Glattpark

Das sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshaus MIN MAX ist als städtischer Block konzipiert, der durch Erreichen der vollen Höhe die Traufen am Boulevard Lilienthal fortführt. Im Grundriss besetzt das Volumen praktisch die gesamte bebaubare Fläche und wirkt damit raumbildend auf die angrenzenden Strassen- und Grünräume. Das Gebäude verfügt über Kleinwohnungen für eine heterogene Bewohnerschaft sowie Gewerberäume im Erdgeschoss und bietet damit eine Alternative zum bisherigen Angebot des neuen Stadtteils Glattpark.
Neben Clusterwohnungen, die ein gemeinschaftliches Wohnen mit Individualräumen für jeden Bewohner ermöglichen, bietet das Projekt vier Kleinwohnungstypen mit jeweils rund 40 Quadratmetern Wohnfläche. Neben dem wichtigen Aspekt des Spannungsfelds zwischen Gemeinschaft und Anonymität interessierte hier insbesondere die Frage, wie aus der Kompaktheit der Wohnungen heraus neue Qualitäten geschaffen werden können, die über die blosse Verkleinerung einer konventionellen Wohnung hinaus gehen.
Das Gebäude umschliesst einen Innenhof, der zentraler und prägnanter Ort der Gemeinschaft ist und über Laubengänge der Erschliessung dient. Ein turmartiger, verglaster Einbau ergänzt zudem auf jedem Geschoss das Raumangebot für gemeinschaftliche Nutzungen.

> Lageplan

Metzgerhalle

Städtebau und Volumen
Die städtebauliche Grundabsicht des Neubaus an der Wallisellerstrasse ist einfach. Sie besteht darin, an der Nahtstelle zwischen kompakter und offener Bebauungsstruktur ein Stück Stadt «fertig zu bauen». Damit ist keineswegs eine Intervention im Sinne einer Stadtreparatur gemeint, sondern die selbstbewusste Artikulation einer interessanten stadträumlichen Friktion. Das Volumen des Neubaus thematisiert diese städtebauliche Situation hauptsächlich in seiner plastischkräftigen, bisweilen expressiven Gestalt. Es übernimmt die Geschossigkeit, die Traufe sowie das Element des hohen Vordaches über dem Erdgeschoss des bestehenden Hauses an der Schaffhauserstrasse, verankert sich über zwei breite Erker im Strassenraum und schliesst mit einer expressiven Kopfausbildung zur offenen Bebauungsstruktur zur Glatttalebene ab. Die Kopfausbildung antwortet auf die Weite und die grossmasstäblichen Baukörper dieses Stadtraumes. Die Vertikalität des Gebäudeabschlusses wird durch eine Überhöhe im Attika sowie ein dem Strassenverlauf entsprechendes Verspringen des Erkers respektive des Vordaches verstärkt. Das Vordach über dem Erdgeschoss ist nicht durchlaufend. Damit verbindet sich das mittlere Fassadenfeld mit dem Erdgeschoss, während die zwei Fassadenfelder zum Altbau hin und am Gebäudekopf ins Attikageschoss greifen. Diese plastischen Operationen steigern die Ausdruckskraft des Neubaus, verwischen bewusst die klassische Gliederung von Sockel-, Regel- und Attikageschossen und führen einen komplexeren Aufbau der Strassenflucht ein.

Architektur und Ausdruck
In Entsprechung zu den städtebaulich-volumetrischen Absichten handelt es sich beim Neubau um eine murale städtische Architektur mit geschlossenem Wandkörper und eingeschnittenen Lochöffnungen. Das Gebäude sucht damit nicht einen Kontrast zum Altbau an der Schaffhauserstrasse sondern die Einheit. Die Fassade soll deshalb mit keramischen, mittelformatigen und nicht glasierten Platten verkleidet werden. Über den Fenstern überspannt eine grossformatige, keramische Platte die Öffnung. Die relative Rauheit dieser Platten kontrastiert mit dem hellen, anodisierten Aluminium der Holz- Metall-Fenster.
Der strassenseitig zurückspringende Teil des Attikageschosses soll in einem den Keramikplatten ähnlichen Farbton verputzt sein und durch den Materialwechsel die Figur der repräsentativen Hauptfassade stärken. Die keramischen Platten ziehen sich über die Stirnseite des Kopfbaus und finden in den eingeschnittenen Balkonen auf der Hofseite ihren Abschluss.
Die Hoffassade selber ist typischerweise schlichter materialisiert. Ein ocker-grauer Verputz, die umlaufend anodisierten Aluminiumfenster und die mit einem Metallgeflecht versehenen Balkone prägen den Ausdruck einer wohnlichen Hoffassade. Das Hofgebäude vermittelt über die grossen Bandfenster und die Traufausbildung mit den aufgeklappten Gauben den für Hofbauten typischen Atelier- und Gewerbecharakter.

Schnitt
Ein Schlüssel des Projektes liegt in der Kotierung der Geschoss- und Traufhöhen. Um die Einheit mit dem Altbau zu betonen werden dessen Geschosskoten übernommen. Mit dieser Masssnahme gelingt es auf einfache Art und Weise die unterschiedlichen Gebäudehöhen optimal auszuschöpfen und hofseitig für die Wohnungen im 1. Obergeschoss Terrassen auf dem Hofgebäude sowie natürlich belichtete Untergeschossräume anbieten zu können. Dank der durchlaufenden Geschossquoten wird für die Laden- und Büronutzung eine maximale Flexibilität erreicht. Die lichte Raumhöhe in den Wohngeschossen beträgt 2.69m, bzw. 3.69m in der Attika- Kopfwohnung.

Erschliessung
Zwei Treppenhäuser, drei und vierspännig, erschliessen den gesamten Neubau. Dank den Fenstern im Attikageschoss und dem einen Treppenauge werden die Treppenhäuser zu grosszügig repräsentativen Adressen. Ein Durchladerlift ermöglicht eine direkte, rollstuhlgängige Erschliessung beider Ladengeschossen. Über die Hofzufahrt, welche mit einem Rollgitter geschlossen werden kann, werden die Besucherparkplätze erreicht und die Anlieferung sichergestellt. Hinter der Garagenabfahrtrampe-, in die Fortsetzung der Stirnmauer integriert, befindet sich die Velogarage mit total 40 gedeckten Abstellplätzen.

Grundriss / Nutzung
Im untersten Geschoss befinden sich die Tiefgarage mit 28 Abstellplätzen sowie die Kellerräume der Wohnungen. Ein Geschoss höher sind neben den Ladenflächen die Anlieferung, die Personalgarderoben und die Technikräume vorgesehen. Das Erdgeschoss wird durch die Schaufenster der Läden und die Hauseingänge geprägt. Die Büronutzung im 1. Obergeschoss ist auf maximale Flexibilität ausgelegt. Im 2.8 m hohen Geschoss werden in der Mittelschicht die Steigzonen der Wohngeschosse zu den Liftkernen verzogen. Die Fassadeneinteilung des Hofgebäudes ist auf einem für Einzelbüros geeigneten Raster von 2.7 m aufgebaut. Der vorgeschlagene Charakter der Wohnungen basiert auf zwei Überlegungen. Einerseits soll auch im Innern eine Verwandtschaft zum Altbau und den Wohnvorstellungen der Gründerzeit erzeugt werden und andererseits müssen die Wohnungen für das anvisierte Zielpublikum einen hohen Wohnwert erhalten. Da die kleineren Wohnungen hauptsächlich für ältere oder junge Leute konzipieren sind, ist ein nutzungsneutrales Raumgefüge, das ganz unterschiedliche Wohnvorstellungen bedienen kann, gesucht. Dies wird im Wesentlichen erreicht, indem der Wohn- Essbereich in eine Esshalle und ein abtrennbares Wohnzimmer unterteilt werden. Das Wohnzimmer kann auf diese Weise als „gute Stube“ oder Salon, aber auch als zusätzliches Zimmer für eine Studentenwohngemeinschaft genutzt werden. Die separat abtrennbare Küche ist genügend gross um einen Vierertisch aufnehmen zu können, so dass auch die Nutzung der Halle nicht determiniert ist.

Altbau
Die Massnahmen im Altbau basieren auf einer Analyse der bestehenden statisch relevanten Baustrukturen und schlagen bewusst zurückhaltende Eingriffe vor. Neben dem neuen, gesetzlich vorgeschriebenen Lift werden im Wesentlichen alle Nasszellen und die dazugehörigen Fallstränge neu disponiert. Die Raumkammerung wird durch zusätzliche Türen nutzungs- neutralisiert und optisch durchlässiger.

Manegg

Städtebau, Areal und Baulfelder B1
Mit der Überbauung der Industriebrache Manegg an der Sihl kann eines der letzten grossen Entwicklungsgebiete der Stadt Zürich in eine Wohn- und Gewerbezone überführt werden. Die Qualitäten des Areals sind bekannt: Im Norden liegt die Innenstadt, im Osten das Ufer des Zürichsees, im Süden und Westen der Landschafts- und Erholungsraums des Üetlibergs und des Sihltals. Der Gestaltungsplan von Diener & Diener und Vogt schlägt eine Folge von öffentlichen Räumen, sowie grossmasstäblichen Volumen vor, welche das ganze Areal in seiner Nord-Süd-Ausdehnung besetzen. Diese räumliche Reminiszenz an das alte Industrieareal sorgt zusammen mit der denkmalgeschützten alten Spinnerei, der «Holländerhalle» sowie dem Wasserturm für den Fortbestand des Industriecharakters und ist identitätsstiftend.

Die Baufelder B1 bilden das südliche Ende des Areals. Diese Baufelder sind in eine mehrgestaltige städtebauliche Situation eingebettet: Im Osten schliessen sie an den Landschaftsraum, im Norden stossen sie direkt an den wichtigen Spinnereiplatz, dem neuen Zentrum des Areals, und entlang der langen Westseite befinden sich die Geleise der S-Bahn mit der Haltestelle . Das Projekt reagiert auf diese städtebaulich vielschichtige Ausgangslage mittels der Setzung zweier einfacher, plastisch kräftiger Körper, welche U-förmigen Gebäudetypen entsprechen. Dahingehend nimmt das Projekt eine städtebauliche Interpretation des Gestaltungsplans vor. Die Volumen werden nicht als städtische Hoftypen im Greencity-Areal verstanden, sondern als Volumen an der Grenze zwischen Landschaftsraum und ehemaligen Industrieareal. Diese Ambivalenz wird in der Zweiseitigkeit der Setzung ansichtig. Zum Spinnereiplatz, wie auch zu den Gleisen und zur südlich gelegenen Butzenstrasse erscheinen die Volumen als geschlossene urbane Körper und folgen mit langer Fassadenabwicklung den Grenzen des städtischen Aussenraums. An der Entlisberger Hangkante im Osten greifen die Gebäudearme in den Landschaftsraum und verzahnen sich damit. Infolgedessen unterscheidet sich der Aussenraum zwischen den beiden Gebäuden nicht von jenem in den offenen Höfen – es gibt keine Unterscheidung zwischen einem «inneren» und einem «äusseren» Freiraum.

Aussenraum und Erschliessung
Die Differenz zwischen «Stadt- und Landschaftsseite» äussert sich im Niveausprung der Topographie: Das Gelände liegt hangseitig ein Geschoss höher als zum Industrieareal. Sämtliche Zugänge zu den Wohnungen wie auch zu den Gewerberäumen liegen gut sichtbar zur Stadtseite auf dem Niveau des Spinnereiplatzes. Die Erschliessung der Wohnungen erfolgt entweder über die Tiefgarage oder über grosszügige Treppenanlagen, die vom Stadtniveau zu offenen Arkadengängen im höher gelegenen Gartengeschoss führen. Von hier führt der Weg zu den einzelnen Treppenhäuser. Diese Erschliessungsfigur bringt mehrere Vorteile mit sich: Einerseits können die 350 Wohnungen über lediglich drei Haupt-Treppen erschlossen werden, eine solche Disposition schafft Orientierung und sorgt für gute Adressbildung im Areal. Andererseits ist die Entflechtung von öffentlicher und privater Nutzung gewährleistet. Insbesondere die Wohnungen im Gartengeschoss profitieren von einer erhöhten Privatsphäre, da keine weiteren öffentlichen Zugänge notwendig sind. Die Parkierung folgt den Anforderungen im Programm. Die Ein- und Ausfahrt in die Tiefgarage liegt westlich der Gleise, eine zweite Ausfahrt befindet sich an der Butzenstrasse.

Gebäudestruktur und Wohnform
Die Gebäudestruktur baut auf zwei Determinanten auf: Ein Schottenraster von 4.2 Metern Abstand, abgestimmt auf das Achsmass der Tiefgarage, sowie eine Verdrehung der Treppenhäuser bestimmen den strukturellen und räumlichen Aufbau der Bauten. Die strenge Struktur, die auf Serialität und Regelhaftigkeit setzt, ist rationalen Industrie- und Lagerhaustypen verpflichtet und sucht diese Qualitäten auf den Wohnungbau und entsprechende zeitgenössische Wohnformen zu übertragen. Die Verdrehungen der Treppenhäuser ergeben im Inneren der Wohnung spannungsreiche, dreieckige Erschliessungs- und Wohnräume, die der Wohnung eine spezifische Qualität verleihen.

Das Projekt baut innerhalb dieser Anlage auf drei verschiedenen Wohnungstypen auf: den Nord-Süd-Typ, den Ost-West-Typ, sowie den Attikatyp. Der Nord-Süd-Typ funktioniert als Dreispänner, mit zwei 3.5- und einer 2.5-Zimmer-Wohnung. Die 3.5- Zimmer-Wohnung setzt hier auf drei gleich grosse 20-m2-Zimmer, so dass jeder Raum unabhängig von Orientierung und Ausrichtung, individuell nutz- und einrichtbar ist. Die Aussenräume sind als offene Lauben ausgebildet. Der Ost-West- Typ baut auf den gleichen Prämissen auf, hat aber ungleichere Raumgrössen und ist insofern konventioneller. Die Aussenräume sind hier als Loggien zur Platzseite respektive dem Geleiseraum hin vorgeschlagen. Im Attikageschoss sind die Kleinwohnungen untergebracht. Auch hier unterscheiden sich die Wohnungen gemäss ihrer Ausrichtung. Auf den Nord-Süd-Trakten sind Einzimmerwohnungen angeordnet, die über allseitig offene Laubengänge erschlossen werden. Die Konzentration der Einzimmerwohnungen im Dachgeschoss erlaubt die Reduktion um insgesamt fünf Treppenhäuser im Attika. Die Dachwohnungen in den Ost-West- Trakten weisen verschiedene Grössen und Zuschnitte auf. Das gesamte Attikageschoss besitzt ein Sheddach (Der Nachweis der Möblierbarkeit ist auf Blatt 6 erbracht.)

Ausdruck und Materialisierung
Der Ausdruck der Gebäude sucht eine Verwandtschaft zu anonymen Industriebauten des 20. Jahrhunderts, worin klassische Eleganz und Rationalismus erfolgreich zusammenfinden. Die vorgeschlagenen Gebäudekörper zeigen einen Aufbau mit Sockel, Hauptgeschoss und Dach. Im hell lasierten Skelett aus Ortbeton sind die Fenster und Brüstungen aus natureloxiertem Aluminium eingesetzt. Zum Spinnereiplatz sind die Fassaden geschlossen und folgen dem ausgeprägt urbanen Gesamteindruck der räumlichen Abfolge. In den Höfen und zur Landschaft hin prägen die auskragenden Lauben den Übergang zum Grünraum.

Wirtschaftlichkeit und 2000 Watt
Neben den guten Kennwerten verfügen die Gebäude auch über eine äusserst einfache und repetitive Struktur, welche von der Fundation bis zum Attikageschoss durchgeht. Die Achsmasse der Wohngeschosse sind auf die Parkierungsraster abgestimmt. Die vorgeschlagenen kompakten Gebäude mit einem, der Exposition angepassten Fensteranteil, erreichen problemlos den Minergie-P-ECO Standard. Auch der 2000-Watt-Nachweis kann erbracht werden, wobei die Dämmstärken massiv reduziert werden können. Das streng nach Süden ausgerichtete Sheddach ermöglicht eine optimale Belichtung der kleinen Attikawohnungen wie auch eine ideale Exposition der Solaranlagen.

Amtshausquai

Städtebau und Architektur
Der Perimeter des Neubaus befindet sich an einer städtebaulich sensiblen und zentralen Lage, nämlich in der Silhouette der Amtshausstrasse und unmittelbar gegenüber dem Bahnhof. Die Eckparzelle zwischen Amtshausquai und Jurastrasse wird mit einem stereometrisch einfach geschnittenen Baukörper besetzt, der flussabgewandt an die Blockrandbebauung der Jurastrasse anschliesst und sich flussseitig vom Aarhof leicht absetzt (feuerpolizeilicher Abstand von 5 Metern). Er weist ein überhohes Erdgeschoss und fünf Regelgeschosse auf (ein Geschoss mehr als die Regelbebauung vorsieht). Das Gebäude erzeugt damit zur Aare hin ein Gleichgewicht zwischen Unterordnung und Selbstbehauptung: Durch die Freistellung einer schmalen Frontfassade bleibt der solitäre Charakter des Aarhofs mit seiner breiten, zentrierten Fassade gewährt, gleichzeitig entwickelt das Volumen durch seine austarierte Höhe und die stehende und in sich ruhende Front eine eigene Präsenz.
Der architektonische Ausdruck unterstreicht diese Absicht. Vorgeschlagen wird ein klassisch anmutender Fassadenaufbau mit einem feinen, differenziert texturierten Relief bestehend aus Betonelementen, Putz- und Blechfeldern, welches das Gebäude in die Flussfront der bestehenden Häuser einwebt. Die serielle Ordnung geschlossener und offener Abschnitte (Loggien) baut ein ruhigen Rhythmus auf, der einerseits auf die Ecksituation reagiert und andererseits selbstverständlich in die Fassade an der Jurastrasse überleitet. Hier springt die Fassade auf die bestehende Gebäudeflucht zurück. Erker gliedern die Fassade und gewähren auch den Wohnungen in der Jurastrasse Blicke auf die Aare.
Auf der Hofseite wird ebenfalls an der bestehenden Gebäudeflucht angeschlossen. Nach der Durchfahrt im Erdgeschoss entwickelt sich das Volumen bis an die Hofbebauung des Aarhofes und nimmt damit die für den Hof typische Kammerung auf, welche durch in den Hof gerichtete Gebäudeteile entsteht. Bezüglich dem Grenzbaurecht an dieser Stelle besteht zwischen Programm und Fragenbeantwortung eine gewisse Unklarheit. Da mit der Ausbildung einer Brandmauer zukünftige Entwicklungen im Hofraum zugelassen werden und auch sonst für das Areal des Aarhofs keine Nachteile erwachsen (Belichtung), erscheint die vorgeschlagene Lösung städtebaulich gesamthaft gut und deshalb ein Grenzbau über die volle Gebäudehöhe gerechtfertigt.

Erschliessung, Nutzung und Wohnangebote
Die Erschliessung der Gewerberäume im Erdgeschoss erfolgt direkt aus dem Strassenraum respektive aus dem Schutz eines Einzuges in der Ecke Amtshausstrasse/ Jurastrasse. Hinter der Disposition der Erschliessung für die Wohnungen stehen zwei Motive: erstens ist beabsichtigt das Haus über einen Eingang zu betreten. Zweitens ermöglicht die Zusammenfassung der zwei Treppenhäuser eine Entkoppelung des Treppenhauses über der Tiefgarage mit eben dieser, indem die Treppe auf einem Hochparterre beginnt und die Liftunterfahrt zwischen Hochparterre und Erdgeschossniveau Platz findet. Das Treppenhaus im Anschluss an die bestehende Blockrandbebauung erschliesst pro Geschoss zwei Wohnungen, jenes im «Gebäudekopf» drei. Hofseitige Eingänge erlauben über die Veloräume respektive die Durchfahrt «short-cuts» in die beiden Erschliessungskerne. Die geforderte Hofdurchfahrt in der Jurastrasse weist 4.2 mal 5 Meter im Licht auf. Daran anschliessend werden zwei Besucherparkplätze angeboten. In einer Erweiterung der Tiefgarage können auf den zwei Geschossen insgesamt 8 zusätzliche Parkplätze geschaffen werden.
Im Erdgeschoss werden zwei zusammenhängende, gut unterteilbare und separat erschliessbare Gewerbeflächen angeboten. In den fünf identischen Obergeschossen sind je Geschoss fünf, das heisst insgesamt 25 Wohnungen vorgesehen. Das Schwergewicht im Wohnungsspiegel liegt bei den 3-Zimmer-Wohnungen (15 Einheiten), im weiteren werden 2-Zimmer- (5 Einheiten) und 4-Zimmer-Wohnungen (5 Einheiten) angeboten. Die Wohnungen unterscheiden sich in der Wohnform: Im Anschluss an die bestehende Blockrandbebauung finden sich klassisch geschnittene Grundrisse, die sich zwischen Hofraum und Jurastrasse aufspannen. In diesem Typ sind Wohn- und Essbereich über eine Loggia gegliedert und die Zimmer über direkte Zugänge zu Badräumen «privatisiert». Im Anschluss daran befindet sich jeweils als «Gelenkwohnung» die 2-Zimmer-Wohnung, die ebenfalls ein Durchwohnen zwischen Hof und Jurastrasse aufweist. Zur Aare hin wird schliesslich ein loftartiger «Hallentyp» vorgeschlagen. Er verfügt über zwei Aussenräume und «offene» Zimmer, die sich dem Wohnen als Arbeits-, Fernseh- und Bibliotheksraum angliedern lassen. Die sich in die Gebäudetiefe entwickelnde Wohnhalle erinnert an venezianische Grundrissmuster. Durch diese differenzierten Wohnangebote werden verschiedene Mietersegmente angesprochen.

Strassen- und Aussenraum
Die Strassen- und Aussenraumgestaltung stärkt den urbanen Charakter der Adresse. In der Jurastrasse wird einseitig eine Baumallee vorgeschlagen, die sich über die Gebäudelänge hinaus verlängern liesse. Zum Fluss hin findet sie mit dem Vorspringen der Fassadenflucht einen selbstverständlichen Abschluss. Der Strassen- respektive Trottoirbelag wird wie in der Strasse üblich bis ans Gebäude herangezogen. Hofseitig wird auf einer Grünfläche eine Baumgruppe gepflanzt. Die Abweichung von der Grünflächenziffer erscheint vor dem Hintergrund einer innerstädtischen Dichte sowie einer ortstypischen Ausbildung des Strassen- und Hofraumes gerechtfertigt.

Materialität und Konstruktion
Die Tragstruktur des Neubaus wird in einer konventionellen und wirtschaftlichen Massivbauweise in Ortbeton und Backstein mit geringen Spannweiten und Deckenstärken erstellt. Die strukturelle Ausrichtung auf die bestehenden Untergeschosse erfordert ebenda nur geringfügige Anpassungen.
Bei der Fassade wird eine dauerhafte Konstruktion bestehend aus vorgehängten Betonelementen, Putzfeldern, Blechelementen sowie Holz-Metall-Fenstern vorgeschlagen. Die einzelnen Bauteile sind in ihrer warmen Tonalität aufeinander abgestimmt (Jurakalk) und erzeugen eine Gesamterscheinung, die sich sowohl am Amtshausquai wie auch in der Jurastrasse gut im Kontext integriert.
Auch im Innenausbau sollen dauerhafte, schadstoffarme Materialien dominieren. Als Bodenbelag ist ein Kalkstein denkbar, der die urbane Wohnsituation unterstreicht. Aufgrund ihrer Präsenz im Wohnraum sind die Küchen und Einbauschränke farblich zurückhaltend.

Wirtschaftlichkeit, Energie und Ökologie
Das einfache und kompakte Volumen ist Grundvoraussetzung für ein wirtschaftliches und ökologisches Projekt, das sich für die Minergie(-Eco)-Zertifizierung eignet. Die gute Wirtschaftlichkeit wird im weiteren durch eine effiziente Erschliessung mit zwei Treppenhäusern und wenigen Anpassungen in den bestehenden Untergeschossen gegeben. Vertikale Lastabtragung ohne auskragende Bauteile sowie durchlaufende Medienerschliessungen zeichnen das Projekt ebenso aus. Die dauerhafte Fassade lässt geringe Unterhaltskosten erwarten.

Friesenberg

Stadtraum und Quartier
Das Quartier Friesenberg zeichnet sich durch seine hohe Wohnqualität, einer homogenen Bebauungsstruktur und hochwertigen Aussenräumen aus. Die grossen Baufelder sind mehrheitlich mit flachen, langen Zeilen bebaut und in ihrer Gleichförmigkeit von hoher Qualität. Das öffentliche Wegnetz vom Uetliberg bis hinunter zur Binz führt an qualitätsvollen und differenten Grünräumen vorbei.
Das neue Quartierszentrum fügt sich in die bestehende Zeilenbau-Struktur ein und spannt mit der Schulhausanlage über die Schweighofstrasse einen öffentlichen Raum auf. Die bestehende Abfolge der Freiräume wird weiter geführt und die Durchlässigkeit bewahrt.
Das Areal der Zentrumsüberbauung liegt mitten im Friesenberg und befindet sich in direkter Nachbarschaft zu grossmassstäblichen, öffentlichen Bauten, wie das Schulhaus oder die Kirche. Das Projekt stärkt die vorhandene Zentrumsidentität, bildet eine neue öffentliche Adresse und aktiviert den städtischen Charakter des Quartiers.

Aussenraum und Baukörper
Entlang des neuen Quartierzentrums zur Schweighofstrasse entsteht ein ausgedehnter, öffentlicher urbaner Raum. Die Schweighofstrasse wird zur belebten Promenade mit dichtem Baumbestand. Baumhasel, nicht fruchtende Kirschen und Schwedische Mehlbeeren bilden ein Blätterdach das angenehmen Schatten spendet. Durch die verschiedenen Lücken im Blätterdach entstehen spezifische Lichtsituationen und Orte. Die Niveauunterschiede zwischen Trottoir und Strasse werden aufgehoben und sorge für eine barrierefreie Begegnungs- und Aufenthaltsqualität.

Der Rhythmus im Erscheinungsbild der Schweighofstrasse ändert sich durch das Eintauschen in den Baumkörper und das Heben der Fahrbahn auf das Niveau der Fussgänger. Der Verkehrsfluss verlangsamt sich und das Queren der Fahrbahn wird erleichtert. Der Pavillon des Restaurants gliedert den Platzraum.
Das Projekt sieht einen lang gezogenen, leicht geknickten Baukörper vor, der den südwestlichen Strassenraum entlang der Schweighofstrasse über die gesamte Baufeldlänge fasst und an der abschüssigen Nordostseite mittels vorspringenden Gebäudeteilen im Hang verankert.

Arkaden und Loggien verleihen der städtischen Südwest-Seite einen urbanen Ausdruck und rhythmisieren den viergeschossigen, liegenden Baukörper. Die öffentliche, grosszügige Stadtterrasse am westlichen Gebäudeende bietet den Bewohnern Ausblick auf die Silhouette von Zürich.

Der Aussenraum der Nordostseite zwischen den Gebäudeflügeln wird als quartiertypischer Garten für die zukünftigen Bewohner angelegt. Direkte Ausgänge zu diesen gemeinschaftlich nutzbaren Aussenräumen sorgen für eine gute Erreichbarkeit im Alltag.
Hecken fassen die Gärten entlang der Strasse. Bepflanzungen mit einheimischen Sträuchern, Magnolien sowie Feld-Ahorn und Hainbuchen erlauben die Unterbringung von Gärten für Pflegewohnungen und Freiflächen für Hort und Kindergarten.

Haus und Wohnungen
Die verschiedenen öffentlichen Nutzungen wie der Coop, die Läden, das Restaurant mit Saal, der Kinderhort mit einem Mehrzweckraum sowie die Büros der FGZ befinden sich im Erdgeschoss und werden von der Schweighofstrasse erschlossen Sie sind wie die Eingänge zu den privaten Nutzungen (Wohnungen, Pflegewohngruppen und der Krankenstation) in die Arkaden integriert. einen Damit ist im Erdgeschoss ein einheitlicher Ausdruck trotz den unterschiedlichen Nutzungen gewährleistet.
Im Sockelgeschoss (N-1) befinden sich die Pflegewohngruppen und die Krankenstation. Der Kindergarten liegt im südlichen Ende des Gebäudes, im Norden sind die FGZ Regiebetriebe angeordnet. Das Gesundheitszentrum sowie ein weitere Wohnungen befinden sich über dem Coop.

Wohnungsgrundriss
Es werden jeweils vier Wohnungen über einen, nach Südwesten ausgerichteten Laubengang erschlossen, wobei sich jeweils die Dreizimmerwohnungen in der Mitte und die Vierzimmerwohnungen am Rand befinden. Der Laubengang ist ein gemeinschaftlich genutzter Aussenraum und Begegnungsort. Jede Wohnung besitzt zudem einen privatenBalkon mit schöner Aussicht über die Stadt. Die vorgeschlagene Wohnungstypologie profitiert von den Qualitäten der Lage am Friesenberg: Sie orientieren sich sowohl zur Stadt sowie zum Grünraum am Uetliberg.

Die Grundrissdisposition ist diagonal ausgelegt. Dank der Verengung im Grundriss wird die Lärmimmission reduziert. Die Wohnungen werden über Wohnküchen erschlossen. Die privaten Schlafzimmer sind nach Osten ausgerichtet und bei den Dreizimmerwohnungen wird jeweils am Ende des Laubenganges ein flexibel nutzbares Zimmer nach Westen hin angeordnet. Die Badezimmer sind zweiseitig zugänglich. Der Rundlauf in der Wohnung schafft Grosszügigkeit auf kleinstem Raum. In den vorspringenden Gebäudeflügeln befinden sich lang gestreckte Vierzimmerwohnungen. Die Zimmer sind flexibel nutzbar und die tiefer liegenden Räume über eingezogene Balkone direkt belichtet.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Die Projektverfasser schlagen vor, die Fassade aus einem groben sandfarbenem Backstein (mit hellen Fugen) zu mauern. Die Sockelpartien in Sichtbeton und verputzte Wandflächen in den Lauben und den Gartenhöfen runden den Materialkanon ab. Sie helfen, dasgrosse Volumen zu gliedern. Der helle Backstein und natureloxierte Aluminiumfenster prägen einen rationalistischen urban Ausdruck und fügen sich über einen effizienten Einsatz klarer architektonischer Mittel gut ins Quartier ein. Insgesamt knüpft das Projekt an dem vorhandenen architektonischen Charakter des Quartiers an in der Absicht den urbanen Ausdruck des Quartiers zu stärken.

Lärmschutz
Da der Immissionsgrenzwert für Wohnnutzungen deutlich überschritten ist, sind alle Wohnungen als sogenannte „Lärmgrundrisse“ konzipiert. Um eine sinnvolle Kompaktheit des Baukörpers zu realisieren und möglichst viele Zimmer mit Westlich anbieten zu können, sind maximal die Hälfte der Zimmer zur Schweighofstrasse orientiert. Dies ist über eine Ausnahmebewilligung für Wohnnutzungen im urbanen Raum möglich.

Energie- und Haustechnikkonzept
Heizwärme
Die Beheizung der Gebäude erfolgt über eine Niedertemperatur-Bodenheizung sowie durch die individuell steuerbaren Lüftungsboxen. Die Heizwärme wird zu einem grossen Teil mit einer Wärmepumpe aus der Abluft der Lüftungsanlage gewonnen. Der Restwärmebedarf bei kalten Aussentemperaturen wird über das geplante Anergienetz gedeckt. Durch tiefe Heizungstemperaturen (30°C) kann die Abluftwärmepumpe sehr effizient arbeiten.

Warmwasser
Überschüssige Wärme aus der Abluftwärmepumpe wird für die Vorwärmung des Warmwassers verwendet. Die Nachwärmung des Warmwassers und der Legionellenschutz erfolgt über das geplante Anergienetz.

Raumlüftung und Erschliessung
Um den Verrohrungsaufwand und Platzbedarf für die Lüftung minimal zu halten, wird die Frischluft dezentral an den Fassaden gefasst. Die Zuluft wird mit gut zugänglichen, individuell steuerbaren Lüftungsboxen gefördert und darin auch auf Raumtemperatur erwärmt. Die Abluft wird in den zentralen Nassräumen im Vorwandsystem gefasst und über die Steigzonen über Dach geführt. Die Wärmerückgewinnung erfolgt über eine Abluft Wärmepumpe, welche die Wärme in das Heizungsnetz zurückspeist. Durch das gewählte Konzept kann der Installationsaufwand tief gehalten (keine Einlagen in Betondecken nötig) und die Wohnungen können individuell belüftet werden. Der Gesamtenergiebedarf wird dadurch minimal gehalten.

Minergie-P-ECO
Die verfügbaren Flachdachflächen eignen sich gut für eine Stromerzeugung mittels Photovoltaik. Mittels Photovoltaik kann der gesamte Strombedarf für die Haustechnik (Wärmepumpe sowie Lüftung) sowie ein Teil des Mieterstrombedarfs gedeckt werden.
Die beschriebenen Konstruktionsweisen und Materialien sowie das Lüftungskonzept entsprechen den MInergie-P Anforderungen und sind baubiologisch unbedenklich. Die Dämmstärken in Dach und Fassaden, sowie die Kompaktheit der Volumen gewährleisten auch die energetischen Anforderungen.

Kostengünstiges Bauen
Der Vorgabe des kostengünstigen Bauens wird Rechnung getragen, indem das Bauwerk über eine klare und einfache Tragstruktur mit senkrechte Lastabtragung und wirtschaftlichen Spannweiten verfügt. Ebenso können die Medien mittels wenigen vertikalen Fallsträngen erschlossen werden. Ausschlaggebend ist die höchst Effiziente Erschliessung der 100 Wohnungen über nur 8 Treppenhäuser und die hohe Beständigkeit der vorgeschlagen Fassadenmaterialien.

Speich Areal

Das Speich-Areal befindet sich in einer besonderen städtebaulichen Lage zwischen Blockrandquartier und einer heterogenen Bebauung am Wipkingerplatz, der Hardbrücke und dem Flussraum, welche nach einem städtebaulich janusköpfigen Baukörper verlangte. Das Gebäude reagiert darauf mit einer expressiven, eigenständigen Gestalt, insbesondere einer Kopfausbildung zum Wipkingerplatz, welche den Ort neu besetzt. Auf der Strassenseite heben plastische Verschränkungen die klassische Dreiteilung von Sockel, Mittelteil und Attika auf und steigern die Ausdruckskraft des Baukörpers. Auf der Flussseite wird über Terrassierungen des Gartens, der Ausbildung der Hofgebäude als Gebäudesockel sowie bepflanzten Balkonen und Dachterrassen ein nochmals anderer Charakter erzeugt, der an vertikale oder hängende Garten erinnert. Die Fassadenbekleidung mit Keramik – in Anlehnung an die ortstypischen, ockerfarbenen Backsteine – kontrapunktiert und entmaterialisiert je nach Lichtreflexionen die Massigkeit und Schwere des Körpers.
Der geforderten Nutzungsflexibilität im Programm folgend wurde das Haus konsequent strukturell entflochten. Dazu gehören der Skelettbau in Stahlbeton, der Leichtbau im Innern und stellenweise abgehängte Decken, welche die offen geführten Installationen verkleiden. Die Wohnräume loten in dieser Disposition das räumliche Potential des «plan libre» aus.

> Lageplan

Hochhäuser

Areal und Stadtraum
Fünfzehn Jahre nachdem das von Diener und Diener entworfene städtebauliche Konzept im Entwicklungsrichtplan der Stadt Baden festgesetzt wurde, hat sich das ehemalige Werkareal der ABB stark verändert: aus der einst abgeschlossenen «Industriestadt» entwickelte sich einer der urbansten und dichtesten Räume Badens. Nebst einer Vielzahl von ABB-Tochterfirmen und -ablegern siedelten sich auch verschiedene KMU hier an. Aus dem industriell-gewerblich geprägten Quartier ist ein Dienstleistungsviertel entstanden.Stadträumlich bestehen die Qualitäten des ehemaligen Werkareals weiterhin: sie äussern sich im pragmatischen, orthogonalen Raster der Gesamtanlage, in scheinbar zufälligen Leerräumen, die heute als vielfältige Aussenräume funktionieren und im durchgehenden Asphaltboden ohne Absätze und Trottoirs, worauf die grossen Baukörper ohne Sockelausbildungen stehen. Die Brown-Boveri-Strasse und der Kreuzweg sind die einzigen durchgehenden Erschliessungsachsen für Autofahrer, Velofahrer und Fussgänger im Areal. Sie sind im Stadtplan – vergleichbar einem römischen Stadtgrundriss – als sich kreuzende Achsen erkennbar.

Baukörper und Höhenentwicklung
Die vorgeschlagenen Hochhäuser fügen sich selbstbewusst ins bestehende orthogonale Raster des ehemaligen Werkareals ein. Ihre Stellung und Eingangssituation bindet die Häuser direkt an das beschriebene Achsenkreuz von Brown-Boveri-Strasse und Kreuzweg an, hebt damit ihre Bedeutung für Baden Nord hervor und ergibt eine einfache Adressbildung bei allfälliger Fremdvermietung.
Die beiden Körper sind in Volumen und Geometrie affin. Die einfachen Grundrissgeometrien der je leicht verzogenen Rechtecke steigern die plastische Präsenz der Körper, reagieren auf geringe Verdrehungen im Stadtgrundriss (Hochhaus Ost) oder sorgen für aussenräumliche Dekompressionen (Hochhaus Nord) – in vergleichbarer Weise wie dies der PowerTower über leichte Brechungen der Volumetrie erreicht. Während die gerichtete Grundrissfigur des Hochhauses Ost seine städtebauliche Stellung am Ende des Kreuzweges und die Parallelität zum Gleisstrang thematisiert, verhält sich das Hochhaus Nord zentrisch und erzeugt so eine stadträumliche Verdichtung in der dreiseitig von Bauten besetzten Situation. Diesen Absichten folgt auch die Höhenentwicklung der beiden Häuser: das Hochhaus Ost (rund 65m) erhebt sich deutlich über die umliegenden Bauten, akzentuiert den östlichen Abschluss des Areals und verweist übergeordnet auf die Talrichtung. Das gedrungenere Hochhaus Nord (rund 50m) hingegen verdichtet die bestehende Situation mit dem Konnex-Bau (35m) und dem Powertower (27m). Die Gebäudehöhen erzeugen einen vertretbaren Schattenwurf auf areal-externen Gebieten. In der Fernwirkung ergänzen die beiden Häuser spannungsvoll, gleichzeitig aber unaufgeregt die Stadtsilhouette. Die Höhenstaffelung erzeugt – etwa von der Burg oder dem Schartenfels aus gesehen – eine perspektivische Tiefenwirkung in Talrichtung.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Die beiden Hochhäuser entsprechen sich in Konstruktion und Materialisierung. Gesucht wurde ein für «Filialbauten» angemessener architektonischer Ausdruck: eine effiziente «Dienstleistungsmaschine» in elegant-mondänem Kleid. Vorgeschlagen wird eine kostengünstige, einschalig-gläserne Curtain-Wall-Fassade mit einer Fenstergliederung im geforderten Raster von 1.35 m. Der Repetition und Kleinteiligkeit des Bürorasters und der Geschossigkeit wirkt eine zweite Ordnung entgegen: die Fassadenhaut ist in ein Relief aus «Platten» gegliedert, die jeweils elementweise um 20cm nach aussen vorspringen. Damit wird ein übergeordneter Massstab eingeführt, der dem Bürohaus eine einprägsame, spezifische und widerständige Physiognomie verleit, die auch in der Fernsicht ihre Wirkung entfaltet.
Im Weiteren finden das innovative Nachhaltigkeitskonzept respektive die Gebäudetechnik ihren Ausdruck in der Fassade. Die beim dezentralen Lüftungs-system an den Geschossstirnen eingesetzten «Airboxen» (vgl. Energie- und Gebäudetechnikkonzept) zeichnen sich als ornamentales «Pailettenmotiv an der Fassade ab und der aufgrund flächig versetzter Photovoltaikelemente schräg geschnittene «Dachhut» erzeugt eine stille Expressivität. Der gläsern-kristalline Charakter der Gebäude bezieht sich auf die neueren Bauten der Umgebung (Hotz, Diener & Diener) und die Transformation des Areals zum Dienstleistungsquartier.

Innenraum und Nutzung
Die beiden Hochhäuser werden je über ein schmales, lang gestrecktes Foyer erschlossen, das sich im Bereich des Kerns in die Grundrisstiefe erweitert und über zwei Geschosse reicht. Neben dem Kern gliedert primär die Entfluchtung der Unter- und Obergeschosse das Erdgeschoss. An das Foyer angegliedert finden sich neben der Empfangsloge einzelne, repräsentative Sitzungs- oder Konferenzräume, die intern wie auch extern verwendet werden können (Kundenkontakte). Jeweils rückseitig befinden sich die Anlieferungen, die mit den Anlieferungen angren-zender Gebäude zusammengefasst werden.
Der Weg zu den Obergeschossen führt über straff organisierte Erschliessungskerne, wo beispielsweise Entfluchtungsschleusen auch als Vorräume für Toilettenanlagen fungieren; das Haustechnikkonzept minimiert zudem die Schachtquerschnitte. Die einzelnen Bürogeschosse weisen demnach eine gute Flächeneffizienz auf (NF zu GF durchschnittlich 76%).
Die leicht asymmetrische Setzung der Erschliessungskerne im Grundriss erlaubt verschiedene Raumzonierungen und Clusterbildungen in übersichtlichen und angenehmen Grössen, auch bei einer maximalen Belegung von 98 Arbeitsplätzen pro Geschoss. Die Vorsprünge der Fassadengliederung unterstützen solche Zonierungen (gewissermassen Andockstellen) – sie werden so auch innen-räumlich wirksam. Die asymmetrische Kernposition erlaubt zudem an den Kern anschliessende Aussparungen in den Geschossdecken. Sie bieten die Möglichkeit, innenliegende, mehrgeschossige Hallen zu schaffen. Solche Kommunikations-räume verfügen über eine interne Treppe und fördern erwiesenermassen den Informationsfluss und damit die Produktivität des Unternehmens. Infrastruktur-räume wie Teeküchen können daran angegliedert werden (Schacht). Da wo solche Räume nicht benötigt werden, werden die Deckenaussparungen in Leichtbauweise geschlossen.
Die in den Grundrissplänen gezeigten Innenausbauten und Möblierungen zeigen die Möglichkeiten und die Flexibilität der Bürogeschosse. Im Sinne eines möglichst breiten Spektrums wird dabei auch aufgezeigt, wie in den obersten Geschossen möblierte 2 1/2 – bis 3-Zimmer-Business-Apartments mit entsprechenden Serviceleistungen angeboten werden könnten. Solche Alternativen zum Hotelaufenthalt haben sich als erfolgreiche Angebote erwiesen.

Untergeschosse und Parkierung
Im Hochhaus Nord sind drei, im Hochaus Ost zwei Untergeschosse vorgesehen. Die Untergeschosse des Hochhauses Ost dienen ausschliesslich der Lagerung von Mobiliar und der Aufnahme von Gebäudetechnik. Es besteht keine unterirdische Verbindung zum dreigeschossigen Parkierung unter dem Brown Boveri Platz (600 PP), da dieses nicht ausschliesslich dem Hochhaus reserviert bleiben soll. Zudem macht eine Ein-/Ausfahrt an der vorgesehenen Stelle vor dem Hochhaus keinen Sinn. Die drei Untergeschosse des Hochhauses Nord dienen nebst der Technik der Parkierung. Anstelle einer maximalen Parkplatzzahl (201 PP) schlägt das Projekt ein kompaktes und damit wirtschaftliches Parking vor.

Brown Boveri Platz

Freiraumverwebungen
Mit der Verschiebung der angestammten Produktionsstätten und der einhergehenden Verlagerung zum Dienstleistungsstandort entwickelte sich die lange abgeschlossene Welt von Baden Nord zu einem offenen und lebendigen Quartier der Stadt. Der Einzug von neuen Firmen, von Wohn- und Konsum-nutzungen hat das Gesicht des ABB-Areals vollständig verändert. Das Aufbrechen der Arealgrenzen ist entlang der Hauptstrassen Brugger- und Haselstrasse ersichtlich. Der Strassenraum mäandriert in die angrenzenden Freiräume wie alter Friedhof am Martinsberg, Trafoplatz oder Schmiedeplatz und verwebt die Stadt mit dem ABB-Areal zu einem neuen Ganzen. Der Brown Boveri Platz führt diese Entwicklung weiter, öffnet sich zur Haselstrasse und sucht bewusst die Nähe zu Zentrum und Bahnhof.

Grundfläche und Setzungen
Baden Nord kann als grosse, bespielbare Asphaltfläche gelesen werden. Asphalt ist als Material äusserst robust und dennoch flexibel genug, um notwendige Ver-änderungen schnell umsetzen zu können. Die Asphaltfläche von Baden Nord wird von Volumen besetzt, welche schnell entstehen, sich verändern oder auch wieder vergehen können. Das vorgeschlagene Baumfeld reiht sich in den Kanon der Gebäude- und Baumvolumen ein und bildet einen selbstbewussten räumlichen Akzent innerhalb der Asphaltfläche. Die Asphaltfläche des ABB-Areals wird auch auf der Detailebene konsequent bis an den Strassenraum weiterentwickelt, so wird die Treppe zur Haselstrasse mit Stahlwangen und Auftritten aus Asphalt ausgeführt.

Topographie und Maschine
Die vorgefundene Topographie macht den Brown Boveri Platz einzigartig. Auch wenn die anstehenden Gefälle nicht übermässig stark erscheinen, so ergeben sich durch die Dimension des Platzes zwischen höchstem und tiefstem Punkt doch Höhenunterschiede bis zu 1.75 Metern. Der Platz wirkt demnach als schiefe Ebene. Die schiefe Ebene gehört in der Lehre der Physik wie der Flaschenzug oder die Schraube zu den einfachen Maschinen und erweist somit dem ehemaligen Produktionsstandort ABB seine Referenz. Der Umgang mit Topographie und Gefälle wird durch die Einführung einer virtuellen, horizontalen Ebene bei den Pflanz-trögen thematisiert. Direkt über der Tiefgarage gelegen benötigen die Bäume genügend Erdvolumen, um gedeihen zu können. Auf dem Platz werden deshalb in einem einfachen Raster 35 Betontröge angeordnet, welche als Grundkonstante dieselbe OK-Kote von 385.30 und das gleiche Volumen von 7,2 m3 Inhalt aufweisen. Die geneigte Asphaltebene hat zur Folge, dass der am höchsten gelegene Pflanzentrog bei einer Seitenlänge von 4.00 Metern eine sichtbare Höhe von 0.45 m aufweist, der am tiefsten gelegene Trog jedoch 1.65 Meter hoch ist und sich die Seitenlänge auf 2.09 Meter reduziert. Das Volumen von 7.2 m3 bleibt erhalten. Die Betonelemente werden als vorfabrizierte, scharfkantige und oberflächlich gespitzte Elemente ausgeführt.

Quelle
Innerhalb des Baumfeldes ist eine Quelle bodenbündig eingelassen, aus welcher unregelmässig Wasser tritt. Bedingt durch die Gefälle der schiefen Ebene sucht sich das Wasser einen Weg zwischen den Pflanzelementen hindurch bis zum tiefsten Punkt des Platzes. Hier wird es gefasst und «entschwindet» unter die Asphaltfläche. Wind, Blätter oder auch Kinderschuhe lassen das Wasser immer neue Richtungen finden auf seinem Weg über den Platz.

Zeichenhaftikeit
Das Baumfeld besteht aus mehrstämmigen Judasbäumen (Cercis siliquastrum) und bildet das verwunschene Gegenstück zur präzisen Behandlung der Horizonte und Ebenen. Im Frühjahr erscheinen vor dem Laubaustrieb tausende von rosa Blüten direkt aus dem Holz der Bäume und lassen Bilder von Japans Kirschblüten vor dem geistigen Auge erscheinen. Im Sommer treiben die herzförmigen Blätter, um sich im Herbst goldgelb zu färben. Im Winter erinnern die langen Schoten an südliche Gefilde und wecken die Sehnsucht auf den kommenden Frühling.

Tragwerkskonzept

Einfaches und bewährtes Tragwerk
Beide Hochhäuser Nord und Ost werden als Skelettbauten in Massivbauweise erstellt. Sie umfassen je 3 Untergeschosse sowie 14 bzw. 18 Erd- und Obergeschosse bei einer Grundfläche von jeweils rund 1000 m2. Die Gebäude werden mit einer vorgehängten Fassade aussen gedämmt, sodass das gesamte Tragwerk monolithisch und ohne aufwendige Anschlüsse von aussen liegenden Tragelementen erstellt werden kann. Das gewählte Tragwerkskonzept ist äusserst einfach, klar und bewährt. Es ermöglicht eine sichere und wirtschaftliche Umsetzung.

Durchlaufende Tragelemente
Die vertikale Lastabtragung erfolgt über den Lift- und Treppenhauskern, über Stützen in der Fassadenebene sowie einzelnen Stützenscheiben im Gebäudeinnern. Sämtliche vertikalen Tragelemente laufen systematisch über alle Geschosse bis zur Bodenplatte durch. Die infolge der Fassadenversprünge erforderlichen, geschossweise geringen Versätze der Stützen können von den Geschossdecken aufgenommen werden. Vorgesehen sind Schleuderbetonstützen mit einem Durchmesser von 40 cm in der Fassadenebene und Wandscheiben in Ortbeton von 25cm x 1.0m im Gebäudeinnern.

Schlaff armierte Geschossdecken
Die vertikalen Tragelemente sind so angeordnet, dass regelmässige Deckenfelder von rund 8.0m Spannweite entstehen. Die Geschossdecken tragen als schlaff bewehrte Flachdecken in Ortbeton mit einer konstanten Stärke von 32cm. Die Verteilleitungen der dezentralen Frischluftversorgung, welche in einem regelmässigen Raster zentrisch in die Decke eingelegt werden, bewirken eine Gewichtsreduktion von rund 7% ohne Einbusse an Tragfähigkeit und Steifigkeit. Dank des in der Fassadenebene kleiner gewählten Stützenabstands können die Decken ohne Randüber- bzw. -unterzug ausgeführt werden.

Aussteifender Kern und Fundation
Die Treppenhaus- und Liftkerne aus Ortbeton dienen neben der vertikalen Lastabtragung auch zur Stabilisierung der Hochhäuser gegen Wind und Erdbeben. Sie laufen über alle Geschosse durch, haben nach unten zunehmende Stärken (0.25 bis 0.40m) und sind in den 2 bzw. 3 Untergeschossen eingespannt. Die Untergeschosse werden mit ihren umlaufenden Stahlbetonwänden als steife Kisten ausgebildet. Die Fundationskote beider Hochhäuser liegt im tragfähigen Limmatschotter. Angesichts der hohen Fundationslasten ist voraussichtlich dennoch eine Pfahlfundation erforderlich.

Rechenzentrum
Das Hochhaus Ost überlappt in seiner nordwestlichen Gebäudeecke das bestehende, unterirdische Rechenzentrum. Vorgesehen ist in diesem Bereich die Abfangung von drei Fassadenstützen durch vorgespannte, 2 geschossige Stahlbeton-Wandscheiben im Erd- und 1. Obergeschoss, sodass das Hochhaus über dem Rechenzentrum auskragend ausgebildet werden kann. Diese Irregularität im Tragwerk wird zudem für die räumliche Ausformulierung der Eingangshalle verwendet. Für die weitere Bearbeitung ist dennoch zu prüfen, ob eine Durchdringung des Rechenzentrums bzw. ein bereichsweiser Rückbau möglich sind.

Energie- und Gebäudetechnikkonzept

Nachhaltigkeit – ein systemischer Ansatz
Nachhaltigkeit umfasst bekanntlich nicht nur ökologische, sondern auch soziale und ökonomische Aspekte. Ein nachhaltiges Gebäudekonzept misst sich deshalb nicht nur an seinen Energiekennwerten, sondern muss ebenso zu einer komfortablen Arbeitsumwelt beitragen und ökonomisch zweckmässig sein. Kurz: die zahlreichen Faktoren eines solchen Systems müssen zu einander abgewogen und in ein Gleichgewicht gebracht werden.
Bezogen auf die Hochhäuser Baden Nord wird dazu ein systemischer Ansatz gewählt, der den Betrachtungsperimeter über das einzelne Gebäude hinaus erweitert. Hierfür steht beispiels-weise die Absicht, den Strombedarf mit CO2-neutralem Labelstrom zu decken, der nicht notwendigerweise im Gebäude oder Areal produziert werden muss. Damit ist aber auch das Zusammenwirken von Ökonomie und Ökologie gemeint: so sollen beispielsweise die verhältnismässig tiefen Investitionskosten der einschaligen Fassadenkonstruktion, die Finanzierung einer Photovoltaikanlage auf den Dächern der beiden Hochhäuser erleichtern.

Wärmeversorgung – autark und exergetisch minimal
Der Heizenergiebedarf der beiden Minergie-Hochhäuser soll weitgehend autark gedeckt werden, so dass die fossil (evtl. langfristig mit Holz) erzeugte Nahwärme aus der Energiezentrale wenn überhaupt lediglich zur Spitzendeckung und als Redundanz genutzt wird. Neben der passiven Nutzung der anfallenden Solarwärme während der Heizperiode wird insbesondere die anfallende Abwärme (Arbeitshilfen, Beleuchtung etc.) aus der Abluft und aus dem Abwasser (z. B. FEKA-System) aktiv genutzt. Diese relativ hochwertigen Energiequellen (>20°C Quelltemperatur) gepaart mit einer Niedertemperaturheizung (<32°C) erlauben einen sehr effizienten Wärmepumpeneinsatz (COP > 7).
Die Nasszellen werden grundsätzlich nur mit Kaltwasser versorgt. Lediglich optional (Mieterausbau) wird die Möglichkeit eines Kleinboilers pro Nasszelle vorgesehen. Damit werden nicht nur kostenintensive Installationen (Warmwasser- und Zirkulationsleitungen) eingespart, sondern auch die laufenden Energieverluste durch Zirkulationssysteme vermieden.

Kälteversorgung – natürlich und einfach
Der Kühlenergiebedarf, welcher in modernen Bürogebäuden im Minergie-Standard auch energetisch eher als der Wärmebedarf massgebend ist, soll weitgehend mit freier Kühlung generiert werden. Zur Spitzendeckung bei sehr hohen Aussentemperaturen oder langen Hitzeperioden können die für den Heizbetrieb vorgesehenen Wärmepumpen als Kältemaschinen betrieben werden.
Mittels Hybridkühltürmen (Taupunktemperatur <21°C) auf dem Dach soll das natürliche Kühlpotenzial der Aussenluft adiabat bestmöglich genutzt werden. Die grossflächigen Decken ermöglichen auch im Kühlfall eine effiziente Hochtemperatur-Kühlung (>18°C) und gleichzeitig einen hohen Komfort mit angenehmen Raumlufttemperaturen (Zielwert <26°C). Stromversorgung – CO2-frei und effizient Der Strombedarf soll mittels CO2-frei erzeugter Elektrizität aus dem öffentlichen Netz (Labelstrom) und über Photovoltaikelemente auf dem Dach teilweise autark gedeckt werden. Die aktive Nutzung der solaren Energie ist in der weiteren Planung im Bezug auf deren Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Sie ist für die Funktionalität der Hochhäuser zwar nicht zwingend aber allenfalls als sichtbares Element der Nachhaltigkeit auch bei nicht gegebener Wirtschaftlichkeit interessant. Der massgebende interne Strombedarf soll mit der Berücksichtigung möglichst effizienter Bürogeräte sowie einer hohen Tageslichtnutzung und entsprechend gesteuertem Kunstlicht (Stehleuchten in den Büros, Deckenleuchten in Sitzungsbereichen) minimiert werden. Es soll ein IT-Konzept mit bewusst zentralisierten Rechnereinheiten, d.h. nicht in den Arbeitsflächen anfallende Wärmelasten der CPU's, Transformatoren etc. und einer Virtualisierung der notwendigen Serverleistungen umgesetzt werden, die stark helfen den Gesamtstrombedarf minimal zu halten. Gleichzeitig wird damit der Kühlenergiebedarf entsprechend reduziert und der Raumkomfort nicht nur thermisch sondern auch akustisch (keine PC-Ventilatoren) stark verbessert. Luftversorgung – schlank und bedarfsgerecht Der Frischluftbedarf soll auf dem hygienisch erforderlichen Mass (25-36 m3/h und Person) gehalten und mit modularen CO2-Sensoren in der Abluft bedarfsgerecht variiert werden (stetig oder stufengesteuerte Ventilatoren). Die Zuluft wird zur Vermeidung flächenintensiver Zentralen und Steigzonen mit dezentralen Luftaufbereitungsgeräten im Fassadenbereich situiert (z. B. Airboxen mit je 100 m3/h). Die Abluft wird mittels modularen Stichrohren ab dem möglichen Einzelbüroperimeter auf die Abluftkanäle in der abgehängten Decke der Innenzonen und von da über einen zentralen im Vertikalschacht angeordneten Ventilator über Dach geführt. Das Erdgeschoss (Foyer, Haupteingang) sowie die Untergeschosse (Parking, Lager, Technik etc.) werden mittels zentraler Lufterneuerungsanlagen versorgt. Deren Aussenluft- und Fortluftgitter sind in der Fassade des Erdgeschosses situiert. Die Fortluft des Parking wird mittels vertikalen Stelen über die Treppenhäuser in die notwendige Höhe geführt. Dies vermeidet flächenintensive Vertikalschächte in den beiden Hochhäusern. Luftversorgung – schädliche Immissionen Die externen Belastungen des Schienenverkehrs (Bremsstaub PM10) sowie der Abgase der Energiezentrale gilt es im speziellen zu beachten. Die Staubelastung durch den Schienenverkehr führt gemäss den Angaben der SBB zu einer Zusatzbelastung von 7-10% an stark befahrenen Eisenbahnstrecken bezogen auf den schweizerischen Mittelwert. Die zusätzlichen Staubbelastungen im Gebäudeinnern an Bahntrassen ist sehr klein, weil die Partikel gross sind und durch grobe Filter gut zurückgehalten werden. Die Auswechslung der Filter muss einmal im Jahr erfolgen. Die Abgase der Energiezentrale stellen keine Probleme für die dezentrale Luftansaugung dar, da die lokale Strömungssituation dafür sorgt, dass die dem Heizwerk zugewendete Fassade nicht durch Abgase der Feuerung beaufschlagt wird. Wärme-/Kälteabgabe und Akustik – integriert Die Wärme- und Kälteabgabe erfolgt über thermisch aktivierte Decken mit raumnahen und deshalb exergetisch optimierten Temperaturen von ca. 18/21°C im Kühlfall und ca. 30/25°C im Heizfall. Die modularen, dem möglichen Büroraster entsprechenden und auf ca. 50% der Deckenflächen situierten externen Heiz- und Kühldeckensegel dienen nicht nur dem thermischen Haushalt, sondern sind insbesondere auch für die angenehme Raumakustik (geringe Nachhallzeiten) zuständig. Nebst den thermisch und akustisch integrierten Funktionen lassen sich zusätzlich auch Kunstlichtelemente (z. B. LED-Deckenleuchten in Sitzungszimmern) integrieren und erlauben eine sehr hohe Nutzungsflexibilität. Brandschutz – maximale Nutzungsflexibilität Die Treppenhäuser werden mit den erforderlichen Überdrucklüftungen (separate Steigzonen) ab dem Dach erschlossen, um die Rauchfreiheit der Fluchtwege im Brandfall jederzeit zu gewähren. Für ein gutes Sicherheitsempfinden der Mitarbeiten sind alle Geschosse ganzflächig mit Sprinklersystemen ausgerüstet. Die Sprinklerung bringt zudem Vereinfachungen im Fassadenbereich (Brandüberschlag) und erlaubt vertikale offene Verbindungen über zwei und mehr Geschosse (Kommunikationsräume). Das Sprinklersystem wird als innovatives Hochdruckzerstäubersystem ausgelegt, was vergleichsweise kleine Rohrquerschnitte erlaubt.