Bahnhofstrasse

Bergbach

Zwei Prämissen bestimmen das Wohnhaus an der Berglistrasse in Erlenbach. Die erste betrifft seinen Landschaftsbezug: Der Baukörper gliedert und umgreift unmittelbar angrenzende, differenzierte Gartenräume, weist hinaus in die Baumkronen des markanten, tief eingeschnittenen Dorfbach-Tobels und fasst nach Süden hin die Fernsicht auf den Zürichsee. Haus, Grundstücksform und Garten verbinden sich dabei zu einer Einheit.
Die zweite Prämisse betrifft den inneren Aufbau und die Idee für ein Wohnen bei dem sich die Grenzen zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Bereichen verwischen. Gelenk bildet dazu eine mittige Treppe, welche die Wohnebenen über halbgeschossige Versätze räumlich miteinander verbindet. Die individuellen Wohnbereiche erweitern und überschneiden sich im strassenseitigen und überhohen Gemeinschaftswohnraum.
Grosse und tief sitzende Eckfenster verbinden den Innen- mit dem Aussenraum und schaffen ein «Wohnen auf Terrassen» über der Landschaft. Kohärent dazu erfolgt die innere Erschliessung entlang der Fassade und von Zimmer zu Zimmer. Die Promenade endet auf zwei Dachterrassen – die eine zum Tobel, die andere zum See gerichtet.

Neubad

Zürichseeufer

Bellaria

Der Ersatzneubau am Bellariarain bietet die Chance, die prominente Geländekuppe mit einer Bebauung zu besetzen, die sich an den für Wollishofen prägenden städtebaulichen Typologien des 19. Jahrhundert orientiert.
Zu Paaren und Reihen gruppierte Punkthäuser inmitten eines dichten Baumbestandes sollen ein nobles und städtisches Wohnen im Bellariapark aufleben lassen.

Die Siedlung Bellariarain liegt sehr prominent auf einer Kuppe der Seitenmoräne mit Ausblick über das gesamte Zürcher-Seebecken. Der Ersatz der Siedlung bietet die Chance, diese einmalige Situation neu zu definieren und seiner Bedeutung entsprechend zu artikulieren.
Der Stadtplan von 1902 zeigt, dass die Kuppe bereits im 19. Jahrhundert mit der Villa Bellaria und dem grosszügigen Bellaria-Park bebaut war. Zusammen mit einer Reihe von anderen Villen und Parkanlagen (Freudenberg, oberes Bürgli, Villa Schönberg, Rietberg- und Belvoirpark sowie dem Egghölzli mit der Kirche Wollishofen) wurde damit eine massgebende Grundlage für die heutige Identität von Wollishofen geschaffen.
An den Hauptstrassen charakterisieren die strassenbegleitend geschlosse Bauweise mit fünf Geschossen und die Punkthäuser mit Gärten und Parkanlagen diese Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts. In den 50er Jahren wurde die Villa abgebrochen und der Park mit einer für die damalige Zeit typischen Zeilenbauweise neu überbaut.

Städtebauliches Konzept
Das vorliegende Projekt basiert auf der Feststellung, dass die bauliche Identität von Wollishofen weniger durch Zeilenbauten geprägt ist, sondern viel mehr von der Bebauungsstruktur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts lebt.
Da auf dem eigentlichen Baufeld ein grosser Teil des alten Baumbestandes, insbesondere der Baumsaum entlang der Bellariastrasse unter Schutz steht, liegt es auf der Hand für die neue Bebauung eine Typologie zu suchen, welche sich am ehemaligen Bellariapark orientiert.

Die Häuser und der Park
Die Projektverfasser schlagen Punkthäuser vor, welche sich jeweils über Eck verbindend, zu unterschiedlichen Volumen gruppieren. Die untere Geländeterrasse wird durch drei Gebäudepaare besetzt. Die Hauptkuppe wird durch drei Baukörper besetzt, welche jeweils aus vier Einzelhäusern gebildet werden.
Die Gebäudeketten sind so gestaltet, dass für die Häuser keine Vorder- oder Rückseiten entstehen und Aussenräume gegliedert werden, die in ihrer Form und Massstäblichkeit an die durch Baumgruppen gebildeten Freiräume von Parkanlagen erinnern. Ein geschwungenes Wegnetz durchzieht den gesamten Park. Tropfenförmige Vorfahrten und zwei Kanzeln auf der oberen Ebene, sowie grottenartige Einbuchtungen auf der unteren Geländeebene zitieren Motive aus dem historistischen Landschaftspark. Zusammen mit einzelnen Gehölzgruppen und den niedrigen Mauern, welche den gesamten Park umfrieden, soll ein Aussenraum entstehen der an den Stimmungen grosser Parkanlagen anknüpft.
Damit jede Wohnung von der Einmaligkeit der topografischen Situation profitieren kann, werden vorwiegend ost-west-orientierte und ausschliesslich zwei- oder dreiseitig orientierte Wohnungen vorgeschlagen.
Die im Masterplan vorgegebenen Aussenraumbreiten von mindestens 12 und 15 Metern werden dabei eingehalten. Um Parkflächen nicht durch ebenerdige Untergeschosswohnungen zu „privatisieren“ und Aussensitzplätze in der gewachsene Böschung aufschütten zu müssen, schlagen die Projektverfasser vor, auf Untergeschosswohnungen vollständig zu verzichten. Trotzdem können 177 Wohnungen realisiert werden. Unter Ausnützung der baurechtlich möglichen Untergeschosswohnungen könnten mindestens 186 Wohnungen erreicht werden.

Die Wohnungen
Die Grammatik der Wohnung wird im Wesentlichen durch den Wunsch geprägt, jedem Wohnraum sowohl Seeblick (Osten) als auch Abendsonne (Westen) anbieten zu können.
Auf der oberen Geländeebene mit den günstigeren Mietwohnungen tritt man vom Zweispännertreppenhaus direkt in die Wohnraumschicht. Diese wird durch ein Küchen- und Garderobenmöbel mit verglasten Türen in einen abschliessbaren Eingangsbereich, einen Küchenbereich und separate Zonen für das Wohnen und Essen, jeweils mit einem dazu vorgelagerten Aussenraum, gegliedert.
In der unteren Geländeebene sind die Wohnungen etwas grösser und es wird eine klare Trennung von Tages- und Nachtbereich eingeführt. Man betritt die Wohnung über eine Eingangshalle – mit genügend Platz für einen mieterseitigen Garderobenschrank – von welcher aus die Zimmer und der Wohn-/ Essbereich direkt erschlossen werden. Die Küche wird als verglaster, abschliessbarer Raum vorgeschlagen, welcher wiederum separierte Wohn- und Essbereiche ausscheidet.

Architektonischer Ausdruck
Der städtebaulichen Setzung entsprechend sucht das Haus einen sinnlichen Bezug zum Baumbestand. Dunkelgrüne, grob verputzte Sockel- und vertikale Aussenwandflächen wachsen wie Wurzelstöcke in die Höhe. Vorstehende, über Eck angeordnete Glasflächen mit schwarzen Holz-Metallfensterrahmen nehmen über Spiegelungen das Spiel der Blätter auf.
Zusammen mit den feinen Rafflamellenstoren wird das Bild vom noblen Appartementwohnen im Park erzeugt.

Geibelstrasse

Der Neubau besetzt wie das vormalige Haus die Kreuzung von Geibel- und Scheffelstrasse und besitzt wiederum einen solitären Charakter. Die Fassadenlängen zu Geibel- und Scheffelstrasse weisen ähnliche Masse auf, was ebenfalls an den prismatischen Körper des Bestandes erinnert. Zusätzliches Volumen wird über einen schlanken Gebäudeteil geschaffen, der von der Strasse zurückversetzt in den Gartenraum stösst. In der Fassadenabwicklung wird dabei nach Südosten eine Kehle ausgebildet, die einerseits für gute Belichtungsverhältnisse in den Wohnungen sorgt und andererseits Raum für den Erhalt einer grossen Zeder bietet.
Auf den Regelgeschossen werden jeweils eine 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnung angeboten. Deren Aussenräume befinden sich immer an den Gebäudeecken. Im Attikageschoss reduziert sich die Anzahl der Wohnungen auf eine 2- und eine 4-Zimmer-Wohnung. Prägendes Element in allen Wohnungen sind die nach aussen respektive innen gefalteten Fenster. In Verbindung mit den Türen regulieren die nach innen geknickten Fenster die Raumübergänge. Durch ihre Lage öffnen sich die Räume mehrheitlich über die Raumecken und geben interessante Blicke in die Strassenräume bzw. -achsen sowie den Garten frei. Gleichzeitig sind damit die Innenräume vor unerwünschten Einblicken gut geschützt und bieten ausreichend Wandflächen für die Möblierung.
Die äussere Materialisierung wurde mit zwei verschiedenen Verputzen umgesetzt: Einem feinen Putz, der die Fenster gewändeartig einfasst und mit zwei umlaufenden, feinen Bändern an die ortstypischen Gesimse erinnert sowie einem gröberen Putz in den Feldern dieses Netzes. Das Haus erscheint dadurch insgesamt zurückhaltend und fügt sich unaufgeregt in das sehr homogen bebaute Quartier in Wipkingen ein. Die Übergänge zwischen Grundstück und Strassenraum sind mit niedrigen Mauern, Heckenplanzungen und Eingangstoren quartiertypisch ausgestaltet.

> Lageplan

Waldhäuser

Lektüre des Ortes und städtebauliches Konzept
Das Projekt basiert auf einem zentralen Entwurfsthema: Dem Wohnen im Wald. Die zu bebauende Parzelle bietet die einmalige Chance Wohnhäuser im «Wald» zu realisieren. Das Waldgesetz von 1991 untersagt das Bauen im Wald, indem es den Zweck des Wald wie folgt definiert: «Den Wald als naturnahe Lebensgemeinschaft schützen und diesen in seiner Fläche und räumlichen Verteilung erhalten». Da somit das Bauen im Wald grundsätzlich nicht erlaubt ist, liegt umgekehrt das einmalige Potential dieser Parzelle darin, genau dies zu tun, weil sie praktisch dreiseitig von Wald umschlossen ist und wenige Neupflanzungen den Eindruck eines kontinuierlichen Waldraumes erzeugen können.
Der thematische Bezug der Häuser zum Wald hat im Wesentlichen zwei Vorteile. Erstens kann dadurch die städtebauliche Situation geklärt werden. Wie schon im Situationsplan von Diener & Diener vorgeschlagen wird der dichte und urbane Charakter der Bebauung auf dem Hauptareal in seiner ortsbaulichen Identität gestärkt, indem nördlich angrenzend eine sich vollkommen anders verortende Bautypologie realisiert wird. Die Bebauung auf dem Hauptareal bezieht sich auf die Stadt, jene im Waldgrundstück auf das Komplementäre – die Natur und den Wald.
Zweitens wird mit der Thematik des Wohnen im Wald das einmalige Identitätspotential der Parzelle genutzt. Es bezieht sich auf die gesellschaftliche Sehnsucht nach einem urbanen Wohnen im Grünen, umgeben von Bäumen. Immer mehr urbane Menschen sehnen sich nach einer Überlagerung von gebauter Stadt und wilder Natur. Das Wohnen im Wald verkörpert diese romantische Ausrichtung auf ideale Weise und spricht ein klares Zielpublikum an. Die Idee verspricht demnach ein Alleinstellungsmerkmal für die Überbauung, welches sich einfach für die Vermarktung nutzen lässt.

Der Wald und das Haus
Das Projekt besetzt die Waldlichtung mit vier gleich grossen, im Grundriss blattförmigen Häusern. Diese sind so gesetzt, dass sich weder ein Zentrum bildet, noch eine hintere Reihe entsteht. Die einzelnen Häuser werden über einen schmalen Zugangsweg aus grosskörnigem Walzasphalt ab der Fangletenstrasse erschlossen und entwickeln sich in die Tiefe des Waldgrundstücks. Durch das Pflanzen von einzelnen Bäumen, zum Teil dicht an den Häusern, wird ein System von offenen Lichtungen mit Wiesen, einem Saum aus Bäumen und „Baumhäusern“ gebildet. Durch die Konzentration der Besucherparkplätze und Veloständer an der Fangletenstrasse wird im Innern des Grundstückes die Stimmung von «Baumhäusern in einer Waldlichtung» nicht durch die üblichen Nebenbauten einer Wohnsiedlung gestört.
Vom Zugangsweg erreicht man über einen Holzsteg die Eingangshalle von welcher ein zentrales Treppenhaus, einem Stamm gleich, jede Wohnung erschliesst. Innerhalb der identischen Grundform und einer Grundfläche von 600 m2 (das Maximum nach GVZ für ein Treppenhaus) können 4, 5 oder 6 Wohnungen angeordnet werden. Dies ermöglicht in der Projektentwicklung eine maximale Flexibilität bei der Definition des Wohnungsspiegels und der Wohnungsgrössen.

Die Wohnungen
Alle Wohnungen sind zwei- oder dreiseitig orientiert und verfügen durch die abgetreppte Fassadenabwicklung über ganz unterschiedliche Ausblicke auf den Waldrand, in die Tiefe des Grundstückes oder gegen Osten über die Dächer von Bülach. Man betritt jede Wohnungen über eine Eingangshalle – mit genügend Platz für einen mieterseitigen Garderoben- und Reduitschrank – von welcher aus die Zimmer und der Wohn-/Essbereich direkt erschlossen werden. Eine breite Wandscheibe als Haustechnikschacht für die kontrollierte Lüftung und das Haustechnikcenter gliedern den Wohn-/Essbereich in wohlproportionierte Raumzonen für die unterschiedlichen Nutzungen. Ein über den Wohnbereich erschlossenes halböffentliches Zimmer und die umlaufende Laube vervollständigen das reichhaltige Raumangebot. Der Grundriss zeichnet sich durch einen robusten Schnitt und hohem Gebrauchswert aus.

Architektonischer Ausdruck
Dem Grundthema entsprechend sucht das Haus sowohl sinnlich als auch inhaltlich den Bezug zum Wald. Ein umgehender Laubenkranz verleiht dem Haus eine räumliche Tiefe mit einem schönen Licht- und Schattenspiel und unterstreicht die Wichtigkeit des Aussenraums für das Wohnen im Wald. Die Raumschicht der Laube vermittelt zwischen innen und aussen und fungiert zugleich als Filter und Distanzraum zum Wald und den Nachbarhäusern. Die Laube soll in bewährter Art aus auskragenden Ortbetonplatten und vorgefertigten Betonlisenen gefügt werden. Ein einfaches Staketengeländer, Verbundrafflamellenstoren und ein Vorhang komplementieren den unprätentiösen Ausdruck des Hauses. Da kein Kontrast, sondern eine stimmungsmässige Nähe zum Wald gesucht wird, sollen die Betonoberflächen wie auch die Holzschalung auf den geschlossenen Wandteilen dunkel lasiert werden.

Schafschürwies

Labitzke

Drei Häuser Hohlstrasse: Das Scheibenhochhaus an der Hohlstrasse wird durch vier Treppenhäuser direkt ab der Hohlstrasse erschlossen. Eine durchgehende Stützen-Platten-Struktur ermöglicht eine maximale Flexibilität in der Nutzungszuordnung. Das Erdgeschoss ist als Gewerbefläche konzipiert. Hofseitig können fünf, direkt von aussen erschlossene Atelierwohnungen angeboten werden. Das 1. Obergeschoss eignet sich aufgrund der Raumtiefe bestens für Büronutzungen (Kombibüro) oder Served Appartements. Das Regelgeschoss ist als eine Addition von vier Dreispännern mit jeweils zwei 3.5- und einer 2.5 Zimmerwohnung organisiert. Über ein Schaltzimmer kann der Wohnungsspiegel, den Marktverhältnissen entsprechend, zwischen einer 2.5-Zimmer- und einer 4.5-Zimmerwohnung frei eingestellt werden. Die Wohnungen generieren ihre spezifische Qualität über die grosse Tiefe der Grundrisse und die räumliche Verschränkung des Wohnraumes mit dem Schlafzimmer. Im 9. Und 10. Geschoss werden als eigentliche Penthouses attraktive Maisonettwohnungen vorgeschlagen.
Hofgebäude: Das Hofgebäude schreibt die heutige Identität des Ortes mit den gewerblich genutzten Hallenbauten fort. Von der Wohn- und Spielgasse werden vier fünfspännige Treppenhäuser und die dazugehörenden Veloräume direkt erschlossen. Sechs, stellenweise überhohe Wohnateliers entwickeln sich von der öffentlichen Gasse zum halbprivaten Hofgarten. Im Regelgeschoss werden – der Typologie des Hauses folgend – einfache, gut proportionierte, zirka 50 m2 grosse Hallenräume angeboten. Mittels einer Leichtbau und grossen Schiebetüren kann ein Zimmerbereich abgetrennt werden. In einer mittleren die Grundstruktur des Hauses prägenden Kammerschicht sind grosse Nebenräume und für die 3.5-Zimmerwohnung ein separates Zimmer angeordnet. Jedes Treppenhaus führt auf das Dachgeschoss, von wo über einen kleinen Gemeinschaftsraum ein grosszügiger Dachgarten erreicht wird. Dieser Dachgarten kann im Sinne des urban farming bewirtschaftet werden.
Hochhaus: Das Hochhaus wird von der Albulastrasse über eine zweigeschossige Eingangshalle erschlossen. Gewerbe- und Restaurationsflächen leiten in die Wohngasse über und prägen das öffentliche Zentrum des neuen Ensembles. Vom Erschliessungskern aus werden in den ersten fünf Geschoss acht und in den obersten sieben Geschossen jeweils sieben Wohnungen erschlossen. Die Wohnungen loten das spezifische Potential des Wohnens im Hochhaus aus. Über ein Entree tritt man in einen sich dreiseitig zur Aussicht öffnenden Wohn-/Essraum. Durch die Abtreppung des Wohnbereichs um zwei Stufen wird ein horizontales Panorama über die tiefen Brüstungen nach unten auf die Stadt eröffnet.
Identität des Ortes und Entwicklungsstrategie Die vorgeschlagenen Haustypen sind ganz klar aus den unterschiedlichen Potentialen der jeweiligen Standorte entwickelt. Das Projekt schreibt die Tradition des Ortes fort und überhöht die vorhandenen Identitäten zu unverkennbaren Adressen. So verdeutlicht das Haus an der Hohlstrasse den heutigen Charakter dieser Strasse als urbane, stark frequentierte Erschliessungsader. Die Wohnungen loten das Potential zwischen der urbanen Strassenseite und der ruhigen südlichen Hofseite aus, wo das Haus gleichsam als Terrassenbau in Erscheinung tritt. Das Hofgebäude dagegen steht in der Tradition der flachen und langen von der Albulastrasse in die Arealtiefe stossenden Gewerbehallen. Die heterogene Identität der Albulastrasse wird durch das sich aus einem liegenden Sockel in die höhe entwickelnde Hochhaus weiter betont.
Es liegt auf der Hand, dass die drei Häuser jeweils unterschiedliche Zielgruppen ansprechen sollen. So wurde das Hofgebäude naheliegenderweise für das Zielpublikum der «Urban Avantgard» entworfen. Das Haus an der Hohlstrasse wie auch das Hochhaus entspricht den Wohnbedürfnissen der «etablierten Alternativen». Die Wohnungen im Hochhaus können als verkauft werden.
Nachhaltigkeit und Energienutzung Massgebend für die Einhaltung des geforderten Minergie-P-Eco-Standards sind die kompakte Gebäudevolumetrie des Projektes, die vertikal durchgehende statische Struktur der drei Häuser sowie das verhältnissmässig kleine Untergeschoss (ein Grossteil der Veloräume und anderer Nebenräume ist oberirdisch angeordnet). Ebenso wichtig für die Nachhaltigkeit des Projektes ist die flexible Gebäudestruktur (Stützen/Platten) beim Hochhaus und dem Längsbau an der Hohlstrasse, welche spätere Umbauten zulassen, sowie die dauerhafte und deshalb unterhaltsarme Ausbildung der Fassade mit vorgeblendetem Klinker.
Als Lüftungskonzept wird für jedes Haus eine kontrollierte Lüftung mit zentralen Steigzonen und einer Zentrale im Untergeschoss vorgeschlagen. Für den sommerlichen Wärmeschutz verfügen alle Fenster über eine konventionellen, aussenliegenden Sonnenschutz.

Städtebau Hinter dem Projekt steht eine klare städtebauliche Grundabsicht: Aufgrund der Arealgrösse, des Quartiercharakters und der Lage des Grundstückes in der Stadt soll hier keine «Siedlung» oder sogenannte Arealüberbauung entstehen, sondern «Städtebau» im wörtlichen Sinne betrieben werden – die Neubauten sollen die bestehende Stadtstruktur weiterentwickeln und neu prägen. Es geht nicht um ein städtebauliches Implantat, sondern um eine Interpretation der Stadt.
Aus diesem Grund werden drei verschiedene, je spezifische Gebäude vorgeschlagen, die sich ebenso stark auf die bestehende Stadt beziehen, wie sie untereinander Verbindungen eingehen. An der Hohlstrasse wird ein scheibenförmiger Längsbau vorgeschlagen, der die prägnante räumliche Fassung der Hohlstrasse weiterentwickelt und mit den geplanten Hochhausscheiben auf der gegenüberliegenden Strassenseite in Verbindung tritt, ohne dabei eine Torsituation zu erzeugen, wie das bei einem Hochpunkt der Fall wäre. Zum Arealinnern bietet der Bau einen guten Lärmschutz.
Die zwei anderen Gebäude liegen an der Albulastrasse, welche gewerblich geprägt ist und deshalb einen disperseren Gebäudebestand aufweist. Das vorgeschlagene Hochhaus steht direkt an der Strasse und weist in seinen Proportionen einen gedrungenen Charakter auf. Die horizontale Fassadengliederung strebt nicht nach der städtischen Eleganz eines «City Towers», sondern verankert den Bau am Ort. Der zweite, flache Bau entwickelt sich von der Hohlstrasse in die Arealtiefe und vermittelt zwischen Strasse und «Hofraum». In seinem Erdgeschoss werden Wohnateliers angeboten, die wesentlich den unmittelbaren, gemeinschaftlich-öffentlichen Aussenraum prägen.

Umgebung Auch der Aussenraum folgt der eingangs formulierten Ausgangsthese: Er wird nicht als «Vorbereich» der Gebäude verstanden, sondern als verbindender Stadtraum, dem eine mindestens so starke Gestaltpräsenz zukommt, wie den Gebäuden selbst. Diese Bedeutung und Wirkung wird im wesentlichen durch einen zusammenhängenden Baumkörper erzeugt, der sich zwischen Hohl- und Albulastrasse spannt und seitlich in bewegungsberuhigte Aussenräume ausgreift – ein Boskett auf Chaussierung vor dem Hochhaus sowie eine grüne Spielfläche beim Längsbau. Das Blätterdach dieses Baumkörpers fasst eine Wohn- und Spielgasse, die einen selbstverständlichen Übergang zwischen Öffentlichkeit und Privatheit schafft. Ihre informelle Möblierung schafft verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, ohne den durchgehend öffentlich zugänglichen Raum stark zu determinieren. Auf der gegenüberliegende Seite fasst das Hofhaus einen ruhigen Kiesgarten.
In den Strassenräumen wird, wie im Quartier üblich, der Asphalt an die Gebäude herangeführt. Darin eingelassen sind Baumscheiben von der Allee an der Hohlstrasse sowie für Einzelbäume an der Albulastrasse. Hier befinden sich zudem die Besucherparkplätze (Hohl- und Albulastrasse) sowie die im Gebäudesockel des Hochhauses liegende Tiefgarageneinfahrt, sodass das Arealinnere frei ist von Autoverkehr.
Ausdruck Eine weitere Verbindung zwischen den drei Gebäuden schafft die durchgehend gleiche, jeweils auf den Charakter des Gebäudes abgestimmte Fassadenmaterialisierung mit vorgeblendetem Klinker. Beim Hochhaus sind das schwarze, im Raster verlegte Klinkerplatten, die mit den breiten hellen Aluminiumrahmen der Verglasungen kontrastieren. Beim flachen «Hofgebäude» werden hell geschlemmte Backsteinplatten vorgeschlagen. Die Homogenität und «Weichheit» der Erscheinung nimmt Bezug auf die haptische Nähe in der Wohn- und Spielgasse. Der Längsbau schliesslich wird mit bräunlich-rötlichem Klinker verkleidet, der die physische Schwere und lagernde Präsenz des Baukörpers unterstreicht.

Metzgerhalle

Städtebau und Volumen
Die städtebauliche Grundabsicht des Neubaus an der Wallisellerstrasse ist einfach. Sie besteht darin, an der Nahtstelle zwischen kompakter und offener Bebauungsstruktur ein Stück Stadt «fertig zu bauen». Damit ist keineswegs eine Intervention im Sinne einer Stadtreparatur gemeint, sondern die selbstbewusste Artikulation einer interessanten stadträumlichen Friktion. Das Volumen des Neubaus thematisiert diese städtebauliche Situation hauptsächlich in seiner plastischkräftigen, bisweilen expressiven Gestalt. Es übernimmt die Geschossigkeit, die Traufe sowie das Element des hohen Vordaches über dem Erdgeschoss des bestehenden Hauses an der Schaffhauserstrasse, verankert sich über zwei breite Erker im Strassenraum und schliesst mit einer expressiven Kopfausbildung zur offenen Bebauungsstruktur zur Glatttalebene ab. Die Kopfausbildung antwortet auf die Weite und die grossmasstäblichen Baukörper dieses Stadtraumes. Die Vertikalität des Gebäudeabschlusses wird durch eine Überhöhe im Attika sowie ein dem Strassenverlauf entsprechendes Verspringen des Erkers respektive des Vordaches verstärkt. Das Vordach über dem Erdgeschoss ist nicht durchlaufend. Damit verbindet sich das mittlere Fassadenfeld mit dem Erdgeschoss, während die zwei Fassadenfelder zum Altbau hin und am Gebäudekopf ins Attikageschoss greifen. Diese plastischen Operationen steigern die Ausdruckskraft des Neubaus, verwischen bewusst die klassische Gliederung von Sockel-, Regel- und Attikageschossen und führen einen komplexeren Aufbau der Strassenflucht ein.

Architektur und Ausdruck
In Entsprechung zu den städtebaulich-volumetrischen Absichten handelt es sich beim Neubau um eine murale städtische Architektur mit geschlossenem Wandkörper und eingeschnittenen Lochöffnungen. Das Gebäude sucht damit nicht einen Kontrast zum Altbau an der Schaffhauserstrasse sondern die Einheit. Die Fassade soll deshalb mit keramischen, mittelformatigen und nicht glasierten Platten verkleidet werden. Über den Fenstern überspannt eine grossformatige, keramische Platte die Öffnung. Die relative Rauheit dieser Platten kontrastiert mit dem hellen, anodisierten Aluminium der Holz- Metall-Fenster.
Der strassenseitig zurückspringende Teil des Attikageschosses soll in einem den Keramikplatten ähnlichen Farbton verputzt sein und durch den Materialwechsel die Figur der repräsentativen Hauptfassade stärken. Die keramischen Platten ziehen sich über die Stirnseite des Kopfbaus und finden in den eingeschnittenen Balkonen auf der Hofseite ihren Abschluss.
Die Hoffassade selber ist typischerweise schlichter materialisiert. Ein ocker-grauer Verputz, die umlaufend anodisierten Aluminiumfenster und die mit einem Metallgeflecht versehenen Balkone prägen den Ausdruck einer wohnlichen Hoffassade. Das Hofgebäude vermittelt über die grossen Bandfenster und die Traufausbildung mit den aufgeklappten Gauben den für Hofbauten typischen Atelier- und Gewerbecharakter.

Schnitt
Ein Schlüssel des Projektes liegt in der Kotierung der Geschoss- und Traufhöhen. Um die Einheit mit dem Altbau zu betonen werden dessen Geschosskoten übernommen. Mit dieser Masssnahme gelingt es auf einfache Art und Weise die unterschiedlichen Gebäudehöhen optimal auszuschöpfen und hofseitig für die Wohnungen im 1. Obergeschoss Terrassen auf dem Hofgebäude sowie natürlich belichtete Untergeschossräume anbieten zu können. Dank der durchlaufenden Geschossquoten wird für die Laden- und Büronutzung eine maximale Flexibilität erreicht. Die lichte Raumhöhe in den Wohngeschossen beträgt 2.69m, bzw. 3.69m in der Attika- Kopfwohnung.

Erschliessung
Zwei Treppenhäuser, drei und vierspännig, erschliessen den gesamten Neubau. Dank den Fenstern im Attikageschoss und dem einen Treppenauge werden die Treppenhäuser zu grosszügig repräsentativen Adressen. Ein Durchladerlift ermöglicht eine direkte, rollstuhlgängige Erschliessung beider Ladengeschossen. Über die Hofzufahrt, welche mit einem Rollgitter geschlossen werden kann, werden die Besucherparkplätze erreicht und die Anlieferung sichergestellt. Hinter der Garagenabfahrtrampe-, in die Fortsetzung der Stirnmauer integriert, befindet sich die Velogarage mit total 40 gedeckten Abstellplätzen.

Grundriss / Nutzung
Im untersten Geschoss befinden sich die Tiefgarage mit 28 Abstellplätzen sowie die Kellerräume der Wohnungen. Ein Geschoss höher sind neben den Ladenflächen die Anlieferung, die Personalgarderoben und die Technikräume vorgesehen. Das Erdgeschoss wird durch die Schaufenster der Läden und die Hauseingänge geprägt. Die Büronutzung im 1. Obergeschoss ist auf maximale Flexibilität ausgelegt. Im 2.8 m hohen Geschoss werden in der Mittelschicht die Steigzonen der Wohngeschosse zu den Liftkernen verzogen. Die Fassadeneinteilung des Hofgebäudes ist auf einem für Einzelbüros geeigneten Raster von 2.7 m aufgebaut. Der vorgeschlagene Charakter der Wohnungen basiert auf zwei Überlegungen. Einerseits soll auch im Innern eine Verwandtschaft zum Altbau und den Wohnvorstellungen der Gründerzeit erzeugt werden und andererseits müssen die Wohnungen für das anvisierte Zielpublikum einen hohen Wohnwert erhalten. Da die kleineren Wohnungen hauptsächlich für ältere oder junge Leute konzipieren sind, ist ein nutzungsneutrales Raumgefüge, das ganz unterschiedliche Wohnvorstellungen bedienen kann, gesucht. Dies wird im Wesentlichen erreicht, indem der Wohn- Essbereich in eine Esshalle und ein abtrennbares Wohnzimmer unterteilt werden. Das Wohnzimmer kann auf diese Weise als „gute Stube“ oder Salon, aber auch als zusätzliches Zimmer für eine Studentenwohngemeinschaft genutzt werden. Die separat abtrennbare Küche ist genügend gross um einen Vierertisch aufnehmen zu können, so dass auch die Nutzung der Halle nicht determiniert ist.

Altbau
Die Massnahmen im Altbau basieren auf einer Analyse der bestehenden statisch relevanten Baustrukturen und schlagen bewusst zurückhaltende Eingriffe vor. Neben dem neuen, gesetzlich vorgeschriebenen Lift werden im Wesentlichen alle Nasszellen und die dazugehörigen Fallstränge neu disponiert. Die Raumkammerung wird durch zusätzliche Türen nutzungs- neutralisiert und optisch durchlässiger.

Schönau

Speich Areal

Das Speich-Areal befindet sich in einer besonderen städtebaulichen Lage zwischen Blockrandquartier und einer heterogenen Bebauung am Wipkingerplatz, der Hardbrücke und dem Flussraum, welche nach einem städtebaulich janusköpfigen Baukörper verlangte. Das Gebäude reagiert darauf mit einer expressiven, eigenständigen Gestalt, insbesondere einer Kopfausbildung zum Wipkingerplatz, welche den Ort neu besetzt. Auf der Strassenseite heben plastische Verschränkungen die klassische Dreiteilung von Sockel, Mittelteil und Attika auf und steigern die Ausdruckskraft des Baukörpers. Auf der Flussseite wird über Terrassierungen des Gartens, der Ausbildung der Hofgebäude als Gebäudesockel sowie bepflanzten Balkonen und Dachterrassen ein nochmals anderer Charakter erzeugt, der an vertikale oder hängende Garten erinnert. Die Fassadenbekleidung mit Keramik – in Anlehnung an die ortstypischen, ockerfarbenen Backsteine – kontrapunktiert und entmaterialisiert je nach Lichtreflexionen die Massigkeit und Schwere des Körpers.
Der geforderten Nutzungsflexibilität im Programm folgend wurde das Haus konsequent strukturell entflochten. Dazu gehören der Skelettbau in Stahlbeton, der Leichtbau im Innern und stellenweise abgehängte Decken, welche die offen geführten Installationen verkleiden. Die Wohnräume loten in dieser Disposition das räumliche Potential des «plan libre» aus.

> Lageplan

Eschenbüel

ESCHENBÜEL – ZENTRUMSNAHER STADTALLTAG AM ÜBERGANG ZUR LANDSCHAFT

Uster hat sich über die letzten Jahre und Jahrzehnte durch kontinuierliche Planung und Stadtentwicklung eine starke Position als Wohnstadt im Metropolitanraum Zürich geschaffen. Die Gebietsentwicklung Eschenbüel setzt diese bemerkenswerte Tradition fort, eröffnet dabei gleichzeitig aber auch die Chance, Uster als Wohnstandort zukunftsgerichtet zu profilieren.

Eine derartige Positionierung von Eschenbühl erfordert ein hohes Mass an planerischer Sensibilität im Umgang mit den vorhandenen Potentialen der Landschaft, der Nähe zum Ortszentrum und schliesslich der guten Anbindung an den öffentlichen und überörtlichen privaten Verkehr. Die anvisierten Zielgruppen und die entschiedene Ausrichtung an Fragen der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ergänzen die Neuorientierung um weitere konkrete Vorgaben.

Unser Planungsvorschlag nimmt diese Potentiale und Anforderungen gezielt auf und übersetzt sie in präzise verkehrsplanerische und landschaftliche, städtebauliche und nutzungsbezogene Setzungen und Regelsysteme. Die verschiedenen Massnahmen werden räumlich über die Prinzipien von Intensivierung und Reduktion sowie Präzisierung und Differenzierung zu einem kohärenten und sorgfältig ausdifferenzierten städtebaulichen Ensemble verbunden. So setzt sich das Ensemble aus drei längs gerichteten Bebauungsstreifen zusammen, die sich mit vier jeweils spezifisch artikulierten öffentlichen Räumen und Grünräumen abwechseln und so den Übergang von der Stadt in die Landschaft orchestrieren. Die Bebauung präsentiert sich von der Zürichstrasse her betrachtet als eine Sequenz von drei Feldern, die von hohen, zu mittleren und schliesslich niedrigen kompakten Baukörpern übergehen und dabei unterschiedliche städtische Wohnformen ansprechen.

Das räumliche Strukturmuster verbindet sich mit Grundsätzen, die ein nachhaltiges Quartier entstehen lassen. Dazu zählen eine homogen hohe Dichte bei typologischer Variabilität kompakter Bauweisen, die je nach Bebauungsfeld drastische Reduktion der Parkplätze und die gute Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Bereitstellung von Mobility-Standorten und die attraktiven Fuss- und Radweg. Prinzipien wie die geringe Zahl an unterirdischen Bauwerken, die fokussierte Bewältigung des motorisierten Privatverkehrs und Schaffung von Nachverdichtungsmöglichkeiten bekräftigen dies.

So wird sich im Eschenbüel ein Stadtteil entwickeln, indem gewohnt, aber auch gearbeitet werden kann. Er verbindet hochwertige Wohnangebote für unterschiedliche Bedürfnisse mit aussergewöhnlichen Aufenthaltsqualitäten in den siedlungsöffentlichen Räumen und namentlich den Strassenräumen. Die neuen Verkehrsführungen eröffnen der übrigen Stadtbevölkerung attraktive Zugänge zu den Waldrändern und der offenen Landschaft. Es ist die Eschenbüelstrasse, die dem Quartier sein Rückgrat und seine spezifische Ausstrahlung verleiht: Sie präsentiert sich als neuer Strassentyp, der Bewegung, Aufenthalt und Begegnung vereint.

Hinterforst