Vogelsang

Stadtraum und Quartier
Der Standort der Siedlung Vogelsang liegt, direkt an den Gleiskorridor angrenzend, an einer für Winterthur identitätsstiftenden Lage. Das heutige Erscheinungsbild des gesamten Quartiers wird charakterisiert durch die Vorstellungen der Gartenstadt und gilt als historisch bedeutsam. In die Topographie eingebettete, freistehende Häuser oder Zeilenbauten von maximal drei Geschossen und grosszügigen Gärten prägen bis heute den Vogelsang. Die gesamte Bebauung aus dem Jahr 1911 ist mit seinen schleifenartigen Quartierstrassen, den Vor- und Nutzgärten sowie einer sich an ländlichen Vorbildern orientierenden Architektur ganz den Gartenstadtidealen von Eduard Howard oder Robert Owen verpflichtet. Dank seiner prominenten Lage hat der Vogelsang massgebend zur Identität von Winterthur als Gartenstadt beigetragen.
Indem die Parzelle direkt am Gleiskorridor durch Ersatzneubauten neu definiert werden kann, stellt sich die Frage ob Winterthur an dieser Stelle einen „Stadteingang“ mit einer neu ausgerichteten Identität erhalten soll. Das vorliegende Projekt verneint diese Idee und sucht vielmehr eine subtile Einordnung und Weiterentwicklung der bestehenden Identität. Dahinter steht die Überzeugung, dass gerade darin das Alleinstellungsmerkmal von Winterthur besteht. Unterstützt wird diese Absicht durch den Umstand, dass zwischen Vogelsang und Bahnhof, auf der ganzen Länge der Vogelsangstrasse, die bestehende Bebauungsstruktur infolge kleinteiliger Privatparzellen und unter Schutz stehender Reihenhauszeilen sich kaum ändern wird. Eine neue Identität des gesamten Gleiskorridors ist somit unwahrscheinlich. Die Projektverfasser sind der Meinung, dass gerade die bauliche Homogenität des gesamten Quartiers die städtebauliche Qualität dieses Teils von Winterthur ausmacht.

Baukörper und Aussenraum
Die Neukonzeption der Bebauung im Vogelsang misst sich an den Eigenschaften des übergeordneten gartenstädtischen Ensembles. Maximal viergeschossige Baukörper mit Einschnitten in den oberen Geschossen stehen für einen starken Gartenbezug der Bauten. Sechs, dem Verlauf der Topographie folgende Häuser bilden eine, die Tiefe des Grundstücks ausnützende Spange und generieren Aussenräume mit unterschiedlichen Identitäten. Durch die längs liegenden Zeilen können topographische Höhenunterschiede innerhalb der Bauten ausgeglichen werden. Im Bereich des Ideenperimeters soll die Spange mit einem nördlichen Kopf abgeschlossen werden, wobei die vorgeschlagene Konzeption auch mit der heutigen Situation harmoniert und keinen Druck für einen baldigen Ersatz ausgelöst wird.
Übersichtlichkeit und Orientierung im Quartier paaren sich mit «gärtnerischer» Erscheinung und Rückzugsräumen im Kleinen. Das Erschliessungssystem gliedert sich primär in hangparallele Wege und Rampen sowie vertikale Treppenläufe. Im Innenraum der Siedlung werden verbreiterte Weg- und Platzflächen als Chaussierungen eingearbeitet. Sie bilden Gemeinschafts- und Spielorte. Stützmauern werden gezielt und möglichst minimal eingesetzt. So sind in der zentralen «Linse» Bänder aus Kratzbetonmauern eingewoben, um Topografie, Bepflanzung und Spielwert zu einer Einheit zu verweben. Grossblättrige, hellgrüne Catalpa und Faassen’s Black Spitzahorne unterstützen die Intensität der flächigen Staudenpflanzungen, die gegenüber konventionellen Rasenböschungen wenig Pflege benötigen. Kieswege, Heckenfragmente und Blütensträucher gliedern unaufdringlich die individuellen Vorbereiche der Wohnungen zum Hof. Die strukturelle Dichte dieser Randbereiche steht im Kontrast zur Grosszügigkeit des langen Innenhofes.
An der Schaltstelle zur Erweiterungsetappe ist ein Quartiersplatz angelegt, der mit der zweiten Etappe vergrössert werden kann. Damit ist das Zusammenwachsen der Etappen gegeben und der Platz bezieht sich in seiner kanzelartigen Anlage auf andere Orte im Quartier, beispielsweise an der Jonas-Furrer-Strasse. Die Aussenterrasse des Gemeinschaftsraums ist mit Hecken gefasst und durch Blutpflaumen ausgezeichnet, wodurch eine weitere Differenzierung und verbesserte Nutzbarkeit der Gemeinschaftsbereiche erreicht wird.
Zierkirschen und Blasensträucher begleiten den Wiesenhang längs dem Püntenweg sowie talseitig die Wiesenflächen zur Unteren Vogelsangstrasse. Niedrige Gartenmauern begleiten beide Räume, um die Nutzbarkeit der Hanglage angemessen zu erhöhen.
Die am Südrand angeordneten Kindergarten-Aussenräume sind, analog zur Gartenterrasse des Gemeinschaftsraums, durch Hecken gefasst auf Geländeterrassen angeordnet. Vereinzelte Kirschbäume und Eichen vermitteln zum offenen Schlittelhang und Waldrand.

Erschliessung
Um den Püntenweg in seiner heutigen Form belassen zu können, wird die Erschliessung der oberen Zeile neu ab der Vogelsangstrasse gelöst. Die Rollstuhlgängigkeit wird sichergestellt, indem alle Hauszugänge ab der unteren Vogelsangstrasse mit höchstens 6% Neigung ausgebildet werden. Zusätzlich sind beim Gemeinschaftsraum mit einem Lift alle Niveaus von der Tiefgarage bis zum Püntenweg erschlossen. Über die zwei Meter breiten Wege wird die Post in der ganzen Siedlung bis in alle Eingangshallen verteilt. Durch die beiden breiteren Rampenvorplätze an der Unteren Vogelsangstrasse wird die Zulieferung für Kurierdienste und Zügelautos gelöst. Die Veloabstellplätze befinden sich im Tiefparterre der jeweiligen Häuser. Indem die Hauseingänge der Wohnungen am Püntenweg auf der Hofseite liegen, wird die maximale Schlauchlänge für die Löschfahrzeuge ab der Unteren Vogelsangstrasse eingehalten. Zwei zentrale Ausgänge aus der Tiefgarage ermöglichen einen öffentlichen Zugang, ohne dass die Wohnungstreppenhäuser benutzen werden müssen.

Häuser und Wohnungen
Entlang der Vogelsangstrasse werden Geschosswohnungen vorgeschlagen wobei jedes Geschoss einen unterschiedlichen Bezug zum Garten hat. Ist es im Erdgeschoss der ebenerdige Gartensitzplatz, so verfügt die Wohnung im ersten Obergeschoss über einen grossen nicht überdeckten Balkon und die obersten Wohnungen über eine eigene Terrasse. Die Wohnungen zeichnen sich durch einen gut proportionierten Gemeinschaftsbereich mit Eingangshalle, Wohn- und Essbereich sowie einer Küchennische mit angelagertem Reduit aus. Um den Anforderungen an den Lärmschutz zu entsprechen, können alle Zimmer von der Strassen abgewandten Seite belüftet werden.
Am Püntenweg werden Wohnungen konzipiert die vom beidseitigen Gartenbezug profitieren. Das Teppenhaus, welches als Zweispänner die grossen Wohnungen am Püntenweg erschliesst, verbindet den Hofraum mit dem Grünraum der Pünte und unterstreicht die Durchlässigkeit dieser Zeile. Alle Wohnungen entwickeln sich über die Diagonale, von einem grosszügigen Entrée über die zentrale Wohn-/Essküche zum Wohnraum. Bei den Maisonettwohnungen des Gartengeschosses liegt der Wohnraum auf dem Niveau der Pünte, sodass auch diese Wohnung beidseitig ausgerichtet ist und sich Blickbezüge dem Hangverlauf folgend ergeben.
Studentenwohnungen werden neu sowohl in der Pünten- und der Vogelsangzeile angeboten. Der Kindergarten und die Krippe sind im Haus am südlichen Kopf der Spange platziert. Über eine Laube mit Split-Level-Erschliessung wird der gedeckte Aussenbereich wie auch die Rollstuhlgängigkeit abgedeckt.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Entsprechend dem städtebaulichen und volumetrischen Thema suchen die Häuser einen Ausdruck, der die bestehende Homogenität des Quartiers fortsetzt, gleichzeitig aber auch eine eigene Identität als Siedlung entwickelt. So werden einerseits einzelne Motive und Stimmungen aus dem Kontext wie zum Beispiel das dünnhäutige Fassadenkleid oder die Ausbildung eines Daches aufgenommen und zu einem neuen, eigenständigen Ausdruck verdichtet. Die Häuser erhalten einen unterschiedlich hohen Sockel, darüber ein Kleid aus eingefärbten Eternitplatten und als Abschluss ein vorstehendes Pultdach mit Eternitdeckung. Um die Plastizität der Volumen zu betonen werden die Gebäudeeinschnitte und das Dachgeschoss mit einer ockerfarbenen vertikalen Eternitschalung vorgeschlagen. Die graublau bekleideten Lifteinschnitte strukturieren die geschwungene Fassade entlang der Vogelsangstrasse. Um den Gartenbezug zu stärken wird als Fenstertyp ein bodenebenes Kreuzfenster mit einem 30 Zentimeter hohen Sturz gewählt. Die abgestützten Balkone sollen aus dunkel einbrennlackiertem Stahlblech mit eingelegten, vorfabrizierten Betonplatten konstruiert werden. Die Absturzsicherung aus Maschendraht sucht ebenfalls den inhaltlichen Bezug zum Garten. Die Tragstruktur wird als konventioneller Massivbau in Ortbeton und Backstein erstellt. Der nichttragende Holztafelbau bei der Aussenfassade und dem Dach ermöglicht eine hervorragende Wärmedämmung bei gleichzeitig schlanker Konstruktionsstärke.

 

Schürmatt

Ort und Stadtraum
Stansstad hat seinen Ursprung am Wasser. Der Ort ist gewissermassen die «Marina» von Stans und hat den Anschluss des Kantons an den Vierwaldstättersee gewährleistet. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse zwischen Bürgenstock und See hat sich die Siedlungsentwicklung der letzten hundert Jahre im rückwärtigen Schwemmland vollzogen.

Die primäre Struktur dieser Siedlungsentwicklung gab dabei ein bereits früh angelegtes Strassenkreuz vor, dessen eine Achse vom Hafen bis zum Klosterwald reicht und später durch die Autobahn in die Ried- und Rotzbergstrasse zerschnitten wurde. Die andere Achse ist wesentlich kürzer und ist zwischen die ältere See- und Stanserstrasse gespannt. Die Bebauung hat sich lange Zeit an diesem Strassenkreuz orientiert. Die zweite «Reihe» blieb frei von Bebauung.

Durch das Freibleiben strassenabgewandter Grundstücke hat sich zwischen Autobahn und Stanserstrasse eine «grüne Linse» erhalten, die in alten Plänen schlicht als Feld bezeichnet und früher als grosser Obstgarten genutzt wurde. Auch wenn später Teile davon überbaut wurden, ist dieser Raum doch noch als zusammenhängend erkennbar.

Die bereits erwähnte, strassenbegleitende Bebauung der Nachkriegszeit und Gegenwart besteht durchwegs aus kleinen und grösseren Einzelhäusern von architektonisch schlechter Qualität. Man kann darin ein typisch schweizerisch-mittelländisches Bebauungsmuster sehen. Schwerer als die architektonische Qualität des einzelnen Hauses wiegt allerdings der Umstand, dass diese Bebauungsform keine übergeordneten stadträumlichen Qualitäten aufzubauen vermögen. Damit sind insbesondere die Strassenräume gemeint.

Eine Ausnahme bildet die südlich an den Perimeter angrenzende und in der «grünen Linse» erstellte Überbauung aus den 1970er Jahren. Sie ist nicht nur architektonisch von hoher Qualität, sondern besticht vor allem über eine starke Aussenraumbildung und die Ausformulierung dieser Aussenräume als gemeinschaftliche, fast schon parkartig anmutende Grünräume. Damit wird auch die Kontinuität des als «grünen Linse» bezeichneten Raumes nicht in Frage gestellt, sondern vielmehr stadträumlich artikuliert. Was die Überbauung auch zeigt, ist das die Bebauung zwischen Stanser- und Riedstrasse, anders als das historische Zentrum von Stansstad keinen Bezug zum See aufweist, sondern vielmehr die Fernsicht in die angrenzende, voralpine Hügel- und Gebirgslandschaft thematisiert.

Städtebauliches Konzept
Vor dem unter «Ort und Stadtraum» beschriebenen Hintergrund haben wir das städtebauliche Konzept für die Schürmatt entwickelt. Wir haben dazu einige Prämissen definiert:

1. Erhalt der «grünen Linse»: Ähnlich der beschriebenen, südlich angrenzenden Überbauung weist auch die Bebauung der Schürmatt Aussenräume auf, welche die Kontinuität und Lesbarkeit des Grünraumes zwischen Stans und Stansstad gewährt und weiterentwickelt.

2. Formprägende Aussenräume: Ebenfalls analog der angrenzenden Überbauung wirken die Aussenräume der Schürmatt formprägend auf das Bebauungsmuster der Schürmatt ein. Es gibt ein Gleichgewicht zwischen den Gestaltqualitäten umbauter und nicht umbauter Räume. In diesem Sinne geht es um eine Fortsetzung bestehender Qualitäten und um ein Weiterbauen bestehender Strukturen.

3. Primat des Aussenraumes: Dieses Weiterbauen betrifft aber weniger die Siedlungsmuster der 1970er als vielmehr die Form und Qualität des Aussenraumes. Die Bebauung der Schürmatt weist deshalb keine direkten, formalen Anleihen zur südlichen Nachbarschaft auf.

4. Informalität der städtebaulichen Form: Die Bebauung der Schürmatt zeichnet sich vielmehr durch eine Informalität der städtebaulichen Form aus, die zunächst einen ausgeprägten Gestaltcharakter negiert und ihre Kraft aus der Aussenraumform bezieht.

5. Autonomie der städtebaulichen Form: Damit weist die städtebauliche Form bezogen auf ihren unmittelbaren Kontext eine gewisse Autonomie auf, welche aber die Kraft besitzt, Prägnanz und Identität in einer schwach determinierten Umgebung aufzubauen. Vielleicht vergleichbar mit dem Wiederaufbauprojekt Golden Lane der Smithsons wird damit das «ruinenartige» städtebauliche Gefüge überformt.

6. Städtebau anstatt Siedlungsbau: Schliesslich unterdrückt die Bebauung der Schürmatt gerade wegen ihrer autonomen Form den Charakter einer Siedlung und ist vielmehr «städtebaulich» entworfen. Auch bei diesem Aspekt kommt den perimeterübergreifenden Aussenräumen grosse Bedeutung zu.

Architektonisches Konzept
Das städtebauliche Konzept bestimmt weitgehend das architektonische Konzept: Es wird eine Kohärenz zwischen Städtebau, Architektur und Wohnform angestrebt. Auch das architektonische Konzept versuchen wir in wenigen Thesen zu fassen:

1. Typologiefremde Tragstruktur: Der Autonomie der städtebaulichen Form entspricht die Wahl einer für den Wohnungsbau typologiefremden Tragstruktur in Form einer Skelettstruktur bestehend aus kräftigen Stützen und betonierten Geschossdecken. Unabhängig von der Raumstruktur, die je nach Wohnungstypus ändern kann schafft die durchgehende Skelettstruktur einen «inneren» Zusammenhalt.

2. Typologiefremde Raumhöhe: Ebenfalls in Abweichung zu gängigen Wohnungsbaustandards schlagen wir in den Regelgeschossen eine lichte Raumhöhe von 2.90 Metern vor. Mit «typologiefremd» meinen wir jeweils eine für den Wohnungsbau zunächst unübliche Lösung.

3. Spezifische Wohnräume: Die Skelettstruktur in Kombination mit einer lichten Raumhöhe von knapp drei Metern und einem hohen Glasanteil in der Fassade erzeugt spezifische, unverwechselbare Wohnräume. Im Grundriss erlaubt die Skelettstruktur das Ausloten der räumlichen Potentiale des «plan libre» mit offenen, fliessenden Raumfolgen.

4. Räume mit starkem Aussenbezug: Ebenfalls in Beziehung zum bisher gesagten, aber mehr noch in der Absicht, Räume mit Fernsicht in die voralpine Landschaft zu entwickeln, steht die Festlegung einer eher geringen Gebäudetiefe von rund 10 Metern. In dieser Tiefe sind zweibündige Grundrisse möglich, wo jeder Raum einen direkten Aussenbezug hat. Unabhängig in welchen Raum man tritt, man ist immer wieder «draussen». Die lichte Raumhöhe von knapp drei Metern verstärkt diesen Raumeindruck. Innenliegende Räume und Korridore braucht es nicht.

Schliesslich hoffen wir mit der typologiefremden Wahl von Tragstruktur und Raumhöhe wie im städtbaulichen Konzept angedeutet den «Siedlungscharakter» zu unterdrücken und dafür ein autonomes Stück Stadt zu schaffen.

Aussenraum
Wie beschrieben ist der Aussenraum das prägende Element des städtebaulichen Konzeptes. Er gliedert klar sich in grosse, gut gefasste, aussenliegende (sowie über den Perimeter greifende) Garten- und innenliegende Erschliessungsräume. Die Erschliessungsräume nehmen zudem gemeinschaftliche Funktionen auf wie einen Spielplatz, Veloabstellplätze oder einen Gemeinschaftspavillion. Räumlich werden sie durch «Clumps» bestehend aus Laubbäumen strukturiert.

Die Gartenräume werden über segmentförmig angeordnete Strauchplanzungen und verschiedene Obstbäume in Einzelpflanzung gegliedert. Sie dienen primär als Schaugärten, nehmen aber in hausnahen Bereichen auch Privatgärten für die Erdgeschosswohnungen auf.

Die Durchwegung ist nord-südlicher wie auch in ost-westlicher Richtung wird das übergeordnete Wegenetz angeschlossen und steht für die Öffentlichkeit offen. Zudem wird die Erschliessung der Parzellen 1175, 1176 und 1177 sichergestellt. Die Überbauung Schürmatt bleibt frei von Autoverkehr, die Parkierung ist unterirdisch vorgesehen.

Grundleitungen
Die Setzung der Gebäudekörper und die Gliederung der Tiefgarage nimmt Rücksicht auf die bestehenden Grundleitungen im Areal. Die Grundleitungen in nord-südlicher Richtung werden nicht Überbaut und die Tiefgaragenverbindung ist mittels Rampen so gelegt, das die Leitungen unterhalb und oberhalb der Verbindung geführt werden können.

Fassade, Energie und Nachhaltigkeit
Das Projekt soll einerseits den Minergie-Standard erreichen, andererseits wird ein hoher Glasanteil in der Fassade vorgeschlagen. Aus diesem Grund haben wir zusammen mit dem Bauphysikbüro durable – Planung und Beratung GmbH detaillierte Betrachtungen zur Energie und Energieerzeugung angestellt.

Für eine Minergie-Zertifizierung müssen sowohl die Minergie-Kennzahl «Wärme» als auch der Heizwärmebedarf eingehalten werden. Zur Einhaltung der Kennzahl «Wärme» wird eine Grundwasser-Wärmepumpe in Kombination mit thermischen Kollektoren vorgeschlagen. Werden 50% des Warmwasserbedarfs mittels Kollektoren erzeugt (ca. 1m2 Kollektorfläche/Person für 50%), wird die Minergie-Kennzahl «Wärme» weit unterschritten.

Limitierend ist der Heizwärmebedarf. Dieser muss > 90% der gesetzlichen Anforderungen sein. Hierbei entscheidend ist der U-Wert der Fenster, der im Projekt mit 0.9 vorgesehen ist (gemittelt über Glas und Rahmen). Dieser Wert ist mit konventionellen Fenstern gegeben und sorgt für eine wirtschaftliche Lösung. Bei einem Verhältnis zwischen opaker zu transparenter Fassadenfläche von 15%/85% können die 90% der gesetzlichen Anforderungen noch eingehalten werden. Das Projekt weist einen Glasanteil > 70% auf.

Die opaken Teile werden in einer Holzelementbauweise konstruiert und sind damit praktisch frei von Wärmebrücken. Die eingezogenen Aussenräume werden an Boden und Decke gedämmt, sind aussen verglast und funktionieren damit als Klimapuffer respektive dienen dem Energiesparen.

Die gewählten Konstruktionen (massive Tragstruktur/ Skelettbau, Innenwände in Leichtbau, Fassade in Holzelementbau) erfüllen den Anspruch der Systemtrennung und der Nachhaltigkeit.

Hindernisfreies Bauen
Sämtliche Wohnungen sind hindernisfrei über Aufzüge erschlossen. Im Innern messen alle Türen mindestens 80cm im Licht und mindestens ein Bad erfüllt die Anforderungen an das hindernisfreie Bauen. Die Maisonetten an der Stanserstrasse weisen eine Treppenbreite von 100cm auf, sodass diese mit einem Treppenlift nachgerüstet werden können.

Aussenräume Wohnungen
Die privaten Aussenräume in den Regelgeschossen sind bewusst knapp gehalten, da das architektonische Konzept mit hohem Glasanteil und geringer Gebäudetiefe für alle Innenräume einen starken Aussenbezug anstrebt. Die in die Grundrisstiefe reichenden Loggien sind deshalb primär «Scharniere» zwischen Innen und Aussen: Durch die Verbindung mit den Wohnräumen und einzelnen Zimmern werden ganze Innenräume temporär zu «Aussenräumen». Umgekehrt sorgt eine äussere Verglasung der Loggien für eine Wohnraumvergrösserung während den Jahreszeiten Frühling und Herbst.

Köln

Städtebau und Baukörper
Die vorgeschlagene Bebauung des Baufeldes WA9 folgt den städtebaulichen Leitgedanken des B-Planes, indem das Geviert der Baufelder WA10, WA11 und WA8 südlich mit einem Zeilenbau geschlossen wird. Der Neubau besetzt den bebaubaren Bereich über dieTiefe von 14 Metern und die vorgesehene Länge vollständig, wobei das Neubauvolumen zwei Befreiungen beansprucht: erstens sieht das Projekt vor, die bereits in der Auslobung formulierte GOK von 6.50 Metern zu beanspruchen (anstelle 5.60 Metern), zum anderen wird der Gebäudekörper um einen Metern näher an die Straße gesetzt. Diese Befreiung ist für das Projekt nicht zwingend, würde aber den straßenseitigen Vorgarten zugunsten eines großzügigeren, rückwärtigen Gartens angemessen verschmälern.
Das Neubauvolumen zeichnet sich durch zwei plastisch unterschiedlich ausformulierte Gebäudeseiten aus und reagiert so differenziert auf Straßen- und Gartenraum. Auf der Straßenseite weist das Projekt eine durchgehende Flucht auf, die durch eingezogene Südloggien im Obergeschoss und gedeckte Eingangsbereiche im Erdgeschoss mittels «vollen» und «leeren» Teilen rhythmisiert wird. Auf der Gartenseite gliedern einerseits leichte Versprünge im Grundriss wie auch Versätze in der Traufe den Baukörper und suggerieren eine Abtreppung zum Garten hin.
Wie im B-Plan vorgesehen werden zwanzig Reihenhäuser vorgeschlagen. Reihenhäuser haben gegenüber Geschosswohnungen den Vorteil, dass der südlich gelegene Zugangsbereich privatisiert bleibt und so an dieser privilegierten Stelle mehr Wohnräume und Individualzimmer möglich sind. Diese Zugangsbereiche dienen im Projekt nicht nur der Erschließung der Reihenhäuser, sondern bieten – geschützt durch niedere Vorgartenmauern und –zäune – Raum für Fahrräder und Entsorgung. Die im Volumen eingezogenen Eingänge bieten Schutz vor der Witterung.

Architektur und Wohnraum
Der Wohnaum der Reihenhäuser entwickelt sich aus einer Schnittidee. Diese sieht vor, anstelle einer konventionellen Gliederung in ein Wohn- und ein Schlafgeschoss die gemeinschaftlichen Wohnräume auf die beiden Geschosse zu verteilen und über einen Luftraum miteinander in Beziehung zu setzen. Umgekehrt finden sich auch auf beiden Geschossen Individualzimmer und Nebenräume. Der Vorteil dieser Disposition ist ein Wohnen, das sich sowohl auf die Straßen- und Südseite wie auch zum Garten hin orientiert. Der Luftraum verbindet die beiden Wohnbereiche und gibt vom Obergeschoss einen Blick in den Garten frei, umgekehrt erhält der nordseitige Wohnraum mit Küche und Essen auf Gartenniveau etwas Südlicht.
Mit der Schnittlösung in Verbindung stehen differenzierte Raumhöhen. So misst das auf dem auf Straßenniveau gelegene Entrée 2.80 Meter im Licht. Mit dem Übergang auf das minimale Hochparterre (30 Zentimeter über Straßenniveau) reduziert sich die Raumhöhe auf 2.50 Metern, bevor sie sich im Ess- und Kochraum – eine eigentliche Halle – auf minimal 4.20 Meter öffnet. Im Obergeschoss weisen sowohl die Wohnbereiche wie auch die Zimmer eine lichte Raumhöhe von 2.85 Metern auf.
Ebenfalls in Verbindung mit der Schnittlösung stehen die für den Entwurf zentralen Außenräume. Sie umfassen eine dem Wohnen vorgelagerte, über der Straße gelegene und damit geschützte Südloggia, eine dreiseitig gefasste, gartenseitige Dachterrasse sowie den eigentlichen Garten. Der Garten gliedert sich in einen gegenüber demTerrain leicht erhöhten und direkt von der Küche her zugänglichen Sitzplatz sowie den bepflanzten Gartenraum mit einerTiefe von 8.00 Metern. Die Verschiedenartigkeit und die unterschiedliche Lage dieser drei Außenräume bergen für alle Jahreszeiten und Nutzungsansprüche Qualitäten. Neben innenräumlichen Qualitäten erzeugen sie einen hohen Wohnwert.

Die Zimmer befinden sich wie bereits erwähnt ebenfalls auf beiden Geschossen, sind alle ungefähr gleich groß (14.1 bis 14.9 m2) und bieten so Raum für unterschiedliche Lebensentwürfe. Es ist denkbar, dass sich in einer Familie die Kinder das Erdgeschoss teilen, während den Eltern das Obergeschoss vorbehalten bleibt. Es ist aber auch denkbar, dass das Obergeschoss einzig dem Wohnen und Arbeiten dient; in einzelnen Häusern lässt sich ein Südzimmer direkt dem Wohnen zuschlagen. Schließlich bestehen Bereiche, die nutzungsmässig nur schwach determiniert sind – wie beispielsweise die Gallerie über dem Luftraum –, wo also verschiedene Nutzweisen möglich sind, wie Spielen, Arbeiten, Bügeln usw.
Die Zimmer sind zudem so angeordnet, dass sich deren drei schalten lassen und im Planungsprozess und in der Vermarktung eine hohe Flexibilität gewährleisten. Das Projekt erlaubt Reihenhäuser mit zwei, drei, vier oder fünf Zimmer anzubieten.

Parkierung und Untergeschoss
Das Projekt sieht vor, alle privaten Stellplätze unterirdisch anzuordnen. Ein- und Ausfahrt sind einspurig an den beiden Gebäudestirnen angeordnet. Für jedes Reihenhaus ist ein Parkplatz vorgesehen, von wo aus ein direkter Zugang zum eigenen Keller besteht. Die Kellerräume bieten Raum für Wäsche, Lager und Gebäudetechnik.

Materialisierung und Konstruktion
Für die Konstruktion der Häuser wird eine konventionelle Massivbauweise vorgeschlagen. Die äußere Materialisierung spiegelt die Zweiseitigkeit des Gebäudekörpers wider. Die Straßenfassade bindet in einer Verbindung von Ziegeln und vorgehängten Betonelementen das Gebäude in den Kontext des Clouth Quartiers, aber auch der Stadt Köln ein. Ähnlich den historischen Bauten auf dem Clouth Areal werden die Betonelemente als rahmende oder verblendende Bauteile eingesetzt, während die Ziegel in den flächigen Wandteilen zur Anwendung kommen. Die Materialisierung der Straßenfassade zeigt eine große Zurückhaltung und Selbstverständlichkeit. Die Gartenfassade ist ihrer Wertigkeit entsprechend einfacher materialisiert und deshalb verputzt.

Oederlin

Das Oederlin-Areal: Eindrücke zum Ort
Auf dem heutigen Oederlin-Areal – flussabwärts am Rand von Baden gelegen – verbinden sich eindrückliche Naturidylle und morbide Industrieromantik auf symbiotische Weise – fast fühlt man sich an die eindringliche Stimmung eines Tarkovsky-Films erinnert.
Dabei ist es weniger das einzelne Gebäude, das hängen bleibt, als vielmehr die Dichte des Ensembles, bei dem die Einzelhäuser zu einem zusammenhängenden Organismus verschmelzen.

Städtebauliche Absichten

a. Städtebau und Naturraum: Bebauung zeichnet flussräumliche Morphologie nach
Prägend für das Oederlin-Areal ist der Fluss- und Talraum der Limmat, der sich an diesem Ort durch eine flache S-Bewegung auszeichnet.
Die vorgeschlagene Bebauungsstruktur zeichnet diese Bewegung nach: Während sich der Bestand, ergänzt durch ein turmartiges Gebäude, als «Knie» in den Flussraum drückt, bildet die Neu- bebauung auf dem Westareal eine nach Süden hin offene «Kehle». Der Stadtraum zeichnet den Naturraum nach.
Die Bebauungsform mit «Knie» und «Kehle» kann formal mit «Strömungsformen» verglichen wer- den: In der Strömung treibende Wasserpflanzen oder geflösstes Holz.

b. Erschliessung: Fortführung bestehender Erschliessungen strukturieren das Areal
Zwei Elemente zeichnen die Erschliessungsstruktur des Oederlin-Areals aus: Zwei Rampen, wel- che das Areal mit der Hauptstrasse verbinden, sowie die arealinterne, flussparallel verlau- fende Fabrikstrasse.
Der Entwurf knüpft an dieser Erschliessungsstruktur an, indem auf dem Westareal eine drit- te Rampe vorgeschlagen und die Fabrikstrasse fortgeführt wird. Die «dritte» Rampe ist zudem Ausgangspunkt für einen flussabwärts gehenden Uferweg.
Die neue Rampe dient nebst der Erschliessung mittels eines weiteren Durchblicks der Struk- turierung der Bebauung zur Hauptstrasse hin. Die weiter geführte Fabrikstrasse setzt die Dramaturgie räumlich gefasster und zum Fluss hin offener Situationen fort.
Diese einfache und in der Situation selbstverständliche Erschliessungsstruktur zoniert drei Bebauungsfelder auf dem Westareal.

c. Nutzung: Nutzungsmischung verzahnt Bestand und Neubauteile
Die heutige Situation auf dem Oederlin-Areal zeichnet sich durch eine vielfältige, durch- mischte (Zwischen-) Nutzung aus.
Das Konzept bestehend aus fünf Modulen ist dahingehend zu hinterfragen, ob auf dem westli- chen Arealteil ausschliesslich gewohnt werden soll oder ob auch da eine grössere Diversität denkbar ist.
Der Entwurf sieht eine Nutzungsverteilung vor, welche die heutige Durchmischung (der Zwi- schennutzung) ein Stück weit beibehält: Es soll sowohl im Bestand als auch auf dem Westareal gewohnt werden, umgekehrt sollen auch im Neubauteil – insbesondere um den ehemaligen Fabrik- hof – Gewerbenutzungen angeboten werden. Der Wohnanteil nimmt nach Westen hin sukzessive zu.

Aussenraum
Der Zugang zum Wasser ist im Raum Baden vielgestaltig und situativ. Neben linearen, Fluss begleitenden Wegen und Promenaden finden sich topografische Situationen, wo die Bebauung hart ans Ufer tritt und der Bezug zum Wasser quer über Balkone, Terrassen und kleinen Plätzen hergestellt ist. Im Areal Oederlin erhält dieser Querbezug durch die mögliche Nutzung der vorgelagerten Inseln des Kanals zusätzliches Gewicht.
Das Oederlin Areal ist eingespannt zwischen Rebhang am Musegg und Limmatraum und gegenüber- liegendem Hinterhofwald. Der landschaftsräumliche Transekt beginnt beim Wald und geht über den Rebhang Musegg, zum Goldwand-Hain, der den Wohngebäuden im Norden Halt verleiht. Die Badstrasse hat ein asymmetrisches Profil: im Norden mit einer zweireihigen Baumreihe, im Sü- den ein Trottoir mit Solitärbäumen und eingeschnittenen Öffnungen für die nach unten füh- renden Rampen zum Platzsystem auf mittlerem Niveau mit Ausblicken zum Fluss. Die Kanalinseln direkt am Wasser sind durch Stege mit dem Areal verbunden.

Wohnungen und Hochhaus

Wohnungen
Wohneigentum und Mietwohnungen sind im städtebaulichen Layout klar zoniert respektive in separaten Bauten zusammengefasst. Ausnahme bildet dabei das Gebäude 2, in dem es sowohl Eigentums- wie auch Mietwohnungen gibt. Die Mietwohnungen befinden sich oberhalb des Fabrik- platzes, wo allenfalls über die vorgeschlagene Restaurantnutzung im «Flachbau 2» Emissionen entstehen können. Aufgrund ihrer Lage bieten sich diese Wohnungen für einen Verbleib im Ei- gentum der Oederlin AG an. Die Eigentumswohnungen sind an privilegierten Lage mit Blick aufs Wasser: in den Gebäuden 1 und 2 sowie beiden Wohntürmen (A2 und Gebäude 257).
Das Projekt bietet im weiteren eine grosse Differenzierung der Wohnraumangebote. Sie rei- chen von Geschosswohnungen (Gebäude 1 und 2, Gebäude 257) über Maisonetten (Turm Baufeld A2 und Sockelgeschosse Gebäude 1 und 2) bis hin zu loftartigem Wohnen (Flachbauten 1 und 2). Während die Mehrzahl der Wohnung südorientiert ist und damit direkte Blicke auf die Limmat bietet, sind die Wohnungen in den beiden Türmen ost-west-orientiert und geben so spektakulä- re Blicke in die Weiten der Talachse frei.

Hochhaus
Die weitere, detaillierte Untersuchung hat gezeigt, dass ein städtebaulicher Akzent im «Flussknie» in Form eine höheren Gebäudes richtig ist und sich in den denkmalgeschützten Bestand zu integrieren vermag.
Die nun vorgeschlagene polygonale Grundform verweist zudem auf die formale Ausgestaltung der Gebäude 1 und 2 auf dem Baufeld A1, während umgekehrt die Flachbauten 1 und 2 am Bestand der Produktionshallen anknüpfen. Über diese Massnahmen werden Bestand und Neubauteile zu einer neuen Einheit verwoben.
Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit wurde das Hochhaus in seinem Flächenverhältnis optimiert und weist nun eine Geschossfläche von rund 450 m2 auf.

Zürichsee

Städtebau
Die städtebauliche Setzung sieht zwei Neubauvolumen vor: Einen einfachen, viergeschossigen Körper mit rund 20 Metern Gebäudetiefe und längsrechteckiger Grundfläche, der unmittelbar an der seeseitigen Baulinie zu liegen kommt und eine Frontalität zum Landschaftsraum des Sees aufbaut, sowie einen strassenseitig vorgelagerten, flachen Vorbau. Ähnlich dem Bestand auf dem heutigen Areal besitzt die städtebauliche Form eine gewisse Autonomie in Bezug auf den Kontext – sie stellt eine inselartige Setzung im städtebaulichen Gefüge dar. Wir haben dazu die Metapher eines grossen Schiffes verwendet, das paradigmatisch für die Charakteristik eines heterotopischen Ortes steht.
Auch wenn sich das Projekt einer pittoresk-räumlichen Anbindung an die Kernzone entzieht, fügen sich die beiden Volumen gut in den Kontext ein: Der strassenseitig Vorbau schafft eine selbstverständliche Anbindung an den Strassenraum, Vor- und Hauptgebäude werden über ein Vordachnetz miteinander verspannt und die seeseitigen Aussenräume mit einer Pergola definieren einen klaren Bezug zum See.

Nutzungsverteilung
Die Nutzungsverteilung sieht eine klare Trennung von Wohn- und Gewerbenutzungen vor. So findet sich die Gewerbenutzung ausschliesslich und durchgehend im Erdgeschoss, nämlich im eingeschossigen, freistehenden Vorbau zur Seestrasse sowie im Erdgeschoss des Hauptgebäudes. Während sich die überhohen Räume des Vorbaus auch für Verkaufsnutzungen eignen, bietet sich das Erdgeschoss des Hauptgebäudes für Büros und Ateliers an (Redaktion). Die Wohnnutzungen sind demnach ausschliesslich in den Obergeschossen untergebracht und damit befreit von unerwünschten Einblicken. Das Wohnen in den Obergeschossen erlaubt zudem die gleichberechtigte Nutzung des Aussenraumes für alle Bewohner.

Erschliessung
Die Gewerbenutzungen werden aufgrund ihrer Lage im Erdgeschoss fussläufig alle direkt von aussen erschlossen, sodass keine unerwünschten «Kreuzungen» mit der Wohnnutzung entstehen. Die Wohnungen werden über drei zenital belichtete Treppenhäuser erschlossen. Die drei Eingänge werden im Aussenraum über das bereits erwähnte Vordach zusammengefasst, sodass die Bewohner und deren Besucher an der Strasse «angeholt» werden. Dieser «Eintritt» wird einer Vorfahrt ähnlich über eine Baumgruppe artikuliert.
Die Erschliessung mit dem Auto ist gegliedert in einen Zugang für Besucher und eine Einfahrt für Bewohner und Arbeitende. Die Besucherparkplätze befinden sich an der westlichen Grundstücksgrenze und sind Teil des zentralen Erschliessungsplatzes, welcher an der Kreuzung von See- und Oberlandstrasse angebunden ist. Die Einfahrt in die Tiefgarage für Bewohner und Mitarbeiter ist östlich dem Vorbau angelagert und entschärft so Kreuzung und Zufahrt. Die Tiefgarage ist in einen Wohn- und Gewerbeteil gegliedert. Neben der Einfahrt verbleibt eine Arealzufahrt von 3.50m Breite für Feuerwehr, Sanität und Umzug. Diese Zufahrt dient im weiteren dem Zugang zu einem offenen, aber überdachten Veloparking.

Aussenraum
Die strassenseitigen Aussenräume sind mit asphaltierten und chaussierten Flächen gegliedert und dienen primär der Erschliessung. Eine Baumgruppe markiert einer Vorfahrt den fussläufigen Zugang zum Wohnhaus (wie auch die Zufahrt für Besucher). Gleichzeitig ist die Baumgruppe eine Referenz an den klassischen Villengarten am Zürichsee (eine Zeder, zwei Mammutbäume).
Der seeseitige Aussenraum dient der Erholung und dem Aufenthalt der Arbeitenden und der Bewohner. Die primäre Gliederung folgt analog der Strassenseite einer streifenartigen Ordnung: Die hausnahe Raumschicht ist reserviert für die Büros im Erdgeschoss, die über direkte Austritte verfügen. Ein mittlerer Bereich steht ausschliesslich den Bewohnern zur Verfügung. Er ist über einen Stich direkt von den Treppenhäusern her erreichbar und funktioniert in seiner schwachen Determinierung ähnlich wie ein englischer «Pleasure Ground», der termporär bespielt wird. Die bestehenden Trompetenbäume (Catalpa) bespielen zusammen mit mehrstämmigen Magnolien diesen Gartenbereich. Zum Aussenraum der Gewerbenutzung wirkt eine üppige Staudenbepflanzung (mixed Border) als. Zum See hin wird Pleasure Ground durch eine bewachsene Pergola abgeschlossen, gleichwohl mit die Pergola selber Aufenthaltsraum mit Sichtbezug auf den Zürichsee. Zwischen Pergola und Seeufer spannt sich ein dritter Bereich auf, der Bewohnern und Arbeitenden gleichermassen zur Verfügung steht. Er ist chaussiert und mit ortstypischen Platanen bestanden. Die Uferzone wird erhalten.
Die Gliederung des seeseitigen Aussenraumes vermeidet Störungen zwischen Wohn- und Gewerbenutzung: Die hausnahen Räume der Büros werden hauptsächlich am Tag benutzt, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind, umgekehrt schafft dieser «Streifen» ausreichend Abstand zwischen den Wohnungen und dem Aussenraum der Bewohner, sodass bei gleichzeitigem Aufenthalt auf den Terrassen und dem pleasure ground keine gegenseitigen Störungen auftreten. Das Mobiliar für die Nutzung des pleasure ground findet in einem Pavillion Platz, der Teil der Pergola ist.

Wohnungen
Zwei Absichten bestimmen die Wohnungen: Erstens die Idee, dass auch strassenseitige Räume einen Seebezug aufweisen und sich die Grundrisse durch eine hohe Durchlässigkeit auszeichnen. Zweitens die Absicht, dass sich die Wohnungen durch den Einbezug der privaten Aussenräume visuell «vergrössern». Umgesetzt wurden diese Absichten durch ein Grundrisslayout, das auf einer diagonal angelegten Kreuzfigur aufbaut.
Dabei werden beidseitig mittig Aussenräume eingezogen, welche Licht in den Ess- und Kochbereich sowie einen strassenseitigen Wohnraum bringen. Zudem schaffen die um die Terrassen angelagerten Räume «Ein- und Durchblicke» in die eigene Wohnung und erzeugen so die beabsichtige räumliche Erweiterung des Wohnraumes. Vor diesem Hintergrund ist auch der innen wie aussen durchlaufende Bodenbelag aus weissem Marmor zu verstehen. Man könnte vom Wohnen auf einer «grossen Terrasse» sprechen; hierin besteht auch eine ausgeprägte Kohärenz zwischen Wohnform und architektonischem Ausdruck.
Auf der Ebene der Nutzung zeichnen sich die Wohnungen durch einen hohen, dem Standard entsprechenden Gebrauchswerts aus. Sie verfügen über ein Entree mit seitlich angelagertem, abgeschlossenem Garberobenraum. Ebenfalls neben dem Eingang befindet sich ein separater Rediut- und Hauswirtschaftsraum mit Bezug zur Küche. Vom Entree aus öffnet sich eine fliessende Raumfolge über den strassenseitigen Wohnraum – ein Kaminzimmer, das Zugang zu zwei Zimmern gibt – oder über die Küche hin zum Ess-/Wohnraum. Diese offene Folge von Wohnräumen lässt sich unterschiedlich möblieren und nutzen. Das grosszügige Nebenraumangebot wird ergänzt durch grosse Badräume sowie einen weiteren Stauraum, der im Falle einer Schlafnutzung des seeseitigen Zimmers als Ankleide dient. Die Terrassen verfügen über einen Aussenkamin.
Das Gebäude bietet insgesamt 15 Wohnungen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind das jeweils zwei 4- und zwei 5-Zimmer-Wohnungen sowie eine 2-Zimmer-Wohnung. Im Attikageschoss befinden sich vier 4-Zimmer-Wohnungen und eine 2-Zimmer-Wohnung. Die strasseneitigen Räume lassen seitlich über die eingezogene Terrasse lüften, sodass die Schallwerte auch im westlichen Bereich eingehalten werden.

Architektur
Die plastisch kräftige Architektur des Hauptgebäudes ist aus «Plattformen» aufgebaut, die im Innern von raumbildenden, abgewinkelten Wandscheiben getragen werden. Im Erdgeschoss lagert die Struktur auf kräftigen Pfeilern, wobei die mittleren zwei Reihen über Unterzüge zusammengebunden werden und eine Mittelzone in den Büroflächen definieren sowie Raum für die Medienerschliessung der Wohngeschosse bieten. Aussen spannen sich zwischen den «Plattformen» raumhohe Schiebefenster-Verglasungen auf. Seeseitig «verankern» zwei Kamine das Volumen.
Die Stirnen der auskragenden, in Ortbeton gegossenen Platten und Brüstungen werden mit grobem, warm-grauem Muschelkalk verblendet. Die Profile der Holz-Metallfenster sind dunkel einbrennlackiert und treten, verstärkt über den Schattenwurf der Geschossplatten, optisch hinter die Stirnen der Platten zurück.
Die Architektur des strassenseitigen Vorbaus lehnt sich am Hauptgebäude an: Ein «schweres» Dach lagert auf auf Stützen und Unterzügen, aussen spannt sich auch hier eine geschosshohe, umlaufende Verglasung auf. Die von den Wohnungen einsehbare Dachaufsicht wird durch plastisch ausformulierte Oblichter gegliedert.

Jakob

Gewerbehaus St. Jakob
Dem Entwurf für den Neubau des Gewerbehauses Stiftung Behindertenwerk St. Jakob liegt die Faszination für den spezifischen Charakter und die oftmals starken Ausdrucksformen anonymer Gewerbebauten zugrunde. Absicht des vorliegenden Projektes ist ein Neubau, der ebensolche Qualitäten aufweist. Er soll sich damit einerseits in das gewerblich-industriell geprägte Quartier am Viadukt einfügen und andererseits in einer zurückhaltenden, diskreten, eben beinahe anonymen Art die Werte und das positiv besetzte Image der Stiftung St. Jakob verkörpern und repräsentieren. Diese Zurücknahme äussert sich auch in der einfachen Materialisierung der Fassaden mit grobem Putz und Beton sowie einer unaufgeregten Farbigkeit.
Trotz dieser Zurücknahme zeugt das Gebäude von Selbstbewusstsein. Die grossen Fenster sprechen von Offenheit und Austausch, gleichzeitig ist ihnen aufgrund der surreal hohen Fensterbänke eine Eigenwilligkeit, Naivität und Neugierde eigen, die wohl auch auf manchen Mitarbeiter der St. Jakob-Stiftung zutrifft. Die Offenheit des Gebäudes wird auch im Erdgeschoss manifest: Überhohe, einsichtige Räume an den drei Gebäudeecken schaffen eine räumliche Verankerung im Quartier. Vorrang hat dabei die Viaduktstrasse, wo sich der Haupteingang befindet sowie die Kreuzung Heinrich-/ Viaduktsstrasse. Hier befindet sich das Kaffee mit vorgelagertem Platz, das über die Diagonale einen Bezug zur Markthalle und den Läden der Viaduktbögen aufbaut.

Schnittidee und überhohe Räume
Dem Entwurf liegt im weiteren eine eingehende Analyse des Programmes zugrunde. Diese Analyse hat gezeigt, dass bei der Ausnützung der möglichen Vollgeschosszahl und einer Verteilung des Raumprogrammes auf diese Geschosszahl ein Erdgeschoss resultiert, das wesentlich grösser ist als die Regelgeschosse. Volumetrische Untersuchungen haben gezeigt, dass dabei in städtebaulicher Hinsicht ein zu kleines und zu «schwaches» Gebäude resultiert.
Aus dieser Erkenntnis heraus wurde eine Schnittidee entwickelt, die nicht auf vier, sondern lediglich drei Vollgeschossen aufbaut und dafür ein Zwischengeschoss über dem Erdgeschoss einführt. Die Anordnung der Werkstatt- und Produktionsnutzungen auf drei Geschossen führt zu ähnlichen Dimensionen von Erd- und Obergeschossen. Diese Disposition macht auch im Grundriss Sinn, da sie zusätzliche Flexibilität und Effizienz im Betrieb schafft und weniger vertikal erschlossen werden muss. Grössere zusammenhängende Geschosse bieten auch mehr Flexibilität, wenn Bereiche in Zukunft wachsen und andere schrumpfen.
Das Zwischengeschoss leistet mehrere Dinge: Erstens erlaubt es im Erdgeschoss einzelne Nutzungsbereiche mit einer Überhöhe zu realisieren (Logistik, Restauration, Bäckerei). Dabei stehen sowohl räumliche wie auch betriebliche Qualitäten im Vordergrund. Zweitens kann das Zwischengeschoss die Technik aufnehmen und erschliesst damit direkt, flexibel und ohne Schächte die technikintensiven Nutzungen des Erdgeschosses sowie der Schreinerei im ersten Vollgeschoss. Und drittens befindet sich das erste Vollgeschoss bereits in einer Höhe, auf der auch auf der Viaduktseite von einer guten Belichtung ausgegangen werden kann.

Erschliessung
Eine weitere, übergeordnete Idee bestimmt den Entwurf, nämlich die primäre Entflechtung der Erschliessungen. Wie bereits erwähnt befindet sich der Haupteingang für Besucher und Mitarbeiter an der Viaduktstrasse und zeichnet diese als wichtige Achse im Quartier aus. Der Eingang führt in ein grosszügiges, natürlich belichtetes Treppenhaus über, welches den Mitarbeitern Zugang zu ihren Arbeitsplätzen gibt. Unabhängig und damit getrennt davon erfolgt die Erschliessung des Gebäudes mit Waren. Diese befindet sich im Gebäude diagonal zur Personenerschliessung angeordnet und umfasst einen Warenaufzug und ein weiteres Treppenhaus. Der Aufzug geht direkt von der Logistik an der Heinrichstrasse ab.

Erdgeschoss N±0, Bereiche 1, 3 und 8
Die Organisation des Erdgeschosses mit der Produktion ist am anspruchsvollsten. Dementsprechend wurde viel Energie auf die Nutzungsanordnung und die Organisation reibungsloser Abläufe verwendet. Die Erschliessung/ der Materialfluss der Produktion ist zirkulär angelegt, um Kreuzungen zu vermeiden. Die Spedition befindet sich an der nördlichen Gebäudeecke an der Heinrichstrasse. Die Räume der Logistik sind überhoch, sodass auch grosse Lastwagen im Gebäude parken können. Von da werden die Rohwaren direkt in die Lagerräume gebracht. Zu den Produktionsräumen bestehen wiederum kurze Wege. Die fertigen Waren werden direkt über den Gang zurück ins Lager oder über einen zweiten Ausgang zur Spedition gebracht werden. Über die Hygieneschleuse besteht eine «Abzweigung» in den Fertigungsraum der Restauration.
Der Haupteingang mit repräsentativer Halle und Portierloge befindet sich an der Viaduktstrasse. Hier betreten Besucher und Mitarbeiter das Haus. Die Mitarbeiter der Produktion gelangen direkt in die Garderoben und zurück in die Produktionsräume. Das Gebäude kommt mit lediglich einer Hygieneschleuse aus. Die Mitarbeiter der anderen Abteilungen gelangen über ein grosszügiges, natürlich belichtetes Treppenhaus in die Obergeschosse.
Das Kaffee befindet sich in der östlichen Gebäudeecke und zeichnet sich durch eine Überhöhe aus. Das Lokal findet damit eine räumliche Antwort auf den vorgelagerten Platz und das Gegenüber des Restaurants Markthalle und die Läden der Viaduktbögen. Die Fertigungszeilen befinden sich in einem Raum direkt hinter der Ausgabetheke, der über Korridore mit der Produktion und dem Lastenaufzug verbunden ist.
Die Bäckerei im Süden des Gebäudes verfügt als dritter Bereich im Erdgeschoss über eine Überhöhe. Die Raumhöhe entspricht dem grössten Produktionsraum und erzeugt an jenem Ort Luftraum, wo am meisten Wärme anfällt. Damit zeichnen sich alle drei Gebäudeecken durch überhohe Räume aus, was der städtebaulichen Absicht einer örtlichen Verankerung geschuldet ist.

Untergeschoss N-1, Bereiche 7 und 11
Ebenfalls im Bereich der Spedition befindet sich die Tiefgarageneinfahrt, welche ins Gebäude integriert ist und damit keine Lärmemissionen erzeugt. Die Abfahrt führt direkt in eine übersichtliche Einstellhalle. Die Besucherparkplätze sind direkt dem Eingang in die Haupterschliessung zugeordnet, von wo der Besucher in die Eingangshalle an der Viaduktstrasse gelangt. Einen eigenen Bereich stellen die Stellplätze der Gartenpflege dar. Daran angelagert sind die Nutzräume und Lager der Gartenpflege. Die Büros sind über Glassteinoblichter natürlich belichtet.
In der gleichen Weise belichtet ist die Wäscherei, welche über einen kurzen Weg zum Warenaufzug verfügt. Im weiteren befinden sich im Untergeschoss allgemeine Lagerräume sowie die Besuchertoiletten des Kaffees.

Zwischengeschoss N+1, Bereich 3 und 11
Im Zwischengeschoss auf dem Niveau N+1 befinden sich die Büros der Produktion mit direkter Verbindung zu den Produktionsräumen. Über den Warenaufzug und das nördliche Treppenhaus sind sie mit der Spedition verbunden. Im weiteren findet sich auch im Zwischengeschoss ein allgemein nutzbarer Lagerraum. Das Zwischengeschoss füllt die Gebäudegrundfläche nicht aus und gewährt so die überhohen Räume der Bäckerei, der Spedition, des Restaurants sowie des Mehlsilos.
Im wesentlichen dient das Zwischengeschoss aber der haustechnischen Versorgung. Die Anordung der Haustechnik auf diesem Niveau erlaubt die direkte Erschliessung der technikintensiven Nutzungen von Produktion, Schreinerei und Kaffee/ Restaurant. Die Frischluftfassung erfolgt direkt über die Westfassade, die Fortluft wird konzentriert über einen Fortluftkamin beim westlichen Fluchttreppenhaus über Dach geführt.

Erstes Vollgeschoss N+2, Bereiche 2 und 5
Im ersten Vollgeschoss N+2 befinden sich die Schreinerei/ Flechterei sowie die Räume der Administration. Die Schreinerei/ Flechterei sind direkt an den Warenaufzug angebunden. Die Arbeitsbereiche entwickeln sich entlang der Fassaden. Die Lagerräume befinden sich im Innern und sind so allseitig zugänglich. Das Büro der Abteilungsleitung befindet sich an zentraler Stelle beim Warenaufzug.
Die Büros der Administration und des Finanzwesen liegen im südlichen Teil des Gebäudes und sind primär über das Haupttreppenhaus zugänglich. Empfang, Besprechung und Büros sind zum Viadukt hin orientiert, das grosse Sitzungszimmer sowie das Direktionsbüro sind südorientiert. Das Archiv liegt im Innern.

Zweites Vollgeschoss N+3, Bereich 4
Auf dem Niveau N+3 ist der gesamte Bereich 4 mit Ausrüsten 1 und 2 sowie dem Digitalisieren untergebracht. Alle drei Bereichsteile sind an Personen- und Warenerschliessung angeschlossen und mit den entsprechenden Hygiene- und Sicherheitsschleusen ausgestattet. Die Büros der Bereichsleiter befinden sich wiederum im Bereich des Warenliftes respektive des Treppenhauses 1 und 2.

Drittes Vollgeschoss N+4, Bereich 6 und 10
Auf dem Niveau N+4 liegen die Räumlichkeiten der Elektronik-Abteilung sowie die Reservefläche in der geforderten Grösse. Die Elektronik hat Zugang zu Personen- und Warenerschliessung. Die Garderoben liegen im Innern. Die Bereichsleitung befindet sich wiederum an gleicher Stelle.

Dachgeschoss N+5, Bereich 9
Im Dachgeschoss auf dem Niveau N+5 befindet sich schliesslich der Bereich 9 mit den Sozialräumen. Diese umfassen das Personalrestaurant mit angegliedertem Saal. Der Saal lässt sich über eine Faltwand mit dem Restaurant verbinden. Die Küche hat rückwärtig für die Belieferung Zugang zu einem abgeschlossenen Lager und dem Warenaufzug. Von der Essenausgabe hat der Mitarbeiter die Wahl entweder in den Esssaal oder auf die gedeckte Aussenterrasse im Südosten zu gehen. Die gedeckte Terrasse erweitert sich in einen offenen Terrassenbereich. Darauf findet sich ein bewachsenes Rankgerüst, das auch im Sommer beim Essen Schatten spendet.
Im weiteren ist im Dachgeschoss eine zweite, kleinere Technikzentrale vorgesehen, welche die Lüftungen des Bereichs 9 sowie das Abluftgerät des Kaffees im Erdgeschoss aufnimmt, da dieses von der Frischluft räumlich getrennt stehen muss.

Städtebau und Volumetrie
Der unmittelbare stadträumliche Kontext der Parzelle im Scheitel von Viadukt- und Heinrichstrasse zeichnet sich durch eine Blockstruktur aus, bei der die Baukörper die Grundstücke mehrheitlich ausfüllen und parzellenübergreifend Strassenfluchten erzeugen. Das projektierte Volumen des Neubaus St. Jakob folgt dieser Bebauungsstruktur, indem es einmal bestehende Fluchten (Heinrichstrasse, Fortsetzung Müller-Martini-Areal) und Traufhöhen aufnimmt, zum anderen indem es durch den Viadukt «geschnitten» wird und einen klar definierten «Gassenraum» zwischen Neubau und Viadukt schafft. Die Zugänge wie auch die überhohen Räume im Innern verklammern den Neubau mit dem unmittelbaren Kontext. Das Gebäude wird mit dieser einfachen stadträumlichen Setzung nicht zuletzt seiner Bedeutung als «Gewerbehaus» gerecht – es reiht sich gewissermassen zwischen Gleichen ein. In der resultierenden Dreiecksform schlummert gleichwohl das Potential einer spezifischen Gestalt mit hoher plastischer Präsenz.

Baurecht und Behörden
Die massgebenden Bauvorschriften, wie Baulinien, Grenzabstände, Gebäudehöhen sowie die zulässige Ausnützung von 200%, werden mit dem Projekt eingehalten. Der westseitige Einschnitt ins Volumen trägt PBG § 270 Abschnitt 2 Rechnung. Das Projekt wurde mit der zuständigen Kreisarchitektin Frau Anna Münger vorbesprochen. Ebenfalls vorbesprochen wurde mit Grün Stadt Zürich die Freiraumgestaltung. Die Berechnung der Freiflächenziffer sowie die Neuordnung der Parkierung Viaduktbögen/ PWG wurde für gut befunden. Ein entsprechender Nachweis findet sich auf den Plänen sowie im abgegebenen Dossier der Flächen- und Volumenberechnungen.

Ausnützung und Flächenkennwerte
Der Neubau schöpft die zulässige Ausnützung von 200% mit einer anrechenbaren Geschossfläche 6’698 m2 voll aus. Die volle Ausnützung macht vor der Hintergrund zukünftiger Ausbauten Sinn und schafft Flexibilität bei der weiteren Entwicklung der Stiftung St. Jakob. Die anrechenbare Geschossfläche entspricht einer totalen Geschossfläche von 12’017 m2 nach SIA 416. Davon entfallen 2’226 m2 und 739 m2 auf die nicht anrechenbaren Geschosse im Untergeschoss und auf dem Dach. Bezogen auf die geforderten 6’500 m2 Nutzfläche bietet das Projekt 6’126 m2 HNF sowie 2’674 m2 NNF. Die Verkehrsfläche beläuft sich auf 1’223 m2, die Funktionsfläche auf 834 m2.

Cafe/ Restaurant/ Take away
Der Raum des Cafes überrascht zunächst durch seine Überhöhe und den hallenartigen Charakter, welcher über die nötige Grosszügigkeit verfügt, als wichtigster und einziger öffentlicher Raum die Stiftung St. Jakob nach Aussen hin zu repräsentieren. Er befindet sich gut auffindbar an der Kreuzung Heinrich-/ Viaduktstrasse und ist über mehrere, allseitige angeordnete Zugänge direkt vom Strassenraum her zugänglich. Im Sommer lassen sich alle Türen (pro Fensterelement eine) öffnen und so Innen und Aussen (Sitzplatz zur Kreuzung hin) verbinden. Mittig, im Scheitel der beiden «Raumarme» befindet sich die Theke für Bedienung und Verkauf. Rückwärtig daran angelagert und über eine Durchreiche verbunden liegt ein Raum mit den Fertigungszeilen. Nahe von Theke und Fertigungszeile steht das Mini-Buffet, sodass Besucher des Take away den Gastraum nicht queren müssen. Gleichzeitig kann das Buffet einfach nachversorgt werden.
Neben der räumlichen Grosszügigkeit prägen die skulptural ausformulierten Stützen sowie eine kräftige, polychrome, im Bild dargestellte Farbigkeit das Cafe. Zusammen mit den frei hängenden Kugelleuchten schaffen diese Elemente eine heitere, gleichwohl entspannte und angenehme Atmosphäre für den Alltag.

Tragstruktur und primäre architektonische Elemente
Um im Betrieb und bei zukünftigen Anpassungen möglichst viel Flexibilität zu gewährleisten wurde in der Ausschreibung verlangt, sämtliche raumbegrenzenden Wände in Leichtbau zu erstellen. Das legt eine Skelettbauweise nahe, die im Projekt mit einem regulären Stützenraster von 8×8 m und Randfeldern mit 4×8 m ausgelegt wurde (mit den 8 m ist das Raster auf die Tiefgarage abgestimmt).
Der Leichtbau folgt den funktionalen Anforderungen der Raumorganisation, sodass den primären, tragenden Elementen grosse architektonische Bedeutung zukommt, was eine entsprechende Ausgestaltung verlangt: Das sind die Stützen, die Fassaden mit den Fensteröffnungen sowie die festen Vertikalerschliessungen respektive die Treppenräume.
Dieser Absicht folgend verfügen die Stützen im Kopfbereich über eine figurative, kreuzförmige Ausbildung, welche diese Elemente zu raumprägenden Bauteilen werden lässt. Die Kopfausbildung minimiert darüber hinaus das Durchstanzproblem und erlaubt die Ausbildung dünnerer Decken – wirtschaftliche und architektonische Absichten greifen ineinander. Im überhohen Restaurant entwickelt sich die Kreuzform zu einem Stützenschaft.
Die Fenster sind als grosse «Augen» ins Freie entworfen. Sie sorgen für eine sehr gute natürliche Belichtung der Gewerberäume bis in eine Tiefe von 8 Metern und schaffen eine gute Arbeitsplatzqualität. Seitlich der grossen Festverglasung befinden sich jeweils zwei schmale Lüftungsflügel, die auch einen atmosphärischen und akustischen Bezug zum Aussenraum erlauben.
Die Vertikalerschliessungen sind an die Fassaden angegliedert. Typologisch orientiert sich das Gebäude damit nicht am Bürobau, bei dem die Kerne in einer Innenzone liegen, sondern an historischen Gewerbe- und Industriebauten, die mit einer peripheren Anordnung der Kerne den Innenraum offen lassen und maximale Flexibilität ergeben. Das Haupttreppenhaus für die Besucher und Mitarbeiter ist räumlich grosszügig dimensioniert – Podeste und Treppenläufe weisen Breiten um die drei Meter auf.

Arbeitsplätze in den Regelgeschossen
Die Arbeitsplätze in den Regelgeschossen sind in Grossräumen untergebracht, in denen sowohl die plastische Kraft der Stützen wie auch die Wirkung der grossen Fensteraugen zum tragen kommen. Die Arbeitsräume wirken darüber hinaus grosszügig, offen und hell. Wände und Decken werden neutral weiss gestrichen, die Fensterrahmen sind in Lichtgrau leicht davon abgesetzt – insgesamt bestimmt eine ruhige und zurückhaltende Farbigkeit die Raumstimmung, die lediglich durch die Farbe des Gummigranulatbodens durchbrochen wird. Es ist denkbar, diese Böden je nach Abteilung und Geschoss in verschiedenen Farben auszuführen.

Konstruktion und Materialisierung
Die Tragstruktur besteht wie beschrieben aus einem Stützen-Platten-Skelett, bei dem die Stützen vorfabriziert und die Decken vor Ort gegossen werden. Die Fassaden werden ebenfalls betoniert und sind tragend. Aufgrund der geforderten, hohen Nutzlasten betragen die Deckenstärken 28 bis 32 cm. Diese Stärken erlauben einen einfachen Bodenaufbau, bei dem auf die abtaloschierte Oberfläche direkt der fertige Bodenbelag aufgebracht wird. Vorgesehen ist ein Gummigranulatboden, der zusammen mit dem Beton für den Trittschall ausreicht. Im Haupttreppenhaus, den Sozialräumen sowie dem Cafe ist ein Kunststeinbodenbelag geplant. Die Tiefgarage erhält einen Zement- oder Hartbetonüberzug.
Die Betonoberflächen der Decken, Wände und Stützen werden lediglich gestrichen, sodass auch hier kein weiterer Ausbau erforderlich ist. Die mit Gipskarton oder Fermacell beplankten Leichtbauwände werden gespachtelt, geschliffen und gestrichen. Die Haustechnik wird sichtbar an den Decken sowie im Brüstungsbereich der Fassaden geführt und trägt zum «rohen Ateliercharakter» der Arbeitsräume bei.
Auch die Materialisierung der Fassaden folgt einer einfachen und direkten Verwendung weniger Materialien. Das ist Beton bei den überhohen Fensterbänken (vorfabrizierte Elemente), dem Gebäudesockel sowie den Terrassenbrüstungen und Dachabschlüssen (Ortbeton) sowie ein grober Dickschichtputz auf einem Kompaktaufbau mit mechanisch verankerter Mineralwolledämmung. Der mineralische Dickschichtputz wird in einem warmen Grau-Braun-Ton gestrichen, der in seiner Helligkeit hinter die hellen Betonteile tritt. Die Spenglerarbeiten werden in Kupfer ausgeführt, die Aluminiumprofile der Holz-Metall-Fenster sind farblos anodisiert. Wie einleitend beschrieben zeugt der architektonische Ausdruck von einem zurückhaltenden, dem industriell geprägten Charakter des Quartiers verpflichteten Habitus des Neubaus.

Swarovski

Städtebau: Volumetrie, Topografie und Innenraum als Einheit
Die beiden Baufelder A und D von Swarovski 2.0 werden je mit einem flachen Baukörper mit zwei bis zweieinhalb Geschossen besetzt, welche praktisch die gesamte bebaubare Grundstücksfläche in Anspruch nehmen. Die beiden Neubauten setzen sich damit in der Höhe deutlich vom Hauptbau Swarovski 1.0 ab und respektieren dessen dominante, in sich geschlossene Form und seinen repräsentativen Charakter; mit seiner einfachen, rechteckigen Grundfläche rahmt der Neubau auf Baufeld D zusammen mit dem ebenfalls flachen, rechteckigen Baukörper östlich von Swarovski 1.0 gleichsam den Hauptbau auf diskrete Art. Der vorgeschlagene Neubau auf Baufeld A ist nochmals ein halbes Geschoss niedriger und gewährt entsprechend Rücksicht zum Grundstück der AXA im Nordwesten.

Volumetrie, vorgefundene Topografie und innenräumliche Organisation bilden eine konzeptuelle Einheit. Damit ist die direkte Entsprechung zwischen der inneren Lage der Geschossebenen, welche in vier «Quadranten» jeweils um ein halbes Geschoss zueinander versetzt sind, und der umgebenden Topografie gemeint. Diese zeichnet sich durch eine feine Kuppe zwischen Swarovski 1.0 und Ramensteinweg sowie einem Ansteigen zwischen Alter Landstrasse und Bahngeleisen aus. Die Anordnung der Geschossebenen folgt diesem topografischen Verlauf, gewährt eine selbstverständliche Einordnung des flachen Baukörpers und reduziert die nötigen Abgrabungen auf das baurechtlich Mögliche.

Eineinhalbgeschossige Räume akzentuieren städtbaulich wichtige Situationen: beim Neubau auf Baufeld A jene Stelle, wo der Baukörper an die Alte Landstrasse vorstösst, beim Neubau auf Baufeld A die Kreuzung von Ramensteinweg und Alter Landstrasse. Der Eingang befindet sich bei Neubau D im Verbindungsbau zum Hauptgebäude und erlaubt eine betrieblich effiziente Erschliessung, beim Neubau A erfolgt der Zugang direkt von der Alten Landstrasse.

Die Aussenraumgestaltung ist entsprechend der Büronutzung zurückhaltend und frei von utilitarischen Notwendigkeiten angedacht. Bis auf zwei nutzbare, chaussierte Aussenbereiche für die Pausen der Mitarbeiter von Swarovski sind die Gartenanlagen nicht begehbar. Sie werden mit hochwachsenden Gräsern und einzelnen Baumgruppen bepflanzt und haben die Funktion eines Schaugartens.

Untergeschosse
Die halbgeschossigen Versätze der oberen Ebenen setzen sich in den Untergeschossen teilweise fort. Sie nehmen hauptsächlich die geforderte Zahl an Parkplätzen auf, die über die Tiefgarage von Swarovski 1.0 erschlossen sind. Die Untergeschosse sind so ausgelegt, dass im Aushub wenig Fels abgetragen werden muss. Im ersten Untergeschoss befindet sich zudem die Verbindung zwischen den Baufeldern A und D. Sie liegt so, dass an ihren Endpunkten jeweils natürliches Licht eintritt.

Die Tiefgarage wurde im Rahmen der Überarbeitung vereinfacht und rationalisiert, sodass weniger Rampen notwendig sind und eine bessere Übersicht gewährleistet wird. Die optionale zweite Ein-/Ausfahrt ist neu direkt ab der alten Landstrasse vorgesehen, wo die Sichtweiten gegeben sind. Die Lager- und Technikräume im 2. Untergeschoss sind über kurze Wege an die Lifte von Swarowski 1.0 und Swarowski 2.0 angebunden. Der dienende Verkehr zu diesen Räumen (bspw. Transport von Mobiliar) erfolgt damit nicht durch Büro- und repräsentative Bereiche wie die Lobby.

Innenraum: horizontale Raumausdehnung über halbgeschossige Versätze
Die innenräumliche Organisation entspricht dem flachen Baukörper und zeichnet sich durch eine horizontale Raumausdehnung mit grosser Flexibilität aus. Die Horizontalität der Raumausdehung ist das Resultat der grossen, rechteckigen Grundfläche, die in vier ungleich grosse «Quadranten» geteilt ist, die jeweils ein halbes Geschoss zueinander versetzt sind. Die Gebäude weisen daher keine konventionelle Geschossigkeit auf. Die Geschossebenen definieren vielmehr eine offene «Landschaft» – gleichsam eine der äusseren folgende innere Topografie –, welche vielfältige Durchblicke und Raumbezüge von Ebene zu Ebene gewährt. Diese innenräumliche Organisation der Büros erzeugt Übersicht und gute Bedingungen für die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander.

Eine durchgehende Dachebene schliesst diese innere Topografie nach oben hin ab und schafft im Südwesten und Nordosten überhohe Räume (Niveau +6.10). Hier befinden sich die grossen Sitzungszimmer sowie je ein Coffee point, welche dadurch in ihrer Bedeutung als repräsentative und gemeinschaftliche Bereiche ausgezeichnet werden. Auch die Coffee points auf dem Niveau +2.70 weisen eine solche Überhöhe auf. Das kleinere Gebäude auf Baufeld A ist analog organisiert.

Zwei Höfe: innenräumliche Zonierung und Belichtung
Der Innenraum wird im weiteren durch zwei längsrechteckige Höfe zoniert. Sie definieren grosse, flexibel nutzbare und gut belichtete Büroflächen mit einer Tiefe von den geforderten 15.5 Metern. Sie lassen sich damit in alle geforderten Büroformen unterteilen. Die Mittelzone mit einer Breite von 2.4 Metern (bei beseitig grossen Layoutmodulen) lässt Platz für Rückzugsräume, Copy centers und Kleinbesprechungsräume. In den schmalen Verbindungsstücken in Nord-Süd-Richtung befinden sich offene Treppenanlagen sowie im mittleren Bereich zwei weitere, zentral gelegene Coffee points. Die Multifunktionsfläche erhält beidseitig Tageslicht über Oberlichtbänder, lässt sich in 50-Quadratmeter-Einheiten unterteilen sowie in den Archivbereich erweitern (Niveau +1.00).

Die Höfe werden nicht bepflanzt, verfügen aber je über eine Thema am Hofboden. Der Boden des südlichen Hofes, welcher in Verbindung mit dem Eingang und Lobby steht, besitzt ein flaches Wasserbecken, im dem ein Teppich aus Wasserlinsen kultiviert wird. Ihre hellgrüne Farbe füllt den Hofraum mit einer leuchtenden Farbigkeit. Der nördliche Hof ist mit grossen Steinplatten belegt, auf denen das Wetter Spuren hinterlässt. Bei Regen wird durch das unterschiedlich schnelle Abtrocknen auf den konkav und konvex geschliffenen Natursteinplatten ein wechselndes Bild gezeichnet. Das Regenwasser als dünner Film spiegelt die Wolken und Hoffassaden.

Zentrale Erschliessung: Flexibilität und Fremdvermietung
Die wesentlichsten Änderungen der Überarbeitung betreffen die Art der Erschliessung: während die Erschliessung auf dem Stand der ersten Wettbewerbsstufe zirkulär angedacht war und damit störenden Durchgangsverkehr in den Büroräumen erzeugen kann, sieht das überarbeitete Projekt eine zentrale Erschliessung aus dem Innern respektive über die zwei Treppenhäuser mit Lift vor. Möglich wird diese Art der Erschliessung durch Grundrissanpassungen im Erdgeschoss N±0 respektive eine Längsstellung der zentralen Lobby über die ganze Hoflänge, sodass die beiden mittigen Treppenhäuser ohne Querung von Büroräumen erreicht werden können. Damit wird auch die Möglichkeit einer flexiblen Fremdvermietung eröffnet (vgl. entsprechende Schemen) und sämtliche Bereiche sind hindernisfrei und allgemein zugänglich. Die offenen Treppenanlagen im Süden und Norden dienen weiterhin der internen Erschliessung, dem Erreichen der Coffe points sowie als «short-cuts». Die Qualitäten der horizontalen «Offenheit» und entsprechender Möglichkeiten der Kommunikation unter den Mitarbeiter bleiben bestehen.

Unterteilbarkeit: Nutzungseinheiten und allgemein dienende Räume
Die Bürogeschosse auf den Niveaus N+1 und N+2 wurden dahingehend überarbeitet, dass die im Programm dargstellten «Idealpläne» respektive Nutzungseinheiten nachgewiesen werden. Die Nutzungseinheiten weisen zwischen 28 bis 43 Arbeitsplätze auf (Programm 30 bis 35 AP) und werden jeweils direkt, gemäss oben beschriebenem Prinzip aus dem Zentrum erschlossen (vgl. entsprechende Schemen). Innerhalb einer Nutzungseinheit werden Teambereiche mit 1 bis 10 Arbeitsplätzen ausgewiesen. Abweichend zum Programm bestehen einzelne, kleinere Nutzungseinheiten mit zirka 12 Arbeitsplätzen und eigenem Eingang sowie eigenem Druck- und Kopierbereich. Ebenfalls allgemein zugänglich – das heisst im Falle von Fremdvermietung für alle Mietparteien – sind Poststelle, Scanraum, Multifunktionsflächen, Ruheraum/Sanitätszimmer und die Garderoben/Duschen.

Architektonischer Ausdruck: zwischen Schwere und Entmaterialisierung
Der architektonische Ausdruck unterstreicht die Absicht einer diskreten, eleganten Rahmung des Hauptgebäudes. Anders als Swarovski 1.0 weisen die dunklen Fassaden der Neubauten über die Schattenbildung eine «Tiefe» auf: vor eine einfache Stahlrahmen-Glas-Fassade im vorgegebenen Raster von 1.35 Metern wird eine Stahlblechstruktur montiert. Die Rahmen dieser Struktur nehmen den äusseren Sonnenschutz und die Absturzsicherungen auf. Das Gebäude lässt sich damit auch natürlich belüften (ein Teil der Flügel kann für die Nachtauskühlung motorisch geöffnet werden, im Bereich der Arbeitsplätze können Scheren zur Öffnungsbegrenzung eingebaut werden). An ausgezeichneten Stellen, wie beispielsweise vor Sitzungszimmern und Coffee points erreicht die Fassadentiefe die Dimension eines Stehbalkons, welche in den Pausen genutzt werden können und teilweise der Entfluchtung dienen.

Die Stahlblechteile wie auch die Fensterprofile werden dunkel und matt beschichtet. Auf der äussersten Ebene der Rahmen werden schwarz hinterlegte Gläser montiert, die gleich den metallenen Teilen einmal dunkel erscheinen, an anderen Stellen aber den Himmel reflektieren. Die Neubauten oszillieren damit zwischen Schwere und Entmaterialisierung: die gläsernen, spiegelnden Rahmen lösen sich gleichsam von den dunklen Fugen und offenen Ecken ab. Vertikale Grünkörper aus Efeu an jeder Fassadenseite «verwischen» die Geschossversätze nach aussen hin und gliedern die Fassadenabwicklung in vier Abschnitte. Im Innenraum zeichnen sie nochmals die Coffee points aus.

Manegg

Städtebau, Areal und Baulfelder B1
Mit der Überbauung der Industriebrache Manegg an der Sihl kann eines der letzten grossen Entwicklungsgebiete der Stadt Zürich in eine Wohn- und Gewerbezone überführt werden. Die Qualitäten des Areals sind bekannt: Im Norden liegt die Innenstadt, im Osten das Ufer des Zürichsees, im Süden und Westen der Landschafts- und Erholungsraums des Üetlibergs und des Sihltals. Der Gestaltungsplan von Diener & Diener und Vogt schlägt eine Folge von öffentlichen Räumen, sowie grossmasstäblichen Volumen vor, welche das ganze Areal in seiner Nord-Süd-Ausdehnung besetzen. Diese räumliche Reminiszenz an das alte Industrieareal sorgt zusammen mit der denkmalgeschützten alten Spinnerei, der «Holländerhalle» sowie dem Wasserturm für den Fortbestand des Industriecharakters und ist identitätsstiftend.

Die Baufelder B1 bilden das südliche Ende des Areals. Diese Baufelder sind in eine mehrgestaltige städtebauliche Situation eingebettet: Im Osten schliessen sie an den Landschaftsraum, im Norden stossen sie direkt an den wichtigen Spinnereiplatz, dem neuen Zentrum des Areals, und entlang der langen Westseite befinden sich die Geleise der S-Bahn mit der Haltestelle . Das Projekt reagiert auf diese städtebaulich vielschichtige Ausgangslage mittels der Setzung zweier einfacher, plastisch kräftiger Körper, welche U-förmigen Gebäudetypen entsprechen. Dahingehend nimmt das Projekt eine städtebauliche Interpretation des Gestaltungsplans vor. Die Volumen werden nicht als städtische Hoftypen im Greencity-Areal verstanden, sondern als Volumen an der Grenze zwischen Landschaftsraum und ehemaligen Industrieareal. Diese Ambivalenz wird in der Zweiseitigkeit der Setzung ansichtig. Zum Spinnereiplatz, wie auch zu den Gleisen und zur südlich gelegenen Butzenstrasse erscheinen die Volumen als geschlossene urbane Körper und folgen mit langer Fassadenabwicklung den Grenzen des städtischen Aussenraums. An der Entlisberger Hangkante im Osten greifen die Gebäudearme in den Landschaftsraum und verzahnen sich damit. Infolgedessen unterscheidet sich der Aussenraum zwischen den beiden Gebäuden nicht von jenem in den offenen Höfen – es gibt keine Unterscheidung zwischen einem «inneren» und einem «äusseren» Freiraum.

Aussenraum und Erschliessung
Die Differenz zwischen «Stadt- und Landschaftsseite» äussert sich im Niveausprung der Topographie: Das Gelände liegt hangseitig ein Geschoss höher als zum Industrieareal. Sämtliche Zugänge zu den Wohnungen wie auch zu den Gewerberäumen liegen gut sichtbar zur Stadtseite auf dem Niveau des Spinnereiplatzes. Die Erschliessung der Wohnungen erfolgt entweder über die Tiefgarage oder über grosszügige Treppenanlagen, die vom Stadtniveau zu offenen Arkadengängen im höher gelegenen Gartengeschoss führen. Von hier führt der Weg zu den einzelnen Treppenhäuser. Diese Erschliessungsfigur bringt mehrere Vorteile mit sich: Einerseits können die 350 Wohnungen über lediglich drei Haupt-Treppen erschlossen werden, eine solche Disposition schafft Orientierung und sorgt für gute Adressbildung im Areal. Andererseits ist die Entflechtung von öffentlicher und privater Nutzung gewährleistet. Insbesondere die Wohnungen im Gartengeschoss profitieren von einer erhöhten Privatsphäre, da keine weiteren öffentlichen Zugänge notwendig sind. Die Parkierung folgt den Anforderungen im Programm. Die Ein- und Ausfahrt in die Tiefgarage liegt westlich der Gleise, eine zweite Ausfahrt befindet sich an der Butzenstrasse.

Gebäudestruktur und Wohnform
Die Gebäudestruktur baut auf zwei Determinanten auf: Ein Schottenraster von 4.2 Metern Abstand, abgestimmt auf das Achsmass der Tiefgarage, sowie eine Verdrehung der Treppenhäuser bestimmen den strukturellen und räumlichen Aufbau der Bauten. Die strenge Struktur, die auf Serialität und Regelhaftigkeit setzt, ist rationalen Industrie- und Lagerhaustypen verpflichtet und sucht diese Qualitäten auf den Wohnungbau und entsprechende zeitgenössische Wohnformen zu übertragen. Die Verdrehungen der Treppenhäuser ergeben im Inneren der Wohnung spannungsreiche, dreieckige Erschliessungs- und Wohnräume, die der Wohnung eine spezifische Qualität verleihen.

Das Projekt baut innerhalb dieser Anlage auf drei verschiedenen Wohnungstypen auf: den Nord-Süd-Typ, den Ost-West-Typ, sowie den Attikatyp. Der Nord-Süd-Typ funktioniert als Dreispänner, mit zwei 3.5- und einer 2.5-Zimmer-Wohnung. Die 3.5- Zimmer-Wohnung setzt hier auf drei gleich grosse 20-m2-Zimmer, so dass jeder Raum unabhängig von Orientierung und Ausrichtung, individuell nutz- und einrichtbar ist. Die Aussenräume sind als offene Lauben ausgebildet. Der Ost-West- Typ baut auf den gleichen Prämissen auf, hat aber ungleichere Raumgrössen und ist insofern konventioneller. Die Aussenräume sind hier als Loggien zur Platzseite respektive dem Geleiseraum hin vorgeschlagen. Im Attikageschoss sind die Kleinwohnungen untergebracht. Auch hier unterscheiden sich die Wohnungen gemäss ihrer Ausrichtung. Auf den Nord-Süd-Trakten sind Einzimmerwohnungen angeordnet, die über allseitig offene Laubengänge erschlossen werden. Die Konzentration der Einzimmerwohnungen im Dachgeschoss erlaubt die Reduktion um insgesamt fünf Treppenhäuser im Attika. Die Dachwohnungen in den Ost-West- Trakten weisen verschiedene Grössen und Zuschnitte auf. Das gesamte Attikageschoss besitzt ein Sheddach (Der Nachweis der Möblierbarkeit ist auf Blatt 6 erbracht.)

Ausdruck und Materialisierung
Der Ausdruck der Gebäude sucht eine Verwandtschaft zu anonymen Industriebauten des 20. Jahrhunderts, worin klassische Eleganz und Rationalismus erfolgreich zusammenfinden. Die vorgeschlagenen Gebäudekörper zeigen einen Aufbau mit Sockel, Hauptgeschoss und Dach. Im hell lasierten Skelett aus Ortbeton sind die Fenster und Brüstungen aus natureloxiertem Aluminium eingesetzt. Zum Spinnereiplatz sind die Fassaden geschlossen und folgen dem ausgeprägt urbanen Gesamteindruck der räumlichen Abfolge. In den Höfen und zur Landschaft hin prägen die auskragenden Lauben den Übergang zum Grünraum.

Wirtschaftlichkeit und 2000 Watt
Neben den guten Kennwerten verfügen die Gebäude auch über eine äusserst einfache und repetitive Struktur, welche von der Fundation bis zum Attikageschoss durchgeht. Die Achsmasse der Wohngeschosse sind auf die Parkierungsraster abgestimmt. Die vorgeschlagenen kompakten Gebäude mit einem, der Exposition angepassten Fensteranteil, erreichen problemlos den Minergie-P-ECO Standard. Auch der 2000-Watt-Nachweis kann erbracht werden, wobei die Dämmstärken massiv reduziert werden können. Das streng nach Süden ausgerichtete Sheddach ermöglicht eine optimale Belichtung der kleinen Attikawohnungen wie auch eine ideale Exposition der Solaranlagen.

Amtshausquai

Städtebau und Architektur
Der Perimeter des Neubaus befindet sich an einer städtebaulich sensiblen und zentralen Lage, nämlich in der Silhouette der Amtshausstrasse und unmittelbar gegenüber dem Bahnhof. Die Eckparzelle zwischen Amtshausquai und Jurastrasse wird mit einem stereometrisch einfach geschnittenen Baukörper besetzt, der flussabgewandt an die Blockrandbebauung der Jurastrasse anschliesst und sich flussseitig vom Aarhof leicht absetzt (feuerpolizeilicher Abstand von 5 Metern). Er weist ein überhohes Erdgeschoss und fünf Regelgeschosse auf (ein Geschoss mehr als die Regelbebauung vorsieht). Das Gebäude erzeugt damit zur Aare hin ein Gleichgewicht zwischen Unterordnung und Selbstbehauptung: Durch die Freistellung einer schmalen Frontfassade bleibt der solitäre Charakter des Aarhofs mit seiner breiten, zentrierten Fassade gewährt, gleichzeitig entwickelt das Volumen durch seine austarierte Höhe und die stehende und in sich ruhende Front eine eigene Präsenz.
Der architektonische Ausdruck unterstreicht diese Absicht. Vorgeschlagen wird ein klassisch anmutender Fassadenaufbau mit einem feinen, differenziert texturierten Relief bestehend aus Betonelementen, Putz- und Blechfeldern, welches das Gebäude in die Flussfront der bestehenden Häuser einwebt. Die serielle Ordnung geschlossener und offener Abschnitte (Loggien) baut ein ruhigen Rhythmus auf, der einerseits auf die Ecksituation reagiert und andererseits selbstverständlich in die Fassade an der Jurastrasse überleitet. Hier springt die Fassade auf die bestehende Gebäudeflucht zurück. Erker gliedern die Fassade und gewähren auch den Wohnungen in der Jurastrasse Blicke auf die Aare.
Auf der Hofseite wird ebenfalls an der bestehenden Gebäudeflucht angeschlossen. Nach der Durchfahrt im Erdgeschoss entwickelt sich das Volumen bis an die Hofbebauung des Aarhofes und nimmt damit die für den Hof typische Kammerung auf, welche durch in den Hof gerichtete Gebäudeteile entsteht. Bezüglich dem Grenzbaurecht an dieser Stelle besteht zwischen Programm und Fragenbeantwortung eine gewisse Unklarheit. Da mit der Ausbildung einer Brandmauer zukünftige Entwicklungen im Hofraum zugelassen werden und auch sonst für das Areal des Aarhofs keine Nachteile erwachsen (Belichtung), erscheint die vorgeschlagene Lösung städtebaulich gesamthaft gut und deshalb ein Grenzbau über die volle Gebäudehöhe gerechtfertigt.

Erschliessung, Nutzung und Wohnangebote
Die Erschliessung der Gewerberäume im Erdgeschoss erfolgt direkt aus dem Strassenraum respektive aus dem Schutz eines Einzuges in der Ecke Amtshausstrasse/ Jurastrasse. Hinter der Disposition der Erschliessung für die Wohnungen stehen zwei Motive: erstens ist beabsichtigt das Haus über einen Eingang zu betreten. Zweitens ermöglicht die Zusammenfassung der zwei Treppenhäuser eine Entkoppelung des Treppenhauses über der Tiefgarage mit eben dieser, indem die Treppe auf einem Hochparterre beginnt und die Liftunterfahrt zwischen Hochparterre und Erdgeschossniveau Platz findet. Das Treppenhaus im Anschluss an die bestehende Blockrandbebauung erschliesst pro Geschoss zwei Wohnungen, jenes im «Gebäudekopf» drei. Hofseitige Eingänge erlauben über die Veloräume respektive die Durchfahrt «short-cuts» in die beiden Erschliessungskerne. Die geforderte Hofdurchfahrt in der Jurastrasse weist 4.2 mal 5 Meter im Licht auf. Daran anschliessend werden zwei Besucherparkplätze angeboten. In einer Erweiterung der Tiefgarage können auf den zwei Geschossen insgesamt 8 zusätzliche Parkplätze geschaffen werden.
Im Erdgeschoss werden zwei zusammenhängende, gut unterteilbare und separat erschliessbare Gewerbeflächen angeboten. In den fünf identischen Obergeschossen sind je Geschoss fünf, das heisst insgesamt 25 Wohnungen vorgesehen. Das Schwergewicht im Wohnungsspiegel liegt bei den 3-Zimmer-Wohnungen (15 Einheiten), im weiteren werden 2-Zimmer- (5 Einheiten) und 4-Zimmer-Wohnungen (5 Einheiten) angeboten. Die Wohnungen unterscheiden sich in der Wohnform: Im Anschluss an die bestehende Blockrandbebauung finden sich klassisch geschnittene Grundrisse, die sich zwischen Hofraum und Jurastrasse aufspannen. In diesem Typ sind Wohn- und Essbereich über eine Loggia gegliedert und die Zimmer über direkte Zugänge zu Badräumen «privatisiert». Im Anschluss daran befindet sich jeweils als «Gelenkwohnung» die 2-Zimmer-Wohnung, die ebenfalls ein Durchwohnen zwischen Hof und Jurastrasse aufweist. Zur Aare hin wird schliesslich ein loftartiger «Hallentyp» vorgeschlagen. Er verfügt über zwei Aussenräume und «offene» Zimmer, die sich dem Wohnen als Arbeits-, Fernseh- und Bibliotheksraum angliedern lassen. Die sich in die Gebäudetiefe entwickelnde Wohnhalle erinnert an venezianische Grundrissmuster. Durch diese differenzierten Wohnangebote werden verschiedene Mietersegmente angesprochen.

Strassen- und Aussenraum
Die Strassen- und Aussenraumgestaltung stärkt den urbanen Charakter der Adresse. In der Jurastrasse wird einseitig eine Baumallee vorgeschlagen, die sich über die Gebäudelänge hinaus verlängern liesse. Zum Fluss hin findet sie mit dem Vorspringen der Fassadenflucht einen selbstverständlichen Abschluss. Der Strassen- respektive Trottoirbelag wird wie in der Strasse üblich bis ans Gebäude herangezogen. Hofseitig wird auf einer Grünfläche eine Baumgruppe gepflanzt. Die Abweichung von der Grünflächenziffer erscheint vor dem Hintergrund einer innerstädtischen Dichte sowie einer ortstypischen Ausbildung des Strassen- und Hofraumes gerechtfertigt.

Materialität und Konstruktion
Die Tragstruktur des Neubaus wird in einer konventionellen und wirtschaftlichen Massivbauweise in Ortbeton und Backstein mit geringen Spannweiten und Deckenstärken erstellt. Die strukturelle Ausrichtung auf die bestehenden Untergeschosse erfordert ebenda nur geringfügige Anpassungen.
Bei der Fassade wird eine dauerhafte Konstruktion bestehend aus vorgehängten Betonelementen, Putzfeldern, Blechelementen sowie Holz-Metall-Fenstern vorgeschlagen. Die einzelnen Bauteile sind in ihrer warmen Tonalität aufeinander abgestimmt (Jurakalk) und erzeugen eine Gesamterscheinung, die sich sowohl am Amtshausquai wie auch in der Jurastrasse gut im Kontext integriert.
Auch im Innenausbau sollen dauerhafte, schadstoffarme Materialien dominieren. Als Bodenbelag ist ein Kalkstein denkbar, der die urbane Wohnsituation unterstreicht. Aufgrund ihrer Präsenz im Wohnraum sind die Küchen und Einbauschränke farblich zurückhaltend.

Wirtschaftlichkeit, Energie und Ökologie
Das einfache und kompakte Volumen ist Grundvoraussetzung für ein wirtschaftliches und ökologisches Projekt, das sich für die Minergie(-Eco)-Zertifizierung eignet. Die gute Wirtschaftlichkeit wird im weiteren durch eine effiziente Erschliessung mit zwei Treppenhäusern und wenigen Anpassungen in den bestehenden Untergeschossen gegeben. Vertikale Lastabtragung ohne auskragende Bauteile sowie durchlaufende Medienerschliessungen zeichnen das Projekt ebenso aus. Die dauerhafte Fassade lässt geringe Unterhaltskosten erwarten.

Friesenberg

Stadtraum und Quartier
Das Quartier Friesenberg zeichnet sich durch seine hohe Wohnqualität, einer homogenen Bebauungsstruktur und hochwertigen Aussenräumen aus. Die grossen Baufelder sind mehrheitlich mit flachen, langen Zeilen bebaut und in ihrer Gleichförmigkeit von hoher Qualität. Das öffentliche Wegnetz vom Uetliberg bis hinunter zur Binz führt an qualitätsvollen und differenten Grünräumen vorbei.
Das neue Quartierszentrum fügt sich in die bestehende Zeilenbau-Struktur ein und spannt mit der Schulhausanlage über die Schweighofstrasse einen öffentlichen Raum auf. Die bestehende Abfolge der Freiräume wird weiter geführt und die Durchlässigkeit bewahrt.
Das Areal der Zentrumsüberbauung liegt mitten im Friesenberg und befindet sich in direkter Nachbarschaft zu grossmassstäblichen, öffentlichen Bauten, wie das Schulhaus oder die Kirche. Das Projekt stärkt die vorhandene Zentrumsidentität, bildet eine neue öffentliche Adresse und aktiviert den städtischen Charakter des Quartiers.

Aussenraum und Baukörper
Entlang des neuen Quartierzentrums zur Schweighofstrasse entsteht ein ausgedehnter, öffentlicher urbaner Raum. Die Schweighofstrasse wird zur belebten Promenade mit dichtem Baumbestand. Baumhasel, nicht fruchtende Kirschen und Schwedische Mehlbeeren bilden ein Blätterdach das angenehmen Schatten spendet. Durch die verschiedenen Lücken im Blätterdach entstehen spezifische Lichtsituationen und Orte. Die Niveauunterschiede zwischen Trottoir und Strasse werden aufgehoben und sorge für eine barrierefreie Begegnungs- und Aufenthaltsqualität.

Der Rhythmus im Erscheinungsbild der Schweighofstrasse ändert sich durch das Eintauschen in den Baumkörper und das Heben der Fahrbahn auf das Niveau der Fussgänger. Der Verkehrsfluss verlangsamt sich und das Queren der Fahrbahn wird erleichtert. Der Pavillon des Restaurants gliedert den Platzraum.
Das Projekt sieht einen lang gezogenen, leicht geknickten Baukörper vor, der den südwestlichen Strassenraum entlang der Schweighofstrasse über die gesamte Baufeldlänge fasst und an der abschüssigen Nordostseite mittels vorspringenden Gebäudeteilen im Hang verankert.

Arkaden und Loggien verleihen der städtischen Südwest-Seite einen urbanen Ausdruck und rhythmisieren den viergeschossigen, liegenden Baukörper. Die öffentliche, grosszügige Stadtterrasse am westlichen Gebäudeende bietet den Bewohnern Ausblick auf die Silhouette von Zürich.

Der Aussenraum der Nordostseite zwischen den Gebäudeflügeln wird als quartiertypischer Garten für die zukünftigen Bewohner angelegt. Direkte Ausgänge zu diesen gemeinschaftlich nutzbaren Aussenräumen sorgen für eine gute Erreichbarkeit im Alltag.
Hecken fassen die Gärten entlang der Strasse. Bepflanzungen mit einheimischen Sträuchern, Magnolien sowie Feld-Ahorn und Hainbuchen erlauben die Unterbringung von Gärten für Pflegewohnungen und Freiflächen für Hort und Kindergarten.

Haus und Wohnungen
Die verschiedenen öffentlichen Nutzungen wie der Coop, die Läden, das Restaurant mit Saal, der Kinderhort mit einem Mehrzweckraum sowie die Büros der FGZ befinden sich im Erdgeschoss und werden von der Schweighofstrasse erschlossen Sie sind wie die Eingänge zu den privaten Nutzungen (Wohnungen, Pflegewohngruppen und der Krankenstation) in die Arkaden integriert. einen Damit ist im Erdgeschoss ein einheitlicher Ausdruck trotz den unterschiedlichen Nutzungen gewährleistet.
Im Sockelgeschoss (N-1) befinden sich die Pflegewohngruppen und die Krankenstation. Der Kindergarten liegt im südlichen Ende des Gebäudes, im Norden sind die FGZ Regiebetriebe angeordnet. Das Gesundheitszentrum sowie ein weitere Wohnungen befinden sich über dem Coop.

Wohnungsgrundriss
Es werden jeweils vier Wohnungen über einen, nach Südwesten ausgerichteten Laubengang erschlossen, wobei sich jeweils die Dreizimmerwohnungen in der Mitte und die Vierzimmerwohnungen am Rand befinden. Der Laubengang ist ein gemeinschaftlich genutzter Aussenraum und Begegnungsort. Jede Wohnung besitzt zudem einen privatenBalkon mit schöner Aussicht über die Stadt. Die vorgeschlagene Wohnungstypologie profitiert von den Qualitäten der Lage am Friesenberg: Sie orientieren sich sowohl zur Stadt sowie zum Grünraum am Uetliberg.

Die Grundrissdisposition ist diagonal ausgelegt. Dank der Verengung im Grundriss wird die Lärmimmission reduziert. Die Wohnungen werden über Wohnküchen erschlossen. Die privaten Schlafzimmer sind nach Osten ausgerichtet und bei den Dreizimmerwohnungen wird jeweils am Ende des Laubenganges ein flexibel nutzbares Zimmer nach Westen hin angeordnet. Die Badezimmer sind zweiseitig zugänglich. Der Rundlauf in der Wohnung schafft Grosszügigkeit auf kleinstem Raum. In den vorspringenden Gebäudeflügeln befinden sich lang gestreckte Vierzimmerwohnungen. Die Zimmer sind flexibel nutzbar und die tiefer liegenden Räume über eingezogene Balkone direkt belichtet.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Die Projektverfasser schlagen vor, die Fassade aus einem groben sandfarbenem Backstein (mit hellen Fugen) zu mauern. Die Sockelpartien in Sichtbeton und verputzte Wandflächen in den Lauben und den Gartenhöfen runden den Materialkanon ab. Sie helfen, dasgrosse Volumen zu gliedern. Der helle Backstein und natureloxierte Aluminiumfenster prägen einen rationalistischen urban Ausdruck und fügen sich über einen effizienten Einsatz klarer architektonischer Mittel gut ins Quartier ein. Insgesamt knüpft das Projekt an dem vorhandenen architektonischen Charakter des Quartiers an in der Absicht den urbanen Ausdruck des Quartiers zu stärken.

Lärmschutz
Da der Immissionsgrenzwert für Wohnnutzungen deutlich überschritten ist, sind alle Wohnungen als sogenannte „Lärmgrundrisse“ konzipiert. Um eine sinnvolle Kompaktheit des Baukörpers zu realisieren und möglichst viele Zimmer mit Westlich anbieten zu können, sind maximal die Hälfte der Zimmer zur Schweighofstrasse orientiert. Dies ist über eine Ausnahmebewilligung für Wohnnutzungen im urbanen Raum möglich.

Energie- und Haustechnikkonzept
Heizwärme
Die Beheizung der Gebäude erfolgt über eine Niedertemperatur-Bodenheizung sowie durch die individuell steuerbaren Lüftungsboxen. Die Heizwärme wird zu einem grossen Teil mit einer Wärmepumpe aus der Abluft der Lüftungsanlage gewonnen. Der Restwärmebedarf bei kalten Aussentemperaturen wird über das geplante Anergienetz gedeckt. Durch tiefe Heizungstemperaturen (30°C) kann die Abluftwärmepumpe sehr effizient arbeiten.

Warmwasser
Überschüssige Wärme aus der Abluftwärmepumpe wird für die Vorwärmung des Warmwassers verwendet. Die Nachwärmung des Warmwassers und der Legionellenschutz erfolgt über das geplante Anergienetz.

Raumlüftung und Erschliessung
Um den Verrohrungsaufwand und Platzbedarf für die Lüftung minimal zu halten, wird die Frischluft dezentral an den Fassaden gefasst. Die Zuluft wird mit gut zugänglichen, individuell steuerbaren Lüftungsboxen gefördert und darin auch auf Raumtemperatur erwärmt. Die Abluft wird in den zentralen Nassräumen im Vorwandsystem gefasst und über die Steigzonen über Dach geführt. Die Wärmerückgewinnung erfolgt über eine Abluft Wärmepumpe, welche die Wärme in das Heizungsnetz zurückspeist. Durch das gewählte Konzept kann der Installationsaufwand tief gehalten (keine Einlagen in Betondecken nötig) und die Wohnungen können individuell belüftet werden. Der Gesamtenergiebedarf wird dadurch minimal gehalten.

Minergie-P-ECO
Die verfügbaren Flachdachflächen eignen sich gut für eine Stromerzeugung mittels Photovoltaik. Mittels Photovoltaik kann der gesamte Strombedarf für die Haustechnik (Wärmepumpe sowie Lüftung) sowie ein Teil des Mieterstrombedarfs gedeckt werden.
Die beschriebenen Konstruktionsweisen und Materialien sowie das Lüftungskonzept entsprechen den MInergie-P Anforderungen und sind baubiologisch unbedenklich. Die Dämmstärken in Dach und Fassaden, sowie die Kompaktheit der Volumen gewährleisten auch die energetischen Anforderungen.

Kostengünstiges Bauen
Der Vorgabe des kostengünstigen Bauens wird Rechnung getragen, indem das Bauwerk über eine klare und einfache Tragstruktur mit senkrechte Lastabtragung und wirtschaftlichen Spannweiten verfügt. Ebenso können die Medien mittels wenigen vertikalen Fallsträngen erschlossen werden. Ausschlaggebend ist die höchst Effiziente Erschliessung der 100 Wohnungen über nur 8 Treppenhäuser und die hohe Beständigkeit der vorgeschlagen Fassadenmaterialien.

Neuer Gehren

Städtebau
Das ausgedehnte Grundstück für das Alterszentrum «Neuer Gehren» sticht durch seine besondere Lage und Geometrie hervor: ein breites Stück des bebaubaren Landes grenzt an die lärmbelastete aber prominente Seestrasse nach Südwesten und liegt zwischen beschaulichen Mehrfamilienhäusern; ein schmaler Streifen greift bis in die dritte Reihe der bestehenden Baustruktur und endet im Nordosten entlang des dörflichen Spitzli-Weges. Diese schwierige Ausgangslage gilt es im Projekt zu lösen.
Der Vorschlag sieht einen dreiflügeligen Baukörper mit vier Geschossen vor, der die Geometrie des Grundstückes eigenständig interpretiert und dabei verschiedenartige, lärmgeschützte Aussenräume bildet. Mit dieser einfachen Disposition gelingt es, die programmatischen und wirtschaftlichen Ansprüche in eine prägnante Form zu übersetzen, und das Alterszentrum der Massstäblichkeit der umliegenden Häuser anzugleichen.
Die neue Anlage reflektiert die Besonderheit der städtebaulichen Situation, indem jeder Gebäudeflügel in eine andere, spezifische Richtung orientiert ist: ein Flügel nach Südwesten zum Zürichsee, ein zweiter zum Rebhang mit Blick auf das markante Turmgut und ein dritter zum Dorfkern von Erlenbach. Eine solche geografische Verortung schafft Orientierung und ist identitätsbildend.

Aussenraum und Erschliessung
Das neue Alterszentrum wird gemäss den Vorgaben über die Zufahrt Im Spitzli erschlossen. Eine Rampe zur Tiefgarage für Anlieferungs- und Abholverkehr— eingeschlossen in einem Heckenkörper — zweigt gleich zu Beginn der Zufahrt ab und befreit die Vorfahrt von Durchgangsverkehr. Die Vorfahrt und die Haupteingänge des «Neuen Gehrens» liegen im grosszügigen und lärmgeschützten Südosthof der Anlage. Der Haupteingang ist eingezogen und dadurch witterungsgeschützt. Für die Alterswohnungen in den Obergeschossen wird zusammen mit dem Restauranteingang eine vom Altersheim unabhängiger Eingang angeboten. Vor dem Restaurant lädt die grosse windgeschützte Aussensitzfläche mit Wasserbecken zum Verweilen ein. Dichte Heckenkörper fassen und gliedern den Raum. Auf einer vorgelagerten Fläche kann den Enkelkindern beim Spielen zugesehen werden.
Der Aussenraum des «Neuen Gehrens» ist als dicht bepflanzte Parkanlage konzipiert, die auf gekurvten, befestigten Wegen begangen werden kann. Das Wegsystem besteht aus dem geforderten Fussweg, der von der Erlengutstrasse durch das Alterszentrum über die Vorfahrt zum Spitzliweg führt, sowie aus Rundwegen um die Gebäudeflügel. Die Rundwege führen am Streichelzoo, dem Kinderspielplatz, der Gartenterrasse und an Schatten spendenden Parkbäumen vorbei und laden die zukünftigen Bewohner zum Spazieren ein. Die Asphaltwege werden von schmalen Betonbändern begleitet, die sich stellenweise zu Sitzplätzen aufweiten. Die Spazierwege sind über sekundäre Ausgänge aus dem Alterszentrum direkt betretbar und zudem mit dem öffentlichen Strassen- und Wegenetz von Erlenbach verknüpft. So sind auch kurze oder ausgedehntere Rundgänge direkt vom Haus aus möglich. Neben den grosskronigen Parkbäumen, die den Neubau umspielen, erzeugen entlang von Seestrasse und Spitzliweg Blütensträucher jahreszeitliche Veränderungen auf Augenhöhe. Eine artenreiche, pflegeextensive Blumenwiese bildet den Teppich.

Architektur und Betrieb
Im Erdgeschoss — entlang des beschriebenen Wegesystems — sind die öffentlicheren Nutzungen wie Restaurant, Küche, Empfang, Verwaltung sowie die Büros der Pro Senectute und der Spitex untergebracht. Die Räume der externen Nutzungen können also auch direkt von aussen betreten werden. Ausserdem befindet sich ein Teil der Alterswohnungen mit separaten Eingängen im Erdgeschoss. Sie profitieren an dieser Lage vom direkten Bezug zur Parkanlage. Eine vorgelagerte Sitzmauer mit eingelassenen Stufen bildet eine einfache Begrenzung des privateren Bereichs.
In den Obergeschossen sind die Gebäudeflügel als zweibündige Anlagen konzipiert. Die Alterswohnungen und Studios sind über einen spannungsvollen Erschliessungsraum erschlossen, der jeweils am Ende zum grosszügigen, gemeinschaftlich genutzten Aufenthaltsraum mit je zwei Eckloggien öffnet. Die Aufteilung der Privaträume in drei Gebäudeflügeln ermöglicht die geforderte Gruppierung von jeweils rund zehn Zimmern zu einem Pflegebereich.
Im Attika befinden sich lediglich das allgemeine Sitzungszimmer sowie der Beratungsraum, der dank seiner Lage genügend Rückzug und Diskretion gewährt. Im Erschliessungbereich, der auf eine gut gefasste, südausgerichtete Dachterrasse führt, sind zudem die Internetzugänge vorgesehen.
Die Treppenhäuser sind zusammen mit den Teamzimmern und den Wäschebereichen in den Gelenken der dreiflügeligen Anlage angeordnet und sorgen für einen übersichtlichen, effizienten und sicheren Betrieb im Alltag. Wichtige Nutzungen wie das Pflegebad, der Raum der Stille sowie der Gymnastik- und Fitnessraum sind von dieser zentralen Erschliessungshalle einfach aufzufinden. Darüber hinaus überblicken die Bewohner von hier den zentralen Südosthof und können das alltägliche Treiben auch von oben beobachten.
Neben der horizontalen Erschliessung sorgen vertikale Raumverbindungen für eine gute Orientierung und innenräumlichen Reichtum: Die zentrale, sich nach oben hin leicht öffnende Wendeltreppe durchstösst alle Geschossebenen und soll als Treff- und Angelpunkt der Anlage— neben anregenden optischen Verbindungen — die zukünftigen Bewohner zum Treppensteigen animieren. Der zweigeschossige Mehrzweckraum/Restaurant ist vom zweiten Geschoss über ein innen liegendes Fenster einsehbar, der Blick hinab erhält dadurch auch theatralische Qualitäten. Schliesslich ist auch der Raum der Stille als sakraler Ort dreigeschossig ausgebildet und durch eine Glasüberdachung in Zenitallicht getaucht.

Wohnungen
Die Dimensionen der Studios bilden das Grundmass aller privaten Räume der Bewohner. Auf diese Weise sind Umbauten beziehungsweise Nutzungsänderungen verhältnismässig einfach zu realisieren. So ist es denkbar, einen Cluster mit Alterswohnungen in einen zusätzlichen Pflegebereich umzubauen oder den Wohnungsspiegel/-grösse entsprechend der Nachfrage anzupassen. Aufgrund dieser Flexibiltät resp. des modularen Ansatzes bilden sich die 2.5- bis 3.5-Zimmerwohnungen über den Zusammenschluss von Einzimmerstudios.
Die Wohnungen und Studios sind als helle, altersgerechte, wohnliche und rollstuhlgängige Räume mit Loggien konzipiert, welche die Bewohner individuell einrichten können. Der offene Grundriss des Studios wird über Loggia und Bad gegliedert. In der Raumnische dazwischen liegt der Schlafbereich geschützt vor direkten Einblicken vom Eingang und sorgt für eine angemessene Privatsphäre der Bewohner. In den Studios privatisieren Einbauschränke vor den Loggien den Schlafbereich zusätzlich. In den grösseren Wohnungen wird die Privatsphäre dadurch geschützt, indem die Schlafräume in den am Eingangsbereich angrenzenden Raumschichten angeordnet sind.

Materialität
Mit den aussen liegenden, grossen Wohnzimmerfenstern wird die Fassade rhythmisiert und gleichzeitig auf eine beschauliche Wahrnehmungsebene geholt. Horizontale, verputzte Bänder binden den ausgreifenden Gebäudekörper zusammen und reagieren auf die Gliederung der Wohnzimmerfenster. Die Loggien sind mit gestrichenem Holz ausgefuttert und bilden zusammen mit den Holzfenstern ein privates Aussenzimmer.

Tragstruktur
Die primäre Gebäudetragstruktur, ausgebildet als konventioneller Massivbau, verspricht eine wirtschaftliche und ökonomische Erstellung. Die Aktivierung der Zimmertrennwände als tragende Elemente spielt die Fassaden für einen maximalen Lichteinfluss in die Zimmer frei. Gleichzeitig übernehmen sie als Wandscheiben den Lastabtrag auf einzelnen Stützen im Erdgeschoss oder als Konsolen den notwendigen Lasttransfer über den im Erdgeschoss zurückspringenden Fassaden.
Die Zimmertrennwände und die abschliessenden Wandelemente zum Korridor hin übernehmen zusammen mit den Erschliessungskernen auch die Stabilisierung des Gebäudes gegenüber horizontalen Einwirkungen aus Wind oder Erdbeben.
Die geringen Deckenspannweiten in den Obergeschossen sorgen für eine relativ geringe statische Ausnutzung der tragenden Wände, so dass diese kostengünstig in Mauerwerk erstellt werden können. Die zu betonierenden Bauteile können weitgehend mit nachhaltigem Recyclingbeton erstellt werden.

Haustechnikkonzept
Der externe Energiebedarf des Alterszentrums soll durch ein aktives Schliessen der Prozesskreise mittels Wärmerückgewinnung aus der Abluft (Wärmequelle ca. 20-26°C), dem Abwasser (Wärmequelle ca. 23°C) und der allfälligen zusätzlichen Eigenstromversorgung mittels gut exponierter Hybridkollektoren auf den Dächern stark reduziert werden. Die externe Energieversorgung fokussiert sich auf die Stromversorgung des EW. Erdwärmesonden decken den zusätzlichen Anergiebedarf, diese werden im Sommer mittels sanfter Kühlung der Räume mittels Fussbodenheizung regeneriert. Der anergetische Anteil der Gesamtenergieversorgung wird mit diesem Konzept stark erhöht und gleichzeitig der exergetische Anteil entsprechend reduziert.
Für die gesamtheitliche Nachhaltigkeit ist nebst dem möglichst geringen Energiebedarf bzw. Exergiebedarf auch die ökonomische Nachhaltigkeit wichtig. Mit den hochwertigen Anergiequellen, den effizienten Wärmepumpen und optionalen Hybridkollektoren auf den zur Verfügung stehenden Dachflächen können diese Vorgaben erreicht werden. Die Gebäudetechnik wird soweit möglich und sinnvoll von der Tragstruktur gelöst. Die Sanitärinstallationen werden in Vorwandsystemen geführt. Die Steigzonen sind zugänglich, sämtliche eingesetzte Materialien entsprechen den Vorgaben von Minergie-ECO.

Schallschutz
Durch die vorgeschlagene Anordnung der Zimmer im von der Seestrasse ausgehenden Immissionsüberschreitungsbereich können die Schallschutzanforderungen über folgende drei Massnahmen eingehalten werden: Die betreffenden Fassadenflächen sind von der Strasse abgewandt, Loggien werden mit schallabsorbierenden Oberflächen ausgebildet und die Lüftungsflügel sind jeweils im Schattenbereich der Lärmquelle angeordnet.

Blumenfeld

Der ehemals ländliche Stadtteil Affoltern am nördlichen Rand der Stadt Zürich entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem gut erschlossenen Quartier von Zürich. Mit der Dichte von Arealüberbauungen mit fünf bis sieben Geschossen bilden die Bauten des Quartiers Ruggächern eine Art urbane Stadtkante zum «Nordmeer», den nördlich angrenzenden Freiräumen um den Katzensee und dem weitgehend intakten Dorfkern von Unteraffoltern. Das vorgeschlagene Projekt sucht eine selbstbewusste Grösse, um einerseits als wichtiges öffentliches Gebäude die gewünschte Präsenz und Zentrumsfunktion auszustrahlen und um andererseits, zusammen mit den anderen grossmassstäblichen Bauten des Quartiers Ruggächern, den Abschluss der urbanen Stadtkante zu manifestieren. Indem das neue Schulhaus die Parzellenmitte besetzt und von öffentlichen Plätzen und Grünräumen umgeben ist, wird diese Absicht unterstrichen und das Haus kann allseitig eine seiner Bedeutung entsprechende Präsenz aufbauen. Das ausladende zeichenhafte Dach unterstreicht die Bedeutung des Schulhauses und soll identitätsstiftend wirken. Konzeptuell wurde das Gebäude im Schnitt entwickelt und ist als Haus mit drei Niveaus mit je spezifischer, das heisst aus der Nutzung entwickelter Raumstruktur organisiert. Das dreiseitig offene Erdgeschoss mit Turnhalle, Mehrzwecksaal und Bibliothek wird als eine der Topografie folgende «Platzsequenz» in Kontinuität mit den Plätzen im Aussenraum verstanden. Darüber spannt das Betreuungs- und Erschliessungsgeschoss mit dem grossen Terrassendeck. Im Dachgeschoss schliesslich sind die gut belichteten Klassenzimmer als Cluster-Einheiten organisiert. Die kompakte Organisation ermöglicht kurze Wege und interessante Ein- und Durchblicke in Räume unterschiedlichster Grösse und Stimmung.

Lindenbaum

Strategischer Ansatz und Betrieb
Aus den objekt- und betriebspezifischen Anforderungen ergeben sich eine Reihe von Prämissen, die gewissermasser vor der ortsbaulichen und architektonischen Formulierung für das Projekt von Relevanz sind. Zunächst ist das die selbstverständliche Aufrechterhaltung des Heimbetriebes während der Bauphase. Diese Prämisse hat zwei Dimensionen: einerseits soll der Altbau während den Bauarbeiten der Erweiterung einwandfrei funktionieren, andererseits soll beim anschliessenden Umbau des Altbaus oder einem späteren Ersatz auch der Neubauteil autonom funktionieren. Das Projekt trägt mit einer entsprechenden Nutzungsverteilung, insbesondere den gemeinschaftlichen Erdgeschossnutzungen und der Erschliessung (Bettenlift), beiden Anforderungen Rechnung.
Eine weitere Prämisse wird in einer betrieblichen Einheit zwischen Altbau und Erweiterung gesehen, die eine hohe betriebliche Effizienz und Flexibilität ergibt. Das Projekt sieht deshalb keinen vom Altbau losgelösten Solitär sondern einen Anbau vor. Damit lassen sich die Abteilungsgrössen individuell respektive entsprechend den Anforderungen der Heimleitung einstellen und zwar zwischen kleinen Wohngruppen mit 5 bis 6 Zimmern und «grossen» Abteilungen mit 15 bis 17 Zimmern. Das Heim lässt sich so mit einem minimalen Personaleinsatz betreiben und determiniert keine weiterführenden Betriebskonzepte. Die Abteilungen sind jeweils geschossweise organisiert, was eine gute Übersichtlichkeit gewährleistet.
Ebenfalls von grosser Bedeutung hinsichtlich der strategischen Ausrichtung ist der Umgang mit dem Altbau. So besitzt der Altbau aufgrund seiner eindrücklichen Geschichte zweifellos eine grosse Bedeutung für die Identität des Heimes wie auch des Ortes. Andererseits genügt er in seiner räumlichen Struktur, die weitgehend in Abhängigkeit zur Tragstruktur steht, keineswegs mehr heutigen Ansprüchen an ein zeitgemässes Altersheim. Effektive Anpassungen würden Eingriffe verlangen, die einen Erhalt schon mittelristig in Frage stellen. Das Projekt sieht deshalb vor, den Altbau in seiner räumlichen Struktur zu belassen und einzig die im Programm erwähnten haustechnischen Erneuerungen gegebenenfalls anzugehen. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten: entweder wird der Altbau unmittelbar nach Fertigstellung der Erweiterung ersetzt, oder er bleibt in seiner heutigen Form für weitere 10 bis 20 Jahre bestehen und mit minimalsten Mitteln unterhalten. Im Projekt ist auch das erste Szenario mitgedacht und entworfen worden, sodass sich auch im Falle eines kompletten Ersatzneubaus eine gute ortsbauliche und architektonische Lösung ergibt. Erste Schätzungen haben gezeigt, dass dieses Szenario in wirtschaftlicher Hinsicht Sinn machen würde.
Eine letzte Prämisse betrifft schliesslich den «Charakter» des Heims. Absicht des Projektes ist hierzu eine Art «Allrounder-Heim», das schwach determiniert und flexibel ist. Dabei geht es im Projekt nicht um eine betriebliche Spezialisierung oder Optimierung beispielsweise bezüglich Demenz-Kranken. Vielmehr soll das Heim offen sein für Menschen unterschiedlichen Alters und Gesundheitszustandes. Die Gliederung in Einheiten mit 5 bis 6 Zimmern erlaubt aber die Abtrennung einiger Zimmer für spezielle Anforderungen.

Ort und Baukörper
Die Situation am Rande des Weilers Weieren ist einzigartig. Bestimmend ist dabei der dreiseitige Anschluss an Landwirtschaftsland, welches die Parzelle gewissermassen freistellt und für das Altersheim eine sehr gute Besonnung und interessante Bezüge in die Weite ergibt. Das Volumen des Erweiterungsbaus besitzt eine einfache Gliederung, welche einerseits eine gewisse «Robustheit» in dieser offenen Situation besitzt und darüber auch in der Fernwirkung eine Klarheit aufweist, andererseits aber auch Aussenräume fasst, welche in dieser «exponierten» Lage Aufenthaltsqualitäten für die Bewohner schaffen. Diesbezüglich ist auch eine vom Gebäudekörper losgelöste Gartenlaube von Bedeutung, die einen intimen Gartenraum mit dem Haus aufspannt. Die Gliederung des Baukörpers verrät zudem etwas über seine innere Organisation: das Gebäude kann nämlich auch als Konglomerat von drei Einzelhäuser gelesen werden, die jeweils eine Wohngruppe mit 5 bis 6 Zimmern pro Geschoss beherbergen.
Ähnlich dem Altbau besitzt auch der Erweiterungsbau keine Vor- und Rückseite, sondern entwickelt allseitig ein Gesicht. Hierbei sind insbesondere ausladende Vordächer von Bedeutung. Die Dreigeschossigkeit erzeugt ein interessantes Spannungsverhältnis mit dem Altbau, ohne diesen zu konkurrenzieren. Drei Geschosse erscheinen aber auch in betrieblicher Hinsicht notwendig. Die Erweiterung ist aussen mit Holz materialisiert, was wiederum zu erwähntem Verhältnis beiträgt: es wird ein ambivalenter Ausdruck zwischen «Eigenständigkeit» und einem «Nebengebäude» im Sinne eines Ökonomieteils angestrebt.

Architektur und betriebliches Konzept
Der Neubau weist eine einfache innere Organisation der Nutzungen auf: im Erdgeschoss befinden sich sämtliche gemeinschaftlichen Nutzungen, die in einer offenen, fliessenden Räumlichkeit untereinander verbunden sind. Durch ihre Lage um einen gefassten Gartenraum ergibt sich eine starker Bezug von Innen und Aussen, welcher den Bewohnern insbesondere in den warmen Jahreszeiten zugute kommt. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich die drei Alterswohnungen, die mit ihrer Ausrichtung nach Osten über eine gewisse Unabhängigkeit verfügen. Im Osten befinden sich den auch deren Zugänge über einen eigenen Vorgarten. Alt- und Neubau sind im Erdgeschoss über flache Rampen intern verbunden, die aus einer Mehrhöhe im neuen Erdgeschossteil resultieren (im Altbau lediglich 2.40m!).
Mit dem Neubau wird auch ein neuer, öffentlich formulierter Eingang geschaffen und zwar im mittleren, ähnlich einem Risalit vorspringenden Gebäudeteil vom Zugangsweg aus. Daran anschliessend befindet sich eine Lobby mit Cheminee. An die Lobby angelagert ist mit einer öffenbaren Verbindung der Essraum, von wo aus die Bewohner über die Bar/ den Kiosk weiter in die Cafeteria gelangen, wo ein weiteres Chemniee Wohnqualitäten verspricht. Ebenfalls von der Lobby abgehend findet man die Verbindung in den Altbau. Die Küche befindet sich direkt neben dem Essraum ebenfalls im Erdgeschoss, ist darum gut belichtet und betrieblich gut gelegen. Die Anlieferung der Küche erfolgt über das Untergeschoss respektive eine aussen liegende Treppe mit Treppenlift. Der Neubau funktioniert auch im Falle eines Umbaus oder Ersatzes des Altbau vollumfänglich. Im Erdgeschoss des Altbaus werden die Nutzungen neu verteilt.
Die beiden Obergeschosse des Neubaus sind identisch organisiert. Nach Süden und Osten orientiert (Säntis) befinden sich je zwei Zimmerschichten, die zusammen mit seitlich respektive rückwärtig gelegenem Wohn- und Kochbereich Wohngruppen ergeben (jeweils ein Zimmer hat die Grösse eines Doppelzimmers). Die offene Erschliessungszone lässt unterschiedliche Betriebskonzepte und Abteilungsgrössen zu. Beide Wohngruppen eines Geschosses verfügen nebst dem Wohnbereich auch über einen eigenen Aussenraum nach Süden. Im Altbau wird an der räumlichen Organisation nichts verändert. Sie bildet dementsprechend eine dritte «Wohngruppe».
Die Architektur soll in ihrer räumlichen Entwicklung und Materialisierung eine hohe Wohnlichkeit vermitteln und die Bewohner mehr an eine Pension oder Gaststube und auf keinen Fall an ein Spital erinnern. Der Erschliessungbereich lädt zu «Spaziergängen» und Begegnungen im Haus ein und Fenster mit tiefen Brüstungen sollen auch sitzenden oder liegenden Bewohnern Ausblicke und Licht gewähren.

Aussenraum
Mit dem Neubau wird auch der Aussenraum neu gestaltet. Dazu wird die «Aufschüttung» um Altbau mit dem Aushubmaterial des Neubaus südseitig ergänzt, sodass eine schwellenlose Verbindung von Innen- und Aussenraum gegeben ist. Bestimmendes Element im Aussenraum ist eine Laube, die ähnlich dem bestehenden Pavillon und zusammen mit dem Gebäude einen gefassten Gartenraum aufspannt und den Bewohnern einen von der Sonne und Wind geschützten Aufenthalt im Freien gewährt. Vor dem Altbau erweitern zwei Reihen mit geschnittenen Linden die Laube. Im weiteren gliedern grosse Einzelbäume, ein Wasserbecken sowie ein Hochbeet (wo die Bewohnern «gärtnern» können) den Aussenraum.

Konstruktion und Materialisierung
Das kompakte Volumen des Neubaus wird in einer einfachen und ökonomischen Stützen-Platten-Struktur aus Ortbeton realisiert. Diese Tragstruktur folgt dem Grundsatz der Systemtrennung und ist für zukünftige Anpassungen im Grundrisslayout flexibel. Die Fassade besteht aus vorgefertigten Holzelementen mit guter Wärmedämmung. Die Innenwände werden in ökonomischer Leichtbauweise konstruiert (bspw. Gipsständerwände). Die Materialien des Innenausbau sollen einfach, robust und zweckmässig sein. Parkettböden versprechen eine hohe Wohnqualität und Behaglichkeit.
Die hohe Kompaktheit des Volumens sowie ausreichende Dämmstärken entsprechen dem Minergiestandard und versprechen einen energieffizienten Betrieb. Die Ausrichtung der Wohnräume gewährt zudem eine gute Nutung der solaren Energiegewinne.

Mythenquai

Der Ort: Ein Rasenteppich mit Baumskulpturen
Was beim Betreten der Badeanstalt Mythenquai im Vergleich zu anderen Zürcher Badis überrascht, ist die Ausdehnung eines «wegefreien» Rasenteppichs, der mit teilweise monumentalen Baumskulpturen bestanden ist. Während andere Badeanlagen von einem Wegnetz durchquert werden, bilden hier die Wege einen beinahe «unsichtbaren Saum», welcher diese eindrückliche, nur leicht modulierte Rasenfläche zusammen mit feinen Holzarchitekturen rahmt. Dass dabei praktisch keine Bewegungslinien vorgegeben sind, ist eine spezifische Qualität des Ortes. Sie soll mit dem Projekt gestärkt werden, beispielsweise in dem die heutige, trennende Anlieferung zum Kiosk rückgebaut wird. Minimale Eingriffe im Baumbestand dienen ebenfalls mehr der Klärung der heutigen Situation als einer Neuinterpretation. So werden zur Stärkung der objekthaften Baumgruppen und zur Schaffung neuer Durchsichten einzelne Bäume entfernt und andernorts durch Neupflanzungen ersetzt. In Verbindung damit steht eine Aufwertung des bewachsenen Uferbereichs im Südosten in Verbindung, wo ein neuer Aufenthaltsort mit Möblierungen und Grillstellen angeboten wird.

Die architektonische Form: Sandstrand, Bordwalk und Kiosk
Das Projekt verbindet das Kioskgebäude mit einem «Bordwalk» sowie dem bestehenden Sandstrand — ein einmaliges Element in Zürich — zu einer architekto-nischen Form. Der Bordwalk aus hellem Ortbeton schafft dabei eine klare Beziehung zwischen Badeanstalt und See, indem er am Übergang von Land zu Wasser zum Promenieren einlädt und die heutige, unscharfe Kante zwischen Rasen und Sand ersetzt. Seitlich schliesst er mit zwei breiten «Wassertreppen» ab, «umklammert» dabei den Sandstrand und stärkt ihn in seinem artifiziellen, gewissermassen implantierten Charakter. Auf der Landseite weitet sich der Bordwalk an einer Stelle zu einem Platz für das Kioskgebäude auf. Die Anlage von Bordwalk, Strand und Kiosk ist auch im Winter eine attraktive Sequenz der Seeuferpromenade.
Das Kioskgebäude kommt an ungefähr gleicher Lage wie das bestehende zu liegen und besitzt weiterhin das Privileg der Nähe zum See. Seine Form entwickelt sich ausgehend von wenigen Prämissen. Zunächst definiert ein schirmartiges, allseitig ausladendes Dach den Ort. Die Raumabschlüsse zwischen Bodenplatte (Bordwalk) und Dach bestehen aus klaren und verspiegelten Gläsern, die real respektive fiktiv einladende Durchsichten ergeben und so die Präsenz des schwebenden Daches stärken. Die «Explosionsgeometrie» im Grundriss, welche auf konzentrischen und akonzentrischen Kreissegmenten aufbaut, erzeugt ein allseitig öffentliches Gebäude, das nach sämtlichen Expositionen ein «Gesicht» entwickelt und Zugänge sowohl von der See- wie auch von der Badiseite anbietet. Die Raumstruktur erlaubt ideale Betriebsabläufe, wobei die dienenden Räume mehrheitlich im Innern liegen. Der Aussenbereich des Restaurants befindet sich im Nordosten des Pavillons und profitiert so gleichermassen von Schatten, See und Bezug zur Badi. Die Dachuntersicht ist mit fein profiliertem Holzwerk verkleidet und wie die Fensterrahmen weiss gestrichen. Es nimmt darin Bezug auf die bestehenden Architekturen der 1950er-Jahre und entwickelt darüber hinaus einen eigenständigen, maritimen Charakter.
Eine grosse Herausforderung stellt die Anlieferung des neuen Kioskes dar. Eine Querung des «Rasenteppichs» sowie das in der Ausschreibung vorgeschlagene «Ingenieurbauwerk» am Mythenquai scheinen überproportional und unangemessen. Vorgeschlagen wird deshalb alternativ eine Anlieferung von Süden über die Stichstrasse zwischen Landiwiese (ebenfalls im Besitz der Stadt) und Strandbad. Die baulichen Massnahmen beschränken sich bei dieser Variante auf eine Ausweitung der Einmündung in den Mythenquai (Wartepositionen vor Velo-/Fussweg bzw. Strasse) sowie einen Wendeplatz bei der Einfahrt ins Badigelände. Der Wendeplatz klärt über seine funktionale Bedeutung hinaus den Zugang zur Badi in der Wintersaison respektive die Fortsetzung des Seeuferweges («Auffindbarkeit»). Anlieferungen ausserhalb der Öffnungszeiten können direkt bis zum Kioskgebäude über die befestigte Chaussierung und den «Bordwalk» erfolgen. Nachlieferungen während dem Badebetrieb werden vom Betreiber mit einem Elektrogabelstapler (Dockstation im Anlieferungsraum) bei der Einfahrt abgeholt.

Der Hörraum: Audiokunst
Das künstlerische Projekt greift die Idee des Weglassens und der Durchsichten auf und sucht nach einer möglichst «immateriellen» Umsetzung. Dabei geht das Konzept zur Produktion eines Klang- oder Hörstückes vom Strandbad als akustischem Ort, als Hörraum, aus. Die ausgeprägte Erfahrung des Hörens in einem Freibad soll um ein subtiles Werk, das zu sorgfältigem Hinhören und Verweilen einlädt, erweitert werden. Dazu entsteht ein Audiostück, das in mehrteiligen Fragmenten an einigen ausgewählten Orten innerhalb oder in den Randzonen der Anlage installiert wird. Das Audiostück kann sich somit auf die spezifischen historischen, atmosphärischen oder gesellschaftlichen Gegebenheiten des Strandbads beziehen und diese reflektieren. Entsprechend der inhaltlichen Anlage des Werkes und der spezifischen Umgebungen in denen dieses installiert wird, soll dabei auch auf die unterschiedlichen saisonalen oder wetterbedingten Nutzungen des Bades eingegangen werden.

Rüterwis

Kleinbruggen

Stadt
Die Stadt Chur entwickelte sich in entlang radialer Strahlen – vom Austritt der Plessur aus dem Tal und über deren Delta in die Rheinebene. Chur West hat sich seit den 1950er-Jahren mehrheitlich industriell-gewerblich ausgerichet. Inmitten dieses Stadtgebiets ist bis heute eine «grüne Insel» erhalten geblieben: das Kleinbruggen-Areal. Es ist ein eigentlicher Stadtgarten in der «zweiten Reihe».

Idee
Das städtebauliche Projekt interpretiert die einmalige und spezifische Qualität des Kleinbruggen-Areals, nämlich seine isolierte und deshalb von Grün und Ruhe bestimmten Lage. Vorgeschlagen wird eine städtebaulich autonome Struktur, die durch einen «grünen Saum» mit der umgebenden Stadt auf Distanz bleibt und wesentliche Qualitäten des «vergessenen Gartens» beibehält.

Realisation
Das Gesamtkonzept ist als ein Ensemble gedacht, deren einzelne Elemente auch über einen längeren Zeitraum genügend räumliche Kraft besitzen, ohne als Fragmente eines grossen Ganzen wahrgenommen zu werden. Die Baufelder sind voneinander unabhängig und einzeln realisierbar. Die Erschliessung ist rational zusammengefasst und für alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt konzipiert.

Nutzung
Das Nutzungskonzept bietet einerseits grösstmögliche Flexibilität für zukünftige Nachfragen und folgt andererseits der strukturinhärenten Logik des Entwurfs. Entlang der wichtigen Erschliessungen sind zwingend öffentliche-gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss vorgesehen. Wohnnutzungen dominieren das Kleinbruggen-Areal.

Landschaft und Bauten
Der städtebauliche Plan erzeugt eine enge, wechselwirksame Beziehung von Landschaft und Bauten. Die Zentrierung der Baumasse in der Mitte des Areals ermöglicht die Bildung eines umfassenden Grünrings am äusseren Rand. Die Baufelder orientieren sich an charakteristischen Elementen wie dem baumbestandenem Saum, den beiden Tuma und der Rheinkante. Das Leitbild schafft ein attraktives Quartier mit Wohnraum für rund 1‘000 Bewohnerinnen und Bewohner und zirka 500 Arbeitsplätzen in Dienstleistungen und Gewerbebetrieben.

Projekt
Das architektonische Projekt wird exemplarisch an zwei Baufeldern dargestellt. Es lotet Wohnformen aus, die urban sind, durch ihre Lage aber auch Alternativen zum Einfamilienhaus ausserhalb der Stadt bieten.

Sandfelsen

Quartier und Landschaftsraum
Das Quartier Sandfelsen — im oberen, östlichen Teil der Gemeinde Erlenbach gelegen — zeichnet sich durch eine feinkörnige Bebauungsstruktur mit Einfamilien-, Reihen- sowie einzelnen Mehrfamilienhäusern in mehrheitlich zweigeschossiger Bauweise aus. Das Grundstück befindet sich von der Sandfelsenstrasse her kommend in der «zweiten Reihe» hinter einem bestehenden, ins Geviert eingeschobenen Einfamilienhausgrundstück und liegt in einer leichten, sich nach Norden hin öffnenden topographischen Mulde. Aufgrund dieser Ausgangslage besteht kein Anteil an der begehrten Aussicht, dafür profitiert das Grundstück von seiner unmittelbaren Lage am Landschaftsraum und dem Panoramaweg. Die Ausgangslage verlangt aber auch nach einem qualitätsvoll gestalteten Aussenraum in Form von siedlungseigenen Gärten.

Baukörper und Aussenraum
Das Projekt schlägt die Setzung von fünf gleichartigen und ausschliesslich zweigeschossigen Baukörpern vor, die im Westen in ihrer Ausrichtung an der bestehenden Siedlungsstruktur anschliessen und nach Osten und Norden leicht ausdrehen. Mit der Wahl einer Arealüberbauung (max. 2 Geschosse ohne Attika) und der Gliederung des geforderten Volumens in fünf Körpern integriert sich die Siedlung gut ins umgebene Siedlungsgefüge; die maximale Gebäudelänge beträgt höchstens 18 Meter. Die versetzte Lage sowie die Verdrehungen unter den fünf Gebäudevolumen entspannen die relative Dichte der Siedlung, erlauben diagonale Durchsichten und einen Bezug aus allen Wohnungen in die weitere Umgebung. Die über die Gebäudekanten auskragenden Terrassen mit ihren gerundeten Ecken stärken durch eine «Weichzeichnung» der Volumen diese Strategie der Kontextualisierung.
Auch auf der Ebene des Aussenraumes wird eine Fortschreibung umgebender Muster angestrebt. Die Freiräume in der geplanten Siedlung sollen mehrheitlich für private Gärten genutzt werden. Der direkte Bezug zum nahe gelegenen Landwirtschaftsland spiegelt sich in der Verwendung einheimischer Pflanzen wieder. Obstbaumsolitäre an den Hauseingängen sowie als Trennung der Mietergärten sind locker über das Sandfelsenquartier verteilt. Niedere, geschnittene Hecken verschiedener Arten grenzen die privaten Aussenräume klar vom durchgehenden, netzartigen Wegsystem und den gemeinschaftlichen Freiräumen ab. Die gemeinschaftlichen Freiräume konzentrieren sich an den Arealecken, einmal «intim» gefasst, andere Male zum Landschafts- oder Strassenraum hin offen. Entsprechend ihrer Orientierung sind sie multifunktional bespielbar: als einfache Aufenthaltsräume mit Sicht auf die Felder für ältere Siedlungsbewohner, als «versteckte Treffpunkte» oder Spielplätze für Kinder…

Häuser und Wohnungen
Durch die Gliederung des Raumprogramms in fünf Volumen entstehen übersichtliche Hauseinheiten von lediglich vier bis fünf Wohnungen. Sämtliche Wohnungen werden direkt von Aussen erschlossen, das heisst jeder Bewohner hat seinen eigenen Eingang und Vorgarten. Das schafft einen hohen Identifikationswert der Mieter- und Mieterinnen mit ihrem Haus und der Siedlung («Adressbildung»). Die Gebäude entwickeln daraus eine Art Hybrid zwischen Geschosswohnungsbau, Reihenhaus und Maisonette-Typologie. Insgesamt werden 23 Wohnungen angeboten, ohne dabei auf «nicht anrechenbare Geschossflächen» im Untergeschoss zurückzugreifen.
Die kleineren Wohnungen (2 1/2- und 3 1/2-Zi) sind grundsätzlich als Geschosswohnungen im Erdgeschoss angeordnet und erlauben potentiell älteren MieterInnen Zugang zu Wohnung und Garten ohne Treppensteigen. Die grösseren Wohnungen für Familien (4 1/2- und 5 1/2-Zi) sind dagegen mehrheitlich als Maisonette-Wohnungen organisiert, was die Wohnungen weitläufig und grosszügig erscheinen lässt. Die Hauptwohnfläche befindet sich in der Regel im ersten Obergeschoss. Im Erdgeschoss ist mit dem Entree jeweils eine Dusche/WC sowie ein grösseres «Gartenzimmer» verbunden, das auch diesen Wohnungen Zugang zu einem eigenen Garten bietet. Damit verfügen alle Wohnungen sowohl über Terrassen als auch einen privaten Gartenteil. Obschon Treppenhäuser und Lifte fehlen, besitzen die Wohnungen einen internen Abgang in den Keller. Die Wohnungsgrundrisse verfügen über zwei bis drei Expositionen, wobei sich die Wohnräume immer über Eck öffnen und sich räumlich auf die Terrassen und in den Aussenraum erweitern. Die diagonale Ausrichtung der Wohnräume korrespondiert mit der städtebaulichen Setzung der Gebäudekörper und ergibt Ausblicke in die weitere Umgebung. Die Wohnungen sind damit auch gut natürlich belichtet und profitieren von verschiedenen Tageslichtstimmungen. Dank der Vermeidung von Korridoren ergeben sich grosse Wohnräume, die jeweils durch die Küche gegliedert werden. Einzelne Zimmer sind über Schiebetüren zum Wohnraum öffenbar und lassen sich damit vielfältig nutzen. Die Abstellräume messen 5 bis 6 m2 und verfügen über einen Waschmaschinenanschluss.
Das gewählte Erschliessungsmodell ohne gemeinschaftliche Treppenhäuser und Lifte erscheint in einem zweigeschossigen Haus aus den beschriebenen Gründen sinnvoll und ist nicht zuletzt ökonomisch interessant. Es steht auch nicht im Widerspruch zum behindertengerechten Bauen, da Maisonette-Wohnungen grundsätzlich zulässig sind und im vorliegenden Fall auch nicht den ausschliesslich angebotenen Wohnungstyp darstellen; von den geforderten 20 Wohnungen sind 10 als Geschosswohnungen im EG organisiert. Zudem lassen sich im Bedarfsfall die Maisonette-Typen mit einem Treppenlift ausstatten (Treppenbreite ist 1 Meter), was selbst im theoretischen Fall, wenn alle Wohnungen einen solchen bräuchten, günstiger kommt als der Bau von Treppenhäusern mit Liften. Wichtiger als das ökonomische Argument sind aber tatsächlich die Angemessenheit der Lösung am Ort sowie die potentiellen Qualitäten einer Wohnform, welche direkte Übergänge von privat zu gemeinschaftlich und von Innen zu Aussen bietet.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Die Bauten des Quartiers Sandfelsen sind von unterschiedlichen Architektursprachen geprägt. Das Projekt sucht einen eigenständigen und zeitgenössischen Ausdruck, welcher mit der direkten Umgebung der Gärten korrespondiert. Die «Weichzeichnung» der Gebäudekanten mittels auskragenden und gerundeten Terrassen vermittelt zwischen Innen und Aussen und zwischen der Architektur und dem organischem Ausdruck der Vegetation. Ihren artifiziellen Charakter behaupten die Körper durch den Kontrast von rauhen, «erdnahen» Putzfeldern und den Brüstungen in glattem, hellem Aluminiumblech, das die wechselnden Farben der Vegetation reflektiert. Im Erdgeschoss bildet die Bodenplatte und die Brüstungen in ockerfarbenem Sichtbeton ein Relief im Übergang vom Haus zum Garten.
Die Tragstruktur wird als konventioneller Massivbau in Ortbeton und Backstein erstellt. Die Lastabtragung erfolgt vertikal. Die Fassadenverkleidung (Alubleche und Putz auf Trägerplatte) wird durchgehend hinterlüftet. Die Materialien des Innenausbaus sind zweckmässig und robust. Bei der Konstruktion wurde auf eine weitgehende Systemtrennung geachtet, sodass Bauteile entsprechend ihrer Lebensdauer einfach ersetzt werden können.

Kostengünstige Realisierbarkeit
Das Projekt ist auf eine kostengünstige Realisierbarkeit ausgerichtet. Zunächst zeichnet es sich durch eine hohe Kompaktheit der Gebäudekörper aus. Auch das vorgeschlagene Erschliessungsprinzip mit wohnungsinternen Treppen sowie eine nur teilweise Unterkellerung sind ökonomisch sinnvoll. Die Tiefgarage wird an einem Ort konzentriert. Der Aushub wird an Ort für die notwendigen Terrainanpasungen verwendet und muss nicht abtransportiert werden.
Weiter werden einfache Konstruktionsweisen und Materialisierungen vorgeschlagen: das Projekt wird als konventioneller Massivbau realisiert, in der Schweiz noch immer die günstigste Konstruktionsweise im Wohnungsbau. Die hinterlüftete Fassade ist mit einer verputzten Aussendämmung preislich konkurrenzfähig, in der Dauerhaftigkeit dieser aber überlegen. Die Fenster werden als konventionelle, dauerhafte Holzmetallfenster ausgeführt.

Hochhäuser

Areal und Stadtraum
Fünfzehn Jahre nachdem das von Diener und Diener entworfene städtebauliche Konzept im Entwicklungsrichtplan der Stadt Baden festgesetzt wurde, hat sich das ehemalige Werkareal der ABB stark verändert: aus der einst abgeschlossenen «Industriestadt» entwickelte sich einer der urbansten und dichtesten Räume Badens. Nebst einer Vielzahl von ABB-Tochterfirmen und -ablegern siedelten sich auch verschiedene KMU hier an. Aus dem industriell-gewerblich geprägten Quartier ist ein Dienstleistungsviertel entstanden.Stadträumlich bestehen die Qualitäten des ehemaligen Werkareals weiterhin: sie äussern sich im pragmatischen, orthogonalen Raster der Gesamtanlage, in scheinbar zufälligen Leerräumen, die heute als vielfältige Aussenräume funktionieren und im durchgehenden Asphaltboden ohne Absätze und Trottoirs, worauf die grossen Baukörper ohne Sockelausbildungen stehen. Die Brown-Boveri-Strasse und der Kreuzweg sind die einzigen durchgehenden Erschliessungsachsen für Autofahrer, Velofahrer und Fussgänger im Areal. Sie sind im Stadtplan – vergleichbar einem römischen Stadtgrundriss – als sich kreuzende Achsen erkennbar.

Baukörper und Höhenentwicklung
Die vorgeschlagenen Hochhäuser fügen sich selbstbewusst ins bestehende orthogonale Raster des ehemaligen Werkareals ein. Ihre Stellung und Eingangssituation bindet die Häuser direkt an das beschriebene Achsenkreuz von Brown-Boveri-Strasse und Kreuzweg an, hebt damit ihre Bedeutung für Baden Nord hervor und ergibt eine einfache Adressbildung bei allfälliger Fremdvermietung.
Die beiden Körper sind in Volumen und Geometrie affin. Die einfachen Grundrissgeometrien der je leicht verzogenen Rechtecke steigern die plastische Präsenz der Körper, reagieren auf geringe Verdrehungen im Stadtgrundriss (Hochhaus Ost) oder sorgen für aussenräumliche Dekompressionen (Hochhaus Nord) – in vergleichbarer Weise wie dies der PowerTower über leichte Brechungen der Volumetrie erreicht. Während die gerichtete Grundrissfigur des Hochhauses Ost seine städtebauliche Stellung am Ende des Kreuzweges und die Parallelität zum Gleisstrang thematisiert, verhält sich das Hochhaus Nord zentrisch und erzeugt so eine stadträumliche Verdichtung in der dreiseitig von Bauten besetzten Situation. Diesen Absichten folgt auch die Höhenentwicklung der beiden Häuser: das Hochhaus Ost (rund 65m) erhebt sich deutlich über die umliegenden Bauten, akzentuiert den östlichen Abschluss des Areals und verweist übergeordnet auf die Talrichtung. Das gedrungenere Hochhaus Nord (rund 50m) hingegen verdichtet die bestehende Situation mit dem Konnex-Bau (35m) und dem Powertower (27m). Die Gebäudehöhen erzeugen einen vertretbaren Schattenwurf auf areal-externen Gebieten. In der Fernwirkung ergänzen die beiden Häuser spannungsvoll, gleichzeitig aber unaufgeregt die Stadtsilhouette. Die Höhenstaffelung erzeugt – etwa von der Burg oder dem Schartenfels aus gesehen – eine perspektivische Tiefenwirkung in Talrichtung.

Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Die beiden Hochhäuser entsprechen sich in Konstruktion und Materialisierung. Gesucht wurde ein für «Filialbauten» angemessener architektonischer Ausdruck: eine effiziente «Dienstleistungsmaschine» in elegant-mondänem Kleid. Vorgeschlagen wird eine kostengünstige, einschalig-gläserne Curtain-Wall-Fassade mit einer Fenstergliederung im geforderten Raster von 1.35 m. Der Repetition und Kleinteiligkeit des Bürorasters und der Geschossigkeit wirkt eine zweite Ordnung entgegen: die Fassadenhaut ist in ein Relief aus «Platten» gegliedert, die jeweils elementweise um 20cm nach aussen vorspringen. Damit wird ein übergeordneter Massstab eingeführt, der dem Bürohaus eine einprägsame, spezifische und widerständige Physiognomie verleit, die auch in der Fernsicht ihre Wirkung entfaltet.
Im Weiteren finden das innovative Nachhaltigkeitskonzept respektive die Gebäudetechnik ihren Ausdruck in der Fassade. Die beim dezentralen Lüftungs-system an den Geschossstirnen eingesetzten «Airboxen» (vgl. Energie- und Gebäudetechnikkonzept) zeichnen sich als ornamentales «Pailettenmotiv an der Fassade ab und der aufgrund flächig versetzter Photovoltaikelemente schräg geschnittene «Dachhut» erzeugt eine stille Expressivität. Der gläsern-kristalline Charakter der Gebäude bezieht sich auf die neueren Bauten der Umgebung (Hotz, Diener & Diener) und die Transformation des Areals zum Dienstleistungsquartier.

Innenraum und Nutzung
Die beiden Hochhäuser werden je über ein schmales, lang gestrecktes Foyer erschlossen, das sich im Bereich des Kerns in die Grundrisstiefe erweitert und über zwei Geschosse reicht. Neben dem Kern gliedert primär die Entfluchtung der Unter- und Obergeschosse das Erdgeschoss. An das Foyer angegliedert finden sich neben der Empfangsloge einzelne, repräsentative Sitzungs- oder Konferenzräume, die intern wie auch extern verwendet werden können (Kundenkontakte). Jeweils rückseitig befinden sich die Anlieferungen, die mit den Anlieferungen angren-zender Gebäude zusammengefasst werden.
Der Weg zu den Obergeschossen führt über straff organisierte Erschliessungskerne, wo beispielsweise Entfluchtungsschleusen auch als Vorräume für Toilettenanlagen fungieren; das Haustechnikkonzept minimiert zudem die Schachtquerschnitte. Die einzelnen Bürogeschosse weisen demnach eine gute Flächeneffizienz auf (NF zu GF durchschnittlich 76%).
Die leicht asymmetrische Setzung der Erschliessungskerne im Grundriss erlaubt verschiedene Raumzonierungen und Clusterbildungen in übersichtlichen und angenehmen Grössen, auch bei einer maximalen Belegung von 98 Arbeitsplätzen pro Geschoss. Die Vorsprünge der Fassadengliederung unterstützen solche Zonierungen (gewissermassen Andockstellen) – sie werden so auch innen-räumlich wirksam. Die asymmetrische Kernposition erlaubt zudem an den Kern anschliessende Aussparungen in den Geschossdecken. Sie bieten die Möglichkeit, innenliegende, mehrgeschossige Hallen zu schaffen. Solche Kommunikations-räume verfügen über eine interne Treppe und fördern erwiesenermassen den Informationsfluss und damit die Produktivität des Unternehmens. Infrastruktur-räume wie Teeküchen können daran angegliedert werden (Schacht). Da wo solche Räume nicht benötigt werden, werden die Deckenaussparungen in Leichtbauweise geschlossen.
Die in den Grundrissplänen gezeigten Innenausbauten und Möblierungen zeigen die Möglichkeiten und die Flexibilität der Bürogeschosse. Im Sinne eines möglichst breiten Spektrums wird dabei auch aufgezeigt, wie in den obersten Geschossen möblierte 2 1/2 – bis 3-Zimmer-Business-Apartments mit entsprechenden Serviceleistungen angeboten werden könnten. Solche Alternativen zum Hotelaufenthalt haben sich als erfolgreiche Angebote erwiesen.

Untergeschosse und Parkierung
Im Hochhaus Nord sind drei, im Hochaus Ost zwei Untergeschosse vorgesehen. Die Untergeschosse des Hochhauses Ost dienen ausschliesslich der Lagerung von Mobiliar und der Aufnahme von Gebäudetechnik. Es besteht keine unterirdische Verbindung zum dreigeschossigen Parkierung unter dem Brown Boveri Platz (600 PP), da dieses nicht ausschliesslich dem Hochhaus reserviert bleiben soll. Zudem macht eine Ein-/Ausfahrt an der vorgesehenen Stelle vor dem Hochhaus keinen Sinn. Die drei Untergeschosse des Hochhauses Nord dienen nebst der Technik der Parkierung. Anstelle einer maximalen Parkplatzzahl (201 PP) schlägt das Projekt ein kompaktes und damit wirtschaftliches Parking vor.

Brown Boveri Platz

Freiraumverwebungen
Mit der Verschiebung der angestammten Produktionsstätten und der einhergehenden Verlagerung zum Dienstleistungsstandort entwickelte sich die lange abgeschlossene Welt von Baden Nord zu einem offenen und lebendigen Quartier der Stadt. Der Einzug von neuen Firmen, von Wohn- und Konsum-nutzungen hat das Gesicht des ABB-Areals vollständig verändert. Das Aufbrechen der Arealgrenzen ist entlang der Hauptstrassen Brugger- und Haselstrasse ersichtlich. Der Strassenraum mäandriert in die angrenzenden Freiräume wie alter Friedhof am Martinsberg, Trafoplatz oder Schmiedeplatz und verwebt die Stadt mit dem ABB-Areal zu einem neuen Ganzen. Der Brown Boveri Platz führt diese Entwicklung weiter, öffnet sich zur Haselstrasse und sucht bewusst die Nähe zu Zentrum und Bahnhof.

Grundfläche und Setzungen
Baden Nord kann als grosse, bespielbare Asphaltfläche gelesen werden. Asphalt ist als Material äusserst robust und dennoch flexibel genug, um notwendige Ver-änderungen schnell umsetzen zu können. Die Asphaltfläche von Baden Nord wird von Volumen besetzt, welche schnell entstehen, sich verändern oder auch wieder vergehen können. Das vorgeschlagene Baumfeld reiht sich in den Kanon der Gebäude- und Baumvolumen ein und bildet einen selbstbewussten räumlichen Akzent innerhalb der Asphaltfläche. Die Asphaltfläche des ABB-Areals wird auch auf der Detailebene konsequent bis an den Strassenraum weiterentwickelt, so wird die Treppe zur Haselstrasse mit Stahlwangen und Auftritten aus Asphalt ausgeführt.

Topographie und Maschine
Die vorgefundene Topographie macht den Brown Boveri Platz einzigartig. Auch wenn die anstehenden Gefälle nicht übermässig stark erscheinen, so ergeben sich durch die Dimension des Platzes zwischen höchstem und tiefstem Punkt doch Höhenunterschiede bis zu 1.75 Metern. Der Platz wirkt demnach als schiefe Ebene. Die schiefe Ebene gehört in der Lehre der Physik wie der Flaschenzug oder die Schraube zu den einfachen Maschinen und erweist somit dem ehemaligen Produktionsstandort ABB seine Referenz. Der Umgang mit Topographie und Gefälle wird durch die Einführung einer virtuellen, horizontalen Ebene bei den Pflanz-trögen thematisiert. Direkt über der Tiefgarage gelegen benötigen die Bäume genügend Erdvolumen, um gedeihen zu können. Auf dem Platz werden deshalb in einem einfachen Raster 35 Betontröge angeordnet, welche als Grundkonstante dieselbe OK-Kote von 385.30 und das gleiche Volumen von 7,2 m3 Inhalt aufweisen. Die geneigte Asphaltebene hat zur Folge, dass der am höchsten gelegene Pflanzentrog bei einer Seitenlänge von 4.00 Metern eine sichtbare Höhe von 0.45 m aufweist, der am tiefsten gelegene Trog jedoch 1.65 Meter hoch ist und sich die Seitenlänge auf 2.09 Meter reduziert. Das Volumen von 7.2 m3 bleibt erhalten. Die Betonelemente werden als vorfabrizierte, scharfkantige und oberflächlich gespitzte Elemente ausgeführt.

Quelle
Innerhalb des Baumfeldes ist eine Quelle bodenbündig eingelassen, aus welcher unregelmässig Wasser tritt. Bedingt durch die Gefälle der schiefen Ebene sucht sich das Wasser einen Weg zwischen den Pflanzelementen hindurch bis zum tiefsten Punkt des Platzes. Hier wird es gefasst und «entschwindet» unter die Asphaltfläche. Wind, Blätter oder auch Kinderschuhe lassen das Wasser immer neue Richtungen finden auf seinem Weg über den Platz.

Zeichenhaftikeit
Das Baumfeld besteht aus mehrstämmigen Judasbäumen (Cercis siliquastrum) und bildet das verwunschene Gegenstück zur präzisen Behandlung der Horizonte und Ebenen. Im Frühjahr erscheinen vor dem Laubaustrieb tausende von rosa Blüten direkt aus dem Holz der Bäume und lassen Bilder von Japans Kirschblüten vor dem geistigen Auge erscheinen. Im Sommer treiben die herzförmigen Blätter, um sich im Herbst goldgelb zu färben. Im Winter erinnern die langen Schoten an südliche Gefilde und wecken die Sehnsucht auf den kommenden Frühling.

Tragwerkskonzept

Einfaches und bewährtes Tragwerk
Beide Hochhäuser Nord und Ost werden als Skelettbauten in Massivbauweise erstellt. Sie umfassen je 3 Untergeschosse sowie 14 bzw. 18 Erd- und Obergeschosse bei einer Grundfläche von jeweils rund 1000 m2. Die Gebäude werden mit einer vorgehängten Fassade aussen gedämmt, sodass das gesamte Tragwerk monolithisch und ohne aufwendige Anschlüsse von aussen liegenden Tragelementen erstellt werden kann. Das gewählte Tragwerkskonzept ist äusserst einfach, klar und bewährt. Es ermöglicht eine sichere und wirtschaftliche Umsetzung.

Durchlaufende Tragelemente
Die vertikale Lastabtragung erfolgt über den Lift- und Treppenhauskern, über Stützen in der Fassadenebene sowie einzelnen Stützenscheiben im Gebäudeinnern. Sämtliche vertikalen Tragelemente laufen systematisch über alle Geschosse bis zur Bodenplatte durch. Die infolge der Fassadenversprünge erforderlichen, geschossweise geringen Versätze der Stützen können von den Geschossdecken aufgenommen werden. Vorgesehen sind Schleuderbetonstützen mit einem Durchmesser von 40 cm in der Fassadenebene und Wandscheiben in Ortbeton von 25cm x 1.0m im Gebäudeinnern.

Schlaff armierte Geschossdecken
Die vertikalen Tragelemente sind so angeordnet, dass regelmässige Deckenfelder von rund 8.0m Spannweite entstehen. Die Geschossdecken tragen als schlaff bewehrte Flachdecken in Ortbeton mit einer konstanten Stärke von 32cm. Die Verteilleitungen der dezentralen Frischluftversorgung, welche in einem regelmässigen Raster zentrisch in die Decke eingelegt werden, bewirken eine Gewichtsreduktion von rund 7% ohne Einbusse an Tragfähigkeit und Steifigkeit. Dank des in der Fassadenebene kleiner gewählten Stützenabstands können die Decken ohne Randüber- bzw. -unterzug ausgeführt werden.

Aussteifender Kern und Fundation
Die Treppenhaus- und Liftkerne aus Ortbeton dienen neben der vertikalen Lastabtragung auch zur Stabilisierung der Hochhäuser gegen Wind und Erdbeben. Sie laufen über alle Geschosse durch, haben nach unten zunehmende Stärken (0.25 bis 0.40m) und sind in den 2 bzw. 3 Untergeschossen eingespannt. Die Untergeschosse werden mit ihren umlaufenden Stahlbetonwänden als steife Kisten ausgebildet. Die Fundationskote beider Hochhäuser liegt im tragfähigen Limmatschotter. Angesichts der hohen Fundationslasten ist voraussichtlich dennoch eine Pfahlfundation erforderlich.

Rechenzentrum
Das Hochhaus Ost überlappt in seiner nordwestlichen Gebäudeecke das bestehende, unterirdische Rechenzentrum. Vorgesehen ist in diesem Bereich die Abfangung von drei Fassadenstützen durch vorgespannte, 2 geschossige Stahlbeton-Wandscheiben im Erd- und 1. Obergeschoss, sodass das Hochhaus über dem Rechenzentrum auskragend ausgebildet werden kann. Diese Irregularität im Tragwerk wird zudem für die räumliche Ausformulierung der Eingangshalle verwendet. Für die weitere Bearbeitung ist dennoch zu prüfen, ob eine Durchdringung des Rechenzentrums bzw. ein bereichsweiser Rückbau möglich sind.

Energie- und Gebäudetechnikkonzept

Nachhaltigkeit – ein systemischer Ansatz
Nachhaltigkeit umfasst bekanntlich nicht nur ökologische, sondern auch soziale und ökonomische Aspekte. Ein nachhaltiges Gebäudekonzept misst sich deshalb nicht nur an seinen Energiekennwerten, sondern muss ebenso zu einer komfortablen Arbeitsumwelt beitragen und ökonomisch zweckmässig sein. Kurz: die zahlreichen Faktoren eines solchen Systems müssen zu einander abgewogen und in ein Gleichgewicht gebracht werden.
Bezogen auf die Hochhäuser Baden Nord wird dazu ein systemischer Ansatz gewählt, der den Betrachtungsperimeter über das einzelne Gebäude hinaus erweitert. Hierfür steht beispiels-weise die Absicht, den Strombedarf mit CO2-neutralem Labelstrom zu decken, der nicht notwendigerweise im Gebäude oder Areal produziert werden muss. Damit ist aber auch das Zusammenwirken von Ökonomie und Ökologie gemeint: so sollen beispielsweise die verhältnismässig tiefen Investitionskosten der einschaligen Fassadenkonstruktion, die Finanzierung einer Photovoltaikanlage auf den Dächern der beiden Hochhäuser erleichtern.

Wärmeversorgung – autark und exergetisch minimal
Der Heizenergiebedarf der beiden Minergie-Hochhäuser soll weitgehend autark gedeckt werden, so dass die fossil (evtl. langfristig mit Holz) erzeugte Nahwärme aus der Energiezentrale wenn überhaupt lediglich zur Spitzendeckung und als Redundanz genutzt wird. Neben der passiven Nutzung der anfallenden Solarwärme während der Heizperiode wird insbesondere die anfallende Abwärme (Arbeitshilfen, Beleuchtung etc.) aus der Abluft und aus dem Abwasser (z. B. FEKA-System) aktiv genutzt. Diese relativ hochwertigen Energiequellen (>20°C Quelltemperatur) gepaart mit einer Niedertemperaturheizung (<32°C) erlauben einen sehr effizienten Wärmepumpeneinsatz (COP > 7).
Die Nasszellen werden grundsätzlich nur mit Kaltwasser versorgt. Lediglich optional (Mieterausbau) wird die Möglichkeit eines Kleinboilers pro Nasszelle vorgesehen. Damit werden nicht nur kostenintensive Installationen (Warmwasser- und Zirkulationsleitungen) eingespart, sondern auch die laufenden Energieverluste durch Zirkulationssysteme vermieden.

Kälteversorgung – natürlich und einfach
Der Kühlenergiebedarf, welcher in modernen Bürogebäuden im Minergie-Standard auch energetisch eher als der Wärmebedarf massgebend ist, soll weitgehend mit freier Kühlung generiert werden. Zur Spitzendeckung bei sehr hohen Aussentemperaturen oder langen Hitzeperioden können die für den Heizbetrieb vorgesehenen Wärmepumpen als Kältemaschinen betrieben werden.
Mittels Hybridkühltürmen (Taupunktemperatur <21°C) auf dem Dach soll das natürliche Kühlpotenzial der Aussenluft adiabat bestmöglich genutzt werden. Die grossflächigen Decken ermöglichen auch im Kühlfall eine effiziente Hochtemperatur-Kühlung (>18°C) und gleichzeitig einen hohen Komfort mit angenehmen Raumlufttemperaturen (Zielwert <26°C). Stromversorgung – CO2-frei und effizient Der Strombedarf soll mittels CO2-frei erzeugter Elektrizität aus dem öffentlichen Netz (Labelstrom) und über Photovoltaikelemente auf dem Dach teilweise autark gedeckt werden. Die aktive Nutzung der solaren Energie ist in der weiteren Planung im Bezug auf deren Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Sie ist für die Funktionalität der Hochhäuser zwar nicht zwingend aber allenfalls als sichtbares Element der Nachhaltigkeit auch bei nicht gegebener Wirtschaftlichkeit interessant. Der massgebende interne Strombedarf soll mit der Berücksichtigung möglichst effizienter Bürogeräte sowie einer hohen Tageslichtnutzung und entsprechend gesteuertem Kunstlicht (Stehleuchten in den Büros, Deckenleuchten in Sitzungsbereichen) minimiert werden. Es soll ein IT-Konzept mit bewusst zentralisierten Rechnereinheiten, d.h. nicht in den Arbeitsflächen anfallende Wärmelasten der CPU's, Transformatoren etc. und einer Virtualisierung der notwendigen Serverleistungen umgesetzt werden, die stark helfen den Gesamtstrombedarf minimal zu halten. Gleichzeitig wird damit der Kühlenergiebedarf entsprechend reduziert und der Raumkomfort nicht nur thermisch sondern auch akustisch (keine PC-Ventilatoren) stark verbessert. Luftversorgung – schlank und bedarfsgerecht Der Frischluftbedarf soll auf dem hygienisch erforderlichen Mass (25-36 m3/h und Person) gehalten und mit modularen CO2-Sensoren in der Abluft bedarfsgerecht variiert werden (stetig oder stufengesteuerte Ventilatoren). Die Zuluft wird zur Vermeidung flächenintensiver Zentralen und Steigzonen mit dezentralen Luftaufbereitungsgeräten im Fassadenbereich situiert (z. B. Airboxen mit je 100 m3/h). Die Abluft wird mittels modularen Stichrohren ab dem möglichen Einzelbüroperimeter auf die Abluftkanäle in der abgehängten Decke der Innenzonen und von da über einen zentralen im Vertikalschacht angeordneten Ventilator über Dach geführt. Das Erdgeschoss (Foyer, Haupteingang) sowie die Untergeschosse (Parking, Lager, Technik etc.) werden mittels zentraler Lufterneuerungsanlagen versorgt. Deren Aussenluft- und Fortluftgitter sind in der Fassade des Erdgeschosses situiert. Die Fortluft des Parking wird mittels vertikalen Stelen über die Treppenhäuser in die notwendige Höhe geführt. Dies vermeidet flächenintensive Vertikalschächte in den beiden Hochhäusern. Luftversorgung – schädliche Immissionen Die externen Belastungen des Schienenverkehrs (Bremsstaub PM10) sowie der Abgase der Energiezentrale gilt es im speziellen zu beachten. Die Staubelastung durch den Schienenverkehr führt gemäss den Angaben der SBB zu einer Zusatzbelastung von 7-10% an stark befahrenen Eisenbahnstrecken bezogen auf den schweizerischen Mittelwert. Die zusätzlichen Staubbelastungen im Gebäudeinnern an Bahntrassen ist sehr klein, weil die Partikel gross sind und durch grobe Filter gut zurückgehalten werden. Die Auswechslung der Filter muss einmal im Jahr erfolgen. Die Abgase der Energiezentrale stellen keine Probleme für die dezentrale Luftansaugung dar, da die lokale Strömungssituation dafür sorgt, dass die dem Heizwerk zugewendete Fassade nicht durch Abgase der Feuerung beaufschlagt wird. Wärme-/Kälteabgabe und Akustik – integriert Die Wärme- und Kälteabgabe erfolgt über thermisch aktivierte Decken mit raumnahen und deshalb exergetisch optimierten Temperaturen von ca. 18/21°C im Kühlfall und ca. 30/25°C im Heizfall. Die modularen, dem möglichen Büroraster entsprechenden und auf ca. 50% der Deckenflächen situierten externen Heiz- und Kühldeckensegel dienen nicht nur dem thermischen Haushalt, sondern sind insbesondere auch für die angenehme Raumakustik (geringe Nachhallzeiten) zuständig. Nebst den thermisch und akustisch integrierten Funktionen lassen sich zusätzlich auch Kunstlichtelemente (z. B. LED-Deckenleuchten in Sitzungszimmern) integrieren und erlauben eine sehr hohe Nutzungsflexibilität. Brandschutz – maximale Nutzungsflexibilität Die Treppenhäuser werden mit den erforderlichen Überdrucklüftungen (separate Steigzonen) ab dem Dach erschlossen, um die Rauchfreiheit der Fluchtwege im Brandfall jederzeit zu gewähren. Für ein gutes Sicherheitsempfinden der Mitarbeiten sind alle Geschosse ganzflächig mit Sprinklersystemen ausgerüstet. Die Sprinklerung bringt zudem Vereinfachungen im Fassadenbereich (Brandüberschlag) und erlaubt vertikale offene Verbindungen über zwei und mehr Geschosse (Kommunikationsräume). Das Sprinklersystem wird als innovatives Hochdruckzerstäubersystem ausgelegt, was vergleichsweise kleine Rohrquerschnitte erlaubt.

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