Das Wohnhaus fügt sich zurückgezogen von der Milchbuckstrasse als Hofgebäude in den bestehenden Blockrand ein. Der ausgewachsene Baumbestand nimmt dabei eine wichtige Bedeutung ein. Der Baukörper des Neubaus mit zweiundzwanzig Wohnungen zieht sich an den Ecken respektive dort, wo Bäume stehen, mit konkaven Bewegungen zurück. Diese Partien sind verglast, womit der Aussen- in den Innenraum «geholt» wird. Umgekehrt schliessen die Baumkronen den Innen- erst im Aussenraum ab. Kleine Austrittsbalkone sind jeweils dort platziert, wo sich zwei Innenräume verbinden. Das Dreiblatt aus einer Türe und zwei Fenstern lenkt den Blick von Innen nach Aussen in die Diagonale.
Die hinterlüftete Fassade besteht aus vertikalen Kupferbahnen. Im Laufe der Zeit wird sich das Aussehen des Kupfers verändern. Als Haus mit dunkler Patina bildet es alsdann einen zurückhaltenden Hintergrund für die jahreszeitlich ändernden Farbtöne des Baumlaubes.
> Lageplan
Die Situation an der Breitensteinstrasse ist zugleich besonders wie auch sehr gewöhnlich. Besonders war die Ausgangsanlage des Bestandes mit einem Konglomerat von Gewerbebauten, die in einen tiefen Terrainschnitt des ansonsten kontinuierlichen Hangverlaufs gesetzt waren. Gewöhnlich wirkt nun das neue Wohnhaus, das mit seiner strassenständigen Flucht und der regulären Traufhöhe eine Reihe mit den zwei flussabwärts folgenden, in ihren Abmessungen ähnlichen Häusern bildet.
Die Wohnform und der Ausdruck verbinden in einer Art Reminiszenz das Neue mit dem, was da war. Eine Serie von zwei übereinandergestapelten Hallenwohnungen mit Galeriegeschoss zeichnet sich auf der Strassenfassade in immer gleichen, grossen Fenstern sowie einem durchlaufenden Balkon und Vordach ab. Der zweigeschossigen Ordnung ist ein Dachgeschoss aufgesetzt, das lediglich mit vier regelhaft angeordneten Laternen hervortritt. Das Haus ist ein Wohnhaus, könnte aber auch etwas anderes sein.
Mit dem Stahlbau des vorgestellten Balkons und Vordachs, dem Aluminium der kräftigen Einfassungen und Fenster sowie dem hellgrauen Waschputz entspricht das Wohnhaus auch in seiner Konstruktion und Materialität der Anonymität seiner Vorgängerbauten.
Das Wohnhaus auf dem parkzugewandten Baufeld 12 ist ein Holzhaus. Grundfläche und Höhe sind vom Masterplan von Erlenmatt Ost vorgegeben. Der Anspruch an eine nachhaltige Bauweise ist umfassend: Die Wahl des nachwachsenden Baustoffs Holz wird mit einer konsequenten Systemtrennung kombiniert, die bei der Trennung von Trag- und Raumstruktur beginnt. Das hölzerne Skelett hat vier Tragachsen mit Unterzügen in Längsrichtung. Sie liegen auf Stützen mit einer Gabelung auf, sodass jeweils Stütze auf Stütze steht. Die Deckenfelder werden mit Brettstapelelementen überspannt und mit einer Schüttung beschwert. Auch die nichtragenden Innenwände bestehen aus Holz.
Wohnungen mit vielen Zimmern bieten Raum für Familien oder Wohngemeinschaften. Die «vielen» Zimmer gruppieren sich um eine innere Halle. Türen in Querrichtung öffnen diagonale Durchsichten und orientieren die Innenräume zum Hof und zum Park. Die Holzoberflächen prägen die Stimmung der Wohnungen – ein beinahe «alpines» Wohnen.
Sprossenfenster prägen als primäre Elemente den architektonischen Ausdruck. Die Bekleidung der opaken Fassadenpartien besteht aus karbonisierten Holzschindeln, die hinter die hellen Fenster und metallenen Teile aus feuerverzinktem Stahl zurücktreten.