Thurgauerstrasse

Gartenstadt

Glaubten

Papieri

Universitätsspital

Habüel

Hegibachplatz

Die vier neuen Häuser am Hegibachplatz bieten 50 Wohnungen für Menschen im dritten Lebensabschnitt an. Das eine Haus sitzt entlang der Hofackerstrasse und stellt sich in die Reihe der aufgelockerten Blockrandgebäude um den Hegibachplatz. Die anderen drei Häuser sind von aussen gesehen quasi inexistent und ordnen sich den bestehenden, teils gewerblich genutzten Hofbauten zu. Anstelle einer Siedlungsbildung wird hier an der gewachsenen Stadt weitergebaut.
Das Haus an der Strasse sitzt auf der rund hundertzwanzigjährigen Stützmauer aus Sandstein, ist mit dämmendem Backstein monolithisch gebaut und verputzt. Alle Wohnungen sind sowohl zum Hof wie auch auf den südlich gelegenen Hegibachplatz ausgerichtet. Sie erhalten dadurch viel Sonne, Aussicht und nehmen am städtischen Treiben am Platz teil.
Die drei Häuser im Hof erscheinen durch die verkleidete Holzfassade leicht und wachsen wie Bäume in den Himmel. Aufgrund der baulichen Dichte weichen sie sich gegenseitig aus, betten sich jedoch gleichzeitig in einen üppigen Garten. Häuser und Garten steigern sich so zu einer atmosphärischen Dichte. Die Wohnungen sind entsprechend ruhig, schattig und kontemplativ.

Industriestrasse

Die städtebauliche und architektonische Idee baut auf den historischen und gegenwärtigen Qualitäten des Ortes auf: Ein Terrain vague mit verschiedenartigen Häusern, stummen Schuppen, Platzflächen, einzelnen, wild gewachsenen Bäumen und einer lebendigen Kultur. Seiner heutigen Nutzung entsprechend wird das Areal Industriestrasse als ein «Lagerplatz in der Stadt» verstanden, auf dem unterschiedliche Menschen, Häuser und Ideen zusammenfinden. Es wird eine Kontinuität des Veränderlichen und Informellen gesucht. Das Projekt sieht auf diesem Platz eine «Versammlung» von sechs individuellen Häusern vor, die eine zusammengehörige, aber informell verbundene Gruppe bilden.
Mit der Häusergruppe werden verschiedene Aussenräume geschaffen. Die drei Hofräume bilden die gemeinschaftlichen und öffentlichen Zentren: der Quartierhof, der Spielhof und der Beizenhof. Aufgrund der freistehenden, solitären Häuser wird das Areal durchlässig und über zahlreiche Wegverbindungen in die Stadt eingebunden. Die Idee für den gemeinschaftlichen und öffentlichen Aussenraum sieht keine festgeschriebene Form vor, sondern verändert sich – einem Ökosystem gleich – durch die Interaktion von Menschen, Vögeln, Insekten und Pflanzen immerfort und lagert verschiedene Schichten ab.
Jede Genossenschaft erhält ihr eigenes, anderes Haus. Die Häuser unterscheiden sich nicht nur im Ausdruck, sondern ganz wesentlich bei den Wohnräumen. Neben der Idee für eine spezifische Wohnform sind die Räume bei allen Häusern aus dem jeweiligen konstruktiven Aufbau entwickelt. Diese Aufbauten folgen der Idee von «Stapelungen». Die Regeln der Stapelungen werden bestimmt über die Art der Holzelemente und die additive, tektonische Logik der Holzbauweisen: Stäbe, Platten, Raumkörper. Der Holzbau prägt den Innenraum in seiner Gestalt, Haptik und Atmosphäre.
In ihrer Unterschiedlichkeit bieten die sechs Häuser die Voraussetzung für ein durchmischtes und sich stetig wandelndes Quartier für alle Lebensformen und Altersgruppen. Das Wohnen nistet sich in den offenen Räumen ein. Ähnlich den Wandlungen im Aussenraum ist dieser Prozess nie abgeschlossen, die Spuren individueller Biografien werden erweitert, ausgedünnt und verändert.
Die Dachformen der fünf neuen Häuser prägen deren individuellen Ausdruck und Charakter. Durch die Dächer werden aus den Häusern eigentliche «Figuren». Zusammen bilden die Dächer eine Dachlandschaft, die eine zweite Ebene des gemeinschaftlichen Aussenraumes formt.

Haus #1 Wogeno
Von den fünf Häusern ist das Haus der Wogeno das kleinste. Mit seinen sechs Geschossen und dem Dachgeschoss erhält es dabei beinahe die Proportion eines kleinen Turmbaus, – eine Sphinx – bekrönt durch das «Gerüst» der Dachterrasse. Das komplett in Holz konstruierte Haus ist aus Balkenstapeln (tragende Wandschotten) und Balkenlagen (Decken) aufgebaut. Die sechs Balkenstapel gliedern den Grundriss in fünf Raumkompartimente mit Ost-West-Orientierung. In diesen Kompartimenten lassen sich – insbesondere mit den zwei Schaltzimmern – in den Treppenhausspangen unterschiedliche Wohnungsgrössen und -typen organisieren: von der 1- bis zur 5-Zimmer-Wohnung.

Haus #2 Wohnwerk
Das Haus der Wohnwerk liegt an der Industriestrasse und prägt die Adresse der Kooperation. Der konstruktive Aufbau aus Balkenstapeln und Balkenlagen ist eine Variation des Wogeno-Hauses. Die Balkenstapel bilden eine dreischiffige, längsgerichtete Grundrissstruktur aus. Die mittige Raumschicht dient als «geteilter» Raum. Westseitig befinden sich die Grundmodule «Wohnen» (Kochen, Wohnen, Zimmer, Bad), ostseitig sind zusätzliche Zimmer und Bäder angeordnet. Diese Disposition beschreibt das Konzept «atmender» und «geteilter» Wohnungen, eine Interpretation des Molekular-Ansatzes: Zum «Wohnen» können je nach Haushaltsgrösse Zimmer zugemietet oder weitergegeben werden («atmen»), das mittige Schiff wird mit der Stockwerkgemeinschaft geteilt.

Haus #3 LBG
Das Haus der LBG besetzt die Mitte des Areals und hat Anstoss an die drei Platzräume. Das Erdgeschoss nimmt den Kindergarten und die Kita auf. Das Haus besitzt ein eigenes Prinzip der «Stapelung», bei dem raumhaltige «Tubes» aufeinander geschichtet werden. In Querrichtung nehmen diese vorfabrizierten «Tubes» alle installierten Räume wie Küchen und Bäder auf. Die Decken bestehen aus röhrenförmigen Kastenelementen. Die Wohnungen entwickeln sich beidseitig respektive um einen Tube herum, was eine weitläufige «Geografie» im Innern erzeugt. Im überhohen Dachgeschoss liegen Musikräume (Vorführung, Musikschule etc.).

Haus #4 ABL
Das Haus der ABL ist der grösste Neubau, was sich in einer kompakten Grundrissorganisation mit grösseren Eckwohnungen und mittigen Kleinwohnungen mit Ost- respektive Westorientierung manifestiert. Die Gebäudestruktur besteht aus einem massiven Sockelgeschoss, auf dem sich ein filigraner Elementbau mit Brettholzscheiben errichtet – von der Leichtigkeit einem Kartenhaus ähnlich. Dieser Tragstruktur entspricht eine feingliederige Raumstruktur, bei der auf den Längsseiten sechs, auf den Schmalseiten ein Zimmer schaltbar sind und sehr viele Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich Wohnungsgrössen und -typen offen lassen. Alle Wohnungen werden über ein zweiteiliges Atrium erschlossen, das sich auf dem Dach in ein Glashaus für die Hausgemeinschaft öffnet.

Haus #5 GWI
Der Neubau der GWI wird in einer zweiten Etappe realisiert, wenn der Altbau am Geissensteinring weichen muss. Die Tragstruktur ist aus Brettsperrholzscheiben zusammengesetzt, die ein Raumkabinett aus einem Ring von kleineren und einem Kern von grossen quadratischen Räumen bilden. Die Raumkanten sind allseitig offen und lassen Raum für Fenster und Türen. Damit sind vielfältige Schaltmöglichkeiten gegeben: von der abschliessbaren 1-Zimmer-Wohnung bis zur Stockwerkswohngemeinschaft. Je nach Anzahl gebauter Türen können auch diese Wohnungen «atmen» und sich jederzeit den sich verändernden Bedürfnissen anpassen. Auf dem Dach ist ein Hauskraftwerk für die Warmwasserproduktion vorgesehen, das den Ausdruck des Hauses mitprägt.

Haus #6 Industriestrasse GWI
Das Haus an der Industriestrasse 9 wird umgebaut. Im Untergeschoss entsteht ein Konzertlokal, im Erdgeschoss neben dem Gemeinschaftsraum ein Restaurant mit Zugang zum Platz, im Obergeschoss findet eine Ateliergemeinschaft Platz und im Dach eine Wohngemeinschaft. Diese unterschiedlichen Raumstrukturen bauen alle auf dem inneren Skelettbau des alten Käselagers auf. Die Zimmer der Wohngemeinschaft im Dachgeschoss erhalten Licht über grosse «Ochsenaugen», die Teil der verspielten Dachlandschaft mit den vielen Kaminen wird. Das Haus ist ein wichtiger Identifikationsort für die Kooperation.

Solaris

Städtebau und Vernetzung
Das Hochbord-Quartier Dübendorf, am Stadtrand Zürichs, erfährt aktuell eine Entwicklung von einer industriellen und gewerblichen Struktur hin zu einem gemischt genutzten Stadtquartier. Neu Projekte für Wohnen und Dienstleistung wechseln sich mit bestehenden grossmassstäblichen Bebauungen ab. Anstelle eines einheitlichen Stadtkörpers entstehen auf den einzelnen Baufeldern solitäre Areale, deren Bauten unterschiedlichen städtebaulichen und architektonischen Konzepten folgen. Erforderlich ist daher die Entwicklung eines Projektes mit eigenständiger Identität.
Der Entwurf für das Areal an der Ecke Sonnental-/Zürichstrasse bezieht sich gleichermassen auf das städtebauliche Konzept des Richtplanes wie die laufende planerische und bauliche Entwicklung in der unmittelbaren Nachbarschaft des Areals: Es sieht eine Randbebauung aus einzelnen Baukörpern vor, eine Art offener Blockrand. Diese setzt sich aus drei Bautypen zusammen: zwei schlanke, strassenbezogene Baukörper mit vier Geschossen, einen parkbezogenen, tieferen Baukörper mit acht Geschossen (sieben Vollgeschosse und eine «Attika») sowie ein Volumen mit sechs Geschossen an der Sonnentalstrasse. Die Baukörper umschliessen einen Hof, die gemeinschaftliche Mitte des Areals. Er schafft Identität für die neue Überbauung und dient der Erschliessung: die «offenen Ecken» schaffen vier Zugänge und verknüpfen das Areal mit dem öffentlichen Verkehr und dem Quartier Hochbord.

Nutzungsverteilung und Wohnen
Die Nutzungsverteilung folgt dem städtebaulichen Konzept. Die Wohnnutzungen werden im parkbezogenen, höheren Baukörper, das heisst lärmgeschützt, konzentriert. Die strassenbegleitenden Bauten nehmen Flächen für Verkauf, Gewerbe und verschiedene Formen der Büronutzung auf. Das Dachgeschoss des Hauses an der Ringstrasse wird wiederum für das Wohnen genutzt.
Innerhalb der städtebaulich-volumetrischen Setzung ist eine grosse Vielfalt an unterschiedlichen Wohnungen möglich, ohne dabei die Rationalität und Regelhaftigkeit des Entwurfs in Frage zu stellen. Es resultieren pro Wohnungsgrösse zwischen zwei (1.5-Zimmer-Wohnungen) und acht (3.5-Zimmer-Wohnungen) verschiedene Wohnangebote. Diese reichen von kleinen Atelier-Maisonetten am Hof über Erdgeschoss-Gartenwohnungen (2.5- bis 4.5-Zimmer-Wohnungen) bis zu Attikawohnungen mit grossen Dachterrassen. Die einfachen Grundrisse zeichnen sich durch Flächeneffizienz, gute Belichtung, nutzungsneutrale Räume und eine hohe Gebrauchstauglichkeit aus. Die erdgeschossigen Gewerbe- und Verkaufsflächen besitzen über die Ring- und Zürichstrasse eine hohe Visibilität.

Strassen- und Aussenräume
Mit dem Projekt werden die Strassenräume gestärkt. Innerhalb des Areals werden unterschiedliche Freiraumtypen geschaffen. Der Hof bildet die identitätsstiftende Mitte mit verschiedenen Nutzungsbereichen und Belagsarten: von hier aus werden sämtliche Wohnungen und Büroflächen erschlossen und beliefert. Die Wohnungen im westlichen Erdgeschoss verfügen über eigene, private Vorgärten. Ebenfalls im Westen befindet sich in direktem Anschluss an den Park ein ruhiger Kinderspielplatz. Ergänzt wird das Angebot durch gemeinschaftliche und private Dachterrassen. Es besteht eine klare Gliederung in öffentliche (Strassenraum), halböffentliche (Hof), gemeinschaftliche (Dachterrassen) und private (Balkone und Dachterrassen) Aussenräume. Die Balkone sind hinsichtlich der Baumasse optimiert und nicht abgestützt.

Architektur
Die Bauten weisen einen eigenständigen und prägnanten Ausdruck auf. Bestimmend sind an den farbig verputzten Häusern die «hängenden» Balkone und Erschliessungen in weiss und dunkelgrau gespritztem Stahl. Die Häuser sprechen von einem gemischt genutzten, städtischen Areal und verweisen auf den ehemals gewerblichen Charakter des Hochbords. Die Fassadenmaterialisierung ist robust und wirtschaftlich.

Rationalität und Wirtschaftlichkeit
Das Projekt ist in allen Bereichen auf eine wirtschaftliche und preisgünstige Realisierung ausgerichtet. Es schöpft die zulässige Ausnützung voll aus, verfügt über kompakte und teilweise tiefe Baukörper und eine effiziente Erschliessung. Es besteht ein hoher Wiederholungsgrad hinsichtlich der Grundrisstypen und der Bauteile. An den vertikalen Haustechnikerschliessungen sind pro Geschoss je zwei Küchen und zwei Bäder angeschlossen. Die Lastabtragung erfolgt durchgehend vertikal und ist auf die Parkierung abgestimmt.

Narzissenstrasse

Das Haus steht am unteren Zürichberg auf Höhe der Universität in einer der unscheinbaren, nach Blumen benannten Quartierstrassen. Die einfachen und verputzten Wohnhäuser der Nachbarschaft sind farbig gestrichen, haben bescheidenen Fassadenschmuck, verfügen teilweise über Erker oder kleine Balkone sowie kräftige Dächer mit Mansarde und aufgesetztem Walm.
Das Haus an der Narzissenstrasse fügt sich in diesen vertrauten Kontext ein. Ein Erker prägt das Gesicht der schmalen Strassenfassade, Balkone mit Pergolen besetzen die Ecken und das Dach bildet auch hier eine Mansarde. Die farbigen Putzflächen und weissen Fenster werden von profilierten Betonelementen gefasst. Von der Strasse trennt ein schmaler Vorgarten.
Das Haus nimmt auf jedem Geschoss zwei Wohnungen auf. Es gibt es eine Wohnung zur Strasse und eine zum Garten. Das verbindende Element ist eine langgetreckte Wohnhalle, die einmal mit der Strasse läuft und im anderen Fall in den Garten vorstösst. Wie im äusseren Ausdruck ist auch im Innenraum nicht die Abstraktion bestimmend, sondern das Konkrete.

> Lageplan

Pilatus

Drei Häuser
Das Projekt sieht eine Konfiguration von drei aneinander gebauten, funktional unabhängigen Häusern vor: Ein Wohnhochhaus mit Eigentumswohnungen, die Sportarena und ein Wohnhochhaus mit Mietwohnungen. Der mit der Überarbeitung schlanker proportionierte Wohnturm (60 Meter) am Kreisel Mattenhof bezieht sich in der Höhe einerseits auf die anderen platzbildenden Hochhäuser und vermittelt andererseits zum höheren Wohnturm. Vom Platz her betrachtet in zweiter Reihe und zum Bahnhof zugehörig steht der höhere Wohnturm (109 Meter). Dazwischen gespannt befindet sich die Sportarena. Die drei Häuser bilden damit die drei Programme ab und erlauben eine einfache Abparzellierung. Die Dreiteilung berücksichtigt aber auch deren unterschiedliche Lebensdauer und die statische Entflechtung führt zu einer schlanken Dachstruktur der Arena. Schliesslich wird mit dem privilegierten Wohnen in Hochhäusern der Landschaftsbezug thematisiert.

Platzfolge zwischen Bahnhof und Kreisel
Die Raumbildung des Mattenhofplatzes erfolgt über zentrierte und teilweise leicht ausgedrehte Platzfassaden. Mit dem südlichen Hochhaus der Pilatus Arena wird der Platz zu einem fünfeckigen Raum komplettiert. Durch das leichte Zurücksetzen des Wohnhochhauses wird eine platzartige Öffnung zum Bahnhof geschaffen, die sich von den Strassenmündungen unterscheidet und die wichtige Verbindung zwischen Mattenhofplatz und Bahnhof stadträumlich akzentuiert. Diese Verbindung baut auf einer Folge von Platzräumen auf, die jeweils Zugänge zu den drei Häusern geben. Der langgezogene Bahnhofplatz findet sein räumliches Ende mit dem nördlichen Hochhaus.

Fassadenkleid aus hellem Faserbeton und Aluminium
Auf plastischer Ebene verbinden sich die drei funktional getrennten Häuser zu einer Figur. Verstärkt wird diese architektonische Absicht durch das einheitliche und verbindende Fassadenkleid aus leichten und nobel erscheinenden Faserbetonplatten und Aluminium. Beide Materialien sind von heller Tonalität und kontrastieren nur wenig. Die Leichtbaufassade wird einerseits den drei verschiedenen Nutzungen gerecht und entspricht andererseits den Grundsätzen einer nachhaltigen Bauweise. Die hinterlüftete Fassade ist unterhaltsfrei und gewichtsparend; beim Hochhausbau beides relevante Kriterien.

Allmend
Der Mattenhof ist Teil des dynamischen Entwicklungsgebietes Luzern Süd. Luzern Süd wiederum steht in stadträumlicher Kontinuität zur Stadt Luzern, Horw und Kriens. Zwei Seen und drei Erhebungen fassen diesen Stadtraum. Primäre Verkehrsachsen durchlaufen den topografisch gefassten Raum. Drei dieser Achsen sind für den Mattenhof und die Allmend von Bedeutung: für den motorisierten Verkehr die Obergrundstrasse, die sich in Arsenal- und Horwerstrasse teilt, die S-Bahn-Linie Luzern-Horw sowie die geplante Langsamverkehrsachse vom Bahnhof Luzern entlang der Allmend nach Horw.

Stadträumliche Orientierungspunkte
Angelagert an diese Achsen finden sich an wichtigen stadträumlichen Stellen Hochpunkte: an der Obergrundstrasse am Ausgang der Neustadt die Pauluskirche, an der Langsamverkehrsachse und am Ende des Gleisfelds das geplante Steghofhochhaus, an der Horwerstrasse im Zentrum der Allmend die beiden Allmend Hochhäuser. Das nördliche Hochhaus der Pilatus Arena markiert in dieser Serie den Bahnhof Kriens Mattenhof. In Beziehung zu den Allmend-Hochhäusern schafft es eine räumliche Auszeichnung und Fassung der Allmend als öffentlichen Freiraum von Luzern Süd und «Sportcampus».

Wohnen im Hochhaus
Das Projekt setzt auf das privilegierte Wohnen in Hochhäusern, das den Landschaftsbezug zu den Seen und Alpen thematisiert. Prägendes Element für alle Wohnungen bilden plastische Einkerbungen im Baukörper mit jeweils flankierenden, zweiseitig geöffneten Loggien. Diese Kerben «multiplizieren» die Ecksituationen und schaffen auch bei mittig liegenden Wohnungen mehrfache Ausrichtungen: Im Innenraum werden mindestens zwei sich kreuzende Sichtbeziehungen aufgebaut. Die eine Sichtlinie geht vom Entrée aus über das Wohnzimmer und die Loggia in die Ferne. Eine Querverbindung bietet räumliche Grosszügigkeit in die Breite der Wohnung. In der Überschneidung dieser Fluchten befindet sich der Wohnbereich.
Sowohl im Turm mit Wohneigentum wie auch im Mietwohnungshaus werden sieben Wohnungen pro Geschoss über ein mittiges Treppenhaus erschlossen. Das Haus mit den Mietwohnungen erreicht mit 20 oberirdischen Geschossen rund 60 Meter, dasjenige mit den Eigentumswohnungen mit 37 Geschossen rund 109 Meter. Wo die beiden Wohntürme an die Sporthalle anschliessen, befinden sich Abstellräume. Die dazwischenliegende Sporthalle erreicht 21 Meter Höhe.

Architektonischer Ausdruck
Die drei Häuser werden über ein leichtes und nobel erscheinendes Fassadenkleid zu einer plastischen Figur zusammengebunden. Dieses Kleid besteht aus einem die Öffnungen um- und zusammenfassenden hell eloxiertem Aluminiumblech und ebenfalls hellen, vertikal verlaufenden und profilierten Faserbetonplatten. Diese Materialisierung wird einerseits den drei unterschiedlichen Nutzungen gerecht und nimmt anderseits Bezug zu den bestehenden und geplanten, mehrheitlich mineralisch verkleideten Häusern. Das Erdgeschoss ist nach aussen umlaufend verglast, um die erwartete Öffentlichkeit zu verdeutlichen.

Sozialräumliche Aspekte
Die nord- respektive westseitigen Haupteingänge zu den Wohnhäusern münden in grosszügige Eingangshallen. Im Alltag oder während grosser Sportanlässe besteht die Möglichkeit, die Lifte zu den Wohnungen über die ostseitigen Eingänge zu den Velo-, Kinderwagen- und Entsorgungsräumen zu erreichen (zweite Adresse). Die Eingänge sollen hochwertig ausgestattet sein, um über eine hohe Aufenthaltsqualität das Zustandekommen sozialer Kontakte im Alltag zu unterstützen.
Zugunsten einer guten sozialen Durchmischung wurde darauf geachtet, dass der geforderte Wohnungsmix nicht vertikal über die verschiedenen Geschosse verteilt wird, vielmehr werden auf den einzelnen Geschossen jeweils verschiedene Wohnungstypen angeboten. Der Dachgarten wird über das Angebot der flankierenden Gemeinschafts- und KiTa-Räume sowie der Gästewohnungen durch unterschiedliche Nutzergruppen und Nutzungen belebt. Insbesondere im Sommerhalbjahr wird er zur wichtigen hausinternen und gebäudeübergreifenden Bühne des sozialen Lebens. Daneben erweitern auf übergeordneter Ebene das Angebot der Sportarena (Restaurant, Vereinsräume und Kraftstudio) und die gewerblich genutzten Erdgeschosse die soziale Infrastruktur. Somit trägt das Projekt ein vielseitiges und massstäblich differenziertes Angebot an sozialräumlichen Qualitäten.

Gegenwelt zum urbanen Stadtraum
Auf dem Dach der Sporthalle befindet sich ein grosszügiger Garten, der den Bewohnern der beiden Häuser vorbehalten ist. Über eine direkte Verbindung vom Treppenhaus hat jede Wohnung Zugang auf die durchgehend gemeinschaftliche Dachfläche. Den Auftakt bilden zwei grosse, vorgelagerte Gartenterrassen, die als Aussenflächen für den angegliederten Gemeinschaftsraum, die KiTa und die beiden Gästewohnungen dienen und über welche man in den etwas tiefer gelegenen Garten gelangt.
Der Garten dient sowohl als «Bild» wie auch als nutzbarer Raum, in den man eintaucht und verschiedene Räume und Nischen findet. Eine üppige, aber klar strukturierte Vegetation aus Stauden, Sträuchern und kleineren Bäumen schafft einen kleinteiligen und informell nutzbaren Aufenthaltsraum. Durch die organische Formensprache und die topografische Absenkung wird der Garten zum Kontrapunkt der Architektur. Mäandrierende, chaussierte Wege führen durch die Gartensequenzen und entwickeln ein Spiel der Offenheit und Geschlossenheit.
An zwei Stellen öffnet sich der Weg zu einem zentralen Kiesplatz in der Nähe des Gemeinschaftsraumes sowie zu einem Kinderspielplatz in der Nähe der Kita und bildet so zwei spezifische, vielfältig nutzbare Orte. Die bänderartig angelegte Staudenpflanzung gliedert sich in unterschiedlich rötliche, gelbe und bräunliche Farbtöne, die eine starke visuelle Wirkung erzeugen. Verschieden hohe und dichte Sträuchergruppen aus einheimischen Kleingehölzen ergänzen die Staudenpflanzung und gliedern den Garten in räumliche Abschnitte. Mittels einer sanften Geländemodellierung wird die Raumbildung unterstützt und die Wege an die Terrassen angebunden. Eine auf Augenhöhe abschliessende Brüstung fasst den Gartenraum und öffnet ihn zum Himmel – er wird zur Gegenwelt des urbanen Stadtraums.

Schaugarten
Der Dachgarten steht damit nicht in Konkurrenz zu den Sport- und Erholungsanlagen der nahegelegenen Allmend, sondern bietet einen ergänzenden Aufenthalts- und Erholungsraum mit einem schwach determinierten Angebot. Da der Dachgarten von den oberen Wohnungen aus eine hohe visuelle Präsenz hat, übernimmt er auch die Aufgabe eines Schaugartens, der von oben betrachtet als Bild angelegt ist.

Platzräume und Zugänge
Der städtische Aussenraum zwischen Mattenhof- und Bahnhofplatz besteht aus einer Folge von Platzräumen. Zwei bodeneben gepflanzte Baumkörper gliedern jeweils die Vorplätze der beiden Hochhäuser. Gleichzeitig spenden sie Schatten, während die restlichen Flächen mit einem Hartbelag ausgestattet sind. Die Zugänge der Wohnhäuser liegen gut auffindbar und entsprechend der Hauptausrichtung der Türme und der Sportarena. Die zwei Eingänge zur Sporthalle haben jeweils grosszügige Vorbereiche um Besucherandränge aufzunehmen.

Gewerblich genutzte Erdgeschosse schaffen Öffentlichkeit
Im Erdgeschoss der beiden Wohnhochhäuser werden Verkaufsflächen von insgesamt 900 Quadratmetern angeboten. Daneben beleben das Restaurant der Sportarena sowie ein Kiosk auch ausserhalb von Sportveranstaltungen den öffentlichen Raum. Fast alle Entfluchtungen der Sportarena und der Wohntürme sowie sämtliche Anlieferungen, Entsorgungen und Erschliessungen für Parkierungen (UG und EG) werden über die südöstliche Zubringerstrasse organisiert.

Sportarena
Die Sportarena steht eingespannt zwischen den beiden Wohnhochhäusern. Sie ist im Erdgeschoss längsseitig jeweils leicht eingeschnürt und greift in den oberen Geschossen – ähnlich einem Schiffsrumpf – in die Breite. Auf dem Platzniveau sind neben den Eingängen und der Anlieferung das passagenartige Foyer mit dem angrenzenden Restaurant sowie Nebennutzungen wie Fitness und Büros untergebracht. Die platzseitige Ausweitung («Schräge») in den oberen Geschossen ist ohne Fenster vorgesehen. Hier sollen Screens für Veranstaltungshinweise und Werbung angebracht werden.

Verteilebene als Piano Nobile
Da im Projektvorschlag davon ausgegangen wird, dass die insgesamt 4018 Tribünenplätze in der Regel nicht über die Spielfeldebene erschlossen sein sollen, führen vier grosszügig ausgebildete, hinter den Gelenken der Tribünenränge platzierte Doppelhelix-Treppen ins dritte Geschoss, welches als Verteilebene – gewissermassen als Piano Nobile – verstanden wird. Von hier gelangt man von oben herab in die unteren (bei kleineren Veranstaltungen) und in die oberen Ränge (bei Grossanlässen). Während den Spielpausen werden die Zuschauer primär auf der Verteilebene verpflegt, Toiletten befinden sich direkt ein Geschoss darüber. Die Prämisse der betrieblichen Entflechtung zieht sich durch die gesamte Sportarena, ohne die Flexibilität einzuschränken. So können beispielsweise die Tribünen auch über das Spielfeld erreicht werden. Zuschauer- und Sportlerbereiche (Garderoben) sind vollständig getrennt.
Die Warenanlieferung erfolgt südostseitig über eine erhöhte Laderampe bzw. über eine Hebebühne für Lastwagen. So werden die Spielfeldebene respektive die dort seitlich angeordneten Lagerräume effizient bedient. Ein separater Warenlift erschliesst die weiteren Geschosse primär für gastronomische Zwecke. Auch hier werden während Veranstaltungen betriebliche Überkreuzungen vermieden. Entlang der Zufahrtsstrasse werden Parkplätze angeboten, welche während medienwirksamen Sportanlässen von Übertragungswagen genutzt werden können.

Multifunktionale Halle
Die Halle wird als öffentlicher Raum verstanden, weshalb sie über die grossen Fensterbänder einen Bezug und eine Adressierung nach Aussen schafft. Gleichzeitig begünstigt die natürliche Belichtung eine vielseitige Nutzbarkeit. Für Sportveranstaltungen sind innenliegende Storen oder Vorhänge vorgesehen, welche den Hallenraum vollständig verdunkeln.
Um eine dichte Arena-Stimmung zu begünstigen, sind die oberen Tribünenränge nicht nur betrieblich, sondern auch räumlich abtrennbar. Anhand von Akustikvorhängen, welche entlang der Geländer der oberen Ränge gezogen werden können, wird die Sporthalle nicht nur räumlich, sondern auch akustisch kompakter.

VIP und Marketing
Die VIP-Nutzungen befinden sich direkt oberhalb der Verteilebene und profitieren von einem freien Blick auf das Spielfeld. Nach Aussen öffnet sich der Raum zur Mattenpassage und in Richtung Pilatus. Der VIP-Bereich lässt sich bereits vom Erdgeschosseingang separat erschliessen und funktioniert durchgehend kreuzungsfrei mit dem restlichen Gastbetrieb. Eine Durchmischung ist aber selbstverständlich möglich. Da das VIP-Restaurant direkt von Aussen erschlossen werden kann, böte sich auch ein Betrieb neben den Sportveranstaltungen an.

Areal Bahnhof Süd

Wolf

Birchstrasse

Stadtraum und Quartier
Das Quartier Seebach wurde Mitte des 20. Jahrhunderts nach gartenstädtischen Prinzipien bebaut. Zwei- und dreigeschossige Reihenhäuser und Zeilenbauten prägen das Verständnis eines bodennahen Wohnens. Die geringen Dichten erlaubten eine offene, stark durchgrünte Siedlungsstruktur. Rispenartige Erschliessungsstrukturen und an Blattwerk erinnernde, im Landschaftsraum voneinander getrennte Baufelder zeugen von gartenstädtischen Idealplänen aus dem angelsächsischen Raum und sind im Bereich des Schönaurings und der Buchwiesen deutlich ablesbar.
Neben der Schaffhauser- und Glattalstrasse sollte das Quartier über den „Birchbogen“, eine Ringstrasse, die sich in einem grossen Bogen vom Bahnhof Oerlikon über den Katzenbach bis zur Schaffhauserstrasse erstreckt, erschlossen werden. Die Birch- und die Stiglenstrasse zeichnen diesen verbindenden Grünraum heute noch deutlich aus. Leider wurde beim Bau der Autobahnausfahrt das städtebauliche Potential des Birchbogens gestört. Das vorliegende Projekt möchte diesen wieder stärken und die Betonung der Autobahneinfahrt in der Verlängerung der Birchstrasse als stadträumlich irrelevanten Zubringerraum abwerten.
Durch den spätmodernen Städtebau der 1960er Jahre zwischen Glattal- und Schaffhauserstrasse sowie Gebiete mit kleinparzellierten Punktbauten kann keine einheitliche Morphologie mehr ausgemacht werden. Vielmehr prägen unterschiedliche Siedlungsmuster und Bautypen die unmittelbare Nachbarschaft des Projektperimeters.
Zusammenhängende Grünzungen wie jene entlang des Katzenbachs oder nördlich des Schulhauses Buchwiesen prägen Seebach als ein Quartier mit einem stark durchgrünten Stadtkörper. Diese quartierstypische Identität soll durch das vorliegende Projekt trotz höherer Baumasse gegenüber der heutigen Situation noch gestärkt werden.

Baukörper und Aussenraum
Der Entwurf knüpft an inhaltlichen und formalen Qualitäten des gartenstädtischen Ideals an. Eine Verkettung von kleineren Volumen mit rhomboider Grundform zu grösseren Figuren erzeugt fliessende Aussenräume. Diese verbinden über die Birchstrasse hinweg das nördliche Areal mit dem südlichen und schaffen einen nahtlosen Übergang zu den nördlich und südlich gelegen Grünräumen der angrenzenden Quartiere.
Anders als in den benachbarten Zeilenbauquartieren erfahren die Aussenräume als Reaktion auf die erhöhte Dichte eine differenzierte Modulation – enge Stellen wechseln mit weiten, Räume öffnen und schliessen sich usw.
Die Volumen der Neubauten schliessen mit vier- und fünfgeschossigen, kurzen Fassadenstücken an die umliegende Bebauung an und entwickeln sich gegen die Arealmitte zu höheren Bauten. Die beiden zehngeschossigen Hochhausbauten im südlichen Areal leiten zu den drei Hochhäusern östlich der Glattalstrasse über und betonen dadurch den Birchbogen. Das bodennahe Wohnen wird, wie bei den umliegenden Bauten, durch kleinteilige Aussenräume geprägt. Einzelne Bauten entwickeln sich in die Höhe und eröffnen eine ganz andere, für Seebach ebenso prägende Wohnqualität – den Blick in die Ferne bis zu den Alpen. Die einzelnen Baukörper werden jeweils mittels Scharnierstücken in Form von Loggien zu grösseren Figuren verkettet. Dadurch erhalten auch die privaten Aussenräume, dem Thema des Entwurfs entsprechend, eine besondere Bedeutung und Qualität. Zudem werden über die beidseitig belichteten Loggien ganz unterschiedliche Durchblicke ermöglicht. Durch die organische, rispenartige Form der städtebaulichen Setzung wird in subtiler Art auf die erwähnten, gartenstädtischen Idealpläne angespielt.

Landschaftsarchitektonisches Konzept
Das landschaftsarchitektonische Konzept knüpft an die bestehenden Qualitäten des durchgrünten und offenen Stadtkörpers an und schafft differenzierte Aussenräume mit hoher Nutzungs- und Aufenthaltsqualität. Durch die ungerichtete, jedoch präzise Setzung der Gebäude mit abgewinkelten Fassaden entsteht ein vielfältiges Freiraumnetz, das sich durch das Wechselspiel von räumlicher Offenheit und Geschlossenheit sowie unterschiedlichen Ein- und Ausblicken auszeichnet. So entsteht eine Sequenz von Grünräumen, die teilweise Gartenhöfe bilden, teilweise an die umliegenden Quartierstrassen anschliessen, in ihrer Gesamtstruktur aber eine verbindende Funktion einnehmen und die Gebäude in den durchgrünten, stellenweise heterogenen Kontext einbetten. Ein einfaches und funktionales Wegenetz führt durch die zusammenhängenden Rasenflächen und stellt die nötigen Direkt- und Querverbindungen sicher. Die Zufahrt zu den Tiefgaragen erfolgt über die Rümlangstrasse auf der Nordparzelle und über die Hertensteinstrasse auf der Südparzelle. Die Einfahrten sind in die Gebäudekörper integriert.
Zur Birchstrasse hin erhält die Freiraumgestaltung einen städtischeren Charakter. Der grosszügige Strassenraum wird in seiner Rolle als öffentlicher Raum und zentrale Erschliessungsachse gestärkt, fungiert aber gleichzeitig als verbindendes Element zwischen Nord- und Südparzelle. Das Trottoir weitet sich vor den Gebäuden zu platzartigen Situationen auf und schafft so Orte mit urbaner Qualität. Grosszügige Baumdächer überspannen die verschiedenen Vorplätze und stellen gleichzeitig wichtige Querbezüge und die Verbindung zwischen der Nord- und Südparzelle her. Die Kombination von Hartbelägen, Grünsteifen und übergreifenden Baumgruppen schafft eine räumliche und atmosphärische Dichte, die dem öffentlichen Charakter der Situation entspricht, und stellt das nötige Raumangebot für die Siedlung und das gesamte Quartier bereit.
Im Innern der beiden Perimeter sorgen dichte Baumgruppen für unterschiedliche Aufenthalts- und Spielflächen, jedoch in einer viel landschaftlicheren und ruhigeren Gestaltung. Einzelne grosse Solitärbäume sorgen für wichtige Akzente und die nötige Beschattung der offenen Rasenflächen. Bestehende Bäume sollen so weit möglich erhalten bleiben und einbezogen werden. In der Gesamtheit entsteht ein breites und flexibles Angebot an Aufenthalts- und Spielflächen sowie Begegnungsorten für alle Altersgruppen, das sich durch eine subtile Gliederung in private, gemeinschaftliche und öffentliche Freiräume auszeichnet.

Häuser und Wohnungen
Die Häuser mit rhomboider Grundform sind als Dreispänner organisiert. Jede Aussenecke wird durch einen wichtigen Raum mit entsprechenden Öffnungen betont. Die mehrheitlich nördlich gelegenen oder dem Lärm zugewandten Ecken werden durch das polygonale Treppenhaus ausgezeichnet. Von dort spannen rechteckig zur Aussenfassade verlaufende Wohnungstrennwände drei Wohnungen auf. Die Wohnungen werden geprägt durch ein Raumkontinuum, dem ein Wegthema hinterlegt ist: Die Bewohner bewegen sich von einem innenliegenden Entreebereich über die zentrale Essküche zum Wohnzimmer, das mit der Loggia oder einem grossen Fenster an den charakteristischen Gebäudeecken seinen Abschluss findet. Die Eigenschaften eines fliessenden Raumes mit unterschiedlichen Blickbezügen, welcher die Aussenräume wesentlich prägt, findet im Innenraum eine Entsprechung. Um eine gute und zweckmässige Möblierbarkeit sicherzustellen sind die Zimmer rechteckig gehalten. Optional kann das Wohnzimmer mittels einer Doppelflügeltüre einfach vom Bereich der Essküche abgetrennt werden.
Indem in einem Grossteil der Gebäude in den ersten beiden Geschossen grosse Maisonettewohnungen (5.5- und 6.5-Zimmer-Wohnungen) untergebracht sind, kann die Problematik der Einblicke in private Schlafzimmer gelöst werden. Das Wohngeschoss befindet sich auf einem Hochparterre. Zugleich wird, ausgehend von dieser innenräumlichen Disposition im architektonischen Ausdruck ein zweigeschossiger Sockel formuliert.
Durch die Ausbildung eines Vordaches an jeweils einer Gebäudeseite erhält jedes Haus einen öffentlichen Vorbereich mit Hauseingang und Zugang zum Veloraum. Die Betonung des gemeinschaftlichen Aussenraums mit der vielfältigen Platz- und Gartengestaltung wird ergänzt durch Waschräume auf den Dachterrassen, so dass der Blick in die Weite für alle Bewohner zum alltäglichen Erleben gehört. Der Doppelkindergarten und die Kindertagesstätte sind auf die Erdgeschosse von drei Gebäuden auf der Südparzelle verteilt und spannen so einen Spielhof am Ende der wenig befahrenen Honigstrasse auf. Durch die Anbindung ans Wegenetz ist der Spielhof auch ausserhalb der Betriebszeiten für die Bewohner nutzbar. In den Erdgeschossen entlang der Glatttalstrasse, Ecke Birchstrasse befinden sich Gemeinschaftsräume, Ateliers und Büroräumlichkeiten.

Architektonischer Ausdruck
Der architektonische Ausdruck ist stark durch die räumlich-strukturellen Merkmale des Inneren geprägt. So definieren scheibenartige Seitenfassaden und offene Eckausbildungen das Wesen des Grundrisses. Die Betonung landschaftlicher Themen in der städtebaulichen Setzung wird durch eine städtischere Ausformulierung der vorgeschlagenen architektonischen Elemente in der Fassadengestaltung erweitert.
Die matten, tonfarbenen Keramikplatten sowie das Regelfenster mit den beidseitigen schmalen Lüftungsfenstern sind Ausdruck dieser Absicht. Durch eine farblose Lasur der Keramikplatten in den ersten beiden Geschossen wird auf subtile Weise ein dunklerer und zugleich glänzender Sockel ausgezeichnet.

Heerenrainli

Ortsbauliche Analyse
Wir sind mit der Frage «Was ist die Gemeinde Hirzel?» in die Arbeit eingestiegen. Im Unterschied zu vielen anderen Gemeinden im Wirkungskreis der Metropolitanregion Zürich kann man Hirzel als «ländlich» bezeichnen, auch wenn damit vermutlich mehr die Erscheinungsform und Morphologie der Siedlungsstruktur beschrieben wird, als die hier vorzufindenden Lebensformen. Hirzel ist erst seit jüngerer Zeit ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet und wurde vergleichsweise spät von den Prozessen der Periurbanisierung erfasst. Historisch gesehen ist Hirzel ein Konglomerat von einzelnen Weilern, die sich mehrheitlich an den Strassenverzweigungen eines dichten Netzes an kleinen Strassen festgemacht hatten. Kirchen, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen wurden an topografisch ausgezeichneten Stellen errichtet.
Ländliche Siedlungen wie Hirzel sind gewachsene Strukturen, die auf dem einzelnen (Privat-)Haus aufbauen. Siedlungen, also Bebauungen, die aus mehr als einem Haus bestehen, sind ein junges Phänomen. Aufgrund dieser Feststellung stellt die Frage der Einordnung einer grösseren Überbauung die grösste Herausforderung dar. Der gängige Ansatz ist ein morphologischer. Dabei werden Haustypen entwickelt, die in ihrer Grösse und Form jenen der gewachsenen Siedlung entsprechen (man spricht von gleicher «Körnung»), um sie dann innerhalb eines Grundstücks wiederholt anzuordnen. Die Logik einer aus einzelnen Privathäusern gewachsenen Struktur wird dabei konterkariert.
Mit unserem Projekt haben wir die Frage aufgeworfen, ob es andere Formen der Einordnung gibt. Formen, die in Betracht ziehen, dass es sich beim Perimeter um ein grösseres Stück Kulturland und nicht um «Siedlung» handelt. Formen, die auch in Betracht ziehen, dass es sich um ein Stück Land ohne Strassenanstoss handelt, bei dem die Einheit von Haus/Weiler und Strasse/Strassenverzweigung aufgelöst ist. Gibt es einen Ansatz der Einordnung, der einer strukturellen, metaphorischen oder atmosphärischen Logik folgt? Könnte man behaupten, dass das Land weiterhin als ein Stück Kulturland angesehen wird, das lediglich einer neuen Nutzung zugeführt wird? Das heisst, dass Wohnen als neue «Wirtschaftsform» der Landnutzung etabliert würde. Eine solche Form würde sich weniger an der Morphologie als vielmehr einer rationellen Setzung orientieren, wie sie eben agrarische Bewirtschaftung auszeichnet. Im Falle der neuen Nutzung würde sich eine solche «Rationalität» an den Bedingungen des Wohnens anlehnen, wie etwa der Erschliessung, der Belichtung und der Aussicht.

Ortsbauliches Konzept
Das ortsbauliche Konzept ist vor dem Hintergrund dieser Überlegungen zu erklären. Vorgeschlagen werden drei typologisch unterschiedliche Bebauungsformen. Im Osten sind das vier flache und kompakte Doppelhäuser, die hangparallel als kleine Solitäre in den Wieshang gesetzt sind. Das asymmetrisch ausgebildete, flach geneigte Dach folgt der Hangneigung. Es handelt sich um Doppeleinfamilienhäuser mit je einer 4- und einer 5-Zimmer-Hauseinheit. Architektonisch besitzen die Häuser mit dem Haus Schlehstud in Meilen von Hans Fischli (1933) eine unmittelbare Referenz. Das Haus Schlehstud besitzt in unseren Augen eine Architektur, die entschieden der Moderne verpflichtet ist, über die Materialisierung in Holz und die Farbigkeit sowie Ausbildung des Daches aber gleichzeitig sehr effektiv mit dem ländlichen Kontext des Zürichseebeckens vermittelt.
Im westlichen Teil, welcher der Kernzone zugehörig ist, werden drei Reihungen von Häusern vorgeschlagen, welche hangparallel gesetzt sind respektive in ihrer Bewegung je einer Höhenkurve folgen. Sie folgen dem Prinzip einer «terrassierten» Anordnung mit dem Primat der Aussicht und Südausrichtung/-besonnung. Die topografisch bedingt freie und «weiche» Anordnung der Baukörper ordnet sich gut in die angrenzende Kernzone ein. Die Gebäudelängen und -höhen sowie die Firstrichtung werden mehrheitlich eingehalten. Auch diese Häuser sind mit Holz verkleidet. Damit werden die Bauten zu den strassenständigen, muralen Altbauten der Kernzone abgesetzt. Die Farbigkeit, welche sich am traditionellen Ochsenblut anlehnt, zeichnet sie gleichzeitig als nobilitierte Wohnbauten aus. Die Fassadenkonstruktion mit einer vertikalen, farbigen und gehobelten Holzschalung, aussen liegenden Fenster und dem feinen «Netz» der Absturzsicherungen schafft eine «papierene» Gebäudehaut, welche die Bauten «leicht» und elegant erscheinen lässt.
Die dritte Bebauungsform entspricht einem strassenständigen Einzelhaus, das sich morphologisch und architektonisch am Bestand orientiert. Dementsprechend ist dieses Haus mural ausgebildet, das heisst verputzt und hell gestrichen. Hier werden 3-Zimmer-Geschosswohungen angeboten.

Erschliessung
Zur primären Erschliessung wird ab der Dorfstrasse eine neue Strasse angelegt. Analog der Bebauungsform des westlichen Teils folgt diese Strasse hangparallel der Topografie und weist so nur minimale Gefälle auf. Die Tiefgarageneinfahrten sind so gelegt, dass die Einschnitte ins Terrain minimiert sind. Die Strasse endet im östlichen Teil mit einem Wendeplatz in einem flachen Bereich, sodass er topografisch gut eingepasst wird. Die Besucherparkplätze und Entsorgungsstellen sind auf drei Orte entlang dieser Strasse verteilt: Es bestehen Besucherparkplätze am Eintritt an der Dorfstrasse, an mittlerer Lage sowie im Bereich des Wendeplatzes. Die Besucherparkplätze dienen auch einer dezentralen, hausnahen Anlieferung.
Die sekundäre Erschliessung der einzelnen Häuser erfolgt über ein Wegenetz. Die Wege befinden sich in Bezug zu den Häusern jeweils bergseitig und weisen maximale Gefälle von 10 Prozent auf, was mit der SIA500 konform ist. Zudem können die einzelnen Wohnungen über die Tiefgaragen und Lifte hindernisfrei erschlossen werden. Das Wegenetz der Hauserschliessungen ist eingebunden in eine Erschliessung der mittigen Hügelkuppe mit der grossen Linde.
Die drei Reihungen des westlichen Teils sind je mit einer Tiefgarage unterbaut, sodass hier direkte Zugänge aus den Tiefgaragen zu den Wohnungen bestehen. Die Bewohner der acht Einheiten des östlichen Teils parkieren in der nördlichsten Tiefgarage, die nach Osten hin über einen separaten Ausgang verfügt. Für den Auslad und die Anlieferung bestehen Parkplätze auf dem Wendeplatz.

Freiraumkonzept
Die besondere Qualität des Planungsperimeters ist sein landschaftlicher Kontext: Der Hügel, die markante alte Linde und der Weitblick binden das Gebiet in die typische Hügellandschaft ein. Die Aussenraumgestaltung muss die Frage beantworten, wie dieser Kontext im Rahmen der Überbauung im Sinne einer hochwertigen Wohn- und Lebensumgebung bestmöglich zu nutzen und zu berücksichtigen ist. Der Freiraum soll insgesamt an seinen heutigen, offenen Charakter mit dem Wiesland erinnern. Der Entwurf platziert die Gebäude als Teil der Landschaft inmitten der Wiese.
Kernstück dieses Konzeptes ist die Freihaltung der mittigen Kuppe mit der grossen, frei stehenden und für die Region archetypischen Linde. Ein Spazierweg führt zur alten Linde auf dem Hügel, die als Ankerpunkt und Identität stiftendes Element dieses Ortes erhalten und ins Zentrum gerückt wird. Der Weg und gegebenenfalls eine Bank unter der Linde machen die beeindruckenden, alten Bäume der Umgebung – die Linde, die Bäume bei der Schule und die am Friedhof – als zusammengehöriges Ensemble von starker Ausstrahlung erlebbar und zum grünen, im wahrsten Wortsinn im Ort verwurzelten Herz der neuen Überbauung.
Die Doppelhäuser im östlichen Teil sind als Solitäre in den Wieshang gesetzt und verfügen über keine abgegrenzten umliegenden Gärten. Ihr privater Freiraum besteht in Form einer grossen Terrasse auf dem Wohngeschoss.
Im westlichen Teil werden die Häuser respektive die Zugangswege bergseitig durch Strauchplanzungen gefasst. Talseitig umfasst auch hier offenes, gemeinschaftlich genutztes Wiesland die Häuser, über die der landschaftliche Kontext spürbar bleibt. Die privaten Aussenräume bestehen in Form von halb eingezogenen Balkonen (Erd- und Obergeschoss) sowie gefassten Sitzplätzen (Gartengeschoss). Sie schieben sich in das offene Wiesland, treten jedoch von aussen als Teil der Gebäude in Erscheinung.
Auf konventionelle Angebote wie möblierte Spielplätze soll nach Möglichkeit verzichtet werden. Der grosszügige, offene Freiraum, insbesondere die Hügelkuppe, hält für Kinder genügend Möglichkeiten für den Aufenthalt, die Bewegung und das Spiel bereit. Das Areal wird mit einzelnen frei stehenden Bäumen durchsetzt.

Wohnen
Das vorgeschlagene Konzept sieht bis auf das Haus an der Dorfstrasse keine konventionellen Geschosswohnungen vor. Dieser Vorschlag basiert auf zwei Prämissen. Erstens werden über die gewünschten Wohnungsgrössen zu 90 Prozent Familien angesprochen, die hier nach einer Alternative zum Einfamilienhaus und zu (städtischen) Eigentumswohnung suchen. Zweitens sprechen topografische und baurechtliche Aspekte gegen Geschosswohnungen. Aufgrund der Hanglage und der geforderten Dachausbildung würden sehr ungleiche Wohnungen geschaffen (Wohnungen mit einseitiger Belichtung oder reine Dachwohnungen).
Diesem Verständnis folgend werden im östlichen Teil je vier 4- und 5-Zimmer-Doppelhaushälften angeboten (137 und 155 Quadratmeter HNF). Diese Hauseinheiten reichen über drei Geschosse. Sie werden bergseitig auf dem obersten, zweiseitig belichteten Wohngeschoss erschlossen, dem talseitig eine grosse Terrasse mit Fernsicht vorgelagert ist. Das Wohngeschoss wird über überhohe Räume, die unter das flach geneigte Dach reichen, ausgezeichnet. Ein Aussenkamin, der für die plastische Erscheinung der Häuser von Bedeutung ist, teilt die beiden Terrassen effektiv und selbstverständlich. In beiden unteren Geschossen befinden sich die Individual- und Nebenräume. Die Räume an den Gebäudekanten sind über die Ecken geöffnet, sodass die Doppelhaushälften über eine dreiseitige Orientierung verfügen.
In den Häusern des westlichen Teils werden 4- und 5-Zimmer-Maisonettewohnungen angeboten (zwischen 130 und 170 Quadratmeter HNF). Jede dieser Wohnungen verfügt auf den beiden zulässigen Vollgeschossen über ein Wohngeschoss mit Wohnen/Essen, Küche, einem Zimmer und Dusche/WC sowie einem halb eingezogenen Balkon. Die Wohnungen sind süd- respektive süd-ost-orientiert und verfügen über Aussicht. Die obere Wohnung entwickelt sich weiter ins Dachgeschoss mit drei weiteren Individualräumen (5-Zimmer-Wohnungen). Die untere Wohnung reicht ins einseitig belichtete Gartengeschoss mit zwei weiteren Individualräumen (4-Zimmer-Wohnungen) und Austritt ins Freie. Die Wohnungen werden über ein bergseitiges Treppenhaus erschlossen, das direkten Zugang zu Kellerräumen und Tiefgarage gewährt. Die Mehrzahl dieser Treppenhäuser (Zweispännertyp) weist einen Lift auf.
Obschon Maisonettewohnungen aufgrund von Topografie und Baurecht bessere Wohnangebote schafft, wurde für das erste Vollgeschoss der Nachweis von Geschosswohnungen erbracht. Auf dem Gartengeschoss wäre eine Geschosswohnung mit dem Nachteil der einseitigen Belichtung und fehlender Aussicht behaftet. Im Dachgeschoss sind Geschosswohnungen schwierig realisierbar, da mit der Drittelsregelung und Dachschräge eine gute Belichtung in Frage gestellt wird und private Aussenräume in Konflikt mit Verbot von Dacheinschnitten stehen.
Im Haus an der Dorfstrasse werden schliesslich konventionelle 3-Zimmer-Geschosswohnungen vorgeschlagen (82 Quadratmeter HNF). Sie sind süd-orientiert und dreiseitig belichtet. Das Treppenhaus mit Lift schafft für die acht Wohnungen einen hindernisfreien Zugang.

Hindernisfreiheit und Baurecht
Bis auf die Einspännereinheiten im westlichen Teil erfüllen sämtliche Wohnungen die Vorgaben des hindernisfreien Bauens, indem sie hindernisfrei erschlossen sind, über ausreichende Treppenbreiten als anpassbar gelten und für Besucher mit Behinderung über das entsprechende Raumangebot verfügen (Kochen, Essen, Wohnen, Toilette, zum Teil sogar ein Zimmer auf dem Zugangsgeschoss).
Die Grenzabstände werden bis auf eine Stelle beim nördlichsten Doppelhaus im Osten eingehalten. Die Unterschreitung des grossen Grenzabstands bei diesem Haus verbessert die Freihaltung der Hügelkuppe und den Aussichtsschutz, der generell gut ist, das heisst mit Reserve eingehalten wird. Die Unterschreitung an dieser einen Stelle tangiert keine nachbarschaftlichen Interessen. Die Gebäudelängen sind mehrheitlich unter den geforderten 25 Metern, bei den «dreiteiligen» Baukörpern im westlichen Teil betragen sie maximal 28 Meter. Zugunsten einer kompakten Lösung, bei welcher der Freiraum grosszügig und zusammenhängend bleibt, scheint diese Abweichung im Rahmen des Gestaltungsplanes vertretbar. Auch hier werden keine nachbarschaftlichen Interessen tangiert. Die Gebäudehöhe von maximal 7 Metern wird eingehalten. Die zulässigen Abgrabungen von maximal 1.5 Metern erfolgen bei allen Bauten auf der Talseite und dienen der Belichtung der Gartengeschosse.

Flächen, Wohnungsspiegel und Ausnützung
Die angestrebte Überbauungsziffer wird in beiden Arealhälften voll ausgeschöpft. Die Geschossfläche und Aussengeschossfläche wurde darauf aufbauend optimiert, wobei im Rahmen des Baurechts (Dachform, Gauben) und sinnvoller Gebäudeabmessungen die Nutzbarkeit eines zweiten Dachgeschosses nicht möglich ist.
Insgesamt werden 51 Wohnungen angeboten. Der Wohnungsschlüssel mit 22 5-Zimmer-Wohnungen, 22 4-Zimmer-Wohnungen und sieben 3-Zimmer-Wohnungen entspricht den Vorgaben. In den drei Tiefgaragen werden insgesamt 90 Parkplätze geschaffen. An den drei beschriebenen Standorten bestehen neun Besucherparkplätze.

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Hortus

Städtebau und Architektur
Das Hochbord-Quartier befindet sich im Übergang von einer industriellen und gewerblichen Struktur hin zu einem gemischt genutzten Stadtquartier. Unterschiedliche Neubauprojekte für Wohnen und Dienstleistung wechseln sich mit bestehenden grossmassstäblichen Bebauungen ab. Anstelle eines einheitlichen Stadtkörpers entstehen auf den einzelnen Baufeldern solitäre Areale, deren Bauten unterschiedlichen städtebaulichen und architektonischen Konzepten folgen. Jedes Projekt muss dabei seine Identität und Kraft aus einer ihm inhärenten Idee entwickeln.
In unserem Projekt bilden verschiedene Arten von Gärten – öffentliche und gemeinschaftliche Freiräume – sowie die Suche nach einer spezifischen Wohnform die Ausgangspunkte des städtebaulichen und architektonischen Konzeptes: Vorgeschlagen wird eine Gebäude, das vom Leben mit und an Gärten erzählt. Damit ist ein Haus gemeint, dessen Aufbau und Form Assoziationen weckt, die über ein reines Wohnhaus hinausweisen: Das können Assoziationen mit gewerblichen Strukturen sein, wie die ehemalige Gärtnerei, oder mit landwirtschaftlichen Nutzbauten, z. B. Scheuen oder Gewächshäuser, wie man sie auf dem Areal und im Quartier noch vorfindet.
Die Architektur des Projektes wird bestimmt durch eine Volumetrie, die in ihrem Umriss das Grundstück besetzt und so Präsenz entwickelt und über offene Ecken sowie die Ausbildung von Plätzen das Haus gleichwohl zum Quartier hin öffnet, respektive damit verbindet. Im Ausdruck binden eine umlaufende Pfeilerstellung und eine homogene Dachform die unterschiedlichen Fassadenteile und Nutzungsbereiche zusammen. Zwischen den Betonpfeilern besteht die Fassade in den unteren Geschossen aus einer eierschalenfarbenen Eternitverkleidung, in den oberen aus einer senfgelb gestrichenen Holzschalung. Die Einschnitte der Dachgärten sowie partielle Aufbauten eines zweiten Dachgeschosses erzeugen eine ausgeprägte Silhouette. Die beiden Glashäuser wirken wie zwei Laternen oder Augen und markieren die beiden Hauptzugänge.

Aussenräume und Gärten
Gemeinschaftliche Aussenräume und Gärten prägen das Projekt und das Wohnen massgebend. Die sehr unterschiedlichen Räume befinden sich auf zwei Ebenen, nämlich dem Erd- und Dachgeschoss. Im Erdgeschoss verbinden vier Plätze das Gebäude mit dem Quartier. Sie können je nach anliegenden Erdgeschossnutzungen unterschiedlich programmiert werden. Vorgeschlagen wir am Hauptzugang an der Zukunftsstrasse ein befestigter Marktplatz, der wie eine utopische Skalierung der umgebenden Grosseinkaufshäuser funktioniert. Am diagonal gegenüberliegenden Zugang vom Bahnhof Stettbach wird ein Quartierplatz geschaffen, wo sich auch ein Grossteil der Veloabstellplätze befindet. Der Quartierplatz steht für die Wohnbauten am Fuss- und Veloweg als eine Art Schaufenster: spontane Begegnungen, lebendiges Treiben sowie gemeinsames Essen und Trinken auch mit Bewohnern der umliegenden Siedlungen soll hier initiiert werden.
Im Südosten wird ein Spielplatz entworfen, der sich nach Süden mit der Nachbarüberbauung und nach Westen über das Bistro mit dem Quartierplatz verbindet. Im Schatten der Bäume finden die Bewohner ein grosses Planschbecken und einen Sandkasten, im prächtigen Walnussbaum kann zu einer Baumhütte geklettert werden. Im Nordwesten schliesslich wird ein siedlungsinterner Grillplatz mit überdachter Gartenküche und Grillstelle vorgeschlagen. Längs des Gebäudes werden die vier Plätze über lineare Freiräume, einen chaussierten Spielstreifen für Pétanque und Tischtennis entlang des Zukunftsweges sowie Pflanzgärten und Tiergehege entlang des Chästrägerweges zusammengebunden. Die Lage entlang der Bahnstrecke orientiert sich an den unzähligen Schrebergärten an anderen Bahngeleisen.
Als übergeordnete vegetative Struktur legt sich ein arboretumartiger Gürtel aus kulturgeprägten gärtnerischen Gehölzen um das Geviert und lässt so einige der prachtvollen und malerisch gewachsenen Gehölze aus der Gärtnereizeit zum selbstverständlichen Teil des neuen Projektes werden. Die gärtnerische Vergangenheit des Ortes bleibt so auch in Zukunft präsent.
Im Innern des Gebäudes befindet sich gleich dem Futter eines Handschuhs ein Hof. Er beschreibt eine Landschaft, die wie ein unangetastetes Relikt aus der Zeit vor der Besiedlung erscheint. Eine pittoreske, künstlich erstellte Naturlandschaft wächst hier wie die Moorbirkenwälder vor der Zeit der Trockenlegungen und bildet im Ensemble einen grünen und kontemplativen Ort. Die robuste und ruderale Vegetation – der Hof ist nicht unterbaut – ist wie jene der anderen Aussenräume offen für Veränderungen durch die Hausbewohner. Während sich auf den vier offenen Platzräumen die Aktivität der Bewohner mit der Nachbarschaft verklammert, bietet der Wohnhof einen ruhigen Rückzugsort; hier unterhält man sich zu zweit oder liest ein Buch. Er bietet Raum für das tägliche Leben.
Die zweite Ebene der gemeinschaftlichen Freiräume befindet sich auf dem Dachgeschoss, wo jede Treppenhausgemeinschaft Zugang zu einem geschützten Dachgarten für Gartenarbeit und Aufenthalt in kleineren Gruppen hat. An den Süd- und Ostwänden können Spaliere gezogen werden, welche die Pergolen zu einem Schatten spendenden Dach werden lassen. An zwei dieser Dachgärten sind die beiden laternenartigen Glashäuser angeschlossen. Sie können unterschiedlich bespielt und eingerichtet werden, sei es als Gemeinschaftsräume oder als Nutzgärten. Anders als die Freiräume im Erdgeschoss sind die Dachgärten und Glashäuser den Bewohnern vorbehalten.

Erdgeschoss, gemeinschaftliche Räume und Wohnen
Das Gebäude wird von aussen über offene Treppen erschlossen. Alle Treppen verfügen über einen Hofzugang, der auch den hindernisfreien Zugang für jene Orte schafft, wo sich das Wohnen auf dem Hochparterre befindet. Die sechs Treppen definieren Hausgemeinschaften von 35–45 Personen. Die offenen Anlagen sind grosszügig gestaltet, wo sich diese Gemeinschaften begegnen und austauschen; dieser Idee folgend befinden sich hier auch einzelne ergänzende, private Aussenräume der Wohnungen.
Das Erdgeschoss weist eine hohe Durchlässigkeit auf und schafft so zahlreiche Verbindungen zwischen den Strassen, den beschriebenen Plätzen und dem Hof. Das Wohnen beschränkt sich auf die beiden mittleren Teile der Längskörper. In den Köpfen und in den Kehlen der Plätze befinden sich grosse und kleine Atelierräume, die als Läden, Kinderkrippe usw. die Aussenräume beleben. Sie sind grosszügig verglast und schaffen eine Kontinuität zwischen Innen- und Aussenraum. Zwischen diesen Raumangeboten gibt es Unterschiede bezüglich Grösse und Intimität. Zusammenhängende Flächen lassen sich flexibel unterteilen und vermieten. Das Bistro im Süden verbindet Spielplatz, Quartierplatz und Hof. Die beiden Waschküchen sind zentral am Gelenken zwischen Platzräumen und Hof angeordnet.
Die vorgeschlagene Wohnform weist ein hohes Mass an Informalität auf: Alle Wohnungen werden direkt aus dem Aussenraum erschlossen und man tritt jeweils unmittelbar in die zentralen Raumfiguren mit Kochen, Essen und Wohnen. Die Raumstrukturen der Wohnungen entwickeln sich dabei im Skelettbau frei und unterschiedlich, sodass die Wohnungen ein hohes Mass an Individualität besitzen. Die Mehrzahl der Wohnungen ist ost-west-orientiert, in den Kopfbereichen erreichen die Wohnräume eine dreiseitige Ausrichtung. In einzelnen Wohnungen lässt sich – beispielsweise für Wohngemeinschaften – vom Wohnraum ein zusätzliches Zimmer abtrennen. In anderen Wohnungen ist ein grösseres Zimmer – etwa für einen Teenager oder eine Musiklehrerin – separat von aussen zugänglich. Schliesslich können in den beiden Dachgeschossen je vier Einzimmerwohnungen über einen Gemeinschaftsraum zu Grosswohnungen zusammengeschlossen werden.

Konstruktion und Materialisierung
Für die Tragstruktur wird ein Skelettbau bestehend aus vorfabrizierten Stützen, Ortbetondecken und aussteifenden Elementen wie die Liftschächte vorgeschlagen. Der Skelettbau schafft die strukturellen Voraussetzungen für die flexible Aufnahme der verschiedenen Programme. Er bietet zudem Flexibilität in der Planung und bei zukünftigen Umbauten. Er bietet aber auch ein architektonisches Potential im Innenraum und trägt zur spezifischen Wohnform bei. Der Skelettbau wird mit Holzelementbau an Fassade und Dach geschlossen. Die Raumstruktur, also alle inneren Wände, wird in Leichtbau erstellt. Mit dieser Konstruktion sowie einer konsequent vertikal geführten Haustechnikerschliessung wird eine komplette Systemtrennung erreicht.
Die Holzelemente an den Fassaden werden mit Eternit und einer Holzschalung hinterlüftet verkleidet. Diese dauerhafte Konstruktion kann gegebenenfalls auch unabhängig von weiteren Bauteilen ersetzt werden. Für die Fenster sind Holz-Metall-Fenster in natureloxiertem Aluminium vorgesehen. Die flach geneigten Dächer werden mit Eternit gedeckt und über aussen liegende Rinnen und Spenglerrohre entwässert.

Nachhaltigkeit, Energie und Lärmschutz
Das oberste Kriterium der Nachhaltigkeit ist die Dauerhaftigkeit und Anpassungsfähigkeit eines Gebäudes, die im Projekt über die gewählte Konstruktion angestrebt wird. Im Weiteren werden mit der Holzelementbauweise im gesamten Dämmperimeter sehr gute Dämmwerte erzielt und erneuerbare Baustoffe eingesetzt. Die flach geneigten, ost-west-orientieren Dächer eignen sich für die Energiegewinnung mit Photovoltaik und Warmwasserkollektoren.
Bei der Haustechnik soll ein Lowtech-Ansatz verfolgt werden. Sofern überhaupt eine kontrollierte Lüftung gebaut wird, käme eine einfache Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung und passiver Nachströmung im Fassadenbereich in Betracht. Die Abluftführung erfolgt ausschliesslich vertikal und findet in den Vorschatzschalen der Badezimmer Platz. Die Nachströmelemente werden in die Holzbauelemente integriert.
Der Lärmschutz wird primär über die Grundrisslösung erbracht, indem sämtliche Wohnräume lärmabgewandt gelüftet werden können. Die Erker für einzelne stirnseitige Zimmer wurden in der Überarbeitung vergrössert. Im Bereich der westlichen Aussenwand können die geforderten Werte entweder über ein besseres Fenster oder eine innere Vorsatzschale auf den Holzelementen, die gleichzeitig als Installationsebene dient, erreicht werden.

Hohrainli

Nordtangente

Jenny Areal

Signaustrasse

Die denkmalgeschützte Villa an der Signaustrasse in Zürich-Riesbach wurde 1912 von den Architekten Pfleghard & Haefeli gebaut. Sie bildete eine räumliche Einheit mit dem vom jungen Gustav Ammann – damals im Angestelltenverhältnis bei den Gebrüdern Froebel – entworfenen Garten, der den Übergang vom landschaftlich geprägten Hausgarten zum Architekturgarten markierte. Im Zuge einer Umnutzung des Hauses und durch den Bau von Parkplätzen wurde er in den 1960er-Jahren jedoch zerstört. Mit dem erneuten Umbau fand das Gebäude über eine Neuanlage des Gartens, der inhaltlich am Architekturgarten anknüpft, seine alte Bedeutung wieder.
Die zweigeschossige Villa weist im Grundriss eine einfache Raumaufteilung auf, die den grossbürgerlichen Wohn- und Repräsentationsvorstellungen jener Zeit gerecht wurde. Im Erdgeschoss bilden Eingangshalle und Vestibül eine mittlere Raumschicht der Ankunft und Erschliessung aus. Seitlich daran angegliedert finden sich grosse Wohn-, Ess- und Gesellschaftsräume. Strassenseitig liegen die dienenden Räume mit Küche und Garderobe. Eine verglaste Veranda schafft den Übergang zum Garten. Im Obergeschoss weitet sich die Halle auf und erschliesst die mehrheitlich gartenseitig liegenden Privaträume. Im Dachgeschoss befanden sich weitere Schlafräume sowie Räume für das Personal.
Die private Bauherrschaft des Projektes führt die Villa wieder einer neuen Nutzung zu. Das Projekt beinhaltete den Umbau zu einem gehobenen Bed & Breakfast mit neun Zimmern im Ober- und Dachgeschoss. Für die neuen Badezimmer wurden kleine, zwischenliegende Zimmer geteilt und den Eckzimmern zugeschlagen. Die sanitäre Erschliessung erfolgt in den neuen Trennwänden, sodass Eingriffe in die geschützte Bausubstanz minimiert wurden. Die Gesellschaftsräume im Erdgeschoss sowie der Garten dienen dem Aufenthalt der Gäste, gleichzeitig schafft sich die Eigentümerschaft hier Räume für private Anlässe und Empfänge. Dazu zählt auch der Einbau eines separat zugänglichen Kinos mit Foyer im Untergeschoss. Das Projekt umfasste schliesslich die haustechnische Neuinstallation des Hauses sowie den Bau einer kleinen Tiefgarage.

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Hotel Signau House & Garden