Neufeld

Das Neufeld – ein parkartiger Campus
Das Neufeld beschreibt noch heute einen parkartigen, allmendgleichen Raum zwischen dem Rand der Stadt Bern und dem Grossen Bremgartenwald. Seit der hier angesiedelten Landesaustellung in den 1910er Jahren und der SAFFA Ende der 1920er Jahre auf dem Viererfeld ist der Landstreifen kontinuierlich mit räumlich offenen Anlagen für Bildung, Sport und Erholung bebaut worden. Westlich der Neubrückstrasse findet sich ein Feld mit dicht platzierten Sportfeldern für Fussball und Tennis, zur Kreuzung Bremgartenstrasse besetzen die Sporthallen des Zentrum Sport und Sportwissenschaft das Terrain. In diesem Feld kommt nun auch die neue Schwimmhalle zu liegen.
Das Areal ist über ein feines Netz von öffentlichen Fusswegen durchlässig. Aufgrund des leicht ansteigenden Terrains erhält man ab einer Höhe von zirka zehn Metern ab Boden Weitsichten in östlicher und südlicher Richtung über die Sportfelder zum Gymnasium respektive zum Stadtzentrum mit dem Berner Münster und den Alpen. Mit der anstehenden Entwicklung des Viererfeldes wird das Quartier zu einem wichtigen städtischen Entwicklungsgebiet.

Die Idee – die Schwimmhalle als «Sportfeld» und Teil des bestehenden Gefüges
Die neue Schwimmhalle wird als einfaches und kompaktes Volumen mittig im Perimeter gesetzt und lässt sowohl südlich wie nördlich Raum zur anschliessenden Bebauung offen. Damit bleibt die freiräumliche Kontinuität zwischen Neu- und Viererfeld bestehen. Voraussetzung für diese Setzung bildet eine Verschiebung der Aussensportanlage des ZSSw. Der Zugang zur Schwimmhalle erfolgt von der Neubrückstrasse aus.
Das Gebäude gliedert sich in einen massiven Sockelbau, der allseitig leicht auskragt und so über dem Terrain ein «schwebendes» Plateau für die Schwimmnutzungen etabliert. Über diesem Plateau wird eine äusserst filigrane, gläserne Halle errichtet, welche die Schwimmebene umschliesst. Mit dem Plateau werden die Schwimmbecken auf ein Niveau gehoben, bei dem sie in Bezug zu den bestehenden und neuen Sportanlagen leicht erhöht liegen, gleichzeitig aber Teil des dichten Clusters aus Sportfeldern werden: Die Schwimmhalle wird als weiteres «Sportfeld» im bestehenden Gefüge aus Sportanlagen verstanden. Die orthogonale Anordnung der einzelnen Felder mit dazwischen liegenden Wegen setzt sich im Innenraum und der Organisation der Schwimmhalle fort. Die feine Ausdrehung der Fassade an der Neubrückstrasse ist nicht dem Strassenraum geschuldet, sondern Ausdruck dieser inneren Disposition.
Mit diesem einfachen Aufbau und der allseitig offenen, gläsernen Halle wird das Schwimmbad als weiteres öffentliches Gebäude im Neufeld verortet und bringt seinen Charakter als «Volksbad» für die breite Berner Bevölkerung, die Schulen und den Vereinssport zum Ausdruck. Für Wettkämpfe bietet sie einen repräsentativen Rahmen.
Westlich der Schwimmhalle werden die Tennisanlage und das anschliessende Rasenfeld ebenfalls in der vorgefundenen, orthogonalen Grundstruktur neu angelegt. Die drei Tennisfelder, die saisonal mit einer Traglufthalle überdeckt sind, liegen abgerückt von der Schwimmhalle: Das Volumen der Tennishalle wird entsprechend in die Situation integriert. Das erhaltenswerte Klubhaus wird abgebaut und über einem neuen Untergeschoss, das den zusätzlich geforderten Raum schafft, an der zentralen, querenden Wegverbindung wieder aufgebaut.

Erdgeschoss – eine «Unterwasserwelt» zwischen den Schwimmbecken
Über den eingezogenen und witterungsgeschützten Eingang an der Neubrückstrasse gelangt der Besucher in den hallenartigen Empfangs- und Bistrobereich. Die Eingangshalle erhält Tageslicht über die verglaste Eingangsfront und die seitlichen Bullaugen des Sprungturmbeckens: Der Besucher bewegt sich im Moment des Eintritts in eine «Unterwasserwelt» zwischen den Schwimmbecken. Über die mattierten, blickdichten Gläser der Bullaugen wird eine Lichtstimmung aufgebaut, die auf die darüber liegende Schwimmhalle verweist.
Nach dem Eintritt in die Halle begibt sich der Besucher entlang der Schliessfächer und der Schuhregale in die Garderoben, welche geschlechter- und betriebsgetrennt organisiert werden können. Der linke, südliche Garderobenflügel dient dem Alltagsbetrieb, bei hohem Besucherandrang oder Veranstaltungen kann der rechte Flügel zugänglich gemacht werden. Nach dem Umkleiden bewegt sich der Badegast im «Barfussbereich» entlang den Bullaugen des 50-Meter Beckens in einem Erschliessungsraum mit gedämpftem Licht in Richtung Duschen/Toiletten zur grossen Wendeltreppe, welche auf die Schwimmebene führt. Dort wird der Badegast von einer hellen, weiten und offenen Halle empfangen.
Die Materialisierung und Farbigkeit des Erdgeschosses mit Eingang, Garderoben- und Duschräumen schafft mit keramischen und glänzenden Oberflächen in dunkleren Farbtönen eine eigene, intensive Stimmung, welche mit der darüber liegenden Halle kontrastiert, aber gleichzeitig auf die folgende Badewelt verweist.

Obergeschoss – Schwimmen auf einem Plateau
Der Eintritt in die Schwimmhalle über die beiden grossen Wendeltreppen erfolgt lateral, aber in der zentralen Mittelachse, sodass die drei Bereiche von Schwimm-, Sprung- und Lernschwimmbecken gleichwertig erschlossen sind. Die drei Becken sind Teil des einen Hallenraums, gleichzeitig werden sie über einen Galerieeinbau räumlich gegliedert. Das Lernschwimmbecken lässt sich über in die Konstruktion eingelassene Verglasungen auch akustisch abtrennen.
Daneben übernimmt der Galerieeinbau aussteifende Funktionen im Hallenbau und fasst im östlichen Arm der T-förmigen Figur sämtliche kleinräumigen, dienenden Funktionen wie Räume für den Bademeister, die Sanität, Material etc. Hier wird zudem über eine dritte Vertikalerschliessung eine räumliche Erweiterung aus dem Zugangsgeschoss angeboten, welche primär Besuchern dient, die selber nicht baden, aber den Zugang auf die Schwimmebene suchen (beispielsweise Eltern, die ihre Kinder abholen).
Im oberen Geschoss des Halleneinbaus und in Verbindung mit dem offenen Galeriebereich sind die Übungs- und Schulungsräume untergebracht. Die Galerie bietet im Normalbetrieb eine Rückzugs- und Ruhebereich, welcher von den Badegästen genutzt wird. Aufgrund der Höhenlage dieser Räume öffnet sich hier der Blick durch die Schwimmhalle bis zum Berner Münster und in die Alpen. Während Veranstaltungen beziehungsweise Wettkämpfen wird der Zugang auf die Galerie für Zuschauer über die dritte, nordöstliche Treppe geöffnet. Weitere 400 Zuschauerplätze werden während Wettkämpfen auf einer mobilen Tribüne auf der Schwimmebene längs zum 50-Meter Schwimmbecken angeboten.
Die Stahlkonstruktion der Schwimmhalle ist komplett in Weiss gehalten, was zur beabsichtigten Leichtigkeit und Entmaterialisierung der Konstruktion beiträgt. Über die glatte, aber fein perforierte Untersicht wird eine angenehme Akustik sichergestellt. Die glänzende Oberflächenbehandlung der Deckenpanele reflektiert die Bewegungen des Wassers und bringt den Raum in eine feine «Schwingung». Die Decke dient zudem als Reflektor für die künstliche Belichtung: sie wird über Strahler – frei im Hallenraum stehende «Kandelaber» – von unten angestrahlt und verteilt so indirekt und gleichmässig das Kunstlicht im Innenraum. Mit dieser Beleuchtungsidee werden die Lichtemissionen bei Nacht in die Umgebung minimiert.

Aussenraum und Landschaftsarchitektur
Die Freiraumgestaltung knüpft an das Umfeld an und führt bestehende Strukturen zu einem Ganzen fort. Eine ruhige, grüne Grundgestaltung aus Blumenwiesen, Ruderalflächen und einheimischen Gehölzgruppen bildet das Gerüst der Sportanlage. Eine übergeordnete Freiraumachse führt vom Bremgartenfriedhof bis zum Stadtpark Viererfeld. Ein abschliessender, kleiner Platz spannt sich zwischen der Schwimmhalle und der Achse auf und bildet mit der Bushaltestelle einen attraktiven Ankunftsort und Treffpunkt sowie den Übergang der Freiraumachse in den Stadtpark. Der Strassenraum Neubrückstrasse ist geprägt von der Allee und den spielerischen Grünflächen, die auf die verschiedenen Eingangszonen reagieren. Der Eingang zur Schwimmhalle ist durch die Wegführung und den leichten Einzug gut auffindbar. Die Polleranlage ist im Betrieb berücksichtigt, die Parkplätze und Vorfahrt sind stets zugänglich. Durch die vernetzenden Ruderalflächen zwischen den Feldern und entlang der Freiraumachse werden die Freiräume miteinander verflochten und die Sportanlage zu einem Gesamtensemble zusammengefügt.

Pilatus

Drei Häuser
Das Projekt sieht eine Konfiguration von drei aneinander gebauten, funktional unabhängigen Häusern vor: Ein Wohnhochhaus mit Eigentumswohnungen, die Sportarena und ein Wohnhochhaus mit Mietwohnungen. Der mit der Überarbeitung schlanker proportionierte Wohnturm (60 Meter) am Kreisel Mattenhof bezieht sich in der Höhe einerseits auf die anderen platzbildenden Hochhäuser und vermittelt andererseits zum höheren Wohnturm. Vom Platz her betrachtet in zweiter Reihe und zum Bahnhof zugehörig steht der höhere Wohnturm (109 Meter). Dazwischen gespannt befindet sich die Sportarena. Die drei Häuser bilden damit die drei Programme ab und erlauben eine einfache Abparzellierung. Die Dreiteilung berücksichtigt aber auch deren unterschiedliche Lebensdauer und die statische Entflechtung führt zu einer schlanken Dachstruktur der Arena. Schliesslich wird mit dem privilegierten Wohnen in Hochhäusern der Landschaftsbezug thematisiert.

Platzfolge zwischen Bahnhof und Kreisel
Die Raumbildung des Mattenhofplatzes erfolgt über zentrierte und teilweise leicht ausgedrehte Platzfassaden. Mit dem südlichen Hochhaus der Pilatus Arena wird der Platz zu einem fünfeckigen Raum komplettiert. Durch das leichte Zurücksetzen des Wohnhochhauses wird eine platzartige Öffnung zum Bahnhof geschaffen, die sich von den Strassenmündungen unterscheidet und die wichtige Verbindung zwischen Mattenhofplatz und Bahnhof stadträumlich akzentuiert. Diese Verbindung baut auf einer Folge von Platzräumen auf, die jeweils Zugänge zu den drei Häusern geben. Der langgezogene Bahnhofplatz findet sein räumliches Ende mit dem nördlichen Hochhaus.

Fassadenkleid aus hellem Faserbeton und Aluminium
Auf plastischer Ebene verbinden sich die drei funktional getrennten Häuser zu einer Figur. Verstärkt wird diese architektonische Absicht durch das einheitliche und verbindende Fassadenkleid aus leichten und nobel erscheinenden Faserbetonplatten und Aluminium. Beide Materialien sind von heller Tonalität und kontrastieren nur wenig. Die Leichtbaufassade wird einerseits den drei verschiedenen Nutzungen gerecht und entspricht andererseits den Grundsätzen einer nachhaltigen Bauweise. Die hinterlüftete Fassade ist unterhaltsfrei und gewichtsparend; beim Hochhausbau beides relevante Kriterien.

Allmend
Der Mattenhof ist Teil des dynamischen Entwicklungsgebietes Luzern Süd. Luzern Süd wiederum steht in stadträumlicher Kontinuität zur Stadt Luzern, Horw und Kriens. Zwei Seen und drei Erhebungen fassen diesen Stadtraum. Primäre Verkehrsachsen durchlaufen den topografisch gefassten Raum. Drei dieser Achsen sind für den Mattenhof und die Allmend von Bedeutung: für den motorisierten Verkehr die Obergrundstrasse, die sich in Arsenal- und Horwerstrasse teilt, die S-Bahn-Linie Luzern-Horw sowie die geplante Langsamverkehrsachse vom Bahnhof Luzern entlang der Allmend nach Horw.

Stadträumliche Orientierungspunkte
Angelagert an diese Achsen finden sich an wichtigen stadträumlichen Stellen Hochpunkte: an der Obergrundstrasse am Ausgang der Neustadt die Pauluskirche, an der Langsamverkehrsachse und am Ende des Gleisfelds das geplante Steghofhochhaus, an der Horwerstrasse im Zentrum der Allmend die beiden Allmend Hochhäuser. Das nördliche Hochhaus der Pilatus Arena markiert in dieser Serie den Bahnhof Kriens Mattenhof. In Beziehung zu den Allmend-Hochhäusern schafft es eine räumliche Auszeichnung und Fassung der Allmend als öffentlichen Freiraum von Luzern Süd und «Sportcampus».

Wohnen im Hochhaus
Das Projekt setzt auf das privilegierte Wohnen in Hochhäusern, das den Landschaftsbezug zu den Seen und Alpen thematisiert. Prägendes Element für alle Wohnungen bilden plastische Einkerbungen im Baukörper mit jeweils flankierenden, zweiseitig geöffneten Loggien. Diese Kerben «multiplizieren» die Ecksituationen und schaffen auch bei mittig liegenden Wohnungen mehrfache Ausrichtungen: Im Innenraum werden mindestens zwei sich kreuzende Sichtbeziehungen aufgebaut. Die eine Sichtlinie geht vom Entrée aus über das Wohnzimmer und die Loggia in die Ferne. Eine Querverbindung bietet räumliche Grosszügigkeit in die Breite der Wohnung. In der Überschneidung dieser Fluchten befindet sich der Wohnbereich.
Sowohl im Turm mit Wohneigentum wie auch im Mietwohnungshaus werden sieben Wohnungen pro Geschoss über ein mittiges Treppenhaus erschlossen. Das Haus mit den Mietwohnungen erreicht mit 20 oberirdischen Geschossen rund 60 Meter, dasjenige mit den Eigentumswohnungen mit 37 Geschossen rund 109 Meter. Wo die beiden Wohntürme an die Sporthalle anschliessen, befinden sich Abstellräume. Die dazwischenliegende Sporthalle erreicht 21 Meter Höhe.

Architektonischer Ausdruck
Die drei Häuser werden über ein leichtes und nobel erscheinendes Fassadenkleid zu einer plastischen Figur zusammengebunden. Dieses Kleid besteht aus einem die Öffnungen um- und zusammenfassenden hell eloxiertem Aluminiumblech und ebenfalls hellen, vertikal verlaufenden und profilierten Faserbetonplatten. Diese Materialisierung wird einerseits den drei unterschiedlichen Nutzungen gerecht und nimmt anderseits Bezug zu den bestehenden und geplanten, mehrheitlich mineralisch verkleideten Häusern. Das Erdgeschoss ist nach aussen umlaufend verglast, um die erwartete Öffentlichkeit zu verdeutlichen.

Sozialräumliche Aspekte
Die nord- respektive westseitigen Haupteingänge zu den Wohnhäusern münden in grosszügige Eingangshallen. Im Alltag oder während grosser Sportanlässe besteht die Möglichkeit, die Lifte zu den Wohnungen über die ostseitigen Eingänge zu den Velo-, Kinderwagen- und Entsorgungsräumen zu erreichen (zweite Adresse). Die Eingänge sollen hochwertig ausgestattet sein, um über eine hohe Aufenthaltsqualität das Zustandekommen sozialer Kontakte im Alltag zu unterstützen.
Zugunsten einer guten sozialen Durchmischung wurde darauf geachtet, dass der geforderte Wohnungsmix nicht vertikal über die verschiedenen Geschosse verteilt wird, vielmehr werden auf den einzelnen Geschossen jeweils verschiedene Wohnungstypen angeboten. Der Dachgarten wird über das Angebot der flankierenden Gemeinschafts- und KiTa-Räume sowie der Gästewohnungen durch unterschiedliche Nutzergruppen und Nutzungen belebt. Insbesondere im Sommerhalbjahr wird er zur wichtigen hausinternen und gebäudeübergreifenden Bühne des sozialen Lebens. Daneben erweitern auf übergeordneter Ebene das Angebot der Sportarena (Restaurant, Vereinsräume und Kraftstudio) und die gewerblich genutzten Erdgeschosse die soziale Infrastruktur. Somit trägt das Projekt ein vielseitiges und massstäblich differenziertes Angebot an sozialräumlichen Qualitäten.

Gegenwelt zum urbanen Stadtraum
Auf dem Dach der Sporthalle befindet sich ein grosszügiger Garten, der den Bewohnern der beiden Häuser vorbehalten ist. Über eine direkte Verbindung vom Treppenhaus hat jede Wohnung Zugang auf die durchgehend gemeinschaftliche Dachfläche. Den Auftakt bilden zwei grosse, vorgelagerte Gartenterrassen, die als Aussenflächen für den angegliederten Gemeinschaftsraum, die KiTa und die beiden Gästewohnungen dienen und über welche man in den etwas tiefer gelegenen Garten gelangt.
Der Garten dient sowohl als «Bild» wie auch als nutzbarer Raum, in den man eintaucht und verschiedene Räume und Nischen findet. Eine üppige, aber klar strukturierte Vegetation aus Stauden, Sträuchern und kleineren Bäumen schafft einen kleinteiligen und informell nutzbaren Aufenthaltsraum. Durch die organische Formensprache und die topografische Absenkung wird der Garten zum Kontrapunkt der Architektur. Mäandrierende, chaussierte Wege führen durch die Gartensequenzen und entwickeln ein Spiel der Offenheit und Geschlossenheit.
An zwei Stellen öffnet sich der Weg zu einem zentralen Kiesplatz in der Nähe des Gemeinschaftsraumes sowie zu einem Kinderspielplatz in der Nähe der Kita und bildet so zwei spezifische, vielfältig nutzbare Orte. Die bänderartig angelegte Staudenpflanzung gliedert sich in unterschiedlich rötliche, gelbe und bräunliche Farbtöne, die eine starke visuelle Wirkung erzeugen. Verschieden hohe und dichte Sträuchergruppen aus einheimischen Kleingehölzen ergänzen die Staudenpflanzung und gliedern den Garten in räumliche Abschnitte. Mittels einer sanften Geländemodellierung wird die Raumbildung unterstützt und die Wege an die Terrassen angebunden. Eine auf Augenhöhe abschliessende Brüstung fasst den Gartenraum und öffnet ihn zum Himmel – er wird zur Gegenwelt des urbanen Stadtraums.

Schaugarten
Der Dachgarten steht damit nicht in Konkurrenz zu den Sport- und Erholungsanlagen der nahegelegenen Allmend, sondern bietet einen ergänzenden Aufenthalts- und Erholungsraum mit einem schwach determinierten Angebot. Da der Dachgarten von den oberen Wohnungen aus eine hohe visuelle Präsenz hat, übernimmt er auch die Aufgabe eines Schaugartens, der von oben betrachtet als Bild angelegt ist.

Platzräume und Zugänge
Der städtische Aussenraum zwischen Mattenhof- und Bahnhofplatz besteht aus einer Folge von Platzräumen. Zwei bodeneben gepflanzte Baumkörper gliedern jeweils die Vorplätze der beiden Hochhäuser. Gleichzeitig spenden sie Schatten, während die restlichen Flächen mit einem Hartbelag ausgestattet sind. Die Zugänge der Wohnhäuser liegen gut auffindbar und entsprechend der Hauptausrichtung der Türme und der Sportarena. Die zwei Eingänge zur Sporthalle haben jeweils grosszügige Vorbereiche um Besucherandränge aufzunehmen.

Gewerblich genutzte Erdgeschosse schaffen Öffentlichkeit
Im Erdgeschoss der beiden Wohnhochhäuser werden Verkaufsflächen von insgesamt 900 Quadratmetern angeboten. Daneben beleben das Restaurant der Sportarena sowie ein Kiosk auch ausserhalb von Sportveranstaltungen den öffentlichen Raum. Fast alle Entfluchtungen der Sportarena und der Wohntürme sowie sämtliche Anlieferungen, Entsorgungen und Erschliessungen für Parkierungen (UG und EG) werden über die südöstliche Zubringerstrasse organisiert.

Sportarena
Die Sportarena steht eingespannt zwischen den beiden Wohnhochhäusern. Sie ist im Erdgeschoss längsseitig jeweils leicht eingeschnürt und greift in den oberen Geschossen – ähnlich einem Schiffsrumpf – in die Breite. Auf dem Platzniveau sind neben den Eingängen und der Anlieferung das passagenartige Foyer mit dem angrenzenden Restaurant sowie Nebennutzungen wie Fitness und Büros untergebracht. Die platzseitige Ausweitung («Schräge») in den oberen Geschossen ist ohne Fenster vorgesehen. Hier sollen Screens für Veranstaltungshinweise und Werbung angebracht werden.

Verteilebene als Piano Nobile
Da im Projektvorschlag davon ausgegangen wird, dass die insgesamt 4018 Tribünenplätze in der Regel nicht über die Spielfeldebene erschlossen sein sollen, führen vier grosszügig ausgebildete, hinter den Gelenken der Tribünenränge platzierte Doppelhelix-Treppen ins dritte Geschoss, welches als Verteilebene – gewissermassen als Piano Nobile – verstanden wird. Von hier gelangt man von oben herab in die unteren (bei kleineren Veranstaltungen) und in die oberen Ränge (bei Grossanlässen). Während den Spielpausen werden die Zuschauer primär auf der Verteilebene verpflegt, Toiletten befinden sich direkt ein Geschoss darüber. Die Prämisse der betrieblichen Entflechtung zieht sich durch die gesamte Sportarena, ohne die Flexibilität einzuschränken. So können beispielsweise die Tribünen auch über das Spielfeld erreicht werden. Zuschauer- und Sportlerbereiche (Garderoben) sind vollständig getrennt.
Die Warenanlieferung erfolgt südostseitig über eine erhöhte Laderampe bzw. über eine Hebebühne für Lastwagen. So werden die Spielfeldebene respektive die dort seitlich angeordneten Lagerräume effizient bedient. Ein separater Warenlift erschliesst die weiteren Geschosse primär für gastronomische Zwecke. Auch hier werden während Veranstaltungen betriebliche Überkreuzungen vermieden. Entlang der Zufahrtsstrasse werden Parkplätze angeboten, welche während medienwirksamen Sportanlässen von Übertragungswagen genutzt werden können.

Multifunktionale Halle
Die Halle wird als öffentlicher Raum verstanden, weshalb sie über die grossen Fensterbänder einen Bezug und eine Adressierung nach Aussen schafft. Gleichzeitig begünstigt die natürliche Belichtung eine vielseitige Nutzbarkeit. Für Sportveranstaltungen sind innenliegende Storen oder Vorhänge vorgesehen, welche den Hallenraum vollständig verdunkeln.
Um eine dichte Arena-Stimmung zu begünstigen, sind die oberen Tribünenränge nicht nur betrieblich, sondern auch räumlich abtrennbar. Anhand von Akustikvorhängen, welche entlang der Geländer der oberen Ränge gezogen werden können, wird die Sporthalle nicht nur räumlich, sondern auch akustisch kompakter.

VIP und Marketing
Die VIP-Nutzungen befinden sich direkt oberhalb der Verteilebene und profitieren von einem freien Blick auf das Spielfeld. Nach Aussen öffnet sich der Raum zur Mattenpassage und in Richtung Pilatus. Der VIP-Bereich lässt sich bereits vom Erdgeschosseingang separat erschliessen und funktioniert durchgehend kreuzungsfrei mit dem restlichen Gastbetrieb. Eine Durchmischung ist aber selbstverständlich möglich. Da das VIP-Restaurant direkt von Aussen erschlossen werden kann, böte sich auch ein Betrieb neben den Sportveranstaltungen an.

Ostgrat

Das in Planung befindliche Projekt für eine touristische Nutzung des Jungfrauostgrates geht von einer nicht mehr benötigten Richtstrahlanlage auf rund 3600 Metern über Meer aus. Der Ort wird vom Jungfraujoch über einen in Eis und Fels geschlagenen Stollen erreicht, wohin die weltbekannte Jungfraubahn von der Kleinen Scheidegg durch Eiger und Mönch führt. Gefragt war ein Projekt mit Aussichtsterrassen, Shops und Gastronomie sowie einem Ausstellungsraum für eine besondere Uhr, welche ein Markenzeichen der Schweiz repräsentiert.
Anstelle eines «Ausstellungshauses» für eine spezielle Uhr, fanden wir die Vorstellung suggestiver, die Architektur selbst als Zeitmaschine zu verstehen – also ein Haus als Uhrwerk zu entwerfen. Denn eine Architektur an diesem Ort bietet das einmalige Potential für eine neue Verbindung von Zeit und Raum. Wir sprachen über kosmische Bezüge, die sich an diesem Ort beim Blick ins All bieten: Die Geschwindigkeit des Lichts oder die Bewegungen der Sonne, Sterne und Planeten. Die Architektur thematisiert diese Bezüge über die Aussicht aber auch durch eine Übersetzung und Sichtbarmachung mittels des Uhrwerks.
Entstanden ist eine kinetische Architektur, die eine eigene Raum-Zeit-Erfahrung schafft. Das hausgrosse Uhrwerk ist als klassische, mechanische Pendeluhr konzipiert, die mit Windenergie versorgt wird und so autark funktioniert. Die bewegten Teile des Uhrwerks sind als begehbare Räume ausgebildet: Die Besucher bewegen sich auf einer promenade architecturale durch das Uhrwerk und erfahren die Zeit räumlich, akustisch und haptisch. Die zwei Bereiche von Mechanik – der Funktion von Zeit – und Display – der Ablesbarkeit von Zeit – werden dabei eins. Die Mechanik wirkt zudem in die Fassade ein, öffnet und schliesst das Haus im Rhythmus der Zeit. Das Uhrwerk inszeniert so ein Wechselspiel von Ausblicken sowie Licht und Schatten. In der Nacht lässt sich das Uhrwerkshaus nur über ein langsam pulsierendes Licht aus der Ferne erahnen.

Mythenquai

Der Ort: Ein Rasenteppich mit Baumskulpturen
Was beim Betreten der Badeanstalt Mythenquai im Vergleich zu anderen Zürcher Badis überrascht, ist die Ausdehnung eines «wegefreien» Rasenteppichs, der mit teilweise monumentalen Baumskulpturen bestanden ist. Während andere Badeanlagen von einem Wegnetz durchquert werden, bilden hier die Wege einen beinahe «unsichtbaren Saum», welcher diese eindrückliche, nur leicht modulierte Rasenfläche zusammen mit feinen Holzarchitekturen rahmt. Dass dabei praktisch keine Bewegungslinien vorgegeben sind, ist eine spezifische Qualität des Ortes. Sie soll mit dem Projekt gestärkt werden, beispielsweise in dem die heutige, trennende Anlieferung zum Kiosk rückgebaut wird. Minimale Eingriffe im Baumbestand dienen ebenfalls mehr der Klärung der heutigen Situation als einer Neuinterpretation. So werden zur Stärkung der objekthaften Baumgruppen und zur Schaffung neuer Durchsichten einzelne Bäume entfernt und andernorts durch Neupflanzungen ersetzt. In Verbindung damit steht eine Aufwertung des bewachsenen Uferbereichs im Südosten in Verbindung, wo ein neuer Aufenthaltsort mit Möblierungen und Grillstellen angeboten wird.

Die architektonische Form: Sandstrand, Bordwalk und Kiosk
Das Projekt verbindet das Kioskgebäude mit einem «Bordwalk» sowie dem bestehenden Sandstrand — ein einmaliges Element in Zürich — zu einer architekto-nischen Form. Der Bordwalk aus hellem Ortbeton schafft dabei eine klare Beziehung zwischen Badeanstalt und See, indem er am Übergang von Land zu Wasser zum Promenieren einlädt und die heutige, unscharfe Kante zwischen Rasen und Sand ersetzt. Seitlich schliesst er mit zwei breiten «Wassertreppen» ab, «umklammert» dabei den Sandstrand und stärkt ihn in seinem artifiziellen, gewissermassen implantierten Charakter. Auf der Landseite weitet sich der Bordwalk an einer Stelle zu einem Platz für das Kioskgebäude auf. Die Anlage von Bordwalk, Strand und Kiosk ist auch im Winter eine attraktive Sequenz der Seeuferpromenade.
Das Kioskgebäude kommt an ungefähr gleicher Lage wie das bestehende zu liegen und besitzt weiterhin das Privileg der Nähe zum See. Seine Form entwickelt sich ausgehend von wenigen Prämissen. Zunächst definiert ein schirmartiges, allseitig ausladendes Dach den Ort. Die Raumabschlüsse zwischen Bodenplatte (Bordwalk) und Dach bestehen aus klaren und verspiegelten Gläsern, die real respektive fiktiv einladende Durchsichten ergeben und so die Präsenz des schwebenden Daches stärken. Die «Explosionsgeometrie» im Grundriss, welche auf konzentrischen und akonzentrischen Kreissegmenten aufbaut, erzeugt ein allseitig öffentliches Gebäude, das nach sämtlichen Expositionen ein «Gesicht» entwickelt und Zugänge sowohl von der See- wie auch von der Badiseite anbietet. Die Raumstruktur erlaubt ideale Betriebsabläufe, wobei die dienenden Räume mehrheitlich im Innern liegen. Der Aussenbereich des Restaurants befindet sich im Nordosten des Pavillons und profitiert so gleichermassen von Schatten, See und Bezug zur Badi. Die Dachuntersicht ist mit fein profiliertem Holzwerk verkleidet und wie die Fensterrahmen weiss gestrichen. Es nimmt darin Bezug auf die bestehenden Architekturen der 1950er-Jahre und entwickelt darüber hinaus einen eigenständigen, maritimen Charakter.
Eine grosse Herausforderung stellt die Anlieferung des neuen Kioskes dar. Eine Querung des «Rasenteppichs» sowie das in der Ausschreibung vorgeschlagene «Ingenieurbauwerk» am Mythenquai scheinen überproportional und unangemessen. Vorgeschlagen wird deshalb alternativ eine Anlieferung von Süden über die Stichstrasse zwischen Landiwiese (ebenfalls im Besitz der Stadt) und Strandbad. Die baulichen Massnahmen beschränken sich bei dieser Variante auf eine Ausweitung der Einmündung in den Mythenquai (Wartepositionen vor Velo-/Fussweg bzw. Strasse) sowie einen Wendeplatz bei der Einfahrt ins Badigelände. Der Wendeplatz klärt über seine funktionale Bedeutung hinaus den Zugang zur Badi in der Wintersaison respektive die Fortsetzung des Seeuferweges («Auffindbarkeit»). Anlieferungen ausserhalb der Öffnungszeiten können direkt bis zum Kioskgebäude über die befestigte Chaussierung und den «Bordwalk» erfolgen. Nachlieferungen während dem Badebetrieb werden vom Betreiber mit einem Elektrogabelstapler (Dockstation im Anlieferungsraum) bei der Einfahrt abgeholt.

Der Hörraum: Audiokunst
Das künstlerische Projekt greift die Idee des Weglassens und der Durchsichten auf und sucht nach einer möglichst «immateriellen» Umsetzung. Dabei geht das Konzept zur Produktion eines Klang- oder Hörstückes vom Strandbad als akustischem Ort, als Hörraum, aus. Die ausgeprägte Erfahrung des Hörens in einem Freibad soll um ein subtiles Werk, das zu sorgfältigem Hinhören und Verweilen einlädt, erweitert werden. Dazu entsteht ein Audiostück, das in mehrteiligen Fragmenten an einigen ausgewählten Orten innerhalb oder in den Randzonen der Anlage installiert wird. Das Audiostück kann sich somit auf die spezifischen historischen, atmosphärischen oder gesellschaftlichen Gegebenheiten des Strandbads beziehen und diese reflektieren. Entsprechend der inhaltlichen Anlage des Werkes und der spezifischen Umgebungen in denen dieses installiert wird, soll dabei auch auf die unterschiedlichen saisonalen oder wetterbedingten Nutzungen des Bades eingegangen werden.