrige, hellgrüne Catalpa und Faassen’s Black Spitzahorne unterstützen die Intensität der flächigen Staudenpflanzungen, die gegenüber konventionellen Rasenböschungen wenig Pflege benötigen. Kieswege, Heckenfragmente und Blütensträucher gliedern unaufdringlich die individuellen Vorbereiche der Wohnungen zum Hof. Die strukturelle Dichte dieser Randbereiche steht im Kontrast zur Grosszügigkeit des langen Innenhofes.
An der Schaltstelle zur Erweiterungsetappe ist ein Quartiersplatz angelegt, der mit der zweiten Etappe vergrössert werden kann. Damit ist das Zusammenwachsen der Etappen gegeben und der Platz bezieht sich in seiner kanzelartigen Anlage auf andere Orte im Quartier, beispielsweise an der Jonas-Furrer-Strasse. Die Aussenterrasse des Gemeinschaftsraums ist mit Hecken gefasst und durch Blutpflaumen ausgezeichnet, wodurch eine weitere Differenzierung und verbesserte Nutzbarkeit der Gemeinschaftsbereiche erreicht wird.
Zierkirschen und Blasensträucher begleiten den Wiesenhang längs dem Püntenweg sowie talseitig die Wiesenflächen zur Unteren Vogelsangstrasse. Niedrige Gartenmauern begleiten beide Räume, um die Nutzbarkeit der Hanglage angemessen zu erhöhen.
Die am Südrand angeordneten Kindergarten-Aussenräume sind, analog zur Gartenterrasse des Gemeinschaftsraums, durch Hecken gefasst auf Geländeterrassen angeordnet. Vereinzelte Kirschbäume und Eichen vermitteln zum offenen Schlittelhang und Waldrand.

Erschliessung
Um den Püntenweg in seiner heutigen Form belassen zu können, wird die Erschliessung der oberen Zeile neu ab der Vogelsangstrasse gelöst. Die Rollstuhlgängigkeit wird sichergestellt, indem alle Hauszugänge ab der unteren Vogelsangstrasse mit höchstens 6% Neigung ausgebildet werden. Zusätzlich sind beim Gemeinschaftsraum mit einem Lift alle Niveaus von der Tiefgarage bis zum Püntenweg erschlossen. Über die zwei Meter breiten Wege wird die Post in der ganzen Siedlung bis in alle Eingangshallen verteilt. Durch die beiden breiteren Rampenvorplätze an der Unteren Vogelsangstrasse wird die Zulieferung für Kurierdienste und Zügelautos gelöst. Die Veloabstellplätze befinden sich im Tiefparterre der jeweiligen Häuser. Indem die Hauseingänge der Wohnungen am Püntenweg auf der Hofseite liegen, wird die maximale Schlauchlänge für die Löschfahrzeuge ab der Unteren Vogelsangstrasse eingehalten. Zwei zentrale Ausgänge aus der Tiefgarage ermöglichen einen öffentlichen Zugang, ohne dass die Wohnungstreppenhäuser benutzen werden müssen.

Häuser und Wohnungen
Entlang der Vogelsangstrasse werden Geschosswohnungen vorgeschlagen wobei jedes Geschoss einen unterschiedlichen Bezug zum Garten hat. Ist es im Erdgeschoss der ebenerdige Gartensitzplatz, so verfügt die Wohnung im ersten Obergeschoss über einen grossen nicht überdeckten Balkon und die obersten Wohnungen über eine eigene Terrasse. Die Wohnungen zeichnen sich durch einen gut proportionierten Gemeinschaftsbereich mit Eingangshalle, Wohn- und Essbereich sowie einer Küchennische mit angelagertem Reduit aus. Um den Anforderungen an den Lärmschutz zu entsprechen, können alle Zimmer von der Strassen abgewandten Seite belüftet werden.
Am Püntenweg werden Wohnungen konzipiert die vom beidseitigen Gartenbezug profitieren. Das Teppenhaus, welches als Zweispänner die grossen Wohnungen am Püntenweg erschliesst, verbindet den Hofraum mit dem Grünraum der Pünte und unterstreicht die Durchlässigkeit dieser Zeile. Alle Wohnungen entwickeln sich über die Diagonale, von einem grosszügigen Entrée über die zentrale Wohn-/Essküche zum Wohnraum. Bei den Maisonettwohnungen des Gartengeschosses liegt der Wohnraum auf dem Niveau der Pünte, sodass auch diese Wohnung beidseitig ausgerichtet ist und sich Blickbezüge dem Hangverlauf folgend ergeben.
Studentenwohnungen werden neu sowohl in der Pünten- und der Vogelsangzeile angeboten. Der Kindergarten und die Krippe sind im Haus am südlichen Kopf der Spange platziert. Über eine Laube mit Split-Level-Erschliessung wird der gedeckte Aussenbereich wie auch die Rollstuhlgängigkeit abgedeckt.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Entsprechend dem städtebaulichen und volumetrischen Thema suchen die Häuser einen Ausdruck, der die bestehende Homogenität des Quartiers fortsetzt, gleichzeitig aber auch eine eigene Identität als Siedlung entwickelt. So werden einerseits einzelne Motive und Stimmungen aus dem Kontext wie zum Beispiel das dünnhäutige Fassadenkleid oder die Ausbildung eines Daches aufgenommen und zu einem neuen, eigenständigen Ausdruck verdichtet. Die Häuser erhalten einen unterschiedlich hohen Sockel, darüber ein Kleid aus eingefärbten Eternitplatten und als Abschluss ein vorstehendes Pultdach mit Eternitdeckung. Um die Plastizität der Volumen zu betonen werden die Gebäudeeinschnitte und das Dachgeschoss mit einer ockerfarbenen vertikalen Eternitschalung vorgeschlagen. Die graublau bekleideten Lifteinschnitte strukturieren die geschwungene Fassade entlang der Vogelsangstrasse. Um den Gartenbezug zu stärken wird als Fenstertyp ein bodenebenes Kreuzfenster mit einem 30 Zentimeter hohen Sturz gewählt. Die abgestützten Balkone sollen aus dunkel einbrennlackiertem Stahlblech mit eingelegten, vorfabrizierten Betonplatten konstruiert werden. Die Absturzsicherung aus Maschendraht sucht ebenfalls den inhaltlichen Bezug zum Garten. Die Tragstruktur wird als konventioneller Massivbau in Ortbeton und Backstein erstellt. Der nichttragende Holztafelbau bei der Aussenfassade und dem Dach ermöglicht eine hervorragende Wärmedämmung bei gleichzeitig schlanker Konstruktionsstärke.

 

Dreieck

Der von A. H. Steiner um 1948 als Gartenstadt entworfene Stadtteil Schwamendingen besitzt noch heute seine Gültigkeit und hat viel von seinem ursprünglichen Charakter als Zürichs «Gartenzimmer» behalten. Der Entwurf adaptiert den Zeilenbautyp formal neu. Die charakteristische Zeilenform reagiert über Enge und Weite im Aussenraum sowie in der Perspektive verkürzte Baukörper auf die höhere Dichte. In der egalitären Behandlung von Orientierung, Aussenraum und Strassenbezug sowie in der allseitigen Vernetzung und Durchwegung knüpft das Projekt an die Qualitäten des Steinerplanes an. Das Projekt sieht sechs s-förmig geschwungene Zeilen, jeweils gespiegelt und paarweise gruppiert vor, die das gesamte Baufeld aufspannen. Zusammen mit den leichten Versätzen in den Bauzeilen erhalten die Bauten eine elegante, fein modulierte Gestalt. Eingeschossige Gewerbebauten an der Dübendorferstrasse verorten den Zeilenkopf zur Strasse.
Der vorgeschlagene Wohnungstyp mit der abtrennbaren Wohnküche ist aus der städtebaulichen Setzung entwickelt und unterstreicht die Schlankheit der Gebäudezeilen. Er vereint die Qualitäten des Durchwohnens mit den praktischen Vorzügen einer abschliessbaren Küche. Das Wohnzimmer mit den Balkonen liegt jeweils, alternierend in jeder Zeile, auf der Seite des weiteren Aussenraums. Die Hauszugänge befinden sich an der Stirnseite und in der Mitte der Zeile. Die leichten Versätze in den Fassaden ermöglichen jeder Wohnung, neben der primären Ost- und Westorientierung auch einen Blick nach Norden und Süden in die Tiefe des Aussenraums und zu den angrenzenden Baufeldern.

> Lageplan

Bellaria

Der Ersatzneubau am Bellariarain bietet die Chance, die prominente Geländekuppe mit einer Bebauung zu besetzen, die sich an den für Wollishofen prägenden städtebaulichen Typologien des 19. Jahrhundert orientiert.
Zu Paaren und Reihen gruppierte Punkthäuser inmitten eines dichten Baumbestandes sollen ein nobles und städtisches Wohnen im Bellariapark aufleben lassen.

Die Siedlung Bellariarain liegt sehr prominent auf einer Kuppe der Seitenmoräne mit Ausblick über das gesamte Zürcher-Seebecken. Der Ersatz der Siedlung bietet die Chance, diese einmalige Situation neu zu definieren und seiner Bedeutung entsprechend zu artikulieren.
Der Stadtplan von 1902 zeigt, dass die Kuppe bereits im 19. Jahrhundert mit der Villa Bellaria und dem grosszügigen Bellaria-Park bebaut war. Zusammen mit einer Reihe von anderen Villen und Parkanlagen (Freudenberg, oberes Bürgli, Villa Schönberg, Rietberg- und Belvoirpark sowie dem Egghölzli mit der Kirche Wollishofen) wurde damit eine massgebende Grundlage für die heutige Identität von Wollishofen geschaffen.
An den Hauptstrassen charakterisieren die strassenbegleitend geschlosse Bauweise mit fünf Geschossen und die Punkthäuser mit Gärten und Parkanlagen diese Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts. In den 50er Jahren wurde die Villa abgebrochen und der Park mit einer für die damalige Zeit typischen Zeilenbauweise neu überbaut.

Städtebauliches Konzept
Das vorliegende Projekt basiert auf der Feststellung, dass die bauliche Identität von Wollishofen weniger durch Zeilenbauten geprägt ist, sondern viel mehr von der Bebauungsstruktur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts lebt.
Da auf dem eigentlichen Baufeld ein grosser Teil des alten Baumbestandes, insbesondere der Baumsaum entlang der Bellariastrasse unter Schutz steht, liegt es auf der Hand für die neue Bebauung eine Typologie zu suchen, welche sich am ehemaligen Bellariapark orientiert.

Die Häuser und der Park
Die Projektverfasser schlagen Punkthäuser vor, welche sich jeweils über Eck verbindend, zu unterschiedlichen Volumen gruppieren. Die untere Geländeterrasse wird durch drei Gebäudepaare besetzt. Die Hauptkuppe wird durch drei Baukörper besetzt, welche jeweils aus vier Einzelhäusern gebildet werden.
Die Gebäudeketten sind so gestaltet, dass für die Häuser keine Vorder- oder Rückseiten entstehen und Aussenräume gegliedert werden, die in ihrer Form und Massstäblichkeit an die durch Baumgruppen gebildeten Freiräume von Parkanlagen erinnern. Ein geschwungenes Wegnetz durchzieht den gesamten Park. Tropfenförmige Vorfahrten und zwei Kanzeln auf der oberen Ebene, sowie grottenartige Einbuchtungen auf der unteren Geländeebene zitieren Motive aus dem historistischen Landschaftspark. Zusammen mit einzelnen Gehölzgruppen und den niedrigen Mauern, welche den gesamten Park umfrieden, soll ein Aussenraum entstehen der an den Stimmungen grosser Parkanlagen anknüpft.
Damit jede Wohnung von der Einmaligkeit der topografischen Situation profitieren kann, werden vorwiegend ost-west-orientierte und ausschliesslich zwei- oder dreiseitig orientierte Wohnungen vorgeschlagen.
Die im Masterplan vorgegebenen Aussenraumbreiten von mindestens 12 und 15 Metern werden dabei eingehalten. Um Parkflächen nicht durch ebenerdige Untergeschosswohnungen zu „privatisieren“ und Aussensitzplätze in der gewachsene Böschung aufschütten zu müssen, schlagen die Projektverfasser vor, auf Untergeschosswohnungen vollständig zu verzichten. Trotzdem können 177 Wohnungen realisiert werden. Unter Ausnützung der baurechtlich möglichen Untergeschosswohnungen könnten mindestens 186 Wohnungen erreicht werden.

Die Wohnungen
Die Grammatik der Wohnung wird im Wesentlichen durch den Wunsch geprägt, jedem Wohnraum sowohl Seeblick (Osten) als auch Abendsonne (Westen) anbieten zu können.
Auf der oberen Geländeebene mit den günstigeren Mietwohnungen tritt man vom Zweispännertreppenhaus direkt in die Wohnraumschicht. Diese wird durch ein Küchen- und Garderobenmöbel mit verglasten Türen in einen abschliessbaren Eingangsbereich, einen Küchenbereich und separate Zonen für das Wohnen und Essen, jeweils mit einem dazu vorgelagerten Aussenraum, gegliedert.
In der unteren Geländeebene sind die Wohnungen etwas grösser und es wird eine klare Trennung von Tages- und Nachtbereich eingeführt. Man betritt die Wohnung über eine Eingangshalle – mit genügend Platz für einen mieterseitigen Garderobenschrank – von welcher aus die Zimmer und der Wohn-/ Essbereich direkt erschlossen werden. Die Küche wird als verglaster, abschliessbarer Raum vorgeschlagen, welcher wiederum separierte Wohn- und Essbereiche ausscheidet.

Architektonischer Ausdruck
Der städtebaulichen Setzung entsprechend sucht das Haus einen sinnlichen Bezug zum Baumbestand. Dunkelgrüne, grob verputzte Sockel- und vertikale Aussenwandflächen wachsen wie Wurzelstöcke in die Höhe. Vorstehende, über Eck angeordnete Glasflächen mit schwarzen Holz-Metallfensterrahmen nehmen über Spiegelungen das Spiel der Blätter auf.
Zusammen mit den feinen Rafflamellenstoren wird das Bild vom noblen Appartementwohnen im Park erzeugt.

Schürmatt

Ort und Stadtraum
Stansstad hat seinen Ursprung am Wasser. Der Ort ist gewissermassen die «Marina» von Stans und hat den Anschluss des Kantons an den Vierwaldstättersee gewährleistet. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse zwischen Bürgenstock und See hat sich die Siedlungsentwicklung der letzten hundert Jahre im rückwärtigen Schwemmland vollzogen.

Die primäre Struktur dieser Siedlungsentwicklung gab dabei ein bereits früh angelegtes Strassenkreuz vor, dessen eine Achse vom Hafen bis zum Klosterwald reicht und später durch die Autobahn in die Ried- und Rotzbergstrasse zerschnitten wurde. Die andere Achse ist wesentlich kürzer und ist zwischen die ältere See- und Stanserstrasse gespannt. Die Bebauung hat sich lange Zeit an diesem Strassenkreuz orientiert. Die zweite «Reihe» blieb frei von Bebauung.

Durch das Freibleiben strassenabgewandter Grundstücke hat sich zwischen Autobahn und Stanserstrasse eine «grüne Linse» erhalten, die in alten Plänen schlicht als Feld bezeichnet und früher als grosser Obstgarten genutzt wurde. Auch wenn später Teile davon überbaut wurden, ist dieser Raum doch noch als zusammenhängend erkennbar.

Die bereits erwähnte, strassenbegleitende Bebauung der Nachkriegszeit und Gegenwart besteht durchwegs aus kleinen und grösseren Einzelhäusern von architektonisch schlechter Qualität. Man kann darin ein typisch schweizerisch-mittelländisches Bebauungsmuster sehen. Schwerer als die architektonische Qualität des einzelnen Hauses wiegt allerdings der Umstand, dass diese Bebauungsform keine übergeordneten stadträumlichen Qualitäten aufzubauen vermögen. Damit sind insbesondere die Strassenräume gemeint.

Eine Ausnahme bildet die südlich an den Perimeter angrenzende und in der «grünen Linse» erstellte Überbauung aus den 1970er Jahren. Sie ist nicht nur architektonisch von hoher Qualität, sondern besticht vor allem über eine starke Aussenraumbildung und die Ausformulierung dieser Aussenräume als gemeinschaftliche, fast schon parkartig anmutende Grünräume. Damit wird auch die Kontinuität des als «grünen Linse» bezeichneten Raumes nicht in Frage gestellt, sondern vielmehr stadträumlich artikuliert. Was die Überbauung auch zeigt, ist das die Bebauung zwischen Stanser- und Riedstrasse, anders als das historische Zentrum von Stansstad keinen Bezug zum See aufweist, sondern vielmehr die Fernsicht in die angrenzende, voralpine Hügel- und Gebirgslandschaft thematisiert.

Städtebauliches Konzept
Vor dem unter «Ort und Stadtraum» beschriebenen Hintergrund haben wir das städtebauliche Konzept für die Schürmatt entwickelt. Wir haben dazu einige Prämissen definiert:

1. Erhalt der «grünen Linse»: Ähnlich der beschriebenen, südlich angrenzenden Überbauung weist auch die Bebauung der Schürmatt Aussenräume auf, welche die Kontinuität und Lesbarkeit des Grünraumes zwischen Stans und Stansstad gewährt und weiterentwickelt.

2. Formprägende Aussenräume: Ebenfalls analog der angrenzenden Überbauung wirken die Aussenräume der Schürmatt formprägend auf das Bebauungsmuster der Schürmatt ein. Es gibt ein Gleichgewicht zwischen den Gestaltqualitäten umbauter und nicht umbauter Räume. In diesem Sinne geht es um eine Fortsetzung bestehender Qualitäten und um ein Weiterbauen bestehender Strukturen.

3. Primat des Aussenraumes: Dieses Weiterbauen betrifft aber weniger die Siedlungsmuster der 1970er als vielmehr die Form und Qualität des Aussenraumes. Die Bebauung der Schürmatt weist deshalb keine direkten, formalen Anleihen zur südlichen Nachbarschaft auf.

4. Informalität der städtebaulichen Form: Die Bebauung der Schürmatt zeichnet sich vielmehr durch eine Informalität der städtebaulichen Form aus, die zunächst einen ausgeprägten Gestaltcharakter negiert und ihre Kraft aus der Aussenraumform bezieht.

5. Autonomie der städtebaulichen Form: Damit weist die städtebauliche Form bezogen auf ihren unmittelbaren Kontext eine gewisse Autonomie auf, welche aber die Kraft besitzt, Prägnanz und Identität in einer schwach determinierten Umgebung aufzubauen. Vielleicht vergleichbar mit dem Wiederaufbauprojekt Golden Lane der Smithsons wird damit das «ruinenartige» städtebauliche Gefüge überformt.

6. Städtebau anstatt Siedlungsbau: Schliesslich unterdrückt die Bebauung der Schürmatt gerade wegen ihrer autonomen Form den Charakter einer Siedlung und ist vielmehr «städtebaulich» entworfen. Auch bei diesem Aspekt kommt den perimeterübergreifenden Aussenräumen grosse Bedeutung zu.

Architektonisches Konzept
Das städtebauliche Konzept bestimmt weitgehend das architektonische Konzept: Es wird eine Kohärenz zwischen Städtebau, Architektur und Wohnform angestrebt. Auch das architektonische Konzept versuchen wir in wenigen Thesen zu fassen:

1. Typologiefremde Tragstruktur: Der Autonomie der städtebaulichen Form entspricht die Wahl einer für den Wohnungsbau typologiefremden Tragstruktur in Form einer Skelettstruktur bestehend aus kräftigen Stützen und betonierten Geschossdecken. Unabhängig von der Raumstruktur, die je nach Wohnungstypus ändern kann schafft die durchgehende Skelettstruktur einen «inneren» Zusammenhalt.

2. Typologiefremde Raumhöhe: Ebenfalls in Abweichung zu gängigen Wohnungsbaustandards schlagen wir in den Regelgeschossen eine lichte Raumhöhe von 2.90 Metern vor. Mit «typologiefremd» meinen wir jeweils eine für den Wohnungsbau zunächst unübliche Lösung.

3. Spezifische Wohnräume: Die Skelettstruktur in Kombination mit einer lichten Raumhöhe von knapp drei Metern und einem hohen Glasanteil in der Fassade erzeugt spezifische, unverwechselbare Wohnräume. Im Grundriss erlaubt die Skelettstruktur das Ausloten der räumlichen Potentiale des «plan libre» mit offenen, fliessenden Raumfolgen.

4. Räume mit starkem Aussenbezug: Ebenfalls in Beziehung zum bisher gesagten, aber mehr noch in der Absicht, Räume mit Fernsicht in die voralpine Landschaft zu entwickeln, steht die Festlegung einer eher geringen Gebäudetiefe von rund 10 Metern. In dieser Tiefe sind zweibündige Grundrisse möglich, wo jeder Raum einen direkten Aussenbezug hat. Unabhängig in welchen Raum man tritt, man ist immer wieder «draussen». Die lichte Raumhöhe von knapp drei Metern verstärkt diesen Raumeindruck. Innenliegende Räume und Korridore braucht es nicht.

Schliesslich hoffen wir mit der typologiefremden Wahl von Tragstruktur und Raumhöhe wie im städtbaulichen Konzept angedeutet den «Siedlungscharakter» zu unterdrücken und dafür ein autonomes Stück Stadt zu schaffen.

Aussenraum
Wie beschrieben ist der Aussenraum das prägende Element des städtebaulichen Konzeptes. Er gliedert klar sich in grosse, gut gefasste, aussenliegende (sowie über den Perimeter greifende) Garten- und innenliegende Erschliessungsräume. Die Erschliessungsräume nehmen zudem gemeinschaftliche Funktionen auf wie einen Spielplatz, Veloabstellplätze oder einen Gemeinschaftspavillion. Räumlich werden sie durch «Clumps» bestehend aus Laubbäumen strukturiert.

Die Gartenräume werden über segmentförmig angeordnete Strauchplanzungen und verschiedene Obstbäume in Einzelpflanzung gegliedert. Sie dienen primär als Schaugärten, nehmen aber in hausnahen Bereichen auch Privatgärten für die Erdgeschosswohnungen auf.

Die Durchwegung ist nord-südlicher wie auch in ost-westlicher Richtung wird das übergeordnete Wegenetz angeschlossen und steht für die Öffentlichkeit offen. Zudem wird die Erschliessung der Parzellen 1175, 1176 und 1177 sichergestellt. Die Überbauung Schürmatt bleibt frei von Autoverkehr, die Parkierung ist unterirdisch vorgesehen.

Grundleitungen
Die Setzung der Gebäudekörper und die Gliederung der Tiefgarage nimmt Rücksicht auf die bestehenden Grundleitungen im Areal. Die Grundleitungen in nord-südlicher Richtung werden nicht Überbaut und die Tiefgaragenverbindung ist mittels Rampen so gelegt, das die Leitungen unterhalb und oberhalb der Verbindung geführt werden können.

Fassade, Energie und Nachhaltigkeit
Das Projekt soll einerseits den Minergie-Standard erreichen, andererseits wird ein hoher Glasanteil in der Fassade vorgeschlagen. Aus diesem Grund haben wir zusammen mit dem Bauphysikbüro durable – Planung und Beratung GmbH detaillierte Betrachtungen zur Energie und Energieerzeugung angestellt.

Für eine Minergie-Zertifizierung müssen sowohl die Minergie-Kennzahl «Wärme» als auch der Heizwärmebedarf eingehalten werden. Zur Einhaltung der Kennzahl «Wärme» wird eine Grundwasser-Wärmepumpe in Kombination mit thermischen Kollektoren vorgeschlagen. Werden 50% des Warmwasserbedarfs mittels Kollektoren erzeugt (ca. 1m2 Kollektorfläche/Person für 50%), wird die Minergie-Kennzahl «Wärme» weit unterschritten.

Limitierend ist der Heizwärmebedarf. Dieser muss > 90% der gesetzlichen Anforderungen sein. Hierbei entscheidend ist der U-Wert der Fenster, der im Projekt mit 0.9 vorgesehen ist (gemittelt über Glas und Rahmen). Dieser Wert ist mit konventionellen Fenstern gegeben und sorgt für eine wirtschaftliche Lösung. Bei einem Verhältnis zwischen opaker zu transparenter Fassadenfläche von 15%/85% können die 90% der gesetzlichen Anforderungen noch eingehalten werden. Das Projekt weist einen Glasanteil > 70% auf.

Die opaken Teile werden in einer Holzelementbauweise konstruiert und sind damit praktisch frei von Wärmebrücken. Die eingezogenen Aussenräume werden an Boden und Decke gedämmt, sind aussen verglast und funktionieren damit als Klimapuffer respektive dienen dem Energiesparen.

Die gewählten Konstruktionen (massive Tragstruktur/ Skelettbau, Innenwände in Leichtbau, Fassade in Holzelementbau) erfüllen den Anspruch der Systemtrennung und der Nachhaltigkeit.

Hindernisfreies Bauen
Sämtliche Wohnungen sind hindernisfrei über Aufzüge erschlossen. Im Innern messen alle Türen mindestens 80cm im Licht und mindestens ein Bad erfüllt die Anforderungen an das hindernisfreie Bauen. Die Maisonetten an der Stanserstrasse weisen eine Treppenbreite von 100cm auf, sodass diese mit einem Treppenlift nachgerüstet werden können.

Aussenräume Wohnungen
Die privaten Aussenräume in den Regelgeschossen sind bewusst knapp gehalten, da das architektonische Konzept mit hohem Glasanteil und geringer Gebäudetiefe für alle Innenräume einen starken Aussenbezug anstrebt. Die in die Grundrisstiefe reichenden Loggien sind deshalb primär «Scharniere» zwischen Innen und Aussen: Durch die Verbindung mit den Wohnräumen und einzelnen Zimmern werden ganze Innenräume temporär zu «Aussenräumen». Umgekehrt sorgt eine äussere Verglasung der Loggien für eine Wohnraumvergrösserung während den Jahreszeiten Frühling und Herbst.

Köln

Städtebau und Baukörper
Die vorgeschlagene Bebauung des Baufeldes WA9 folgt den städtebaulichen Leitgedanken des B-Planes, indem das Geviert der Baufelder WA10, WA11 und WA8 südlich mit einem Zeilenbau geschlossen wird. Der Neubau besetzt den bebaubaren Bereich über dieTiefe von 14 Metern und die vorgesehene Länge vollständig, wobei das Neubauvolumen zwei Befreiungen beansprucht: erstens sieht das Projekt vor, die bereits in der Auslobung formulierte GOK von 6.50 Metern zu beanspruchen (anstelle 5.60 Metern), zum anderen wird der Gebäudekörper um einen Metern näher an die Straße gesetzt. Diese Befreiung ist für das Projekt nicht zwingend, würde aber den straßenseitigen Vorgarten zugunsten eines großzügigeren, rückwärtigen Gartens angemessen verschmälern.
Das Neubauvolumen zeichnet sich durch zwei plastisch unterschiedlich ausformulierte Gebäudeseiten aus und reagiert so differenziert auf Straßen- und Gartenraum. Auf der Straßenseite weist das Projekt eine durchgehende Flucht auf, die durch eingezogene Südloggien im Obergeschoss und gedeckte Eingangsbereiche im Erdgeschoss mittels «vollen» und «leeren» Teilen rhythmisiert wird. Auf der Gartenseite gliedern einerseits leichte Versprünge im Grundriss wie auch Versätze in der Traufe den Baukörper und suggerieren eine Abtreppung zum Garten hin.
Wie im B-Plan vorgesehen werden zwanzig Reihenhäuser vorgeschlagen. Reihenhäuser haben gegenüber Geschosswohnungen den Vorteil, dass der südlich gelegene Zugangsbereich privatisiert bleibt und so an dieser privilegierten Stelle mehr Wohnräume und Individualzimmer möglich sind. Diese Zugangsbereiche dienen im Projekt nicht nur der Erschließung der Reihenhäuser, sondern bieten – geschützt durch niedere Vorgartenmauern und –zäune – Raum für Fahrräder und Entsorgung. Die im Volumen eingezogenen Eingänge bieten Schutz vor der Witterung.

Architektur und Wohnraum
Der Wohnaum der Reihenhäuser entwickelt sich aus einer Schnittidee. Diese sieht vor, anstelle einer konventionellen Gliederung in ein Wohn- und ein Schlafgeschoss die gemeinschaftlichen Wohnräume auf die beiden Geschosse zu verteilen und über einen Luftraum miteinander in Beziehung zu setzen. Umgekehrt finden sich auch auf beiden Geschossen Individualzimmer und Nebenräume. Der Vorteil dieser Disposition ist ein Wohnen, das sich sowohl auf die Straßen- und Südseite wie auch zum Garten hin orientiert. Der Luftraum verbindet die beiden Wohnbereiche und gibt vom Obergeschoss einen Blick in den Garten frei, umgekehrt erhält der nordseitige Wohnraum mit Küche und Essen auf Gartenniveau etwas Südlicht.
Mit der Schnittlösung in Verbindung stehen differenzierte Raumhöhen. So misst das auf dem auf Straßenniveau gelegene Entrée 2.80 Meter im Licht. Mit dem Übergang auf das minimale Hochparterre (30 Zentimeter über Straßenniveau) reduziert sich die Raumhöhe auf 2.50 Metern, bevor sie sich im Ess- und Kochraum – eine eigentliche Halle – auf minimal 4.20 Meter öffnet. Im Obergeschoss weisen sowohl die Wohnbereiche wie auch die Zimmer eine lichte Raumhöhe von 2.85 Metern auf.
Ebenfalls in Verbindung mit der Schnittlösung stehen die für den Entwurf zentralen Außenräume. Sie umfassen eine dem Wohnen vorgelagerte, über der Straße gelegene und damit geschützte Südloggia, eine dreiseitig gefasste, gartenseitige Dachterrasse sowie den eigentlichen Garten. Der Garten gliedert sich in einen gegenüber demTerrain leicht erhöhten und direkt von der Küche her zugänglichen Sitzplatz sowie den bepflanzten Gartenraum mit einerTiefe von 8.00 Metern. Die Verschiedenartigkeit und die unterschiedliche Lage dieser drei Außenräume bergen für alle Jahreszeiten und Nutzungsansprüche Qualitäten. Neben innenräumlichen Qualitäten erzeugen sie einen hohen Wohnwert.

Die Zimmer befinden sich wie bereits erwähnt ebenfalls auf beiden Geschossen, sind alle ungefähr gleich groß (14.1 bis 14.9 m2) und bieten so Raum für unterschiedliche Lebensentwürfe. Es ist denkbar, dass sich in einer Familie die Kinder das Erdgeschoss teilen, während den Eltern das Obergeschoss vorbehalten bleibt. Es ist aber auch denkbar, dass das Obergeschoss einzig dem Wohnen und Arbeiten dient; in einzelnen Häusern lässt sich ein Südzimmer direkt dem Wohnen zuschlagen. Schließlich bestehen Bereiche, die nutzungsmässig nur schwach determiniert sind – wie beispielsweise die Gallerie über dem Luftraum –, wo also verschiedene Nutzweisen möglich sind, wie Spielen, Arbeiten, Bügeln usw.
Die Zimmer sind zudem so angeordnet, dass sich deren drei schalten lassen und im Planungsprozess und in der Vermarktung eine hohe Flexibilität gewährleisten. Das Projekt erlaubt Reihenhäuser mit zwei, drei, vier oder fünf Zimmer anzubieten.

Parkierung und Untergeschoss
Das Projekt sieht vor, alle privaten Stellplätze unterirdisch anzuordnen. Ein- und Ausfahrt sind einspurig an den beiden Gebäudestirnen angeordnet. Für jedes Reihenhaus ist ein Parkplatz vorgesehen, von wo aus ein direkter Zugang zum eigenen Keller besteht. Die Kellerräume bieten Raum für Wäsche, Lager und Gebäudetechnik.

Materialisierung und Konstruktion
Für die Konstruktion der Häuser wird eine konventionelle Massivbauweise vorgeschlagen. Die äußere Materialisierung spiegelt die Zweiseitigkeit des Gebäudekörpers wider. Die Straßenfassade bindet in einer Verbindung von Ziegeln und vorgehängten Betonelementen das Gebäude in den Kontext des Clouth Quartiers, aber auch der Stadt Köln ein. Ähnlich den historischen Bauten auf dem Clouth Areal werden die Betonelemente als rahmende oder verblendende Bauteile eingesetzt, während die Ziegel in den flächigen Wandteilen zur Anwendung kommen. Die Materialisierung der Straßenfassade zeigt eine große Zurückhaltung und Selbstverständlichkeit. Die Gartenfassade ist ihrer Wertigkeit entsprechend einfacher materialisiert und deshalb verputzt.

Zürichsee

Städtebau
Die städtebauliche Setzung sieht zwei Neubauvolumen vor: Einen einfachen, viergeschossigen Körper mit rund 20 Metern Gebäudetiefe und längsrechteckiger Grundfläche, der unmittelbar an der seeseitigen Baulinie zu liegen kommt und eine Frontalität zum Landschaftsraum des Sees aufbaut, sowie einen strassenseitig vorgelagerten, flachen Vorbau. Ähnlich dem Bestand auf dem heutigen Areal besitzt die städtebauliche Form eine gewisse Autonomie in Bezug auf den Kontext – sie stellt eine inselartige Setzung im städtebaulichen Gefüge dar. Wir haben dazu die Metapher eines grossen Schiffes verwendet, das paradigmatisch für die Charakteristik eines heterotopischen Ortes steht.
Auch wenn sich das Projekt einer pittoresk-räumlichen Anbindung an die Kernzone entzieht, fügen sich die beiden Volumen gut in den Kontext ein: Der strassenseitig Vorbau schafft eine selbstverständliche Anbindung an den Strassenraum, Vor- und Hauptgebäude werden über ein Vordachnetz miteinander verspannt und die seeseitigen Aussenräume mit einer Pergola definieren einen klaren Bezug zum See.

Nutzungsverteilung
Die Nutzungsverteilung sieht eine klare Trennung von Wohn- und Gewerbenutzungen vor. So findet sich die Gewerbenutzung ausschliesslich und durchgehend im Erdgeschoss, nämlich im eingeschossigen, freistehenden Vorbau zur Seestrasse sowie im Erdgeschoss des Hauptgebäudes. Während sich die überhohen Räume des Vorbaus auch für Verkaufsnutzungen eignen, bietet sich das Erdgeschoss des Hauptgebäudes für Büros und Ateliers an (Redaktion). Die Wohnnutzungen sind demnach ausschliesslich in den Obergeschossen untergebracht und damit befreit von unerwünschten Einblicken. Das Wohnen in den Obergeschossen erlaubt zudem die gleichberechtigte Nutzung des Aussenraumes für alle Bewohner.

Erschliessung
Die Gewerbenutzungen werden aufgrund ihrer Lage im Erdgeschoss fussläufig alle direkt von aussen erschlossen, sodass keine unerwünschten «Kreuzungen» mit der Wohnnutzung entstehen. Die Wohnungen werden über drei zenital belichtete Treppenhäuser erschlossen. Die drei Eingänge werden im Aussenraum über das bereits erwähnte Vordach zusammengefasst, sodass die Bewohner und deren Besucher an der Strasse «angeholt» werden. Dieser «Eintritt» wird einer Vorfahrt ähnlich über eine Baumgruppe artikuliert.
Die Erschliessung mit dem Auto ist gegliedert in einen Zugang für Besucher und eine Einfahrt für Bewohner und Arbeitende. Die Besucherparkplätze befinden sich an der westlichen Grundstücksgrenze und sind Teil des zentralen Erschliessungsplatzes, welcher an der Kreuzung von See- und Oberlandstrasse angebunden ist. Die Einfahrt in die Tiefgarage für Bewohner und Mitarbeiter ist östlich dem Vorbau angelagert und entschärft so Kreuzung und Zufahrt. Die Tiefgarage ist in einen Wohn- und Gewerbeteil gegliedert. Neben der Einfahrt verbleibt eine Arealzufahrt von 3.50m Breite für Feuerwehr, Sanität und Umzug. Diese Zufahrt dient im weiteren dem Zugang zu einem offenen, aber überdachten Veloparking.

Aussenraum
Die strassenseitigen Aussenräume sind mit asphaltierten und chaussierten Flächen gegliedert und dienen primär der Erschliessung. Eine Baumgruppe markiert einer Vorfahrt den fussläufigen Zugang zum Wohnhaus (wie auch die Zufahrt für Besucher). Gleichzeitig ist die Baumgruppe eine Referenz an den klassischen Villengarten am Zürichsee (eine Zeder, zwei Mammutbäume).
Der seeseitige Aussenraum dient der Erholung und dem Aufenthalt der Arbeitenden und der Bewohner. Die primäre Gliederung folgt analog der Strassenseite einer streifenartigen Ordnung: Die hausnahe Raumschicht ist reserviert für die Büros im Erdgeschoss, die über direkte Austritte verfügen. Ein mittlerer Bereich steht ausschliesslich den Bewohnern zur Verfügung. Er ist über einen Stich direkt von den Treppenhäusern her erreichbar und funktioniert in seiner schwachen Determinierung ähnlich wie ein englischer «Pleasure Ground», der termporär bespielt wird. Die bestehenden Trompetenbäume (Catalpa) bespielen zusammen mit mehrstämmigen Magnolien diesen Gartenbereich. Zum Aussenraum der Gewerbenutzung wirkt eine üppige Staudenbepflanzung (mixed Border) als. Zum See hin wird Pleasure Ground durch eine bewachsene Pergola abgeschlossen, gleichwohl mit die Pergola selber Aufenthaltsraum mit Sichtbezug auf den Zürichsee. Zwischen Pergola und Seeufer spannt sich ein dritter Bereich auf, der Bewohnern und Arbeitenden gleichermassen zur Verfügung steht. Er ist chaussiert und mit ortstypischen Platanen bestanden. Die Uferzone wird erhalten.
Die Gliederung des seeseitigen Aussenraumes vermeidet Störungen zwischen Wohn- und Gewerbenutzung: Die hausnahen Räume der Büros werden hauptsächlich am Tag benutzt, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind, umgekehrt schafft dieser «Streifen» ausreichend Abstand zwischen den Wohnungen und dem Aussenraum der Bewohner, sodass bei gleichzeitigem Aufenthalt auf den Terrassen und dem pleasure ground keine gegenseitigen Störungen auftreten. Das Mobiliar für die Nutzung des pleasure ground findet in einem Pavillion Platz, der Teil der Pergola ist.

Wohnungen
Zwei Absichten bestimmen die Wohnungen: Erstens die Idee, dass auch strassenseitige Räume einen Seebezug aufweisen und sich die Grundrisse durch eine hohe Durchlässigkeit auszeichnen. Zweitens die Absicht, dass sich die Wohnungen durch den Einbezug der privaten Aussenräume visuell «vergrössern». Umgesetzt wurden diese Absichten durch ein Grundrisslayout, das auf einer diagonal angelegten Kreuzfigur aufbaut.
Dabei werden beidseitig mittig Aussenräume eingezogen, welche Licht in den Ess- und Kochbereich sowie einen strassenseitigen Wohnraum bringen. Zudem schaffen die um die Terrassen angelagerten Räume «Ein- und Durchblicke» in die eigene Wohnung und erzeugen so die beabsichtige räumliche Erweiterung des Wohnraumes. Vor diesem Hintergrund ist auch der innen wie aussen durchlaufende Bodenbelag aus weissem Marmor zu verstehen. Man könnte vom Wohnen auf einer «grossen Terrasse» sprechen; hierin besteht auch eine ausgeprägte Kohärenz zwischen Wohnform und architektonischem Ausdruck.
Auf der Ebene der Nutzung zeichnen sich die Wohnungen durch einen hohen, dem Standard entsprechenden Gebrauchswerts aus. Sie verfügen über ein Entree mit seitlich angelagertem, abgeschlossenem Garberobenraum. Ebenfalls neben dem Eingang befindet sich ein separater Rediut- und Hauswirtschaftsraum mit Bezug zur Küche. Vom Entree aus öffnet sich eine fliessende Raumfolge über den strassenseitigen Wohnraum – ein Kaminzimmer, das Zugang zu zwei Zimmern gibt – oder über die Küche hin zum Ess-/Wohnraum. Diese offene Folge von Wohnräumen lässt sich unterschiedlich möblieren und nutzen. Das grosszügige Nebenraumangebot wird ergänzt durch grosse Badräume sowie einen weiteren Stauraum, der im Falle einer Schlafnutzung des seeseitigen Zimmers als Ankleide dient. Die Terrassen verfügen über einen Aussenkamin.
Das Gebäude bietet insgesamt 15 Wohnungen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind das jeweils zwei 4- und zwei 5-Zimmer-Wohnungen sowie eine 2-Zimmer-Wohnung. Im Attikageschoss befinden sich vier 4-Zimmer-Wohnungen und eine 2-Zimmer-Wohnung. Die strasseneitigen Räume lassen seitlich über die eingezogene Terrasse lüften, sodass die Schallwerte auch im westlichen Bereich eingehalten werden.

Architektur
Die plastisch kräftige Architektur des Hauptgebäudes ist aus «Plattformen» aufgebaut, die im Innern von raumbildenden, abgewinkelten Wandscheiben getragen werden. Im Erdgeschoss lagert die Struktur auf kräftigen Pfeilern, wobei die mittleren zwei Reihen über Unterzüge zusammengebunden werden und eine Mittelzone in den Büroflächen definieren sowie Raum für die Medienerschliessung der Wohngeschosse bieten. Aussen spannen sich zwischen den «Plattformen» raumhohe Schiebefenster-Verglasungen auf. Seeseitig «verankern» zwei Kamine das Volumen.
Die Stirnen der auskragenden, in Ortbeton gegossenen Platten und Brüstungen werden mit grobem, warm-grauem Muschelkalk verblendet. Die Profile der Holz-Metallfenster sind dunkel einbrennlackiert und treten, verstärkt über den Schattenwurf der Geschossplatten, optisch hinter die Stirnen der Platten zurück.
Die Architektur des strassenseitigen Vorbaus lehnt sich am Hauptgebäude an: Ein «schweres» Dach lagert auf auf Stützen und Unterzügen, aussen spannt sich auch hier eine geschosshohe, umlaufende Verglasung auf. Die von den Wohnungen einsehbare Dachaufsicht wird durch plastisch ausformulierte Oblichter gegliedert.

Geibelstrasse

Der Neubau besetzt wie das vormalige Haus die Kreuzung von Geibel- und Scheffelstrasse und besitzt wiederum einen solitären Charakter. Die Fassadenlängen zu Geibel- und Scheffelstrasse weisen ähnliche Masse auf, was ebenfalls an den prismatischen Körper des Bestandes erinnert. Zusätzliches Volumen wird über einen schlanken Gebäudeteil geschaffen, der von der Strasse zurückversetzt in den Gartenraum stösst. In der Fassadenabwicklung wird dabei nach Südosten eine Kehle ausgebildet, die einerseits für gute Belichtungsverhältnisse in den Wohnungen sorgt und andererseits Raum für den Erhalt einer grossen Zeder bietet.
Auf den Regelgeschossen werden jeweils eine 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnung angeboten. Deren Aussenräume befinden sich immer an den Gebäudeecken. Im Attikageschoss reduziert sich die Anzahl der Wohnungen auf eine 2- und eine 4-Zimmer-Wohnung. Prägendes Element in allen Wohnungen sind die nach aussen respektive innen gefalteten Fenster. In Verbindung mit den Türen regulieren die nach innen geknickten Fenster die Raumübergänge. Durch ihre Lage öffnen sich die Räume mehrheitlich über die Raumecken und geben interessante Blicke in die Strassenräume bzw. -achsen sowie den Garten frei. Gleichzeitig sind damit die Innenräume vor unerwünschten Einblicken gut geschützt und bieten ausreichend Wandflächen für die Möblierung.
Die äussere Materialisierung wurde mit zwei verschiedenen Verputzen umgesetzt: Einem feinen Putz, der die Fenster gewändeartig einfasst und mit zwei umlaufenden, feinen Bändern an die ortstypischen Gesimse erinnert sowie einem gröberen Putz in den Feldern dieses Netzes. Das Haus erscheint dadurch insgesamt zurückhaltend und fügt sich unaufgeregt in das sehr homogen bebaute Quartier in Wipkingen ein. Die Übergänge zwischen Grundstück und Strassenraum sind mit niedrigen Mauern, Heckenplanzungen und Eingangstoren quartiertypisch ausgestaltet.

> Lageplan

Waldhäuser

Lektüre des Ortes und städtebauliches Konzept
Das Projekt basiert auf einem zentralen Entwurfsthema: Dem Wohnen im Wald. Die zu bebauende Parzelle bietet die einmalige Chance Wohnhäuser im «Wald» zu realisieren. Das Waldgesetz von 1991 untersagt das Bauen im Wald, indem es den Zweck des Wald wie folgt definiert: «Den Wald als naturnahe Lebensgemeinschaft schützen und diesen in seiner Fläche und räumlichen Verteilung erhalten». Da somit das Bauen im Wald grundsätzlich nicht erlaubt ist, liegt umgekehrt das einmalige Potential dieser Parzelle darin, genau dies zu tun, weil sie praktisch dreiseitig von Wald umschlossen ist und wenige Neupflanzungen den Eindruck eines kontinuierlichen Waldraumes erzeugen können.
Der thematische Bezug der Häuser zum Wald hat im Wesentlichen zwei Vorteile. Erstens kann dadurch die städtebauliche Situation geklärt werden. Wie schon im Situationsplan von Diener & Diener vorgeschlagen wird der dichte und urbane Charakter der Bebauung auf dem Hauptareal in seiner ortsbaulichen Identität gestärkt, indem nördlich angrenzend eine sich vollkommen anders verortende Bautypologie realisiert wird. Die Bebauung auf dem Hauptareal bezieht sich auf die Stadt, jene im Waldgrundstück auf das Komplementäre – die Natur und den Wald.
Zweitens wird mit der Thematik des Wohnen im Wald das einmalige Identitätspotential der Parzelle genutzt. Es bezieht sich auf die gesellschaftliche Sehnsucht nach einem urbanen Wohnen im Grünen, umgeben von Bäumen. Immer mehr urbane Menschen sehnen sich nach einer Überlagerung von gebauter Stadt und wilder Natur. Das Wohnen im Wald verkörpert diese romantische Ausrichtung auf ideale Weise und spricht ein klares Zielpublikum an. Die Idee verspricht demnach ein Alleinstellungsmerkmal für die Überbauung, welches sich einfach für die Vermarktung nutzen lässt.

Der Wald und das Haus
Das Projekt besetzt die Waldlichtung mit vier gleich grossen, im Grundriss blattförmigen Häusern. Diese sind so gesetzt, dass sich weder ein Zentrum bildet, noch eine hintere Reihe entsteht. Die einzelnen Häuser werden über einen schmalen Zugangsweg aus grosskörnigem Walzasphalt ab der Fangletenstrasse erschlossen und entwickeln sich in die Tiefe des Waldgrundstücks. Durch das Pflanzen von einzelnen Bäumen, zum Teil dicht an den Häusern, wird ein System von offenen Lichtungen mit Wiesen, einem Saum aus Bäumen und „Baumhäusern“ gebildet. Durch die Konzentration der Besucherparkplätze und Veloständer an der Fangletenstrasse wird im Innern des Grundstückes die Stimmung von «Baumhäusern in einer Waldlichtung» nicht durch die üblichen Nebenbauten einer Wohnsiedlung gestört.
Vom Zugangsweg erreicht man über einen Holzsteg die Eingangshalle von welcher ein zentrales Treppenhaus, einem Stamm gleich, jede Wohnung erschliesst. Innerhalb der identischen Grundform und einer Grundfläche von 600 m2 (das Maximum nach GVZ für ein Treppenhaus) können 4, 5 oder 6 Wohnungen angeordnet werden. Dies ermöglicht in der Projektentwicklung eine maximale Flexibilität bei der Definition des Wohnungsspiegels und der Wohnungsgrössen.

Die Wohnungen
Alle Wohnungen sind zwei- oder dreiseitig orientiert und verfügen durch die abgetreppte Fassadenabwicklung über ganz unterschiedliche Ausblicke auf den Waldrand, in die Tiefe des Grundstückes oder gegen Osten über die Dächer von Bülach. Man betritt jede Wohnungen über eine Eingangshalle – mit genügend Platz für einen mieterseitigen Garderoben- und Reduitschrank – von welcher aus die Zimmer und der Wohn-/Essbereich direkt erschlossen werden. Eine breite Wandscheibe als Haustechnikschacht für die kontrollierte Lüftung und das Haustechnikcenter gliedern den Wohn-/Essbereich in wohlproportionierte Raumzonen für die unterschiedlichen Nutzungen. Ein über den Wohnbereich erschlossenes halböffentliches Zimmer und die umlaufende Laube vervollständigen das reichhaltige Raumangebot. Der Grundriss zeichnet sich durch einen robusten Schnitt und hohem Gebrauchswert aus.

Architektonischer Ausdruck
Dem Grundthema entsprechend sucht das Haus sowohl sinnlich als auch inhaltlich den Bezug zum Wald. Ein umgehender Laubenkranz verleiht dem Haus eine räumliche Tiefe mit einem schönen Licht- und Schattenspiel und unterstreicht die Wichtigkeit des Aussenraums für das Wohnen im Wald. Die Raumschicht der Laube vermittelt zwischen innen und aussen und fungiert zugleich als Filter und Distanzraum zum Wald und den Nachbarhäusern. Die Laube soll in bewährter Art aus auskragenden Ortbetonplatten und vorgefertigten Betonlisenen gefügt werden. Ein einfaches Staketengeländer, Verbundrafflamellenstoren und ein Vorhang komplementieren den unprätentiösen Ausdruck des Hauses. Da kein Kontrast, sondern eine stimmungsmässige Nähe zum Wald gesucht wird, sollen die Betonoberflächen wie auch die Holzschalung auf den geschlossenen Wandteilen dunkel lasiert werden.

Haus Steiger

Ein Haus am See
Das Grundstück liegt in einem Einfamilienhausquartier, am Rand der Kernzone Thalwils, unweit des Bahnhofs. Gegen Norden und Osten wird es von einem steil abfallenden Terrain bestimmt. Die topografisch exponierte Lage eröffnet Blickbezüge über den See bis nach Zürich und in die Alpen. Der Vordergrund mit Seestrasse und Ufer wird dabei ausgeblendet, der Blick wird in die Ferne gerichtet. Der Neubau zeichnet sich durch eine einfache «Villenarchitektur» aus, die sich architektonisch auf den palazzoartigen Altbau mit seinen klassizistischen Anleihen bezieht. Dieser Altbau befindet sich ebenfalls im Besitzt der Bauherrschaft. Zusammen bilden die beiden Häuser ein Ensemble. Der Neubau orientiert sich wie der Palazzo mit einer Schauseite zum See. In der Wohnhalle der beiden Hauptgeschosse werden die Fenster um die Gebäudeecken angeordnet und geben Blicke in die «Achsen» des Sees frei. Das daraus entwickelte Thema der Eckfenster wird zum bestimmenden Element der Architektur. Das Haus verneint in seinem Ausdruck seinen Mehrfamilienhauscharakter und integriert sich als «Villa» ins Einfamilienhausquartier. Damit stellt es einen Beitrag dar, wie solche Quartiere verdichtet werden können.

Drei Wohnungen
Ein gedeckter Eingang adressiert das Haus an der Strasse. Das Raumprogramm umfasst drei Wohnungen mit unterschiedlichen Zuschnitten. Diese richten sich nach den geforderten Wohnungsgrössen und den erwarteten Nutzern. Die Grundrisse entwickeln sich aus der städtebaulichen Setzung des Volumens:. Durch eine mehrseitige Orientierung und die Eckfenster entstehen für jede der drei Wohnungen spezifische Räume. Unterschiedliche, sorgfältig angeordnete Innentüren und ein durchgehender Bodenbelag lassen offene Raumgefüge entstehen.
Die 4.5-Zimmer-Wohnung der Bauherrschaft ist als Geschosswohnung im 1. Obergeschoss angelegt. Ein innenliegendes Entrée bildet das Rückgrat der Wohnung – von hier aus sind alle Zimmer erschlossen. Der 3.50 Meter hohe und länglich proportionierte Raum wird über eine dreiseitig mattverglaste Oberlichtlaterne belichtet. Eine raumhohe Doppelflügeltüre führt in die leicht überhöhte Wohnhalle und eröffnet den Blick zum See. Die Küche ist halboffen dem Essraum zugeschaltet. Der Wohnraum steht in direktem Bezug zur grossen Terrasse auf dem Dach des annexartigen Gebäudeteils. Ein «Gartenzimmer» mit grossem Fenster zur Terrasse lässt sich als Wintergarten, Study, Bibliothek, Büro, Gäste- oder Schlafzimmer nutzen. Die grosszügig geschnittenen Schlafzimmer befinden sich hangseitig.
Vom Erdgeschoss entwickeln sich dem Hang entlang zwei maisonetteartige Mietwohnungen, die spannungsvollen Raum für unterschiedliche Mieter und Lebensvorstellungen bieten. Die 6.5-Zimmer-Wohnung mit grossem, südlich gelegenen Garten kann einer Familie mit Kindern dienen. Hier fungiert ebenfalls ein innenliegendes Entrée mit Garderobe als Verteilzone, von wo aus direkt die Küche, ein Büro und eine Gästetoilette erschlossen werden. Eine raumhohe Doppelflügeltüre führt wiederum in die Wohnhalle zum See. Ein Schlafzimmer mit eigenem Bad wird über den Wohnraum erschlossen. Über eine viertelgewendelte, halbrunde Treppe wird das untere Geschoss mit drei Zimmern und zwei Bädern erschlossen; dieses verfügt über einen eigenen Ein- und Ausgang via Keller. Die Zimmer stossen über eine Sitzstufe in der Fensterbank zum seeseitigen Gartenniveau.
Die 3.5-Maisonettewohnung mit studioartigem Charakter wird vom Treppenhaus ebenerdig betreten. Von dort gelangt man durch die Garderobe mit Sitzbank über drei Stufen hinunter in einen überhohen Wohn- und Essraum mit halboffener Küche. Über die viertelgewendelte, halbrunde Treppe wird wiederum das untere Geschoss erreicht, wo sich zwei Zimmer, eine Ankleide sowie das Bad befinden.

Konstruktion und Ausdruck
Das Haus ist in einer konventionellen Massivbauweise erstellt. Die Fassaden bestehen aus hinterlüfteten Partien aus Eternit sowie verputzten, aussengedämmten Flächen. Die Kompaktfassaden sind mit einem feinkörnigen Putz versehen. Putz und Eternit kontrastieren nur gering und sind in feinen Grautönen gehalten.
Der städtebaulichen folgend wurde der Ausdruck einer einfachen «Villenarchitektur» gesucht. In Bezug zum seeseitigen Altbau weist das Haus an seiner Hauptseite ebenfalls regelmässig gegliederte Fensterachsen auf. Prägend ist die vertikale Gliederung, die primär über die raumhohen Fensterformate und die plastische Komposition des Gebäudekörpers gegeben ist. Als sekundäres Gliederungselement fungiert ein «Netz» bestehend aus gewändeartigen Rahmungen der Fenster und gesimsartigen Bändern, welche an der klassischen Architektursprache des Altbaus anknüpfen.

Schafschürwies

Obsthalde

Das Quartier um die Obsthaldenstrasse in Zürich-Affoltern ist von einer geringen baulichen Dichte mit starker Durchgrünung und zwei- bis dreigeschossigen Zeilenbauten in einfacher Bauweise geprägt. An den Rändern des Quartiers finden sich kleinere Einfamilienhaussiedlungen. Die Siedlungsstruktur umfasst private und genossenschaftliche Bauten. Aufgrund der Parzellenstruktur, der zahlreichen Einfamilienhäuser und der damit verbundenen Eigentumsverhältnisse ist nicht von einer Transformation der Quartierstruktur hin zu einer neuen Stadtform auszugehen. Die Gartenstadt wird hier ihre Qualitäten erhalten.
In Analogie zur umgebenden Bebauung sind die Ersatzneubauten als «einfache Häuser» realisiert, die in ihrer Gebrauchstauglichkeit der Wohnungen und der Solidität der Konstruktion den ursprünglichen Häusern in nichts nachstehen und die gartenstädtische Situation weiterentwickeln. Die drei schlanken Zeilenbauten weisen lediglich drei Geschosse auf und fügen sich mit flach geneigten Satteldächern und einer zurückhaltenden Erscheinung als verputzte Körper in die umgebende Bebauungsstruktur ein. Auch der Aussenraum schliesst in seiner Massstäblichkeit am Bestand an und baut auf drei ortstypischen Elementen auf: Hauszugänge mit Vorgärten, Privatgärten sowie ein durchlässiges Wegenetz.
Die hohe Gebrauchstauglichkeit der Wohnungen ermöglicht den Bewohnern je nach Lebensstil unterschiedliche Wohnformen. Aufgrund der flächenökonomischen und regelhaften Grundrisse konnten kostengünstige Wohnungen erstellt werden. Mehrfachverbindungen in Form von zirkulären inneren Wegen zwischen den einzelnen Räumen lassen dabei den Eindruck räumlicher Grosszügigkeit entstehen.
Die im Verhältnis zum Gebäudekörper teilweise grossen Öffnungen erzeugen eine eigene Massstäblichkeit und lassen die Gebäude kleiner erscheinen als sie tatsächlich sind. Zusätzlich wird die Dreigeschossigkeit durch einen robusten Betonsockel, den verputzten Mittelteil und ein kräftig zeichnendes Dach gegliedert. In der Länge werden die Körper durch Risalite und alternierende vertikale Bänder aus Kellenwurf- und Glattputz rhythmisiert und verkürzt. Die Fassadenreliefs des Künstlers Christian Hörler erzählen vom Alltag und beziehen sich typologisch auf den Giebelschmuck der genossenschaftlichen Wohnhäuser der 1940er-Jahre.

> Lageplan

Labitzke

Drei Häuser Hohlstrasse: Das Scheibenhochhaus an der Hohlstrasse wird durch vier Treppenhäuser direkt ab der Hohlstrasse erschlossen. Eine durchgehende Stützen-Platten-Struktur ermöglicht eine maximale Flexibilität in der Nutzungszuordnung. Das Erdgeschoss ist als Gewerbefläche konzipiert. Hofseitig können fünf, direkt von aussen erschlossene Atelierwohnungen angeboten werden. Das 1. Obergeschoss eignet sich aufgrund der Raumtiefe bestens für Büronutzungen (Kombibüro) oder Served Appartements. Das Regelgeschoss ist als eine Addition von vier Dreispännern mit jeweils zwei 3.5- und einer 2.5 Zimmerwohnung organisiert. Über ein Schaltzimmer kann der Wohnungsspiegel, den Marktverhältnissen entsprechend, zwischen einer 2.5-Zimmer- und einer 4.5-Zimmerwohnung frei eingestellt werden. Die Wohnungen generieren ihre spezifische Qualität über die grosse Tiefe der Grundrisse und die räumliche Verschränkung des Wohnraumes mit dem Schlafzimmer. Im 9. Und 10. Geschoss werden als eigentliche Penthouses attraktive Maisonettwohnungen vorgeschlagen.
Hofgebäude: Das Hofgebäude schreibt die heutige Identität des Ortes mit den gewerblich genutzten Hallenbauten fort. Von der Wohn- und Spielgasse werden vier fünfspännige Treppenhäuser und die dazugehörenden Veloräume direkt erschlossen. Sechs, stellenweise überhohe Wohnateliers entwickeln sich von der öffentlichen Gasse zum halbprivaten Hofgarten. Im Regelgeschoss werden – der Typologie des Hauses folgend – einfache, gut proportionierte, zirka 50 m2 grosse Hallenräume angeboten. Mittels einer Leichtbau und grossen Schiebetüren kann ein Zimmerbereich abgetrennt werden. In einer mittleren die Grundstruktur des Hauses prägenden Kammerschicht sind grosse Nebenräume und für die 3.5-Zimmerwohnung ein separates Zimmer angeordnet. Jedes Treppenhaus führt auf das Dachgeschoss, von wo über einen kleinen Gemeinschaftsraum ein grosszügiger Dachgarten erreicht wird. Dieser Dachgarten kann im Sinne des urban farming bewirtschaftet werden.
Hochhaus: Das Hochhaus wird von der Albulastrasse über eine zweigeschossige Eingangshalle erschlossen. Gewerbe- und Restaurationsflächen leiten in die Wohngasse über und prägen das öffentliche Zentrum des neuen Ensembles. Vom Erschliessungskern aus werden in den ersten fünf Geschoss acht und in den obersten sieben Geschossen jeweils sieben Wohnungen erschlossen. Die Wohnungen loten das spezifische Potential des Wohnens im Hochhaus aus. Über ein Entree tritt man in einen sich dreiseitig zur Aussicht öffnenden Wohn-/Essraum. Durch die Abtreppung des Wohnbereichs um zwei Stufen wird ein horizontales Panorama über die tiefen Brüstungen nach unten auf die Stadt eröffnet.
Identität des Ortes und Entwicklungsstrategie Die vorgeschlagenen Haustypen sind ganz klar aus den unterschiedlichen Potentialen der jeweiligen Standorte entwickelt. Das Projekt schreibt die Tradition des Ortes fort und überhöht die vorhandenen Identitäten zu unverkennbaren Adressen. So verdeutlicht das Haus an der Hohlstrasse den heutigen Charakter dieser Strasse als urbane, stark frequentierte Erschliessungsader. Die Wohnungen loten das Potential zwischen der urbanen Strassenseite und der ruhigen südlichen Hofseite aus, wo das Haus gleichsam als Terrassenbau in Erscheinung tritt. Das Hofgebäude dagegen steht in der Tradition der flachen und langen von der Albulastrasse in die Arealtiefe stossenden Gewerbehallen. Die heterogene Identität der Albulastrasse wird durch das sich aus einem liegenden Sockel in die höhe entwickelnde Hochhaus weiter betont.
Es liegt auf der Hand, dass die drei Häuser jeweils unterschiedliche Zielgruppen ansprechen sollen. So wurde das Hofgebäude naheliegenderweise für das Zielpublikum der «Urban Avantgard» entworfen. Das Haus an der Hohlstrasse wie auch das Hochhaus entspricht den Wohnbedürfnissen der «etablierten Alternativen». Die Wohnungen im Hochhaus können als verkauft werden.
Nachhaltigkeit und Energienutzung Massgebend für die Einhaltung des geforderten Minergie-P-Eco-Standards sind die kompakte Gebäudevolumetrie des Projektes, die vertikal durchgehende statische Struktur der drei Häuser sowie das verhältnissmässig kleine Untergeschoss (ein Grossteil der Veloräume und anderer Nebenräume ist oberirdisch angeordnet). Ebenso wichtig für die Nachhaltigkeit des Projektes ist die flexible Gebäudestruktur (Stützen/Platten) beim Hochhaus und dem Längsbau an der Hohlstrasse, welche spätere Umbauten zulassen, sowie die dauerhafte und deshalb unterhaltsarme Ausbildung der Fassade mit vorgeblendetem Klinker.
Als Lüftungskonzept wird für jedes Haus eine kontrollierte Lüftung mit zentralen Steigzonen und einer Zentrale im Untergeschoss vorgeschlagen. Für den sommerlichen Wärmeschutz verfügen alle Fenster über eine konventionellen, aussenliegenden Sonnenschutz.

Städtebau Hinter dem Projekt steht eine klare städtebauliche Grundabsicht: Aufgrund der Arealgrösse, des Quartiercharakters und der Lage des Grundstückes in der Stadt soll hier keine «Siedlung» oder sogenannte Arealüberbauung entstehen, sondern «Städtebau» im wörtlichen Sinne betrieben werden – die Neubauten sollen die bestehende Stadtstruktur weiterentwickeln und neu prägen. Es geht nicht um ein städtebauliches Implantat, sondern um eine Interpretation der Stadt.
Aus diesem Grund werden drei verschiedene, je spezifische Gebäude vorgeschlagen, die sich ebenso stark auf die bestehende Stadt beziehen, wie sie untereinander Verbindungen eingehen. An der Hohlstrasse wird ein scheibenförmiger Längsbau vorgeschlagen, der die prägnante räumliche Fassung der Hohlstrasse weiterentwickelt und mit den geplanten Hochhausscheiben auf der gegenüberliegenden Strassenseite in Verbindung tritt, ohne dabei eine Torsituation zu erzeugen, wie das bei einem Hochpunkt der Fall wäre. Zum Arealinnern bietet der Bau einen guten Lärmschutz.
Die zwei anderen Gebäude liegen an der Albulastrasse, welche gewerblich geprägt ist und deshalb einen disperseren Gebäudebestand aufweist. Das vorgeschlagene Hochhaus steht direkt an der Strasse und weist in seinen Proportionen einen gedrungenen Charakter auf. Die horizontale Fassadengliederung strebt nicht nach der städtischen Eleganz eines «City Towers», sondern verankert den Bau am Ort. Der zweite, flache Bau entwickelt sich von der Hohlstrasse in die Arealtiefe und vermittelt zwischen Strasse und «Hofraum». In seinem Erdgeschoss werden Wohnateliers angeboten, die wesentlich den unmittelbaren, gemeinschaftlich-öffentlichen Aussenraum prägen.

Umgebung Auch der Aussenraum folgt der eingangs formulierten Ausgangsthese: Er wird nicht als «Vorbereich» der Gebäude verstanden, sondern als verbindender Stadtraum, dem eine mindestens so starke Gestaltpräsenz zukommt, wie den Gebäuden selbst. Diese Bedeutung und Wirkung wird im wesentlichen durch einen zusammenhängenden Baumkörper erzeugt, der sich zwischen Hohl- und Albulastrasse spannt und seitlich in bewegungsberuhigte Aussenräume ausgreift – ein Boskett auf Chaussierung vor dem Hochhaus sowie eine grüne Spielfläche beim Längsbau. Das Blätterdach dieses Baumkörpers fasst eine Wohn- und Spielgasse, die einen selbstverständlichen Übergang zwischen Öffentlichkeit und Privatheit schafft. Ihre informelle Möblierung schafft verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, ohne den durchgehend öffentlich zugänglichen Raum stark zu determinieren. Auf der gegenüberliegende Seite fasst das Hofhaus einen ruhigen Kiesgarten.
In den Strassenräumen wird, wie im Quartier üblich, der Asphalt an die Gebäude herangeführt. Darin eingelassen sind Baumscheiben von der Allee an der Hohlstrasse sowie für Einzelbäume an der Albulastrasse. Hier befinden sich zudem die Besucherparkplätze (Hohl- und Albulastrasse) sowie die im Gebäudesockel des Hochhauses liegende Tiefgarageneinfahrt, sodass das Arealinnere frei ist von Autoverkehr.
Ausdruck Eine weitere Verbindung zwischen den drei Gebäuden schafft die durchgehend gleiche, jeweils auf den Charakter des Gebäudes abgestimmte Fassadenmaterialisierung mit vorgeblendetem Klinker. Beim Hochhaus sind das schwarze, im Raster verlegte Klinkerplatten, die mit den breiten hellen Aluminiumrahmen der Verglasungen kontrastieren. Beim flachen «Hofgebäude» werden hell geschlemmte Backsteinplatten vorgeschlagen. Die Homogenität und «Weichheit» der Erscheinung nimmt Bezug auf die haptische Nähe in der Wohn- und Spielgasse. Der Längsbau schliesslich wird mit bräunlich-rötlichem Klinker verkleidet, der die physische Schwere und lagernde Präsenz des Baukörpers unterstreicht.