Die genossenschaftliche Wohnsiedlung Buchwiesen in Zürich-Seebach baut auf zwei Ideen auf. Es ist ein Projekt, welches das Wohnen in Zürichs Gartenstadt im Zuge der Verdichtung neu formuliert. Dabei wird der isotopische Freiraum im vorherrschenden Zeilenbau aufgegeben und stattdessen in grossen Gartenhöfen konzentriert. Die offenen Höfe werden über viergeschossige Baukörper gefasst, die sich aus schlanken Zeilen sowie Gelenk- und Kopfbauten zusammensetzen. Diese Grossformen bilden im Innern gemeinschaftliche und nach Aussen private Freiräume aus. Die Wohnungen besitzen gleichzeitig Weitblicke ins Innere der Siedlung und hinaus in die Landschaft.
Die zweite Idee betrifft das vielseitige Wohnraumangebot, das auf zwei Typologien setzt. In den zeilenförmigen Abschnitten finden sich jeweils zwei übereinander liegende Reihenhäuser, welche erdgeschossig sowie über einen Laubengang im obersten Geschoss erschlossen sind. In den Kopf- und Gelenkbauten werden kleinere Geschosswohnungen angeboten. Die gewerblichen und gemeinschaftlichen Nutzungen sind in den Erdgeschossen der Gelenkbauten untergebracht.
Die Häuser haben ein leichtes und buntes Fassadenkleid mit hölzernen Lisenen und kleinteiligen Eternitschindeln. Die Lisenen fassen die Fenster und gliedern die langen Abwicklungen. Pergolen verbinden die Baukörper mit dem Garten und dem Himmel. In der fröhlichen Farbigkeit klingen Assoziationen an Bruno Taut’s Berliner Wohnsiedlungen an.
Die Sphinx sitzt stadtseitig am Triemliplatz und ist Teil der losen Hochhausgruppe des Spitals und Guyer-Turms. Der Name beschreibt die Gebäudefigur und bezieht sich zugleich auf die Bedeutung des Wohnhochhauses am Ort. Es markiert den Stadteingang, wo die weiten Kurven der Birmensdorferstrasse am Uetliberg in die lange Gerade auf dem Stadtboden übergehen.
Die Primärstruktur des Hauses bildet ein Betonskelett mit einem dichten Kranz von Fassadenstützen, einzelnen Stützen im Innenraum und tragenden Kernen. In der Fassade sitzen immer gleiche Fenster, die von einem äusseren Skelett vorfabrizierter Betonelemente gefasst werden. In der Vertikalen bilden Halbrundpilaster eine zweigeschossige Gliederung, im Grundriss funktionieren diese als Gelenke in der polygonalen Abwicklung. Die Kreuzfenster mit flacher Innenfaltung setzen den Körper unter Spannung und geben dem ausgeprägten Relief zusätzliche Tiefe.
Die nichtragenden Leichtbauwände im Innern schreiben offene Wohnräume in die neutrale Struktur von Tragwerk und Fassade ein. Die Grundrisse loten dabei die schwierigen Bedingungen des Lärmschutzes aus, der einzig eine Lüftung an der Südfassade zulässt. Gleichwohl besteht eine grosse Varianz an verschiedenen Wohnungen, die ergänzt wird über Studios im «Haus auf dem Haus», das im viergeschossigen Bereich anstelle einer Attika steht.
«Wirklich nichts wäre anders, aber alles wäre besser»
Das zweigeschossige Einfamilienhaus am Rand von Zürich Riesbach wurde 1906 für die Familie des Kunstmalers Heinrich Appenzeller von der Baufirma Fietz & Leuthold erbaut. Sein robuster Grundriss repräsentiert auf pragmatische Art die bürgerlichen Wohnvorstellungen jener Zeit. Einflüsse aus englischen Landhäusern sowie einige wenige dekorative Elemente bereichern das Haus. Ein augenfälliges, pittoreskes Element stellt ein burgartiger Risalit mit gestuftem Abschluss auf der Nordfassade dar; es gab wohl dem Haus seinen Namen “zum Dächli”.
Ein informell gehaltener Eingang mit Gästetoilette lag im Erdgeschoss; im Hochparterre befanden sich gartenseitig Küche und Esszimmer, daran anschliessend eine geschlossene Veranda sowie strassenseitig Wohnzimmer und Salon. Im Obergeschoss waren seit je drei Zimmer sowie das grosse Bad mit Ankleide, im Dachgeschoss befanden sich weitere Schlaf- und Angestelltenräume.
Mit dem Umbau führte die private Bauherrin dem Haus eine neue Nutzung zu – es wurde zum Wohn- und Atelierhaus. Das Raumprogramm wurde mit einfachen Eingriffen am Bestand an die zeitgenössischen Bedürfnisse seiner neuen Bewohnerschaft angepasst. Die Übergänge zwischen Alt und Neu wurden verschliffen.
Im Untergeschoss entstanden neue Atelierräume mit Töpferwerkstatt sowie eine Backstube. Aufgrund der fehlenden Garderobe wurde im Erdgeschoss das strassenseitige Zimmer durch ein raumhohes Schreinermöbel in zwei schmale Räume geteilt: in eine Umkleide sowie Bibliothek mit Arbeitsplatz. Laterale Durchbrüche öffnen die gekammerte Raumstruktur und verbinden Zimmer wie beispielsweise Küche mit Esszimmer, Salon mit Bibliothek, Schlafzimmer mit Ankleide und ermöglichen ein zweite Erschliessungsebene entlang der Fassaden. Die neuen gestemmten Türen sind konstruktiv und proportional den historischen nachempfunden, verweisen jedoch durch ein kleineres, skaliertes Format auf die neue, informelle Wegführung. Die Veranda im Erdgeschoss wurde im Sinne eines Wintergartens uminterpretiert und mit mineralischen Materialien, Terrazzo und einer Sitzbank aus glasierten Keramikkacheln neu geprägt. Eine feingliedrige Verglasung an Stelle der geschlossenen Trennwand schafft eine neue Durchlässigkeit, so dass der Wohnraum heller und grosszügiger erscheint und Haus und Garten sich stufenweise verschränken. Das grosse Zimmer mit Veranda im Obergeschoss wird als nutzungsneutraler Raum belassen: es kann Wohnzimmer, Gästezimmer, Salon oder Büro sein. Die Zimmer im Dachgeschoss sind ebenfalls nutzungsneutral und können als Arbeits-, Studier- oder Schlafzimmer genutzt werden.
Die Eingriffe an der Fassade sind ebenfalls minimal gehalten. Aus energetischen wie denkmalpflegerischen Gründen wurden die Fenster ersetzt. Die neuen Fenster mit Isolierglas wurden auf Grundlage von historischen Profilierungen entworfen. Der geschlossenporige und kunstsfoffhaltige Feinabrieb aus den 1980er wurde entfernt und durch einen ökologischen Sumpfkalkputz ersetzt. Dazu wurde eigens das Material vor Ort in einer Kalkhütte nach historischen Techniken eingesumpft und gemischt. Mit einer von Fassaden aus dem Quartier abgeleiteten, neuartigen Methode wurde der Putz mit Holzkohlemehl und Ocker pigmentiert und mittels einem Jutevlies grossflächig verrieben. Der lebendige, grobkörnige Putz bildet die Handschrift der Handwerker:in ab und soll das Haus in der Umgebung und in den Strassenzug natürlich einbinden. Der Dachabschluss und die hölzerne Dachuntersicht wurde ebenfalls in Anlehnung an die historischen Häuser im Quartier verfeinert und mit einer neuen Hohlkehle ausgebildet.
Eine Textarbeit des Künstlers Benedikt Bock aus gebrannten, bündig im Putz eingelegten, glasierten Keramikbuchstaben an der Westfassade zur Strasse nimmt im Sinne einer Inschrift unter anderem Bezug zur Geschichte des Hauses und stellt den Dialog zum öffentlichen Raum her. Ein Rankgerüst sowie handgeschmiedete Spalierhaken wurde mit den Umgebungsarbeiten an der Fassade angebracht.
Das Haus steht etwas abgerückt von der Strasse auf einer grossen Wiese. Es misst vierzig auf achtzehn Meter in der Grundfläche, hat vier Geschosse und ein Dach. Auf der offenen Südseite spiegelt sich das Astwerk der alten Bäume in der Glasfassade der Laube. Das Haus ist etwas zwischen Gewerbegebäude und Palazzo.
Zunächst haben wir uns gefragt, wie man abseits der Zentren, auf dem sogenannten Land wohnen könnte. Entstanden sind Wohnungen mit einfachen, grossen Räumen, immer gleichen Zimmern, hohen Türen und einer hölzernen Laube. Die Materialien sind fast ein wenig rustikal, die Konstruktionen handwerklich und robust.
Und wir haben bei der Arbeit ein paar Entdeckungen gemacht: Beispielsweise das Potential der Spenglerarbeiten für den architektonischen Ausdruck oder die Bedeutung von Nebenbauten zur Verankerung eines so grossen Hauses in der Umgebung – mit dem Velohaus an der benachbarten Brandwand, dem Rundpavillon auf der Wiese oder den Pergolen und Mauerfragmenten zwischen Haus und Strasse.
Das Haus an der Schulstrasse ist unser kostengünstigstes Projekt: für weniger als zehn Millionen Franken konnten wir hier fast vierzig Wohnungen bauen.
Die zwei grossen Häuser der genossenschaftlichen Wohnsiedlung Riedacker stehen in einem heterogenen Gefüge zwischen der Altwiesen- und Dübendorferstrasse. Hier geht die Gartenstadt von Steiner über in die Ensembles der Spätmoderne. Im unmittelbaren Kontext gibt es Einfamilien- und Gewerbehäuser sowie eine Kirche. Die beiden Häuser bekennen sich zu den gartenstädtischen Qualitäten von Schwamendingen, interpretieren diese aber in einer eigenständigen Figur und in einer neuen Wohnform.
Im Zentrum dieses Wohnens steht ein grosser quadratischer Raum, der jeweils eine Gebäudeecke besetzt. Der Raum wird über zwei diagonal eingestellte, verglaste Membranen in die Küche, den Wohnraum und eine Terrasse geteilt. Wir haben dieses Raumgefüge mit einer Laube verglichen, vom Wohnen auf einer grossen Terrasse gesprochen. In den vier- und fünfgeschossigen Häusern wird das Wohnen am Garten gewissermassen gestapelt.
Die gestaffelten Baukörper werden von einer dünnen Fassadenhaut mit einem feinmaschigen Netz aus Aluminium, Glas und Holz umspannt. Die lichten Innenräume gehen über in dunkle, mineralisch materialisierte Treppenhäuser, die ihrerseits Aussenraumqualitäten aufweisen – die Laube einer jeden Wohnung ist bildhaft gesprochen direkt von aussen zugänglich und dennoch Teil eines inneren Kollektivs.
Mit dem Auftrag zum Bau von Kleinwohnungen an der Stampfenbachstrasse haben wir nach einem Wohnraum gesucht, der jenseits einer «verkleinerten» Familienwohnung als auch eines platten Einraum-Lofts zu verorten ist. Die Idee für ein solches Wohnen baut auf der Vorstellung eines «performativen Raumes» auf, der sich individuell dem Bewohnenden anpasst: Ähnlich einem Kleid legt er sich um den menschlichen Körper, lässt sich öffnen und schliessen, bietet für den leichten Hausrat unterschiedliche «Taschen» und Stauräume.
Im Sinne dieser Performanz wurden die grundlegenden Elemente der Architektur neu gedacht: Boden und Decke, Türen und Wände, Einbauten und Möbel, Fenster, strukturelle Elemente, Vorhänge, Spiegel etc. Neben beweglichen Elementen sind insbesondere fassadenseitige Podeste von Bedeutung. Hier wird der Boden zur Sitz- und Liegefläche. Damit verknüpft ist die Idee eines Wohnens mit wenig Mobiliar. Vor der Realisierung wurde exemplarisch eine Wohnung mit einem Mock-up an der ETH Zürich erforscht.
Das Haus an der Stampfenbachstrasse besetzt eine Eckparzelle gegenüber des Beckenhofes, schliesst auf einer Seite an den Bestand an und lässt strassenabgewandt einen kleinen Hof frei. Der vorfabrizierte Holztafelbau mit Massivholzplatten (CLT) bei Wänden und Decken baut auf bestehenden Untergeschossen auf. Aussen ist das Haus mit einer dünnen, metallischen Haut bekleidet, die das Innere verbirgt.
Folgende Sponsoren und Partner haben zum Erfolg des Mock-up Projekts beigetragen:
Engel & Völkers Schweiz, Flück Holzbau AG, KLS Müller AG, moyreal immobilien ag, Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG, UTO Real Estate Management AG, Verit Immobilien AG, ABB, Argolite AG, Blumer Techno Fenster AG, Böni Gebäudetechnik AG, Christian Fischbacher Co. AG, Ehrat AG, Electrolux AG, Gerflor FEAG AG, Gutknecht Elektroplanung AG, Hansgrohe, Holz Stürm AG, KEIMFARBEN AG, Miele AG, Neumarkt 17 AG, Pfister PROFESSIONAL AG, riposa AG SWISS SLEEP, Preisig AG, REPOXIT AG, Sanitas Troesch AG, Schibli Elektrotechnik AG, Sika AG, SPLEISS AG, Urech Metallbau GmbH, WB Bürgin AG, wlw Bauingenieure AG
Die vier neuen Häuser am Hegibachplatz bieten 50 Wohnungen für Menschen im dritten Lebensabschnitt an. Das eine Haus sitzt entlang der Hofackerstrasse und stellt sich in die Reihe der aufgelockerten Blockrandgebäude um den Hegibachplatz. Die anderen drei Häuser sind von aussen gesehen quasi inexistent und ordnen sich den bestehenden, teils gewerblich genutzten Hofbauten zu. Anstelle einer Siedlungsbildung wird hier an der gewachsenen Stadt weitergebaut.
Das Haus an der Strasse sitzt auf der rund hundertzwanzigjährigen Stützmauer aus Sandstein, ist mit dämmendem Backstein monolithisch gebaut und verputzt. Alle Wohnungen sind sowohl zum Hof wie auch auf den südlich gelegenen Hegibachplatz ausgerichtet. Sie erhalten dadurch viel Sonne, Aussicht und nehmen am städtischen Treiben am Platz teil.
Die drei Häuser im Hof erscheinen durch die verkleidete Holzfassade leicht und wachsen wie Bäume in den Himmel. Aufgrund der baulichen Dichte weichen sie sich gegenseitig aus, betten sich jedoch gleichzeitig in einen üppigen Garten. Häuser und Garten steigern sich so zu einer atmosphärischen Dichte. Die Wohnungen sind entsprechend ruhig, schattig und kontemplativ.