Sihlsana

Hochhaus Pi

Köchlistrasse

Thurgauerstrasse

Zollikerstrasse

«Wirklich nichts wäre anders, aber alles wäre besser»

Das zweigeschossige Einfamilienhaus am Rand von Zürich Riesbach wurde 1906 für die Familie des Kunstmalers Heinrich Appenzeller von der Baufirma Fietz & Leuthold erbaut. Sein robuster Grundriss repräsentiert auf pragmatische Art die bürgerlichen Wohnvorstellungen jener Zeit. Einflüsse aus englischen Landhäusern sowie einige wenige dekorative Elemente bereichern das Haus. Ein augenfälliges, pittoreskes Element stellt ein burgartiger Risalit mit gestuftem Abschluss auf der Nordfassade dar; es gab wohl dem Haus seinen Namen “zum Dächli”.
Ein informell gehaltener Eingang mit Gästetoilette lag im Erdgeschoss; im Hochparterre befanden sich gartenseitig Küche und Esszimmer, daran anschliessend eine geschlossene Veranda sowie strassenseitig Wohnzimmer und Salon. Im Obergeschoss waren seit je drei Zimmer sowie das grosse Bad mit Ankleide, im Dachgeschoss befanden sich weitere Schlaf- und Angestelltenräume.
Mit dem Umbau führte die private Bauherrin dem Haus eine neue Nutzung zu – es wurde zum Wohn- und Atelierhaus. Das Raumprogramm wurde mit einfachen Eingriffen am Bestand an die zeitgenössischen Bedürfnisse seiner neuen Bewohnerschaft angepasst. Die Übergänge zwischen Alt und Neu wurden verschliffen.
Im Untergeschoss entstanden neue Atelierräume mit Töpferwerkstatt sowie eine Backstube. Aufgrund der fehlenden Garderobe wurde im Erdgeschoss das strassenseitige Zimmer durch ein raumhohes Schreinermöbel in zwei schmale Räume geteilt: in eine Umkleide sowie Bibliothek mit Arbeitsplatz. Laterale Durchbrüche öffnen die gekammerte Raumstruktur und verbinden Zimmer wie beispielsweise Küche mit Esszimmer, Salon mit Bibliothek, Schlafzimmer mit Ankleide und ermöglichen ein zweite Erschliessungsebene entlang der Fassaden. Die neuen gestemmten Türen sind konstruktiv und proportional den historischen nachempfunden, verweisen jedoch durch ein kleineres, skaliertes Format auf die neue, informelle Wegführung. Die Veranda im Erdgeschoss wurde im Sinne eines Wintergartens uminterpretiert und mit mineralischen Materialien, Terrazzo und einer Sitzbank aus glasierten Keramikkacheln neu geprägt. Eine feingliedrige Verglasung an Stelle der geschlossenen Trennwand schafft eine neue Durchlässigkeit, so dass der Wohnraum heller und grosszügiger erscheint und Haus und Garten sich stufenweise verschränken. Das grosse Zimmer mit Veranda im Obergeschoss wird als nutzungsneutraler Raum belassen: es kann Wohnzimmer, Gästezimmer, Salon oder Büro sein. Die Zimmer im Dachgeschoss sind ebenfalls nutzungsneutral und können als Arbeits-, Studier- oder Schlafzimmer genutzt werden.
Die Eingriffe an der Fassade sind ebenfalls minimal gehalten. Aus energetischen wie denkmalpflegerischen Gründen wurden die Fenster ersetzt. Die neuen Fenster mit Isolierglas wurden auf Grundlage von historischen Profilierungen entworfen. Der geschlossenporige und kunstsfoffhaltige Feinabrieb aus den 1980er wurde entfernt und durch einen ökologischen Sumpfkalkputz ersetzt. Dazu wurde eigens das Material vor Ort in einer Kalkhütte nach historischen Techniken eingesumpft und gemischt. Mit einer von Fassaden aus dem Quartier abgeleiteten, neuartigen Methode wurde der Putz mit Holzkohlemehl und Ocker pigmentiert und mittels einem Jutevlies grossflächig verrieben. Der lebendige, grobkörnige Putz bildet die Handschrift der Handwerker:in ab und soll das Haus in der Umgebung und in den Strassenzug natürlich einbinden. Der Dachabschluss und die hölzerne Dachuntersicht wurde ebenfalls in Anlehnung an die historischen Häuser im Quartier verfeinert und mit einer neuen Hohlkehle ausgebildet.
Eine Textarbeit des Künstlers Benedikt Bock aus gebrannten, bündig im Putz eingelegten, glasierten Keramikbuchstaben an der Westfassade zur Strasse nimmt im Sinne einer Inschrift unter anderem Bezug zur Geschichte des Hauses und stellt den Dialog zum öffentlichen Raum her. Ein Rankgerüst sowie handgeschmiedete Spalierhaken wurde mit den Umgebungsarbeiten an der Fassade angebracht.

Glaubten

Goldbrunnenstrasse

Papieri

Habüel

Pfäffikon

Das Haus steht etwas abgerückt von der Strasse auf einer grossen Wiese. Es misst vierzig auf achtzehn Meter in der Grundfläche, hat vier Geschosse und ein Dach. Auf der offenen Südseite spiegelt sich das Astwerk der alten Bäume in der Glasfassade der Laube. Das Haus ist etwas zwischen Gewerbegebäude und Palazzo.
Zunächst haben wir uns gefragt, wie man abseits der Zentren, auf dem sogenannten Land wohnen könnte. Entstanden sind Wohnungen mit einfachen, grossen Räumen, immer gleichen Zimmern, hohen Türen und einer hölzernen Laube. Die Materialien sind fast ein wenig rustikal, die Konstruktionen handwerklich und robust.
Und wir haben bei der Arbeit ein paar Entdeckungen gemacht: Beispielsweise das Potential der Spenglerarbeiten für den architektonischen Ausdruck oder die Bedeutung von Nebenbauten zur Verankerung eines so grossen Hauses in der Umgebung – mit dem Velohaus an der benachbarten Brandwand, dem Rundpavillon auf der Wiese oder den Pergolen und Mauerfragmenten zwischen Haus und Strasse.
Das Haus an der Schulstrasse ist unser kostengünstigstes Projekt: für weniger als zehn Millionen Franken konnten wir hier fast vierzig Wohnungen bauen.

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Riedacker

Die zwei grossen Häuser der genossenschaftlichen Wohnsiedlung Riedacker stehen in einem heterogenen Gefüge zwischen der Altwiesen- und Dübendorferstrasse. Hier geht die Gartenstadt von Steiner über in die Ensembles der Spätmoderne. Im unmittelbaren Kontext gibt es Einfamilien- und Gewerbehäuser sowie eine Kirche. Die beiden Häuser bekennen sich zu den gartenstädtischen Qualitäten von Schwamendingen, interpretieren diese aber in einer eigenständigen Figur und in einer neuen Wohnform.
Im Zentrum dieses Wohnens steht ein grosser quadratischer Raum, der jeweils eine Gebäudeecke besetzt. Der Raum wird über zwei diagonal eingestellte, verglaste Membranen in die Küche, den Wohnraum und eine Terrasse geteilt. Wir haben dieses Raumgefüge mit einer Laube verglichen, vom Wohnen auf einer grossen Terrasse gesprochen. In den vier- und fünfgeschossigen Häusern wird das Wohnen am Garten gewissermassen gestapelt.
Die gestaffelten Baukörper werden von einer dünnen Fassadenhaut mit einem feinmaschigen Netz aus Aluminium, Glas und Holz umspannt. Die lichten Innenräume gehen über in dunkle, mineralisch materialisierte Treppenhäuser, die ihrerseits Aussenraumqualitäten aufweisen – die Laube einer jeden Wohnung ist bildhaft gesprochen direkt von aussen zugänglich und dennoch Teil eines inneren Kollektivs.

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Stampfenbach

Mit dem Auftrag zum Bau von Kleinwohnungen an der Stampfenbachstrasse haben wir nach einem Wohnraum gesucht, der jenseits einer «verkleinerten» Familienwohnung als auch eines platten Einraum-Lofts zu verorten ist. Die Idee für ein solches Wohnen baut auf der Vorstellung eines «performativen Raumes» auf, der sich individuell dem Bewohnenden anpasst: Ähnlich einem Kleid legt er sich um den menschlichen Körper, lässt sich öffnen und schliessen, bietet für den leichten Hausrat unterschiedliche «Taschen» und Stauräume.
Im Sinne dieser Performanz wurden die grundlegenden Elemente der Architektur neu gedacht: Boden und Decke, Türen und Wände, Einbauten und Möbel, Fenster, strukturelle Elemente, Vorhänge, Spiegel etc. Neben beweglichen Elementen sind insbesondere fassadenseitige Podeste von Bedeutung. Hier wird der Boden zur Sitz- und Liegefläche. Damit verknüpft ist die Idee eines Wohnens mit wenig Mobiliar. Vor der Realisierung wurde exemplarisch eine Wohnung mit einem Mock-up an der ETH Zürich erforscht.
Das Haus an der Stampfenbachstrasse besetzt eine Eckparzelle gegenüber des Beckenhofes, schliesst auf einer Seite an den Bestand an und lässt strassenabgewandt einen kleinen Hof frei. Der vorfabrizierte Holztafelbau mit Massivholzplatten (CLT) bei Wänden und Decken baut auf bestehenden Untergeschossen auf. Aussen ist das Haus mit einer dünnen, metallischen Haut bekleidet, die das Innere verbirgt.

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Folgende Sponsoren und Partner haben zum Erfolg des Mock-up Projekts beigetragen:
Engel & Völkers Schweiz, Flück Holzbau AG, KLS Müller AG, moyreal immobilien ag, Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG, UTO Real Estate Management AG, Verit Immobilien AG, ABB, Argolite AG, Blumer Techno Fenster AG, Böni Gebäudetechnik AG, Christian Fischbacher Co. AG, Ehrat AG, Electrolux AG, Gerflor FEAG AG, Gutknecht Elektroplanung AG, Hansgrohe, Holz Stürm AG, KEIMFARBEN AG, Miele AG, Neumarkt 17 AG, Pfister PROFESSIONAL AG, riposa AG SWISS SLEEP, Preisig AG, REPOXIT AG, Sanitas Troesch AG, Schibli Elektrotechnik AG, Sika AG, SPLEISS AG, Urech Metallbau GmbH, WB Bürgin AG, wlw Bauingenieure AG

Hegibachplatz

Die vier neuen Häuser am Hegibachplatz bieten 50 Wohnungen für Menschen im dritten Lebensabschnitt an. Das eine Haus sitzt entlang der Hofackerstrasse und stellt sich in die Reihe der aufgelockerten Blockrandgebäude um den Hegibachplatz. Die anderen drei Häuser sind von aussen gesehen quasi inexistent und ordnen sich den bestehenden, teils gewerblich genutzten Hofbauten zu. Anstelle einer Siedlungsbildung wird hier an der gewachsenen Stadt weitergebaut.
Das Haus an der Strasse sitzt auf der rund hundertzwanzigjährigen Stützmauer aus Sandstein, ist mit dämmendem Backstein monolithisch gebaut und verputzt. Alle Wohnungen sind sowohl zum Hof wie auch auf den südlich gelegenen Hegibachplatz ausgerichtet. Sie erhalten dadurch viel Sonne, Aussicht und nehmen am städtischen Treiben am Platz teil.
Die drei Häuser im Hof erscheinen durch die verkleidete Holzfassade leicht und wachsen wie Bäume in den Himmel. Aufgrund der baulichen Dichte weichen sie sich gegenseitig aus, betten sich jedoch gleichzeitig in einen üppigen Garten. Häuser und Garten steigern sich so zu einer atmosphärischen Dichte. Die Wohnungen sind entsprechend ruhig, schattig und kontemplativ.

Carmenstrasse

Haus am Ende der Strasse
Das neue Haus steht an einer besonderen Stelle. Es kommt in den letzten verbliebenen Villengärten zwischen Carmenstrasse und Sennhauserweg zu liegen. Noch bis in die 1940er Jahre bestimmten wenige bürgerliche Wohnhäuser entlang der Carmenstrasse sowie talseitig des Sennhauserweges die Situation. Dazwischen lagen grosszügige, südorientierte Gärten. Ein erstes Gartengrundstück wurde 1948 mit dem Sennhauserweg 19 bebaut. Erst 1981 folgten die beiden abgedrehten Betonhäuser mit den Nummern 13 und 8a. Beide Bauten sind in ihrer Art zeittypisch und bezüglich des Ortes zunächst eher unspezifisch.
Gleichwohl tragen die beiden Nachbarsbauten zu einer spezifischen Stimmung bei, die von der Lage am «Ende der Strasse» und einem Konglomerat sehr unterschiedlicher Bauten herrührt. Auf der Höhe des Perimeters weitet sich der Sennhauserweg zu einem Wendehammer und geht über in einen Fussweg. Bezüglich der Bauten ist im Weiteren der Kindergarten von Bruno Giacometti aus dem Jahr 1949 zu erwähnen. Durch ihn erhält die Schulanlage Illgen Anstoss am Sennhauserweg.
Mit dem neuen Haus wird eine wiederum eigenständige Architektur vorgeschlagen. Über seine Volumetrie, die Proportionierung, Materialisierung und Farbigkeit besitzt der Neubau aber auch vermittelnde Qualitäten. Das Volumen baut auf der Verschränkung zweier würfelförmiger, zueinander verdrehter Körper auf. Das Haus schliesst orthogonal an der Strasse an und «befreit» sich im Garten. Damit wird einerseits das Verhältnis zum Pfarrhaus geklärt (keine Frontalität), andererseits werden Bezüge zum Nachbarn im Nordwesten hergestellt. Das Volumen bringt aber auch die beiden ungleichen, hintereinander liegenden Wohnungen zum Ausdruck.
Das leichte, weiss gestrichene hölzerne Fassadenkleid mit den schmalen Fenstern erzählt von einem pavillonartigen Haus im Garten (nicht unähnlich den Doldertalhäusern) und spielt auf die filigrane Fassadenarchitektur des Giacometti-Baus an. Das neue Haus ist eigenständig – seine kontextuellen Bezüge sind subtil, vieldeutig und allenfalls auf einen zweiten Blick erkennbar.

Atelierwohnen
Die beiden ungleich grossen Wohnungen liegen vom Sennhauserweg her gesehen «hintereinander» – die kleine befindet sich an der Strasse, die grosse im Garten. Aufgrund der Abwicklung des Baukörpers verfügen beide Wohnungen über ähnliche Qualitäten: Sie erhalten am Morgen und Nachmittag Sonnenlicht in der Küche und später am Tag Abendsonne im Wohnraum. Die Wohnräume bieten eine Fernsicht über die tieferen Nachbarbauten im Westen. Beide Wohnungen orientieren sich deshalb zum «Tal» und der Stadt. Die Zimmergruppe im Osten gewährt dem neu angelegten Garten des Pfarrhauses die nötige Privatsphäre.
Die Bezeichnung «Atelierwohnen» ist natürlich ungenau. Trotzdem trifft sie einige Eigenschaften der entworfenen Wohnform. Es sind Wohnungen mit offenen, wenig determinierten Wohnräumen und einem gewissen Mass an «Informalität». Prägend für den Innenraum sind die schmalen, seriell gesetzten und raumhohen Eckfenster sowie die freistehenden Küchen, die mit verglasten Türen und Oblichtern ein Entree ausbilden und den Wohnraum formen.
Die Wohnungen werden direkt aus dem Lift erschlossen, auch darin unterscheiden sie sich von einem «bürgerlichen» Wohnhaus. Mit Garderobeschränken, einem Reduit und grossen Küchen verfügen sie über viel Stauraum mit hohem Gebrauchswert. Das Zimmer im Westen ist ein Schaltzimmer, hier kann zwischen 1- und 5-Zimmer- resp. 2- und 4-Zimmer-Wohnung gewechselt werden. Die Wohnungen lassen sich über einen Durchgang neben dem Lift zusammenschliessen (bspw. für ein «Generationenwohnen» von Grosseltern und Familie).

Weisses Holz
Das hybrid konstruierte Haus besteht im Innern aus einem konventionellen Massivbau mit Mauerwerk und Ortbeton. Die Fassaden werden aus nichttragenden, ausgedämmten Holzelementen gebildet, die aussen mit schmalen, gehobelten und weiss lasierten Hölzern verkleidet werden. Die ebenfalls weissen Fenster mit schmalen, raumhohen Flügeln sind aussen angeschlagen und prägen zusammen mit der Schalung den leichten, papierenen Fassadenausdruck. Die Rollen der textilen Fallarmmarkisen sind im Sturzbereich aussen aufgesetzt. Der Balkon zum Sennhauserweg ist als feines Stahlgerüst vorgehängt. Der Aussenraum der grossen Wohnung ist als abschliessbares Drei-Jahreszeiten-Zimmer in den Baukörper integriert.
Das «leicht» wirkende Haus mit seinem hölzernen Kleid setzt sich vom muralen, repräsentativen Pfarrhaus ab und ordnet sich diesem in gewisser Weise unter.
Das bis auf das Eingangs- und Sockelgeschoss weisse Haus bildet zudem eine Art Leinwand für die dichte, blühende Vegetation des Gartens und deren Schattenzeichnungen auf den Fassaden.

Eiben, Hasel und Hortensien
Zwischen dem neuen Haus und dem Pfarrhaus wird ein Garten angelegt, der dem Pfarrhaus zugehörig ist. Eine segmentförmige, niedere Stützmauer ersetzt die heutige Böschung, welche die beiden Grundstücksteile gliedert. An diese Mauer wird ein Teich gelegt, der trennendes und verbindendes Element zugleich ist. Chaussierte Wege mit platzartigen Ausweitungen, eine Rasenfläche sowie Staudenrabatten legen sich um das Pfarrhaus und schaffen einen repräsentativen, ortstypischen Gartenraum. Die Bereiche um den Neubau sind demgegenüber nicht begehbar und werden mit Hortensienbeeten dicht bepflanzt. Sie bilden für die Bewohner des Neubaus einen den ganzen Sommer über blühenden «Schaugarten». Der Aussenraum wird über einzelne, markante Solitärbäume strukturiert.
Der Zugang zum neuen Haus erfolgt direkt vom Sennhauserweg. Hauszugang, Garageneinfahrt und Veloabstellplätze werden zusammengefasst. In der westlichen Erdgeschosshälfte ist eine zusätzliche 2-Zimmer-Wohnung mit gedecktem Aussensitzplatz angeordnet. Bergseitig, im erdberührten Teil finden sich die dienenden Räume mit Trockenraum, Veloraum und Kellerabteilen. Weitere Veloabstellplätze sowie die drei zulässigen Garagenplätze liegen im Untergeschoss.

Bucherareal

Industriestrasse

Die städtebauliche und architektonische Idee baut auf den historischen und gegenwärtigen Qualitäten des Ortes auf: Ein Terrain vague mit verschiedenartigen Häusern, stummen Schuppen, Platzflächen, einzelnen, wild gewachsenen Bäumen und einer lebendigen Kultur. Seiner heutigen Nutzung entsprechend wird das Areal Industriestrasse als ein «Lagerplatz in der Stadt» verstanden, auf dem unterschiedliche Menschen, Häuser und Ideen zusammenfinden. Es wird eine Kontinuität des Veränderlichen und Informellen gesucht. Das Projekt sieht auf diesem Platz eine «Versammlung» von sechs individuellen Häusern vor, die eine zusammengehörige, aber informell verbundene Gruppe bilden.
Mit der Häusergruppe werden verschiedene Aussenräume geschaffen. Die drei Hofräume bilden die gemeinschaftlichen und öffentlichen Zentren: der Quartierhof, der Spielhof und der Beizenhof. Aufgrund der freistehenden, solitären Häuser wird das Areal durchlässig und über zahlreiche Wegverbindungen in die Stadt eingebunden. Die Idee für den gemeinschaftlichen und öffentlichen Aussenraum sieht keine festgeschriebene Form vor, sondern verändert sich – einem Ökosystem gleich – durch die Interaktion von Menschen, Vögeln, Insekten und Pflanzen immerfort und lagert verschiedene Schichten ab.
Jede Genossenschaft erhält ihr eigenes, anderes Haus. Die Häuser unterscheiden sich nicht nur im Ausdruck, sondern ganz wesentlich bei den Wohnräumen. Neben der Idee für eine spezifische Wohnform sind die Räume bei allen Häusern aus dem jeweiligen konstruktiven Aufbau entwickelt. Diese Aufbauten folgen der Idee von «Stapelungen». Die Regeln der Stapelungen werden bestimmt über die Art der Holzelemente und die additive, tektonische Logik der Holzbauweisen: Stäbe, Platten, Raumkörper. Der Holzbau prägt den Innenraum in seiner Gestalt, Haptik und Atmosphäre.
In ihrer Unterschiedlichkeit bieten die sechs Häuser die Voraussetzung für ein durchmischtes und sich stetig wandelndes Quartier für alle Lebensformen und Altersgruppen. Das Wohnen nistet sich in den offenen Räumen ein. Ähnlich den Wandlungen im Aussenraum ist dieser Prozess nie abgeschlossen, die Spuren individueller Biografien werden erweitert, ausgedünnt und verändert.
Die Dachformen der fünf neuen Häuser prägen deren individuellen Ausdruck und Charakter. Durch die Dächer werden aus den Häusern eigentliche «Figuren». Zusammen bilden die Dächer eine Dachlandschaft, die eine zweite Ebene des gemeinschaftlichen Aussenraumes formt.

Haus #1 Wogeno
Von den fünf Häusern ist das Haus der Wogeno das kleinste. Mit seinen sechs Geschossen und dem Dachgeschoss erhält es dabei beinahe die Proportion eines kleinen Turmbaus, – eine Sphinx – bekrönt durch das «Gerüst» der Dachterrasse. Das komplett in Holz konstruierte Haus ist aus Balkenstapeln (tragende Wandschotten) und Balkenlagen (Decken) aufgebaut. Die sechs Balkenstapel gliedern den Grundriss in fünf Raumkompartimente mit Ost-West-Orientierung. In diesen Kompartimenten lassen sich – insbesondere mit den zwei Schaltzimmern – in den Treppenhausspangen unterschiedliche Wohnungsgrössen und -typen organisieren: von der 1- bis zur 5-Zimmer-Wohnung.

Haus #2 Wohnwerk
Das Haus der Wohnwerk liegt an der Industriestrasse und prägt die Adresse der Kooperation. Der konstruktive Aufbau aus Balkenstapeln und Balkenlagen ist eine Variation des Wogeno-Hauses. Die Balkenstapel bilden eine dreischiffige, längsgerichtete Grundrissstruktur aus. Die mittige Raumschicht dient als «geteilter» Raum. Westseitig befinden sich die Grundmodule «Wohnen» (Kochen, Wohnen, Zimmer, Bad), ostseitig sind zusätzliche Zimmer und Bäder angeordnet. Diese Disposition beschreibt das Konzept «atmender» und «geteilter» Wohnungen, eine Interpretation des Molekular-Ansatzes: Zum «Wohnen» können je nach Haushaltsgrösse Zimmer zugemietet oder weitergegeben werden («atmen»), das mittige Schiff wird mit der Stockwerkgemeinschaft geteilt.

Haus #3 LBG
Das Haus der LBG besetzt die Mitte des Areals und hat Anstoss an die drei Platzräume. Das Erdgeschoss nimmt den Kindergarten und die Kita auf. Das Haus besitzt ein eigenes Prinzip der «Stapelung», bei dem raumhaltige «Tubes» aufeinander geschichtet werden. In Querrichtung nehmen diese vorfabrizierten «Tubes» alle installierten Räume wie Küchen und Bäder auf. Die Decken bestehen aus röhrenförmigen Kastenelementen. Die Wohnungen entwickeln sich beidseitig respektive um einen Tube herum, was eine weitläufige «Geografie» im Innern erzeugt. Im überhohen Dachgeschoss liegen Musikräume (Vorführung, Musikschule etc.).

Haus #4 ABL
Das Haus der ABL ist der grösste Neubau, was sich in einer kompakten Grundrissorganisation mit grösseren Eckwohnungen und mittigen Kleinwohnungen mit Ost- respektive Westorientierung manifestiert. Die Gebäudestruktur besteht aus einem massiven Sockelgeschoss, auf dem sich ein filigraner Elementbau mit Brettholzscheiben errichtet – von der Leichtigkeit einem Kartenhaus ähnlich. Dieser Tragstruktur entspricht eine feingliederige Raumstruktur, bei der auf den Längsseiten sechs, auf den Schmalseiten ein Zimmer schaltbar sind und sehr viele Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich Wohnungsgrössen und -typen offen lassen. Alle Wohnungen werden über ein zweiteiliges Atrium erschlossen, das sich auf dem Dach in ein Glashaus für die Hausgemeinschaft öffnet.

Haus #5 GWI
Der Neubau der GWI wird in einer zweiten Etappe realisiert, wenn der Altbau am Geissensteinring weichen muss. Die Tragstruktur ist aus Brettsperrholzscheiben zusammengesetzt, die ein Raumkabinett aus einem Ring von kleineren und einem Kern von grossen quadratischen Räumen bilden. Die Raumkanten sind allseitig offen und lassen Raum für Fenster und Türen. Damit sind vielfältige Schaltmöglichkeiten gegeben: von der abschliessbaren 1-Zimmer-Wohnung bis zur Stockwerkswohngemeinschaft. Je nach Anzahl gebauter Türen können auch diese Wohnungen «atmen» und sich jederzeit den sich verändernden Bedürfnissen anpassen. Auf dem Dach ist ein Hauskraftwerk für die Warmwasserproduktion vorgesehen, das den Ausdruck des Hauses mitprägt.

Haus #6 Industriestrasse GWI
Das Haus an der Industriestrasse 9 wird umgebaut. Im Untergeschoss entsteht ein Konzertlokal, im Erdgeschoss neben dem Gemeinschaftsraum ein Restaurant mit Zugang zum Platz, im Obergeschoss findet eine Ateliergemeinschaft Platz und im Dach eine Wohngemeinschaft. Diese unterschiedlichen Raumstrukturen bauen alle auf dem inneren Skelettbau des alten Käselagers auf. Die Zimmer der Wohngemeinschaft im Dachgeschoss erhalten Licht über grosse «Ochsenaugen», die Teil der verspielten Dachlandschaft mit den vielen Kaminen wird. Das Haus ist ein wichtiger Identifikationsort für die Kooperation.

Kirchweg

Solaris

Städtebau und Vernetzung
Das Hochbord-Quartier Dübendorf, am Stadtrand Zürichs, erfährt aktuell eine Entwicklung von einer industriellen und gewerblichen Struktur hin zu einem gemischt genutzten Stadtquartier. Neu Projekte für Wohnen und Dienstleistung wechseln sich mit bestehenden grossmassstäblichen Bebauungen ab. Anstelle eines einheitlichen Stadtkörpers entstehen auf den einzelnen Baufeldern solitäre Areale, deren Bauten unterschiedlichen städtebaulichen und architektonischen Konzepten folgen. Erforderlich ist daher die Entwicklung eines Projektes mit eigenständiger Identität.
Der Entwurf für das Areal an der Ecke Sonnental-/Zürichstrasse bezieht sich gleichermassen auf das städtebauliche Konzept des Richtplanes wie die laufende planerische und bauliche Entwicklung in der unmittelbaren Nachbarschaft des Areals: Es sieht eine Randbebauung aus einzelnen Baukörpern vor, eine Art offener Blockrand. Diese setzt sich aus drei Bautypen zusammen: zwei schlanke, strassenbezogene Baukörper mit vier Geschossen, einen parkbezogenen, tieferen Baukörper mit acht Geschossen (sieben Vollgeschosse und eine «Attika») sowie ein Volumen mit sechs Geschossen an der Sonnentalstrasse. Die Baukörper umschliessen einen Hof, die gemeinschaftliche Mitte des Areals. Er schafft Identität für die neue Überbauung und dient der Erschliessung: die «offenen Ecken» schaffen vier Zugänge und verknüpfen das Areal mit dem öffentlichen Verkehr und dem Quartier Hochbord.

Nutzungsverteilung und Wohnen
Die Nutzungsverteilung folgt dem städtebaulichen Konzept. Die Wohnnutzungen werden im parkbezogenen, höheren Baukörper, das heisst lärmgeschützt, konzentriert. Die strassenbegleitenden Bauten nehmen Flächen für Verkauf, Gewerbe und verschiedene Formen der Büronutzung auf. Das Dachgeschoss des Hauses an der Ringstrasse wird wiederum für das Wohnen genutzt.
Innerhalb der städtebaulich-volumetrischen Setzung ist eine grosse Vielfalt an unterschiedlichen Wohnungen möglich, ohne dabei die Rationalität und Regelhaftigkeit des Entwurfs in Frage zu stellen. Es resultieren pro Wohnungsgrösse zwischen zwei (1.5-Zimmer-Wohnungen) und acht (3.5-Zimmer-Wohnungen) verschiedene Wohnangebote. Diese reichen von kleinen Atelier-Maisonetten am Hof über Erdgeschoss-Gartenwohnungen (2.5- bis 4.5-Zimmer-Wohnungen) bis zu Attikawohnungen mit grossen Dachterrassen. Die einfachen Grundrisse zeichnen sich durch Flächeneffizienz, gute Belichtung, nutzungsneutrale Räume und eine hohe Gebrauchstauglichkeit aus. Die erdgeschossigen Gewerbe- und Verkaufsflächen besitzen über die Ring- und Zürichstrasse eine hohe Visibilität.

Strassen- und Aussenräume
Mit dem Projekt werden die Strassenräume gestärkt. Innerhalb des Areals werden unterschiedliche Freiraumtypen geschaffen. Der Hof bildet die identitätsstiftende Mitte mit verschiedenen Nutzungsbereichen und Belagsarten: von hier aus werden sämtliche Wohnungen und Büroflächen erschlossen und beliefert. Die Wohnungen im westlichen Erdgeschoss verfügen über eigene, private Vorgärten. Ebenfalls im Westen befindet sich in direktem Anschluss an den Park ein ruhiger Kinderspielplatz. Ergänzt wird das Angebot durch gemeinschaftliche und private Dachterrassen. Es besteht eine klare Gliederung in öffentliche (Strassenraum), halböffentliche (Hof), gemeinschaftliche (Dachterrassen) und private (Balkone und Dachterrassen) Aussenräume. Die Balkone sind hinsichtlich der Baumasse optimiert und nicht abgestützt.

Architektur
Die Bauten weisen einen eigenständigen und prägnanten Ausdruck auf. Bestimmend sind an den farbig verputzten Häusern die «hängenden» Balkone und Erschliessungen in weiss und dunkelgrau gespritztem Stahl. Die Häuser sprechen von einem gemischt genutzten, städtischen Areal und verweisen auf den ehemals gewerblichen Charakter des Hochbords. Die Fassadenmaterialisierung ist robust und wirtschaftlich.

Rationalität und Wirtschaftlichkeit
Das Projekt ist in allen Bereichen auf eine wirtschaftliche und preisgünstige Realisierung ausgerichtet. Es schöpft die zulässige Ausnützung voll aus, verfügt über kompakte und teilweise tiefe Baukörper und eine effiziente Erschliessung. Es besteht ein hoher Wiederholungsgrad hinsichtlich der Grundrisstypen und der Bauteile. An den vertikalen Haustechnikerschliessungen sind pro Geschoss je zwei Küchen und zwei Bäder angeschlossen. Die Lastabtragung erfolgt durchgehend vertikal und ist auf die Parkierung abgestimmt.

Narzissenstrasse

Das Haus steht am unteren Zürichberg auf Höhe der Universität in einer der unscheinbaren, nach Blumen benannten Quartierstrassen. Die einfachen und verputzten Wohnhäuser der Nachbarschaft sind farbig gestrichen, haben bescheidenen Fassadenschmuck, verfügen teilweise über Erker oder kleine Balkone sowie kräftige Dächer mit Mansarde und aufgesetztem Walm.
Das Haus an der Narzissenstrasse fügt sich in diesen vertrauten Kontext ein. Ein Erker prägt das Gesicht der schmalen Strassenfassade, Balkone mit Pergolen besetzen die Ecken und das Dach bildet auch hier eine Mansarde. Die farbigen Putzflächen und weissen Fenster werden von profilierten Betonelementen gefasst. Von der Strasse trennt ein schmaler Vorgarten.
Das Haus nimmt auf jedem Geschoss zwei Wohnungen auf. Es gibt es eine Wohnung zur Strasse und eine zum Garten. Das verbindende Element ist eine langgetreckte Wohnhalle, die einmal mit der Strasse läuft und im anderen Fall in den Garten vorstösst. Wie im äusseren Ausdruck ist auch im Innenraum nicht die Abstraktion bestimmend, sondern das Konkrete.

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Algier

Ein kleines Haus mit grossen Räumen
Die neue Botschafterresidenz ist ein kleines und gleichzeitig grosses Haus. Sein architektonisches Thema ist der Massstab. Die schlanke Grundform und die drei grossen Loggien im Obergeschoss lassen das Haus klein und bescheiden erscheinen. Der Eingang befindet sich an der schmalen Stirnseite. Im Innern verbergen sich grosse, fast schon monumentale Räume. Doch auch da gründet die Grösse auf dem Spiel mit dem Massstab. Riesenhafte Türen, Lufträume oder innere Balkone machen die Räume grösser als sie tatsächlich sind und erzeugen eine komplexe Räumlichkeit. Das einfache Wohnhaus repräsentiert die Schweizer Werte der Bescheidenheit, der Informalität und Solidität. Und vielleicht spiegelt das kleine Haus mit den grossen Räumen auch das Verhältnis der Schweiz zur Welt.
Hinter der schmalen Eingangsfassade öffnet sich auf kleiner Grundfläche eine Halle in der vollen Höhe des Hauses. Eine überhohe Türe leitet ein in die Enfilade der repräsentativen Räume. Über das hochliegende, grosse Fenster fällt Westlicht in die Halle. Der Weg nach oben führt über die offene Treppe zunächst auf eine Kanzel und dann zur seitlich gelegenen Eckloggia. Die Loggia bietet eine Sicht in den Garten und zurück über den Eingang auf die Stadt und das Meer.
Entlang des grossen Palmgartens bilden drei unterschiedliche Salons eine Enfilade repräsentativer und privater Räume für kleine und grosse Empfänge. Der mittlere Salon ist zweigeschossig und bildet eine Mitte aus. Über einen inneren Balkon öffnet sich der hallenartige Raum ins Obergeschoss und erhält über eine grosse Loggia Westlicht. Die neue Botschafterresidenz ist ein Haus der Gastfreundschaft und der informellen Treffen.
Die neue Botschafterresidenz steht in einem grossen Garten – dem Palmgarten, dem Rosengarten und dem Frangipani-Blüten Garten. Die geschlossenen, weiss verputzten Wandflächen sind Leinwände für die wechselnden Schattenbilder der reichen Vegetation. Die dunkelrot ausgestrichenen Loggien dienen dem Sonnenschutz der privaten Räume und einem Wohnen zwischen Innenraum und Garten.
Das Haus wird in einer einfachen Massivbauweise erstellt. Die Wände sind gemauert und die Decken am Ort betoniert. Die Fassaden bestehen aus einem gedämmten Zweischalenmauerwerk. Wände und Decken werden verputzt und gestrichen. Die Innenräume erhalten Natursteinböden und mit Farben gegliederte Wandflächen. Türen und Fenster werden aus Zedernholz gebaut. Die Konstruktion baut so auf der lokalen Handwerkstradition auf.