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Kunstmuseum Bern

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Theater Winterthur

Das Theater Winterthur, 1979 vom Architekten Frank Krayenbühl fertiggestellt, ist ein eigenwilliges und schweizweit einzigartiges Haus. Die Eigenständigkeit fusst auf der Verbindung sehr unterschiedlicher architektonischer Motive: Ausgeprägt plastische Momente in der äusseren Volumengliederung und der inneren Sichtbetonarbeiten sind mit leichten, aufgelösten Strukturen wie den Stahlfachwerkdecken oder offen geführten, farblich differenzierten Haustechnikinstallation kombiniert. Der Raum ist durch «informelle» Qualitäten geprägt, ablesbar an fehlenden Symmetrien im Saal oder dem landschaftlichen Charakter der Foyers, die sich diagonal über mehrere Terrassen miteinander verbinden.
Das vielfältig genutzte Gastspielhaus steht seit 2016 unter Denkmalschutz. Die 2025 abgeschlossenen Arbeiten stellen die erste Gesamtinstandsetzung seit 40 Jahren dar. Neben grundlegenden Erneuerungen von Haus- und Bühnentechnik wurden Verbesserungen beim Brandschutz und der Hindernisfreiheit umgesetzt. Übergeordnet ging es darum, über unzählige kleine Einzelmassnahmen den architektonischen Charakter von Krayenbühls Hauptwerk wieder zum Strahlen zu bringen.

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Schweizer Kunstpreis

Die Installation Anthropomorphe Form anlässlich der Ausstellung der Swiss Art Awards 2021 nimmt mit seiner textilen Decke die gesamte Ausstellungshalle ein und verwandelt diese als raumfüllendes Werk in einen neuen architektonischen Raum. Dieser lässt an die temporären Bauten von Festzelten denken, obwohl dieser Eindruck durch die sich kontinuierlich ändernde Form des Stoffes augenblicklich wieder zerstört wird.
Das transluzide Textil ist an dünnen Seilen in fünf Achsen aufgehängt, wobei jedes Seil über einen von zweiundvierzig Motoren bewegt wird. Die Steuerung der Motoren erfolgt über einen Algorithmus, der unterschiedliche Parameter der menschlichen und atmosphärischen Aktivität verarbeitet: den Geräuschpegel, die Anzahl und Verteilung der Besucher, die Geschwindigkeit ihrer Bewegungen usw.
Das textile Dach wird so zum eigentlichen Organ der anwesenden Besucherinnen und Besucher und bildet fast unbemerkt immer wieder andere Räume als Hintergrund für die Ausstellung – mal nehmen sie eine monumentale Gestalt an, mal sind sie intim, mal wirken sie architektonisch, dann wieder organisch. Das Textil formt ein archaisches Zeltdach oder hüllt die Anwesenden in eine mimetische Wolke.
Die Arbeit thematisiert somit den Einfluss des Menschen auf die Umwelt in der wir uns bewegen und die traditionell feste Architektur in einem subtilen Kommentar zu unserem Zeitalter des Anthropozäns.

Kulturzentrum