Limmatfeld

EINGELADENER IDEENWETTBEWERB
LIMMATFELD BAUFELD F
DIETIKON, JULI 2008

Städtebauliche Absichten
Das Baufeld F befindet sich im Zentrum des neuen Dietikoner Stadtquartiers Limmatfeld. Der aufgebrochene Blockrand des Baufeld F besteht aus vier Körpern, die wiederum in einzelne Stadthäuser unterteilt werden. Die im Projekt bearbeiteten Module 1 und 6 sind «Mittelpartien», das heisst Stadthäuser zwischen zwei Brandmauern, wie sie den Regelfall in jeder historischen europäischen Stadt darstellen. Das Modul 7 verfügt über eine belichtete Stirnfassade in relativer Nähe zum nächsten Gebäudekörper und ist damit eine Art Spezialfall auf dem Baufeld F.
Entsprechend den Vorgaben des Gestaltungsplanes sind alle drei Module ab dem Niveau E00 für Wohnnutzungen entwickelt worden. Im Erdgeschoss (Niveau E99) befinden sich neben eingezogenen Eingängen, jeweils seitlich angelagerten, abschliessbaren Fahrradräumen und den geforderten Nebenräumen (Kellerabteile à 8m2, Waschküchen) einzelne, kleinere Gewerberäume (Ateliers, Büros, kleine Läden, um 50-60m2).
Die Wohnungsgrundrisse aller Module verhalten sich sowohl bezüglich Ausrichtung auf die Strassenräume als auch die Himmelsrichtungen indifferent; es wird weder im traditionellen Sinn eine Wertung von Strassen- und Hoffassade vorgenommen, noch im Sinne der Moderne auf eine eindeutige Zuordnung von Nutzung und Ausrichtung gesetzt. Dementsprechend sind die Wohngeschosse von Modul 1 und 6 punktsymmetrisch aufgebaut. Eine Differenzierung der unterschiedlichen Aussenbezüge (Strassenräume, Südausrichtung) wird durch feine Justierungen und Manipulationen an Grundriss und Fassade erreicht.

Drei Wohnkonzepte
Für jedes der drei Module wurde ein eigenständiges Konzept erarbeitet (das heisst auch für die verwandten Module 1 und 6), um hinsichtlich der Varianz der anzubietenden Wohnungen ein Maximum zu erreichen. Das Modul 1 mit der maximalen Gebäudetiefe von 18m (respektive der maximalen GF) ist dabei für Wohneigentum vorgesehen, das kleinere Modul 6 für Mietwohnungen und das Modul 7, in seiner Form gleichsam ein Spezialfall auf dem Baufeld F, für alternative Wohnformen, die auch ein Arbeiten zu Hause ermöglichen.
Sämtliche Wohnungen sind in ihrer Grösse marktgängig und in verschiedener Art flexibel nutzbar und ausbaufähig. Für eine gute Wirtschaftlichkeit wurde auf eine durchgehende Statik, übereinander liegende Wohnungstrennwände und Installationsschächte sowie einfache und gängige Konstruktionsweisen geachtet. Die Treppenhäuser sind knapp bemessen, um eine gutes Verhältnis von HNF zu GF zu erzielen. Der Glasanteil an den Fassaden ist im Verhältnis zu den relativ grossen Gebäudetiefen bemessen.
Alle Wohnungen verfügen über einen aussen liegenden Sonnenschutz. Mit den gewählten Dämmstärken werden die Minergie-Anforderungen ohne Mehraufwände bei den Fenstern erreicht.

Modul 1
Für das Modul 1 mit einer maximalen Gebäudetiefe (18m) und damit der grösseren Geschossfläche wurden Eigentumswohnungen entwickelt. Durch die azentrische Setzung des Treppenhauses und eine punktsymmetrische Grundrisstypologie wird eine Gewichtung der Wohnungsgrössen geschaffen, welche auf ein spezifisches Publikum zielt: Familien für die grosse Wohnung mit 5 1⁄2-Zimmern sowie ältere Leute für die 2 1⁄2-Zimmer-Wohnung. Die Familienwohnung entspricht mit ihrem räumlichen Angebot, was eine Familie mit 2 Kindern an einem Ort wie Dietikon erwartet: grosszügige und offene Wohn-, Ess- und Kochräume, eine ausreichende Anzahl an Zimmern (min. ein «freies» Zimmern neben den eigentlichen Schlafräumen) sowie grosszügiger Stauraum. Die Wohnräume haben maximalen Südanteil, spannen sich als offene Raumfigur mit einem polyvalent nutzbaren Zimmer aber auch an die Strassenfassade und gewähren so ein «Durchwohnen» des tiefen Grundrisses. Die Zimmer weisen unterschiedliche Grade an Privatheit auf und lassen sich so verschieden nutzen.
Die Alterswohnungen sind mit einer analogen, offen Wohnraumfigur typologisch gleich aufgebaut. Durch die strassenseitigen Wohnräume besitzen sie einen stärkeren Bezug zum «Leben auf der Strasse». Die Küchen und Badräume sind entsprechend der Wohnungsgrösse knapper bemessen.
In der beschriebenen Grundtypologie sind zwei Zimmer schaltbar, sodass weitere Wohnungsgrössen und -typen, nämlich 4 1⁄2- und 3 1⁄2-Zimmer-Wohnungen, angeboten werden können (125 und 78 m2). Damit werden auch Familien mit kleinerem Budget sowie Singles oder Paare angesprochen.

Modul 6
Für das Modul 6 mit einer etwas kleineren Geschossfläche als im Modul 1 wurden Mietwohnungen entwickelt. Die Grundrisstypologie baut wiederum auf einer punktsymmetrischen Logik auf, wobei hier beim Grundtyp zwei gleich grosse 3 1⁄2-Zimmer-Wohnungen angeboten werden. Die Grundrisse weisen eine gekammerte Raumstruktur auf, wo sämtliche Räume über eine innen liegende, nutzbare Halle erschlossen werden. Durch die diagonale Anordnung von Wohn- und Ess- respektive Kochräumen wird auch hier ein «Durchwohnen» mit verschiedenen Aussenraumbezügen angeboten. Die Wohnungszuschnitte mit jeweils ähnlich grossen, frei nutzbaren Zimmern zielen auf eine breiteres Publikum als beim Modul 1: sie funktionieren sowohl als Wohnungen für Familien mit 1 bis 2 Kindern, als auch für Paare und ältere Leute.
Wiederum sind einzelne Zimmer schaltbar, sodass auch 4 1⁄2- und 2 1⁄2-Zimmer-Wohnungen gebaut werden können, die Familien mit höheren Ansprüchen gerecht werden respektive für Alleinstehende interessant sind. Die Neben- und Badräume sind knapper als im Modul 1 bemessen und entsprechen damit dem Mietstandard der Wohnungen.
Durch die leichte Azentrizität des Grundrisses im Volumen sind Strassen- und Hoffassade unterschiedlich artikuliert und machen die an sich gleichen Wohnungen dennoch verschieden. So ist der Wohnraum einmal als Erker und einmal mit vorgelagerter Balkongallerie ausgebildet. Der Mieter entscheidet sich entsprechend seinen Vorlieben für eine eher hof- oder strassenseitig ausgerichtete Wohnung.

Modul 7
Für das Modul 7, innerhalb des Baufeldes F ein Spezialfall, wird ein dreispänniger Typus mit loftartigen Wohnungen angeboten, deren Zimmerzahl je nach Bedarf (Leichtbau-Trennwände) von 2 bis 5 Zimmern variieren kann. Die Wohnungen sind damit maximal flexibel und können sowohl von Familien als auch von Alleinstehenden oder Paaren, welche zu Hause arbeiten wollen, genutzt werden. Zwei der drei Wohnungen auf einem Geschoss sind nahezu identisch und zeichnen sich durch einen komplett offenen Grundriss aus, der im Grundausbau lediglich durch einen Badkörper, eine offene Küche sowie einen grosszügigen, eingezogenen Aussenraum zoniert wird. Die dritte Wohnung ersteckt sich jeweils über zwei Geschosse und verfügt auf der Nordseite (Licht!) über einen zweigeschossigen Atelierraum. Die Grössen dieser Wohnungen können ebenfalls variieren, indem von der hofseitigen Geschosswohnung ein bis zwei Zimmer zugeschaltet werden (es sind damit 2 1⁄2- bis 4 1⁄2-Zimmer-Maisonettewohnungen möglich). Für die total drei Maisonette-Wohnungen wird auch ein Teil der Ebene 99 (EG) genutzt. Alle Maisonette-Wohnungen verfügen über eine zweigeschossige, südseitige Loggia.
Entsprechend dem inneren Aufbau des Gebäudes wird eine «strukturelle» Fassade vorgeschlagen, die von einem regelmässigen Achsmass ausgeht und im Ausdruck entfernt an amerikanische Warehouses erinnert.

Zwischenwasser

Die Gemeinde Zwischenwasser im Vorarlberg hat sich in bereits in der Vergangenheit durch progressive Ansätze in den Bereichen Planungen und Architektur, aber auch in sozialen Projekten mit Bürgerbeteiligung hervorgetan. Mit der Vergabe eines Studienauftrages unter drei Teams zur zukünftigen Raumentwicklung geht sie nochmals einen Schritt weiter: Es steht die Frage zur Diskussion, wie die überbrachten Mittel von Flächenwidmung und klassischer Raumplanung überwunden oder ergänzt werden können, um eine nachhaltige und qualitativ hochstehende Ortsentwicklung auch in Zukunft zu sichern?

Diese Fragestellung wurde bewusst offen an die drei eingeladenen Team gerichtet, damit diese eine ihren Absichten entsprechende Darstellung- resp. Vermittungsstrategie entwerfen können. Auch die Schwerpunktsetzung und methodische Herangehensweise wird den Autoren überlassen.

Der Vorschlag der ARGE Edelaar Mosayebi Inderbitzin/ Eisinger/ Gunz entwickelt ausgehend von den grossmassstäblichen Strukturen der Landschaft (Gewässer, Topografie, Wald) sowie den gewachsenen Siedlungsstrukturen (insbesondere Strassen) einen «offenen Plan» für Zwischenwasser, der ein einfaches, aber präzises Regelwerk für zukünftige Widmungen und Projekte definiert.

Zinzikon

Der Perimeter umfasst eine Areal, das sich in nord-südlicher Richtung ausdehnt und allseitig von Strassen und Wegen umfasst ist. Am südlichen Ende besteht ein unmittelbarer Anschluss an das alte Dorfzentrum von Zinzikon und darüber hinaus an Oberwinterthur und den S-Bahnhof. Entsprechend dieser Ausrichtung wurde vorgeschlagen, das Areal in einen südlichen, zentrumsnahen Schulbereich und einen nördlichen Wohnbereich zu gliedern.

Aufgrund der unterschiedlichen Bedeutung von Schul- und Wohnbauten sieht das Projekt vor, in deren städtebaulichen Setzung und volumetrischen Entwicklung keine unmittelbare Entsprechung zu suchen. Die Schulnutzungen werden in einem solitärartigen, zweigeschossigen Volumen zusammengefasst, das sich aus der Mitte raumgreifend bis an die Strassen entwickelt. Dabei werden die Grundstücksecken freigestellt und das Schulareal nach aussen geöffnet.
Dem gegenüber entwickeln sich die Wohnbauten mehr in die Höhe und in Zeilenform. Durch die versetzte Platzierung von drei Körpern in west-östlichlicher Richtung schaffen die Aussenräume eine Offenheit, die jeder Wohnung grosszügig Freiraum und eine gute Belichtung gewährt.

Das zweigeschossige Schulgebäude weist einen einfachen Aufbau auf: Im Obergeschoss befinden sich sämtliche Klassenzimmer und Gruppenräume («Klassengeschoss»), die sich nach Aussen hin als «Piano nobile» mit einer vorgelagerten, überhohen und umlaufenden Balkonschicht zeigen. Der Balkon erweitert die Klassenzimmer räumlich in den Aussenraum, schafft einen architektonischen Sonnen- und Fassadenschutz und gewährleistet eine einfache Entfluchtung nach aussen. Damit können auch die Erschliessungbereiche möbliert und genutzt werden – so auch grosszügige, natürlich belichtete und verschieden nutzbare «innere» Hallen.

Die volumetrische Gliederung in drei raumgreifende Gebäudearme zoniert das Klassengeschoss (zusammen mit der Heizanlage) in drei clusterartige Klassenbereiche, die verschiedene Organisationsformen des Schulbetriebs ermöglichen. Im Erdgeschoss befinden sich alle anderen, stärker öffentlich ausgerichteten Nutzungen (wie beispielsweise die separat zugänglichen Horträume). Das westwärts leicht abfallende Terrain wird für einen überhohen Singsaal und die Turnhalle genutzt (ebenfalls separat erschlossen).

Durch die Auszeichnung des Obergeschosses mit einer Balkonschicht und einem auskragenden Dachrand erscheint die Architektur als pavillionartiger Bau, der zwischen den städtischen und landschaftlichen Qualitäten der Umgebung vermittelt und auf seine periphere Lage antwortet.

Forschungszentrum

Städtebauliches Konzept und Volumetrie
Das Projekt für ein Forschungszentrum und Studentenunterkünfte sieht vor, die von Architekt Paul W. Tittel entworfene städtebauliche Logik fortzuschreiben. In einer Parallelstellung des Forschungszentrums zum Hauptgebäude wird die Orthogonalität der Anlage aufgenommen und die Übereckansicht vom See ergänzt. Die räumliche Nähe schafft Zusammenhalt, eine enge Verknüpfung mit den bestehenden Instituten und gewährt eine einfache Auffindbarkeit und Erschliessung des geplanten Forschungszentrums. Der Haupteingang des Neubaus befindet sich in unmittelbarer Nähe zum südlichen Eingang des Hauptbaus, der so eine Aufwertung erfährt.
Der flache, dreigeschossige Baukörper des Forschungszentrums (2 Vollgeschosse, 1 Dachgeschoss) ist leicht höher als der Hauptbau und schreibt so die Höhenentwicklung der Erweiterung von Burgdorf + Burren fort, ohne vom See her auffällig zu erscheinen. Demgegenüber setzt sich das Volumen der Studentenunterkünfte in seinen Dimensionen vom Forschungszentrum und dem Campus deutlich ab. Die Platzierung am östlichen Rand des Perimeters sowie eine leichte Ausdrehung thematisieren einen fragilen Zusammenhalt dieser neuen Nutzung mit den eigentlichen Campusbauten. Durch die Setzung der Neubauten an den Rändern des Perimeters verbleibt im Zentrum ausreichend Raum für spätere Erweiterungen. Er soll in der Zwischenzeit als Park genutzt werden, der in seiner Ausgestaltung eine Verbindung zur Seeuferlandschaft herstellt (durchfliessende Landschaft).

Konzept Landschaft und Freiraum
Der Campus und insbesondere auch die neuen Gebäude liegen in ganz besonderer Lage an der Schnittstelle von Land und See. Dieser Umstand wird in der Umgebungsgestaltung thematisiert: Die Gebäude schieben sich von den befestigten Erschliessungsflächen in die feuchten Riedwiese hinein. Diese gemähte ebene Wiesenlandschaft wird von neu angelegten Wassergräben durchzogen, die von blühenden Iris und wogendem Schilf und anderen Sumpfpflanzen begleitet werden und die Flächen linear strukturieren. Den Gräben wird auch das Regenwasser der versiegelten Beläge und Dächer zugeführt. Die vernässten Wiesen werden von Holzstegen überquert, welche die Gebäude erschliessen, aber insbesondere auch die Schönheit der Landschaft inszenieren. Im Kreuzungspunkt der Stege bietet ein Holzdeck Aufenhaltsort für Pausen und Freizeit und setzt einen Widerpart zum Inseli. Ein wegbegleitender Wassergraben wird als Staudengarten für Sumpfpflanzen angelegt. Kleine, frei verteilte Baumgruppen, die sich zum Siedlungsrand hin verdichten, überspielen das lineare System der Gräben. Weiden, Erlen und Birken prägen das Bild der Riedlandschaft mit.
Das System der Betonbeläge der vorangegangenen Bauetappen wird weitergespielt, indem die Erschliessungsflächen mit grossformatigen Platten ausgelegt und mit malerischen Solitärbäumen bepflanzt werden. Die Hochschule und die studentischen Wohnungen werden durch einen linearen Kiesplatz miteinander verbunden, der auch Infrastrukturen wie den Veloständern, Bänken, etc. Raum gibt. Eine transparente, bewachsene Rankkonstruktion bildet die Schnittstelle zwischen den Einfamilienhäusern und dem Campus.

Etappierung und Erweiterungsmöglichkeiten
Aufgrund der städtebaulichen Setzung von Forschungszentrum (direkter Anschluss an bestehenden Campus) und Studentenunterkunft (am östlichen Rand des Perimeters zum Kinderzoo) wird das Curti-Areal durch die erste Ausbauetappe minimal besetzt: im freien Zentrum wird ein Park angelegt, welcher sich konzeptionell mit dem Seeuferstreifen verbindet.
Ein vorgezogener Bau der Studentenunterkünfte (Gebäudestruktur und Fassade) zur temporären Aufnahme von Schulräumen (Ersatz Pavillions) ist möglich und durch einen nachträglichen Ausbau der Skelettstruktur einfach realisierbar. Aufgrund des Gebäudeaufbaus mit vorfabrizierten Elementen ist zudem eine kurze Bauzeit zu erwarten. Anschliessend kann mit dem Bau des Forschungszentrums begonnen werden. Zum Schluss der ersten Ausbauetappe wird der Park angelegt.
In einer zweiten Ausbauetappe wird für Schulräumlichkeiten ein zweiter, unabhängiger Neubau zwischen Forschungszentrum und Studentenunterkünfte erstellt. Dabei wird der Park unter Beibehaltung eines Charakters in Richtung See verkleinert. Der Neubau ist als kompaktes, viergeschossiges Volumen vorgesehen, das wiederum den Campus in seiner bestehenden, orthogonalen Logik ergänzt. Die Gebäudehöhe setzt einen Akzent in der Anlage und macht den Bau auch vom Campus-Eingang her sichtbar. Bei Bedarf können auch die Studentenunterkünfte erweitert werden: vorgesehen ist eine Aufstockung um ein Geschoss in derselben konstruktiven Logik. Die Studentunterkünfte sind so konzipiert, dass sich die Dachelemente (je 12m2) abheben und nach der Aufstockung wieder verwenden lassen. Die in der Ausschreibung angegebenen Mikro-Pfähle (Bodenplatte mit Pfahlbanketten 20m) reichen bei einer leichten Gebäudestruktur für drei Geschosse aus (Gewicht 2-stöckig: 15 kN/m2, mit Aufstockung: 20 kN/m2).
In einer dritten Ausbauetappe werden die Studentenunterkünfte abgebrochen, um einem dritten, flachen (maximal zwei Geschosse) Neubau in der südöstlichen Grundstückecke Platz zu machen. Die drei Forschungsneubauten auf dem Curtiareal führen städtebaulich, insbesondere auch in der Höhenstaffelung die Campus-Idee weiter.

Architektur des Forschungszentrums
Das Volumen des Forschungszentrums ist ein dreigeschossiger Baukörper mit rechteckiger Grundrissfigur. Seinen spezifischen Ausdruck bezieht er aus einer leichten, umlaufenden Einfaltung der Fassade, welche in direkter Abhängigkeit zur Tragstruktur steht. Dabei handelt es sich um eine rationelle, nutzungsflexible Stützen-Platten-Struktur, deren paarweise Schrägstellung von Zwillingsstützen für eine ausreichende Erdbeben- und Windaussteifung sorgen. In Fortsetzung der beschriebenen Einfaltung entwickelt sich ein umlaufender, überhoher Dachabschluss, der das niedere Dachgeschoss respektive die Dachterrassen nach aussen hin verbirgt und nur an wenigen Stellen von Öffnungen durchbrochen wird. Die Einfaltung der Fassade verleiht dem Volumen eine gewisse «Weichheit» und schafft so einen architektonischen Übergang zu Vegetation und Landschaft. Die Materialisierung der Fassade besteht aus Festverglasungen mit Rahmen aus eloxiertem Aluminium, woraus auch sämtliche geschlossenen Teile geformt sind. Fundiert wird das Gebäude mit einem durchgehenden Untergeschoss (Flachfundation, 30cm Bodenplatte) nach dem Prinzip des Gewichtsausgleichs (Aushub = 60 kN/m2, Gebäude inkl. Bodenplatte = 55 kN/m2).

Hauptgeschosse des Forschungszentrums (Institute)
Die zwei Hauptgeschosse des Forschungszentrums werden über einen Haupteingang auf der Westseite, in unmittelbarer Nähe zum südlichen Eingang des Hauptbaus erschlossen. Damit entstehen kurze, weitgehend überdachte Verbindungswege. Vom Haupteingang betritt man ein Foyer, woran auch der Veranstaltungsraum liegt (vgl. Schema Schliesskonzept). Dahinter befinden sich quer zur Gebäuderichtung grosszügige, offene und auch für den Aufenthalt bestimmte Treppenanlagen (vgl. Schema Brandschutzkonzept und Entfluchtung).
Von da aus werden sämtliche Grossräume und Besprechungsräume der Institute in einer netzartig aufgebauten Grundriss- respektive Erschliessungsstruktur erreicht. Zwei in Längsrichtung liegende Lichthöfe sorgen für eine gute natürliche Belichtung der innenliegenden Grossräume. Über eine Stirnseite des nördlichen Hofes erhalten auch die Treppenanlagen natürliches Licht.
Entsprechend der Tragstruktur sind sämtliche nichttragenden Innenwände aus Glas vorgesehen. Sie machen das Gebäude maximal durchlässig, lichtdurchflutet und unterstützen eine gute Kommunikation zwischen den Instituten. Aufgrund der horizontalen Ausdehnung der Hauptgeschosse können zwei von drei Instituten auf je einem Geschoss untergebracht werden. Es bestehen direkte und kurze Wege zwischen den einzelnen Grossräumen. Aufgrund eines Fassadenrasters von 2.60m lassen sie sich flexibel unterteilen. Eine Raumtiefe von 8.00m ist aufgrund der mehrseitigen Belichtung und der allgemeinen Durchlässigkeit vertretbar.
Auf Institutsräume im Untergeschoss wurde aus ökonomischen Überlegungen (reduzierte Geschosshöhe) verzichtet. Im Untergeschoss befinden sich neben disponiblen Nebenräumen einzig die Computerarbeitsplätze (Belichtung über den Hofboden), der Kopierraum sowie Technik- und Serverräume. In den freien Flächen bietet sich die Möglichkeit einer Einstellhalle (Parkplätze für Dozenten und Personal).

Dachgeschoss des Forschungszentrums
Das Dachgeschoss wird in Leichtbauweise (Stahlbau) auf dem in Massivbauweise konstruierten Baukörper des Forschungszentrums erstellt. Durch seine vielgliedrige Abwicklung sperrt sich das Volumen des Dachgeschosses zwischen den umlaufenden Schild und die offenen Lichthöhe. Dabei werden verschiedene Aussenräume zoniert, die jeweils das Gegenstück zu den innenliegenden Spezialnutzungen bilden. Das sind einerseits die Cafeteria, welche auf dem Dach von der Nähe zum Himmel und der (gerahmten) Sicht auf den See profitiert, andererseits acht Dozentenwohnungen, welche fernab der Studentenwohngemeinschaften und des Forschungsbetriebs kontemplative Ruhe bieten. Als dritte Raumgruppe wird ein zusätzlicher Besprechungsraum sowie «Dachlabor» angeboten, welche die verbleibenden Dachaussenräume als Freiluftlaboratorium (Solartechnik) bedienen können. Aufgrund der Leichtbauweise ist es möglich, das Dachgeschoss an zukünftige Bedürfnisse anzupassen respektive um- und anzubauen. Die Leichtbauweise hat zudem nur unwesentlichen Einfluss auf die Fundation (Stichwort Gewichtsausgleich) des Forschungszentrums.

Architektur der Studentenunterkünfte
Der langgestreckte, flache Baukörper der Studentenunterkünfte weist eine einfache, stereometrische Volumetrie und eine serielle, wirtschaftlich erstellbare Gebäudestruktur auf. Der Leichtbau in Holz (vorfabrizierte Elemente, Decken z. B. Brettstapel [Brandschutz]) kann mit Mikropfählen fundiert werden und wird in Längsrichtung durch aussenliegende, paarweise schräggestellte Holzstützen ausgesteift. Diese Stützenreihen verleihen dem an sich einfachen Bau ein spezifisches Gepräge und schaffen eine, wenn auch entfernte, strukturelle Ähnlichkeit zum Forschungszentrum. Zudem definieren sie mit dem Laubengang und einer Balkonschicht einen Filter zum Aussenraum, der dem Innern eine gewisse Privatsphäre verleiht.
Der serielle Aufbau erlaubt unterschiedliche, frei wählbare Wohnungsgrössen mit 3 bis 6 Zimmern. Eine horizontale Organisation der Gruppen sowie eine Laubengangerschliessung spart Fläche und sorgt für eine gute Wirtschaftlichkeit des Projektes. Die Aufenthalts- und Kochräume reichen von Fassade zu Fassade und erzeugen verschiedene Aussenraumbezüge. Alle Zimmer und Badezimmer sind behindertengängig. Sämtliche Zimmer verfügen mit dem Laubengang und der Balkonschicht über einen minimalen Aussenraum. Die Überzahl der Zimmer hat zudem Anteil am Park und besitzt Seesicht (vgl. auch Etappierung und Erweiterungsmöglichkeiten).

Brandschutzkonzept und Entfluchtung
Zugunsten einer räumlich offenen, grosszügigen Erschliessung, wird auf eine konventionelle Brandabschnittbildung verzichtet. Die innenliegenden, offenen Treppenanlagen werden im Brandfall durch automatisch schliessende Brandschutztore von den Fluchtwegkorridoren getrennt. Die Entfluchtung erfolgt über die Fassade respektive vier aussenliegende, offene Treppentürme. Die Treppentürme sollen auch im regulären Betrieb nutzbar sein (Erschliessung Dachterrassen, Dozentenwohnungen und Cafeteria). Der Veranstaltungsraum verfügt über einen zusätzlichen Fluchtausgang direkt ins Freie. Das Brandschutzkonzept erfordert stellenweise eine Ausbildung der inneren Glaswände in EI60.

Haustechnikkonzept, Lüftung und Minergie
Das Haustechnikkonzept ist auf eine hohe Nutzungsflexibilität ausgelegt. Die Raumheizung und -kühlung erfolgt über Kühlsegel. Durch die große Strahlungsfläche und die gleichmäßige Temperaturverteilung wird ein hohes Maß an Komfort erreicht und eine sehr energieeffiziente Betriebsweise ermöglicht. Auf abgehängte Decken wird verzichtet da es möglich ist, Beleuchtung, Rauchmelder, Lautsprecher mit dem Kühlsegel gemeinsam in einer architektonisch überzeugenden Art und Weise zu kombinieren.
Das Gebäude wird mit einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgerüstet. Diese dient der Sicherstellung des thermischen Komforts, des Schallschutzes und der Luftqualität. Die Frischluft wird in den Lichthöfen gefasst, erwärmt (Wärmerückgewinnung) und über die Steigzonen sowie den Hohlboden in die Räume verteilt. Die Steigrohre der Zuluft werden dezentral und offen disponiert, die Abluftkanale befinden sich in geschlossenen, zentralen Schächten.
Der Minergiestandard (gewichtete Energiekennzahl) wird mit dem gewählten Gebäudekonzept erreicht. Dies ist u.a. durch die folgende Punkte gegeben: kompaktes Gebäudevolumen (gutes Verhältnis von Energiebezugsfläche zu Hüllfläche), sehr gut gedämmte Gebäudehülle (U-Wert Fassade: ≤ 1 W/m2K [Mittelwert], U-Wert Dach: 0.15 W/m2K), Verwendung erneuerbarer Energien, Ausnutzung des Tageslicht.

Gebäudestruktur
Im Hinblick auf die optimale Wirtschaftlichkeit und Flexibilität in der Nutzung ist das Tragwerk als Stahlbeton-Skelettbau ausgelegt: Flachdecken in schlaff armiertem Ortbeton werden von vorfabrizierten Stützen im Raster bis 8.7m getragen. Die ebene Untersicht ohne Unterzüge und ohne sichtbare Stützenkopfverstärkungen ergibt eine grösstmögliche nutzbare lichte Geschosshöhe und maximale Flexibilität bei der Führung der Installationen der Gebäudetechnik. Die Stabilisierung des Bauwerks gegen Horizontalkräfte aus Wind und Erdbeben erfolgt durch die paarweise Schrägstellung der Zwillingsstützen. Zusätzliche aussteifende Wände (Kerne) sind nicht erforderlich, was die Geschosse horizontal maximal offen lässt.

Konstruktion und Materialisierung
Das Konstruktions- und Materialkonzept beruht auf einer hierarchischen Baustruktur, um bei den späteren baulichen Veränderungen und Anpassungen sowie auf die unterschiedlichen Lebenszyklen der Materialien reagieren zu können. Die Primärstruktur wird in konventioneller und kostenoptimierter Massivbauweise erstellt (Decken in Recyclingbeton, die Zwillings-Betonstützen sind vorfabriziert). Die Deckenstärken unterschreiten die Programmvorgaben (30 anstatt 50cm) und sind damit wirtschaftlich erstellbar.
Die repetitive und nichttragende Fassade als Sekundärstruktur, welche Aussen wie zu den Lichthöfen identisch behandelt ist, baut sich auf dem Raster von 2.6m auf. Dem Prinzip der Nutzungsflexibilität entsprechend stimmt dieses Rastermass mit den Modulmassen der Institutsräume überein und ermöglicht somit einen einfachen Fassadenanschluss der inneren Trennwände. Zwischen die festverglasten Fassadenelemente (jede dritte Achse) sind Lüftungsflügel (mit Gitter zur Auskühlung während der Sommerrnächte) vorgesehen. Aussenliegende Rafflamellenstoren sorgen für einen effektiven Sonnenschutz respektive schützen vor Überhitzung, lassen aber gleichzeitig die eintretende Lichtmenge regulieren.
Die Sekundärstruktur im Innern ist konsequent von der tragenden Struktur getrennt; die Innenwände und die Hohlbodenkonstruktion können jederzeit den sich ändernden Raumbedürfnissen angepasst werden da sie in Trockenbauweise erstellt werden.

Ökologie und Minergie
Um dem Grundsatz der Nachhaltigkeit und der ökologischen Bauweise zu entsprechen werden konsequent recyclierbare Baumaterialien, wo möglich auf natürlicher respektive mineralischer Basis, eingesetzt, welche eine hohe Bauteillebensdauer erreichen. Eine lange Gebrauchsdauer der Gebäudestruktur wird vor allem auch durch die hohe Flexibilität des Gebäudekonzeptes erreicht.
Der Minergiestandard (gewichtete Energiekennzahl) wird mit dem gewählten Gebäudekonzept erreicht. Dies ist u.a. durch die folgende Punkte gegeben:

1. kompaktes Gebäudevolumen:
gutes Verhältnis von Energiebezugsfläche zu Hüllfläche (A/EBF = 0.8)

2. sehr gut gedämmte Gebäudehülle:
U-Wert Fassade: ≤ 1 W/m2K (Mittelwert)
U-Wert Dach: 0.15 W/m2K
Aussenliegende Storen gewährleisten optimalen Schutz vor unerwünschter Überhitzung durch die Sonneneinstrahlung

3. effiziente Verwendung erneuerbarer Energien:
bspw. Grundwasser Wärmepumpe mit hoher Jahresarbeitszahl
Wärmrückgewinnung aus Abluft

4. Ausnutzung des Tageslichts:
durch den hohen Glasanteil sind sämtliche Nutzräume optimal zu den Fassaden und somit zum Tageslicht ausgerichtet
durch den hohen Anteil an natürlicher Belichtung ist der Energiebedarf für Beleuchtung tief und wird zudem mit verlustarmen Betriebsgeräten und energieeffizienten Leuchtmitteln ausgeführt.

Fachhochschule

Städtebau und Architektur
Um der neuen Fachhochschule als wichtigem öffentlichen Gebäude von Olten eine starke Präsenz zu geben, wird eine kraftvolle und spezifische Architektur mit einer elegant-feinem, beinahe textil-schillernden Fassade vorgeschlagen. Die eigenständige, rhombenähnliche Grossform schafft eine unverwechselbare Identität für die Schule und gibt gleichzeitig diesem eher indifferenten Stadtteil ein neues Gepräge, indem es sowohl sperrig wie auch situativ (bspw. mit der Definition präziser Stadträume zur Von Rollstrasse) auf den Kontext reagiert.
Vom Bahnhof aus gesehen schiebt sich der Baukörper entlang den Gleisen bis zur Aarauerstrasse vor, verjüngt sich dabei zunehmend und schliesst mit einer schmalen, stehenden Front ab. Diese städtebauliche Geste macht schon von weitem auf den öffentlichen Bau aufmerksam und leitet in die Schule und den Stadtteil hinter den Geleisen ein.
Die spezifische Aussenform wird durch den innenräumlichen Aufbau generiert: Der gewissermassen hierarchielose, strukturell gedachte Grundplan entwickelt sich aus der Verschränkung dreier Raumschichten, die eine Serie von vier Höfen umschliessen. Dieser einfache strukturelle Aufbau ist im Gebrauch maximal nutzungsflexibel und lässt auf selbstverständliche Art in einer Erweiterung fortschreiben.

Situation und Erschliessung
Der neue, keilförmige Stadtraum an der Kreuzung Aarauerstrasse / Von Rollstrasse versteht sich als öffentlicher und urbaner Begegnungsort und bildet gleichsam den Auftakt in die räumlich reiche Innenwelt der «Denkfabrik» und Forschungsanstalt. Als aussenräumliche Entsprechung zu diesem urbanen Raum ist die offene und fein terrassierte, von Bäumen gegliederte Grünfläche im Südwestteil des Grundstücks gedacht, die der Gastronomie und Erholung dient. Der zweite Hauptzugang befindet sich zwischen diesen zwei Orten in der Verlängerung der Riggenbachstrasse. Eine querende Verbindung, welche entlang der westlichen Grundstücksgrenze und parallel zu den Geleisen durchs Areal führt, ist von Süden her bis zum Eingang für Warenlieferungen und als Personalzugang befahrbar. Dieser Weg ist leicht, bis auf die Höhe des Niveaus 1 abgesenkt, und garantiert die Entflechtung der Warentransporte von den Personenzugängen.
Nach dem Bau der ersten Etappe werden auf dem Areal insgesamt 264 gedeckte Parkplätze angeboten. Diese teilen sich wie folgt auf: 160 PP gedeckt im Neubau auf dem Niveau 0 mit der Zufahrt über eine flache Rampe ab der Aarauerstrasse; 17 PP in einem Geländesprung an der Westseite mit der Zufahrt über die Sälistrasse; und 87 PP im bestehenden Parking, neu mit Zufahrt von Süden über Sälistrasse. Beim Bau der zweiten Bauetappe würde die bestehende Parkgarage zu Gunsten eines grossen, zusammenhängenden Parkings aufgehoben.

Innenräumlicher Aufbau und Nutzungsflexibilität
Die Architektur der Fachhochschule baut sich aus einer inneren Logik auf: die Verschränkung dreier Raumschichten mit einer Tiefe von 11m (bestehend aus einer Zimmerschicht mit 8m und einer Erschliessungsschicht von 3m) in einem 30°-Winkel baut ein Volumen auf, welches nach Innen eine Serie von vier Höfen umschliesst, die für eine gleichmässige Belichtung der Grundrisse sorgen. Während bei Tag die Nord-Süd-Ausrichung der Höfe es ermöglicht, dass die Sonnen direkt bis in die untersten Geschoss scheint, und ein komplexes Licht-Schattenspiel Atmosphäre schafft, sind es bei Nacht die darin hängenden Leuchten, welche die Höfe zu leuchtenden Laternen werden lassen.
Zwei komplementäre Treppensysteme sorgen für eine optimale Erschliessung sowie einen regen Austausch zwischen den verschiedenen Fachbereichen. Dabei haben die offenen Treppen kommunikativen wie auch repräsentativen Charakter. Die geschlossenen Treppenhäuser dienen als Fluchttreppen (vgl. Brandschutz), und als direkte vertikale Erschliessungen während des täglichen Betriebs.
Die Hauptnutzungen, wie Unterrichtsräume und Gruppenräume auf den Obergeschossen sind in diesem Raumsystem konsequent gegen Osten und/oder zu den Lichthöfen angeordnet, das heisst auf der lärmabgewandten Seite. Die Arbeitsplätze von Lehrpersonen, Forschenden und Mitarbeitenden sind in direkter Beziehung zu den Unterrichtsorten ebenfalls auf den Obergeschossen organisiert und von Westen wie vom Innenhof zweiseitig belichtet. Die Studentenarbeitsplätze sind, nebst den separat ausgeschiedenen Bereichen in der Mediothek, gleichmässig über die drei Unterrichtsgeschosse in den attraktiven Randzonen der Erschliessungsräume verteilt, wo ungestörtes Arbeiten möglich ist.
Die Nutzungen wie Aula, Mediothek, Gastronomieräume und Hörsäle welche hohe Personenfrequenzen aufweisen sind im Erdgeschoss, dem Niveau 2 angeordnet und übernehmen dadurch eine wichtige Bindegliedfunktionen zwischen Öffentlichkeit und Lehranstalt.
Die skelettartige Gebäudestruktur aus Stützen und Platten mit Stützenabständen zwischen 9.20 und 9.80 m ist äusserst nutzungsneutral. Die klare Trennung von tragender und nichttragender Gebäudestruktur vereinfacht die räumliche Anpassung an neue Bedürfnisse.

Erweiterbarkeit
Die Erweiterung der Schule mit einer 2. Etappe zeigt zum einen die Möglichkeit der maximalen Verdichtung des Areals bei gleichzeitiger Steigerung der aussenräumlichen Qualitäten, und zum andern zeigt sie exemplarisch die Weiterentwicklung der modularen Baustruktur auf.
1. und 2. Etappe sollen aus räumlichen und betrieblichen Gründen zusammengebaut werden. Die daraus entstehende hierarchielose Räumlichkeit mit gleichwertiger horizontaler wie vertikaler Durchlässigkeit soll den Anforderungen einer zeitgemässen Forschungsanstalt entsprechen.

Gastronomie
Über die attraktive Lage des Gastronomiebereichs, direkt neben dem Eingang auf dem Niveau 2, können schöne Aussensitzplätze mit Ost-, Süd- und Westorientierung angeboten werden. Durch die gute Auffindbarkeit und seiner Ausstrahlung in die Umgebung wird die Gastronomie der wichtigen Bindegliedfunktion zwischen Schule und Öffentlichkeit gerecht.
Die zweigeschossige Anordnung (Gästebereich Niveau 2, Küche und Anlieferung Niveau 1) entflechtet die innerbetrieblichen Gastroabläufe vom Bistro-/Cafeteriabereich und dem Schulbetrieb und führt zu einer Attraktivitätssteigerung für die Gäste. Die Anlieferung der Küche erfolgt von Westen über das Niveau 1 resp. den Eingang 3. Hier sind die Räume für die Ver- und Entsorgung der Küche angeordnet. Die Küche, welche über einen separaten Lift und eine separate Treppe mit dem Gastrobereich verbunden ist, wird von einem Hof natürlich belichtet.

Gebäudestruktur
Im Hinblick auf die optimale Wirtschaftlichkeit und Flexibilität in der Nutzung ist das Tragwerk als Stahlbeton-Skelettbau ausgelegt: Flachdecken in schlaff armiertem Ortbeton werden von vorfabrizierten Stützen im Raster bis 9.80 m getragen. Die ebene Untersicht ohne Unterzüge und sichtbare Stützenkopfverstärkungen ergibt eine grösstmögliche nutzbare lichte Geschosshöhe und maximale Flexibilität bei der Führung der Installationen der Gebäudetechnik. Die Aula wird stützenfrei mit 15 m weit tragenden vorgespannten Stahlbetonunterzügen überspannt. Die Stabilisierung des Bauwerks gegen Horizontalkräfte aus Wind und Erdbeben erfolgt durch die duktil ausgebildeten Stahlbetonwände der vertikalen Steig- und Erschliessungzonen. Ihr Schwerpunkt ist fast zentrisch zum Gebäudegrundriss angeordnet, die Kerne laufen ohne wesentliche Steifigkeitsänderungen über alle Geschosse durch und sind in die als steife Kiste ausgebildeten Untergeschosse eingespannt. Dies ergibt ein grundsätzlich gutmütiges Verhalten bei Erdbeben.
Die beiden Gebäudeetappen werden statisch unabhängig ausgebildet und sind durch eine Fuge getrennt, jede Etappe für sich wird aber fugenlos erstellt. Das zweite Untergeschoss kommt ins Grundwasser zu liegen, es wird deshalb in Sperrbeton als weisse Wanne ausgebildet.

Konstruktion und Materialisierung
Das Konstruktions- und Materialkonzept beruht auf einer hierarchischen Baustruktur um auf spätere bauliche Veränderungen und Anpassungen sowie den unterschiedlichen Lebenszyklen der Materialien reagieren zu können.
Die Primärstruktur wird in konventioneller und kostenoptimierter Massivbauweise (Decken und Aussteifungskerne in Recyclingbeton, die Schleuderbetonstützen sind vorfabriziert) erstellt.
Die repetitive und nichttragende Fassade als Sekundärstruktur, welche Aussen wie zu den Lichthöfen identisch behandelt ist, baut sich auf dem Raster von 2.5m auf. Dem Prinzip der Nutzungsflexibilität entsprechend stimmt dieses Rastermass mit den Modulmassen der Unterrichtsräume überein und ermöglicht somit einen einfachen Fassadenanschluss der inneren Trennwände. Jedes Fassadenelement besteht aus einem festverglasten Element, einem Lüftungsflügel und dem aussenliegenden, aluminium-bedampften textilen Sonnenschutz. In der Westfassade sind aus lärmschutztechnischen Erfordernissen die Lüftungsflügel durch Festverglasungen ersetzt. Vertikale Dreikantprofile als Lisenen und dazwischen gespannte, abgewinkelte Abdeckungen, beides mit weiss eloxiertem Aluminiumblechen verkleidet, verleihen der an sich materialoptimierten Fassade eine fein-schillernde und textile Wirkung.
Die Sekundärstruktur im Innern ist konsequent von der tragenden Struktur getrennt; die Innenwände und die Hohlbodenkonstruktion können jederzeit den sich ändernden Raumbedürfnissen angepasst werden, da sie in Trockenbauweise erstellt werden.

Ökologie und Minergie
Um dem Grundsatz der Nachhaltigkeit und der ökologischen Bauweise zu entsprechen werden konsequent recyclierbare Baumaterialien, wo möglich auf natürlicher resp. mineralischer Basis, eingesetzt und eine hohe Bauteillebensdauer erreichen. Eine lange Gebrauchsdauer der Gebäudestruktur wird vor allem durch die hohe Flexibilität des Gebäudekonzeptes erreicht.
Der Minergiestandard (gewichtete Energiekennzahl) wird mit dem gewählten Gebäudekonzept um 30% unterschritten. Dies wird durch die folgenden Punkte erreicht: 1. kompaktes Gebäudevolumen: gutes Verhältnis von Energiebezugsfläche zu Hüllfläche (A/EBF = 0.8). 2. die sehr gut gedämmt Gebäudehülle: U-Wert Fassade: ≤ 1 W/m2K (Mittelwert), U-Wert Dach: 0.15 W/m2K, aussenliegende Storen gewährleisten optimalen Schutz vor unerwünschter Überhitzung durch die Sonneneinstrahlung. 3. die effiziente Verwendung erneuerbarer Energien: Grundwasser Wärmepumpe mit hoher Jahresarbeitszahl; Wärmrückgewinnung aus Abluft und aus der Abwärme der gewerblichen Kälte (Küche). 4. Ausnutzung des Tageslichts: Durch die schmale Bautiefe von 11m (inkl. Erschliessungsgang) sind sämtliche Nutzräume optimal zu den Fassaden und somit zum Tageslicht ausgerichtet.Durch den hohen Anteil an natürlicher Belichtung, ist der Energiebedarf für Beleuchtung tief und wird zudem mit verlustarmen Betriebsgeräten und energieeffizienten Leuchtmitteln ausgeführt.

Energieversorgung / Haustechnik
Das Haustechnikkonzept ist auf eine hohe Nutzungsflexibilität ausgelegt. Die Wärmeerzeugung erfolgt mit einer Grundwasser-Wärmepumpe. Dadurch wird eine hohe Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe erzielt. Überschüssige Raumabwärme (freie Kühlung im Sommer) sowie die Abwärme der gewerblichen Kälte wird für die Warmwassererzeugung genutzt.
Die Raumheizung und -kühlung erfolgt über Kühlsegel. Durch die große Strahlungsfläche und die gleichmäßige Temperaturverteilung wird ein hohes Maß an Komfort erreicht und eine sehr energieeffiziente Betriebsweise ermöglicht. Auf abgehängte Decken wird verzichtet da es möglich ist, Beleuchtung, Raumakustik, Sprinkler (nur in den Erschliessungszonen), Rauchmelder, Lautsprecher mit den Kühlsegeln gemeinsam in einer architektonisch überzeugenden Art und Weise zu kombinieren.
Das Gebäude wird mit einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgerüstet. Diese dient der Sicherstellung des thermischen Komforts, des Schallschutzes und der Luftqualität. Die Frischluft wird in den Lichthöfen gefasst, erwärmt (Wärmerückgewinnung) und über die Steigzonen sowie den Hohlboden in die Räume verteilt.

Lärmschutzkonzept
Als räumlich-architektonische Reaktion auf die Lärmemmissionen der Eisenbahn ist ein Grundrisslayout, mit der Gangschicht gegen Westen und der Zimmerschicht gegen Osten resp. zu den Innenhöfen, entwickelt worden.
Mit dem Einsatz einer schalldämmenden Festverglasung (Rw ≥ 40 dB) gegen Westen werden die heute gemessenen dB-Wert um 37 dB auf 30-35 dB reduziert. Dies erlaubt die partielle Anordnung der Dozentenarbeitsbereich und Studentenarbeitsplätzen gegen Westen. Die schallmässig sensiblen Unterrichts- und Gruppenräume sind einerseits durch die konsequente Orientierung zu den Höfen (resp. nach Osten) und andererseits durch den Erschliessungsgang von den Immissionen der Eisenbahn abgeschirmt.

Brandschutzkonzept
Zugunsten einer räumlich offenen, grosszügigen Erschliessung, wird auf eine konventionelle Brandabschnittbildung verzichtet, was eine Ausstattung der Erschliessungzonen mit einer Sprinkleranlage erforderlich macht (VKF Norm, Atriumsregel). Gemäss dieser VKF-Norm erfordert die Summe der offen verbundenen Geschossflächen keine Sprinklerung der Nutzräume. In den Bereichen, wo Grossraumbüros (Lehrkräfte) eingebaut werden können, ist die Sprinklerung abstellbar.
Für die Entfluchtung sind fünf geschlossene Treppenanlagen, die im regulären Betrieb gleichzeitig als direkte vertikale Verbindungen funktionieren, so im Grundriss angeordnet, dass sie dem Fluchtwegflächen- und -längenbestimmungen der VKF entsprechen.
Die Grossräume wie Aula, Hörsäle und der Gastrobereich im Erdgeschoss verfügen über zusätzliche Fluchtausgänge welche direkt ins Freie führen.

Sonnenberg

Tägelmoos

Städtebau und Architektur
Ort
Den Städtebau in Winterthur-Seen zeichnen unterschiedlich dichte Siedlungsmuster mehrheitlich periurbaner Prägung aus. Das Areal des Wettbewerbsperimeters liegt an landschaftlich interessanter Lage am Hangfuss von Etzberg und Hegiberg. Ein querendes Bächlein und die bestehende Staudenbepflanzung akzentuieren den Übergang von Hang und Ebene. Die topografischen Voraussetzungen mit einem ebenen, westlichen und einem östlichen Teil am Hang bieten spezifische Bedingungen für eine Wohnsiedlung mit hohem räumlichen Zusammenhalt. Das Areal bietet durch seine gut erschlossene Lage eine optimale Ausgangslage für Wohnnutzungen.

Städtebauliche Idee und Baukörper
Die städtebaulich-volumetrische Idee der Baukörper folgt zum einen den topografischen Gegebenheiten und versucht zum andern eine optimale Besonnung aller Wohnungen zu erzielen; fünf Bauten sprechen von der Kontinuität des Landschaftsraumes und orientieren sich gleichwertig in west-östlicher Richtung. Die versetzte Lage der Gebäude zueinander und ihre ondulierenden Fassaden passen die Volumen in die feineren Bewegungen der Topografie ein, beziehen die bestehende Vegetation in den Aussenraum mitein und zeichnen eine harmonische Geometrie für den Weg vor. Die Anlage vermittelt an ihren Grenzen auf jede Seite mit einer spezifischen städtebaulichen Reaktion: die zwei Zeilenbauten entlang der Wurmbühlstrasse definieren gegen Westen den Strassenraum und gegen Süden, durch ein feines Abdrehen und Abrücken der langen Zeilen von der südlichen Bebauung, einen Erschliessungs- und Eingangsraum für die Siedlung. Der kompakte Gebäudekörper für die GAIWO-Alterswohnungen gewährt einen funktionalen Bezug von Bestand und Neubau und schafft einen grosszügigen und ruhigen Aufenthaltsraum für die Siedlung in deren Mitte (offen zum Grünraum der Schule). Das oberste Haus an der Grundstrasse bildet über das Abrücken von der Strassenabstandslinie einen adäquaten Übergang zur feinkörnigen Wohnbebauung am Hang.

Aussenraumgefüge und Erschliessung
Der Aussenraum ist das Verbindende der Siedlung und trägt über verschiedenartig proportionierte Räume in gleichem Masse wie die volumetrisch-plastische Durchbildung der Gebäude zum hohen Identifikationswert der Siedlung bei. Die bestimmende Folge von Aussenräumen ist als Kontinuum angelegt, das den öffentlichen Weg von der Wurmbühlstrasse zur Grundstrasse nachzeichnet. Da alle Wohnungen im Hochparterre liegen, sind die Aussenräume durchgehend öffentlich, allerdings mit unterschiedlichen Nutzungsintensitäten (ruhige und belebtere Flächen).
Der erste Aussenraum schiebt sich keilförmig von der Wurmbühlstrasse aus zwischen die Neubauten und die südlich angrenzende Siedlung und dient der Erschliessung der Siedlung (Hauptzugang); die Tiefgaragenabfahrt beginnt hier, seitlich befinden sich Veloabstellplätze und am Ende erreicht man das Gebäude der GAIWO-Alterswohnungen. An der Stirne des GAIWO-Gebäudes öffnet sich ein zweiter, zentraler und platzartiger Aussenraum; er stellt die aussenräumliche Mitte der Anlage dar und steht offen für Begegnungen und das Spiel (Spielgeräte, Bänke). Ausgehend davon führt der öffentliche Weg zur Würmbühl- resp. Grundstrasse. An der Grundstrasse mündet der Weg in einen Vorplatz zwischen Strasse und oberstem Haus. Hier sind wiederum Velo- und Besucherparkplätze vorgesehen (sowie Parkplätze für Gehbehinderte, die in den Hanghäusern wohnen).
Privatisierte Aussenräume sind nur beim Gebäude im Hang vorgesehen (Behindertenwohngruppe). Deren Bewohner haben einen Überblick über den zentralen Platz und partizipieren so am gemeinschaftlichen Leben der Siedlung.
Die Tiefgarage im unteren Arealteil bietet für sämtliche Wohnungen insgesamt 135 Abstellplätze. Zwei Drittel der Wohnungen sowie sämtliche Alterswohnungen sind direkt an die Tiefgarage angeschlossen.

Architektur
Die zeilenartigen Gebäude der ASIG werden über ein additives Prinzip von zweispännig organisierten, unterschiedlich langen Gebäudeeinheiten gebildet. Durch die Nord-Süd-Stellung erhalten alle Wohnungen eine Ost-Westausrichtung. Ausgehend von den kompakten Volumen wurde einzig durch die Trapezform der Loggiaplatten ein volumetrisch-plastisches Thema entwickelt, das eine städtebaulich signifikante Wirkung erzielt, die der Siedlung einen hohen Identifikationswert verschafft. Auch das Attika ist in dieses kompositorische Prinzip eingebunden und wirkt nicht aufgesetzt. Die ondulierende Abwicklung rhythmisiert die gebänderten Fassaden, unterstützt durch die Intervalle zwei verschieden grosser Loggien.
Das Gebäude der GAIWO ist bestimmt durch eine verwandte Abwicklung, wenn auch das generierende Moment hier ein innenliegender Erschliessungs- und Aufenthaltsraum ist. Das Gebäude der GAIWO kommt mit einem Minimum an Erschliessung aus (2x 5-spännige Organisation).
Die Wohngeschosse beginnen in allen Gebäuden (mit Ausnahme des Hanghauses) auf einem Hochparterre von 70 cm Mittelwert. Allen Wohnungsgrundrissen gemeinsam sind diagonale Sichtbezüge, welche die Wohnungen «seitlich» öffnen, Weite schaffen und verorten. Weiter ergeben sich durch die Stellung der Baukörper für jede Wohnung sowohl zum «inneren» Aussenraum der Siedlung wie in die weitere Umgebung des Quartiers jeweils andere Raumbezüge.
Kollektive NutzungenDie kollektiven Nutzungen sind im Ergeschoss des zentralen Gebäudes der GAIWO-Alterswohnungen eingerichtet. Unter Ausnutzung des bereits ansteigenden Gefälles lässt sich für den Mehrzweckraum, die Räume des Abwartes und die Siedlungsbetreuung eine Mehrhöhe im Innenraum realisieren, was dem öffentlicheren Charakter der Räume Rechnung trägt.
Wohnungen für die ASIGDer diagonale Aufbau der Grundrisse lässt die Wohnungen grosszügig und offen erscheinen. Eine zweite, der Eingangshalle zugeordnete Loggia sorgt für Tageslicht im Innern der Wohnung und schafft eine zweiseitig Orientierung der Wohnungen; es ist möglich, sowohl am Abend wie am Morgen draussen zu essen. Durch die natürliche Belichtung der Eingangshalle wird diese zur multifunktionalen räumlichen Mitte; hier können Kinder spielen oder Hausarbeiten erledigt werden.Alle Räume werden von der zentralen Eingangshalle aus erschlossen. Es gibt keine über den Wohnraum erschlossene Zimmer (keine «kreuzenden» Wege), die im Fall von Familienwohnungen ein Problem sind. Dennoch lassen die Grundrisse vielfältige Wohnformen zu, da mehrere, sekundäre Direktverbindungen möglich sind; bspw. vom Wohnraum ins angrenzende Zimmer, das so ein «Durchwohnen» an beide Fassaden erlaubt. Weiter besteht ein direkter Zugang vom Wohnraum in die geräumige Küche, damit ein Essplatz in einem der Räume frei gewählt werden kann. Ein Zimmer ist seitlich mit einer Loggia verbunden, das so räumlich erweitert wird und bspw. als Arbeitszimmer eingerichtet werden kann.
Diejenigen Wohnungen, welche über kein abgetrenntes Reduit verfügen, besitzen ausreichend Einbauschränke in der Küche und der Eingangshalle.

Alterswohnungen für die GAIWO
Beim Wohnen im Alter erhalten die Gemeinschaft und der Austausch unter den Bewohnern zentrale Bedeutung. Aus diesem Grund wurde ein kompaktes Volumen mit einer kranzförmigen Anordnung der Wohnungen entwickelt, wo die einzelnen Wohnungen von einem zentralen, grosszügig dimensionierten Begegnungs- und Aufenthaltsraum aus erschlossen werden (2×5-spännig organisierter Gebäudetyp).
Der Haupteingang des Gebäudes befindet sich an zentraler Stelle im Aussenraum und fällt zusammen mit einem allgemeinen Ausgang aus der Tiefgarage (direkte Anbindung), sodass Kontakte mit den Bewohner der ASIG-Wohnungen entstehen. Ein zweiter, ostseitiger Eingang schliesst das Gebäude an die bestehende GAIWO-Siedlung an. Die Anordnung der Siedlungsbetreuung im südlichen Sockelbereich schafft ein funktionales Scharnier zwischen Bestand und Neubau und ermöglicht einen effizienten Betrieb beider Häuser.
Die Wohnungsgrundrisse haben räumliche Verwandtschaft zu den ASIG-Wohnungen. Ein geräumiger Eingangsraum erschliesst sämtliche Räume. Alle Wohnräume stossen direkt an die Fassaden, Bäder und Reduit sind rückwärtig angeordnet. Die grossen Wohnungen (2 1⁄2 und 3 1⁄2) sind in den Gebäudeecken placiert und haben so zwei Ausrichtungen.

Energiekonzept und Haustechnik

Minergie
Das Gebäude wird so realisiert, dass der Minergie-Standard erfüllt wird. Die Nutzung ökologisch günstiger, erneuerbarer Energie für die Wärmeerzeugung (Holzpellets), der Einsatz einer Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung sowie eine gut gedämmte Gebäudehülle (Dämmstärke ab 18 cm) tragen wesentlich dazu bei, dass der Minergiestandard ohne grosse Mehrkosten erreicht werden kann. Die hohe Wärmespeicherfähigkeit des massiven Kerns erlaubt einen guten Nutzungsgrad der solaren Wärmegewinne, sodass der Heizwärmebedarf die Minergie-Primäranforderung an die Gebäudehülle um rund einen Drittel unterschreitet.

Raumwärme und Warmwasser
Für die Deckung des Heizwärmebedarfs wird eine zentrale Holzpelletfeuerung vorgesehen. Über ein Wärmenetz werden die Unterstationen in den einzelnen Gebäudeteilen mit Wärme bedient. Die Niedertemperaturwärme wird in den Wohnungen über eine Fussbodenheizung verteilt.
Durch die zentrale Holzpelletfeuerung wird gegenüber einer Wärmeerzeugung mit Gas der jährliche Ausstoss an CO2 signifikant verringert. Im Vergleich zur Nutzung von Erdwärme sprechen tiefere Investitionskosten für eine Holzpellet-feuerung. Aufgrund des homogenen Brennstoffs sind Pelletfeuerungen sehr effizient, emissionsarm und erlauben einen automatischen und wartungsarmen Betrieb. Für die Wärmezentrale ist auch ein Betrieb im Contracting möglich.
Das Warmwasser wird dezentral in 8-9 Unterzentralen in den einzelnen Gebäudeteilen erzeugt. Der Wärmebedarf für das Warmwasser wird über das Wärmenetz aus der Heizzentrale (Pelletkessel) gedeckt.

Lüftung
Um ein gutes Innenraumklima und einen hohen Schallschutz auch auf den Strassen zugewandten Wohnräumen zu erzielen wird die Siedlung mit einer Komfortlüftung ausgerüstet. Diese dient zudem der Sicherstellung des thermischen Komforts sowie der Einhaltung der hygienischen Anforderungen und schützt das Gebäude während der Heizperiode durch Wärmerückgewinnung in der Abluft vor unkontrollierten Wärmeverlusten. Pro Treppenhaus (8 Wohnungen) wird eine Lüftungszentrale vorgesehen um die Luftführung einfach und die Anlage damit kostengünstig zu halten. Die Luftverteilkästen werden für Wartungsarbeiten zugänglich im Garderobenschrank angeordnet. Die Positionierung der Lüftungsschächte und der Zu- und Abluftleitungen erfolgt so, dass mehrere Grundrissvarianten möglich bleiben. Grundsätzlich sollen die Wohn- und Schlafräume frische Zuluft erhalten, während die Abluft über die Küchen und Bäder abgeführt wird, sodass unerwünschte Geruchsemissionen vermieden werden können. Die Luftleitungen werden in der Betondecke kreuzungsfrei eingelegt.
Für die Kochstellen werden Umlufthauben vorgesehen. Dies ermöglicht ein einfaches Lüftungskonzept ohne Beeinflussung der Luftmengenbilanz (kein Unterdruck in der Wohnung) und vermeidet damit zusätzliche Wärmeverluste.

Bauphysik
Mit natürlicher Beschattung durch die Balkone und aussenliegendem Sonnenschutz wird ein hervorragender sommerlicher Wärmeschutz erreicht. Die gute thermische Behaglichkeit wird unterstützt durch die kompakte Gebäudehülle und den massiven Kern mit Decken und Wänden aus Beton.Die Wohneinheiten werden über abgetrennte Entrées erschlossen. Dadurch ist der Schallschutz zum Treppenhaus mit Lift problemlos gewährleistet. Der Schallschutz zwischen benachbarten Wohneinheiten ist mit einer kurzen Abwicklung und der Trennung durch Massivbetonwände gut gelöst.

Materialisierung und Wirtschaftlichkeit

Gebäudestruktur
Vorgeschlagen wird eine rationelle, einfache Gebäudestruktur aus durchgehenden Geschossplatten in Ortbeton (22 cm) und tragenden Innenwänden aus Backstein. Diese werden je nach den statischen und schalltechnischen Anforderungen im Bereich der Fassade lokal mit Betonscheiben verstärkt. Aussteifend wirken betonierte Wände bei Liftkernen und Treppenhäusern. Die Fassade ist nichttragend. Die Tragstruktur ist so ausgelegt, dass die Grundrisse veränderten Bedürfnissen in der Zukunft angepasst werden können.
Die Bodenplatten der Loggien können dreiseitig und thermisch getrennt auf den Geschossplatten aufgelegt werden, sodass keine kostenintensive Kraganschlüsse notwendig werden und energetisch nachteilige Wärmebrücken entstehen.

Gebäudehülle
Das Brüstungsband in den Längsfassaden wird als Kompaktfassade ausgebildet (Dämmstärke 18 cm), das Fensterband ist ausgenommen im Badbereich durchgehend. Rahmenverbreiterungen decken Zimmer- und Wohnungstrennwände ab. Stirnseitig sind die Fassaden durchgehend als Kompaktfassaden ausgebildet. Für Dämmungen und Verputze kommen ausschliesslich mineralische, dampfdiffusionsoffene Materialien zum Einsatz und garantieren Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Die Fenster sind als dauerhafte Holz-Metallfenster vorgesehen.
Das Farbkonzept sieht helle Töne vor, welche sich durch die Lichtbrechungen der geknickten Bänder in ein breites, fein nuanciertes Farbspektrum auffächern.

Wirtschaftlichkeit
Um die vorgegeben Kennwerte (3000.- CHF/ m2 HNF inkl. Garage) erreichen zu können, müssen die Gebäude äusserst preiswert erstellt werden. Das Projekt trägt diesem Aspekt Rechnung, indem ein architektonisches Thema entwickelt wurde, das ausgehend von kompakten Volumen einzig durch die Trapezform der Loggiaplatten eine städtebaulich signifikante Wirkung erzielt. Für eine wirtschaftliche Realisierung von Bedeutung ist weiter eine optimale Etappierbarkeit bei der Erstellung.
Aufgrund der optimalen Anordnung der Wohn- und Ruheräume (von den Erschliessungzonen abgewendet) und die Anordnung der Steigzonen (mehrheitlich bei den Treppenhäusern) ist eine einfache und kostensparende Konstruktionsweise möglich. Gleiches gilt für die als Kompaktfassade ausgebildete Gebäudehülle.

Notkersegg

Städtebau und Baukörper
Das Grundstück liegt auf einer reizvollen landschaftlichen Terrasse südöstlich über dem Stadtzentrum von St. Gallen. Die sanfte Senke wird im Norden durch einen dichten Waldstreifen und im Osten durch ein Bauernhof-Ensemble gefasst. Im Süden und Westen grenzt der Perimeter über die Huebstrasse und den Hagenbuchrein an eine kleinteilige Einfamilien- und Reihenhaussiedlung. Dieses Quartier geht auf eine Planung aus den 1960er Jahren zurück und bildet mit dem Oval der Hardungstrasse eine vollständige, in sich geschlossene Form. Ein Weiterbauen an bestehenden Strukturen erscheint nicht zuletzt aus diesem Grund undenkbar.Das Projekt schlägt deshalb eine neue, eigenständige Struktur vor, die zwischen Stadt und Landschaft vermittelt und einen «weichen» Übergang zum Hofensemble schafft. Vorgeschlagen wird eine Komposition aus sechs identischen, sternförmigen Baukörpern. Die Volumen weisen vier Geschosse auf, verzichten dafür auf eine Attika. Die Anlage besteht aus einer Reihung dreier Volumina zum Wald hin; zur Einfamilien- und Reihenhaussiedlung im Süden und Westen sowie zum Bauernhof im Osten formen die Volumina offene Räume, erlauben Sichtbeziehungen in die Tiefe des Grundstücks und eine räumliche Verschränkung mit den differenten Kontexten. Umgekehrt ermöglicht diese Anordnung Blickbeziehungen aus den Wohnungen in die Ferne. Diese stadträumlich einladende Geste nimmt damit Bezug auf mit dem Umland, gleichzeitig wird durch die ausgreifenden, zueinander gedrehten Volumen der Blick gelenkt und gefasst – die Anlage als Ganzes theatralisch inszeniert.Weiter brechen die sternförmigen Körper durch die Abwicklung ihrer Fassaden die relative Grösse der Volumen mehrfach und machen die allseitige Orientierung der Häuser sichtbar; aufgrund der Geometrie gibt es keine Nordwohnungen. Zwei voneinander getrennte Parkgaragen erlauben eine Etappierung in mindestens zwei Phasen.

Aussenraum und Erschliessung
Der Aussenraum wird als grosser, offener Garten begriffen, dessen räumliche Qualitäten ausschliesslich durch die Geometrie und Stellung der Volumina erzeugt werden. Die Häuser werden umgeben von Wiesen, chaussierten Wegen und Obstbäumen. Der Wiesenbach wird nicht vollständig freigelegt, sondern kommt in einer Serie von gefassten Wasserbecken zum Vorschein, die den Verlauf des Baches erahnen lassen. In diesen Becken kommt das Wasser zur Ruhe. Die Becken werden mit unterschiedlichen Wasserpflanzen bepflanzt.Da die Aussenräume restlos dem öffentlichen und halböffentlichen Aussenraum zugeschlagen werden, gibt es keine privaten Aussenräume in der Art von abgetrennten Vorgärten; damit wird nicht zuletzt an die Weite des ursprünglichen Landwirtschaftslandes erinnert, gleichzeitig aber auch ein städtisches Wohnen angeboten, dass in Anbetracht der Stadtnähe und der schönen landschaftlichen Situation angemessen erscheint. Die ersten Wohngeschosse sind denn auch vom Terrain abgehoben und liegen im Hochparterre. Jede Wohnung verfügt über eine grosse Terrasse mit Bezügen in verschiedene Richtungen.Die Neubauten werden separat und direkt von der Hagenbuchstrasse und der Huebstrasse erschlossen. Dabei sind Fussgänger- und Automobilzugänge parallel geführt; der Bewohner hat entweder die Möglichkeit über die Tiefgarage ins Haus zu gelangen, oder er erreicht von aussen über chaussierte Wege und eine flache Rampe den Hauseingang im Tiefparterre. Hier wird die Bewegung in einem polygonalen Innenraum, der von oben Tageslicht erhält, in die vertikale Erschliessung zu den einzelnen Wohnungen geleitet; diese Vertikalräume sind typologisch weder Höfe, noch Treppenhäuser. Von einem Umgang werden jeweils vier Wohnungen erschlossen; die Erschliessung mit einem Lift und einer Treppe pro 16 Wohnungen ist damit sehr effizient.Die Besucherparkplätze sind oberirdisch entlang der Hagenbuchstrasse angeordnet (10 PP). In den unterirdischen Sammelgaragen finden 61 und 58 Autos Platz.

Architektur und Wohnungen
Der Ausdruck der Bauten ist wegen der massiven Bauweise und grossmassstäblicher Proportionen städtisch, aufgrund der Grundrissgeometrien und ausgreifender Terrassen aber auch stark landschaftlich bezogen. Die Allseitigkeit der Solitäre stärkt diesen Charakter. Auch der Fassade kommt dabei wichtige Bedeutung zu: Fensterbänder mit niedrigen Brüstungen schaffen direkte Bezüge zum Aussenraum. Die auskragenden Terrassen lassen die Bauten leicht über dem Terrain schweben.Es werden insgesamt 96 Wohnungen (beim Umbau des Kindergartens zu Wohnraum sind es 98) mit Wohnflächen von 88 bis 133 m2 angeboten. Pro Geschoss gibt es zwei 4.5-Zimmerwohnungen und je eine 3.5- und 5.5-Zimmerwohnung. Der Wohnungsschlüssel erhöht das Angebot an 3.5-Zimmerwohnungen, für die in städtischen und stadtnahen Gebieten wieder verstärkt Nachfrage besteht oder noch erwartet wird.Charakteristisch für die Wohnungen sind mehrgliedrige Wohnräume, die über drei Seiten natürlich belichtet sind (zwei Fassaden, eine «helle» Wand zum Treppenraum) und Zugang auf eine grosszügige Terrasse haben. Ein Eckzimmer in den Spitzen des sternförmigen Grundrisses lässt sich dem Wohnraum zuschlagen und kann vielfältig genutzt werden. Um diese Figur gruppieren sich die eher privaten Zimmer und die Küche. Die Wohnungen lassen unterschiedliche Wohnformen zu.Architektonisch unterscheiden sich die Häuser mit Mietwohnungen von den Häusern mit Eigentumswohnungen zugunsten einer einheitlicheren Erscheinung der Siedlung nicht. So bleibt auch der wünschbare Anteil an Mietwohnungen weiter offen. Die Architektur eignet sich sowohl für Miet- wie Eigentumswohnungsbau.

Konstruktion und Materialität
Vorgeschlagen wird eine rationelle Bauweise mit Geschossplatten in Ortsbeton und tragendem, lokal mit Stahlbeton verstärktem Mauerwerk. Die Aussteifung ist über die Liftkerne und die Badkörper gewährleistet. Die Fassaden bestehen aus vorgehängten, mit einer linearen Struktur versehenen Betonbrüstungen. Die vertikalen Flächen sind verputzt und sollen in Struktur und Farbe nahe an den horizontalen Bändern sein (Zementputz). Gedämmt wird nach Minenergie-Standard an den vertikalen Fassadenteilen mit einer mineralischen Kompaktfassade. Für die verglasten Teile werden gestrichene Holz-Metallfenster vorgeschlagen. Hinter den Betonbrüstungen sind Rafflamellenstoren zur Verdunkelung der Innenräume angebracht.Die Materialisierung der Innenräume ist in der Anzahl der verwendeten Matrialien und Farben zurückhaltend. Für die Wände und die Decken ist ein Weissputz vorgesehen. Die Böden werden durchgehend homogen; denkbar sind zementgebundene Giessböden oder ein Gussasphalt. Vor allen Fenstern können Vorhänge gezogen werden, um den Grad an Intimität jederzeit individuell bestimmen zu können. Zudem sind Vorhangsschienen im Eingansbereich jeder Wohnung angebracht, um diesen vom Wohnraum abzutrennen.Energietechnische Massnahmen und bauökologische AspekteMit den kompakten Gebäudeformen der Solitäre und dicken Dämmstärken kann der Minergie-Standard trotz einem relativ grossen Glasanteil erreicht werden. Voraussetzung dazu sind Isolierglasfenster mit 0.8 W/m2K, ein Wert der mittlerweile bereits mit einer konventionellen Zweifachverglasung erreicht wird und demnach wirtschaftlich bleibt. Für die Konstruktion und Verkleidung sind ausschliesslich recyclierbare, natürliche Materialien vorgesehen.

Schönberg

Städtebau und Baukörper
Der Projektperimeter liegt am Rand des Schönbergparks und grenzt über den Schönbergrain an eine Ein- und Zweifamilienhaussiedlung. Ebenfalls an diesem Parkrand befinden sich die ehemaligen Ökonomiegebäude des Herrschaftssitzes. Die Neubauten müssen einerseits die Reihe der Ökonomiegebäude ergänzen, anderseits zwischen bürgerlichem Wohnquartier und Park vermitteln.

Vorgeschlagen werden zwei unterschiedlich grosse, je zweigeschossige Baukörper mit Attika. Das grössere und längere Volumen begleitet den Schönbergrain, definiert den Parkrand neu und nimmt mit seiner Längsstellung Bezug auf das Bauernhaus. Das kleinere und kompaktere Volumen steht quer sowie etwas zurückversetzt zur Strasse in der nördlichsten Ecke des Parks. Die Abdrehung in den Park schafft einen Abschluss der Gebäudereihe, reagiert aber auch auf die Kurve des Schönbergrains und die anschliessenden, gleich orientierten Baukörperauf der Kuppe. Gleichzeitig treten die Neubauten durch diese Stellung erst in Beziehung zueinander: von der Parkseite betrachtet bilden sie ein kommunizierendes, raumbildendes Paar; sie formen zusammen mit dem Herrschaftssitz eine neue Kammer im Park.
Der Versatz im grossen Körper sowie die Vor- und Rücksprünge von Loggien und Erkern in beiden Bauten brechen die relative Grösse der Volumen mehrfach, machen die allseitige Orientierung der Häuser sichtbar und verzahnen das Haus mit dem Park.

Aussenraum und Erschliessung
Mit den Neubauten wird der bestehende Herrschaftsgarten zurückgebaut. Die neuen Aussenräume sollen als Fortführung der bestehenden Parkfläche gestaltet werden: es sind dafür Rasenflächen sowie chaussierte Wege und Zufahrten vorgesehen. Der Baumbestand bleibt weitgehend erhalten und wird lediglich mit einzelnen Neupflanzungen zu Baumgruppen ergänzt. Die Arten werden beibehalten und um die Blutbuche – eine für solche Parkanlagen typische Sorte – ergänzt. Entlang des Schönbergrains schafft eine niedrige Hecke Distanz von der Strasse zum Haus; die Rasenflächen können hier nicht betreten werden. Da die Aussenräume restlos dem Park zugeschlagen werden, gibt es keine privaten Aussenräume; die ersten Wohngeschosse sind vom Terrain abgehoben und liegen im Hochparterre. Dafür verfügt jede Wohnung mindestens über mindestens zwei grosse Terrassen.
Die Neubauten werden separat und direkt vom Schönbergrain aus erschlossen. Dabei sind Fussgänger- und Automobil-zugang parallel geführt; sie binden die Häuser an jeweils einer Stelle an die Strasse an. Ansonsten führen keine härteren Beläge zu den Häusern: sie stehen auf Rasenflächen, umgeben von Bäumen. Der Bewohner hat die Möglichkeit über die Tiefgarage ins Haus zu gelangen. Dort führen Lifte direkt in die Wohnungen und erlauben so einen diskreten, sehr privaten Zugang mit dem Auto. Der Besucher hingegen erreicht die Wohnung über offene Treppenhäuser. Die Wohnungseingänge sind im grossen Haus durch das Splitlevel individualisiert. Besucherparkplätze sind oberirdisch am Schönbergrain angeordnet.

Architektur und Wohnungen
Mit dem architektonischen Ausdruck beziehen sich die Neubauten eindeutig auf den Park. Der Fassade kommt dabei wichtige Bedeutung zu: Fensterbänder mit niederen Brüstungen schaffen direkte, allseitige Bezüge zum Aussenraum. Die Skelettbauweise mit Geschossplatten und kurzen Scheiben bietet dazu offene Plattformen; die Wohnungen sind gleichsam schwebende Platten zwischen den Baumkronen. Von Aussen schafft die Materialisierung der Fassade mit ‚weichen’ Materialien einen Übergang zum Grünraum: das sind poröse Travertinplatten an den Brüstungsbändern und dunkle, bleiern wirkende Bleche für die Verkleidungen der Wandstücke und der Attika. Die auskragenden Terrassen lassen die Bauten leicht über dem Terrain schweben.
Mit dem Vorschlag werden insgesamt neun Wohnungen mit Wohnflächen von 90 bis 181 m2 angeboten. Im Haus 1 sind das pro Geschoss je zwei, im Haus 2 ist es eine. Entsprechend dieser Verteilung befinden sich die grösseren Wohnungen im Haus 2, haben sie dort ja vier Fassaden zur Belichtung.
Die räumliche Ordnung der einzelnen Wohnungen ist vorgezeichnet durch einen zentralen, in der Gebäudetiefe liegenden Cheminéeplatz. Darum entwickelt sich jeweils ein grosser Wohn- und Essraum, der mit dem Entrée und teilweise der Küche offen verbunden ist und eine prägnante Figur bildet. Diese Figur greift an alle Fassaden der Wohnung und schafft die beschriebenen allseitigen Ausblicke und Bezüge. Um diese Figur gruppieren sich die Zimmer. Sie sind alle über Eck verglast und mindestens 15 m2 gross. Durch die vor- und rückspringende Fassadenabwicklung – worin auch die zwei Terrassen eingebunden sind – entstehen erkerartige Zimmerpakete. Das Raumangebot der Küchen und Bäder entspricht dem höheren bis luxuriösen Standard.Die Zimmeranzahl reicht von 2.5 bis 7.5 Zimmer. In den Wohnungen der Normalgeschosse ist diese zudem variabel. Je nach den Wünschen des Bewohners kann eines bis drei zusätzliche Zimmer abgetrennt werden. Aufgrund der Skelettbauweise ist es auch möglich gänzlich auf Zimmerunterteilungen zu verzichten; durch den Ausbau der Schrankwände und Glassteinwände wird die Wohnung zum Loft.

Bauernhaus
Die Eingriffe bei der Sanierung und Nutzbarmachung des Bauernhauses sollen so selbstverständlich und sparsam wie möglich sein; nicht zuletzt um die Vermietbarkeit zu gewährleisten. Vorgeschlagen ist, Struktur, Fassade und räumliche Gliederung beizubehalten. Der ehemalige Wohnteil soll sanft umgebaut werden. Die Eingriffe beschränken sich hier hauptsächlich auf eine neue, innenliegende Treppe in Verbindung mit Bad und Küche, welche die Geschosse neu intern verbindet; es entsteht eine 4.5-Zimmer-Wohnung. Im ehemaligen Ökonomieteil sind die Nutzungsmöglichkeiten flexibler. Die Einbauten – raumbildende Bad-Küchen-Körper in Verbindung mit einer Treppe – sollen auch hier eine Wohnnutzung ermöglichen, wobei die Kombination mit einem Büro oder Atelier aufgrund der grösseren Nutzflächen sinnvoll erscheint. Im Erdgeschoss sind vielleicht auch stille Gewerbe oder Spezialgeschäfte mit wenig Publikumsverkehr denkbar. Im nördlichen dritten Gebäudeteil, der vom Hauptvolumen in der Höhe abgesetzt ist, wird eine analoge Ausstattung wie im Atelier eingebaut; es entsteht eine kleine 4.5-Zimmer-Wohnung.

Konstruktion und Materialität
Vorgeschlagen wird eine rationelle Skelettbauweise aus Beton mit Geschossplatten in Ortsbeton und vorfabrizierten Scheiben. Die Aussteifung ist über die Liftkerne, die Bad-Cheminée-Kerne und einzelne Wände im Treppenbereich gewährleistet. Die Skelettbauweise erlaubt einen raschen und übersichtlichen Bauablauf. An den Rohnbau wird die Fassade montiert, die weitgehend vorfabriziert werden könnte (Holzmetallfenster, mit Blech verkleidete Hohlkastele-mente, Travertinverkleidung aussen). Die Zimmereinteilungen sind Teil des Innenausbaus (Schrankelemente und Glassteinwände).
Die Materialisierung der Innenräume ist in der Anzahl der verwendeten Materialen und Farben zurückhaltend. Die Schrankwände sind in gebeiztem, grobmaserigen Holz gedacht. Die Glassteinwände sollen nur bedingt transparent sein, den dahinter liegenden Raum aber erkennen lassen. Vor alle Fenster und Glassteinwände können Vorhänge gezogen werden, um den Grad an Intimität jederzeit individuell bestimmen zu können. Für die (wenigen festen) Wände und die Decken ist ein Weissputz vorgesehen, die Scheiben werden nur gestrichen. Auf den Böden wird durchgehend Stein verlegt; denkbar sind Marmore, ein dunkelgrüner Serpentin…

Energietechnische Massnahmen und bauökologische Aspekte
Mit den kompakten Gebäudeformen und einer aussen durchgehenden Dämmebene kann der Minergie-Standard – sofern erwünscht – trotz einem relativ grossen Glasanteil von rund 70% erreicht werden. Voraussetzung dazu sind Isolierglasfenster mit 0.8 W/m2K, ein Wert der mittlerweile bereits mit einer konventionellen Zweifachverglasung erreicht wird und demnach wirtschaftlich bleibt. Für die Konstruktion und Verkleidung sind ausschliesslich recyclierbare, natürliche Materialen vorgesehen.