In der Ey

Die Schulanlage Triemli und In der Ey ist Teil eines grossräumigen und zusammenhängenden Grünraumgefüges, das sich in nordsüdlicher Richtung zwischen der Fellenberg- und Triemlistrasse und in ostwestlicher Richtung zwischen dem Triemlifussweg und dem alten Kern von Albisrieden aufspannt. Neben der Schulanlage Triemli und In der Ey bilden zwei weitere Schulen öffentliche Orte in diesem Grünraum aus: die Schulanlagen Letzi und Altweg.
Das Projekt verfolgt in dieser Situation drei Absichten. Erstens wird mit einem grossen neuen Schulhaus ein Baukörper entworfen, der sich auf den Massstab des grossräumigen Grünraumes bezieht und über seinen kleinen Fussabdruck die Offenheit, den Zusammenhang und die Durchlässigkeit des Freiraumes auf dem Areal stärkt. Zweitens wird mit der Grösse des Schulhauses ein öffentliches Gebäude geschaffen, das sich im Massstab von der angrenzenden Wohnbebauung absetzt und die Kraft aufweist, einen neuen Ort im städtebaulichen Gefüge von Albisrieden zu formulieren. Und drittens gibt das Projekt mit einem Baukörper eine Antwort auf die sich stetig wandelnden Bedürfnisse der Schulen und der Schulraumplanung, indem das Gebäude als «offenes und grosses Regal» maximale Flexibilität für zukünftige Veränderungen und Adaptionen bietet – die Schulen Triemli und In der Ey nisten sich in dieser Struktur als «Schulhäuser im Schulhaus» ein.
In seiner Konzeption als Skelettbau in Holz mit nutzungsoffenen, adaptiven Grundrissen, einer architektonisch thematisierten Fassadenbegrünung, einer eigenen Energieproduktion mit Photovoltaik sowie dem Erhalt der grossen Baumgruppen ist das Projekt konsequent einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit verpflichtet.

Rämibühl

Das Rämibühl gehört seit fünfzig Jahren zu den grossen und wichtigen Kantonsschulen der Stadt Zürich. Die nach Plänen von Eduard Neuenschwander errichteten und 1970 bezogenen Bauten sind mehrheitlich in sehr gutem Zustand und weitgehend original erhalten. Die bezüglich ihrer Architektur und ihrem Freiraum einmalige Schulanlage ist bereits seit Ende der 1980er Jahre als überkommunal bedeutendes Denkmal geschützt.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich
In Anbetracht des sehr guten Zustands dieses Baudenkmals müssen aus unserer Sicht alle Sanierungsmassnahmen von einem hohen Respekt gegenüber dem Bestand geleitet sein. Oberste Priorität hat der Substanzerhalt in Verbindung mit dem Konzept der «Reparatur» vor dem des Ersatzes. Es gilt jede Massnahme sorgfältig zu planen und bezüglich ihrer Notwendig und Sinnhaftigkeit abzuwägen. Wir setzen uns die Maxime: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Die Strategie einer solchen Sanierung wäre dann weniger als Gesamtinstandsetzung, sondern vielmehr als Summe koordinierter Einzelmassnahmen zu bezeichnen. Vielleicht liesse sich daraus auch eine Umsetzung mit Modellcharakter ableiten, die einen nachhaltigen Umgang mit Denkmälern exemplifiziert: Statt intakte Bauteile vorzeitig aufzugeben nur weil einzelne versagen oder beschädigt sind, wird ein kontinuierlicher Unterhalt mit grösstmöglichem Erhalt von Originalsubstanz angestrebt – ganz im Sinne der ursprünglichen Strategie der Freiräume, welche als frühe Anlage der Naturgartenbewegung auf den sich stetig verändernden Sukzessionsprozessen basiert.

Weiterbauen und Weiterdenken
Da, wo bauliche Eingriffe unumgänglich sind, wird eine doppelte Strategie vorgeschlagen. Beim notwendigen Ersatz einzelner Bauteile – von Elementen der Fassade bis hin zu Oberflächen im Inneren – sollen alle Massnahmen konstruktiv und materiell dem Original weitgehend entsprechend ausgeführt werden, ohne dieses zu verfälschen: Weiterbauen lautet hier der Ansatz. Möglich wird dies durch das hohe Mass an Originalsubstanz und eine sehr gute Dokumentation des Bauwerks. Bei neuen Bauteilen sehen wir eine Gestaltung vor, welche sich bestmöglich in den Bestand integriert, dem architektonischen Charakter der Schulanlage folgt und diesen stärkt: Dieser Ansatz lautet folglich Weiterdenken. In beiden Fällen sehen wir die Rolle der Architekt:innen als Anwälte des Denkmals und nicht als Entwerfende, die nach einer Neuprägung streben.

Trevano

Luchswiesen

Uetikon

Kleinholz

Rosswinkel

Grevas

Chliriet

Das Schulhaus ergänzt das offene, von der Landschaft geprägte Gefüge im Chliriet mit einer bestehenden Mehrzweckhalle, den Sportanlagen und alten Bäumen. Es steht als langes, schmales und flaches Haus am begrenzenden Flurweg und spannt mit der Mehrzweckhalle einen grossen Pausen- und Zugangsraum auf. Das ausladende Flugdach trägt zu dieser Fassung bei und gibt der Architektur ihren eigenen Ausdruck.
Das zweigeschossige Haus ist ein Holzskelettbau und regelhaft aufgebaut. In den dreizehn Achsen finden jeweils einbündig die Unterrichtszimmer Platz. Sie sind alle auf das offene Kulturland im Osten gerichtet. Die Erschliessungs- und Gruppenräume sind dem Pausenplatz zugewandt. Über die Wandelhalle im Erdgeschoss werden mit einer Serie von Treppen die Cluster mit Vorräumen, Klassen- und Gruppenzimmern im Obergeschoss erreicht.
Zur einfachen Fügung des Holzbaus kommen sämtliche weiteren Elemente additiv hinzu und bleiben über ihre Farbe eigenständig. Im Haus ist alles bunt: es gibt keine Materialfarbe und auch kein Weiss. Der Innenraum entsteht über das Zusammenwirken der einzelnen Farben. Die Polychromie nimmt das Leben des Schulalltags vorweg.

> Lageplan

Blumenfeld

Der ehemals ländliche Stadtteil Affoltern am nördlichen Rand der Stadt Zürich entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem gut erschlossenen Quartier von Zürich. Mit der Dichte von Arealüberbauungen mit fünf bis sieben Geschossen bilden die Bauten des Quartiers Ruggächern eine Art urbane Stadtkante zum «Nordmeer», den nördlich angrenzenden Freiräumen um den Katzensee und dem weitgehend intakten Dorfkern von Unteraffoltern. Das vorgeschlagene Projekt sucht eine selbstbewusste Grösse, um einerseits als wichtiges öffentliches Gebäude die gewünschte Präsenz und Zentrumsfunktion auszustrahlen und um andererseits, zusammen mit den anderen grossmassstäblichen Bauten des Quartiers Ruggächern, den Abschluss der urbanen Stadtkante zu manifestieren. Indem das neue Schulhaus die Parzellenmitte besetzt und von öffentlichen Plätzen und Grünräumen umgeben ist, wird diese Absicht unterstrichen und das Haus kann allseitig eine seiner Bedeutung entsprechende Präsenz aufbauen. Das ausladende zeichenhafte Dach unterstreicht die Bedeutung des Schulhauses und soll identitätsstiftend wirken. Konzeptuell wurde das Gebäude im Schnitt entwickelt und ist als Haus mit drei Niveaus mit je spezifischer, das heisst aus der Nutzung entwickelter Raumstruktur organisiert. Das dreiseitig offene Erdgeschoss mit Turnhalle, Mehrzwecksaal und Bibliothek wird als eine der Topografie folgende «Platzsequenz» in Kontinuität mit den Plätzen im Aussenraum verstanden. Darüber spannt das Betreuungs- und Erschliessungsgeschoss mit dem grossen Terrassendeck. Im Dachgeschoss schliesslich sind die gut belichteten Klassenzimmer als Cluster-Einheiten organisiert. Die kompakte Organisation ermöglicht kurze Wege und interessante Ein- und Durchblicke in Räume unterschiedlichster Grösse und Stimmung.

Rüterwis

Zinzikon

Der Perimeter umfasst eine Areal, das sich in nord-südlicher Richtung ausdehnt und allseitig von Strassen und Wegen umfasst ist. Am südlichen Ende besteht ein unmittelbarer Anschluss an das alte Dorfzentrum von Zinzikon und darüber hinaus an Oberwinterthur und den S-Bahnhof. Entsprechend dieser Ausrichtung wurde vorgeschlagen, das Areal in einen südlichen, zentrumsnahen Schulbereich und einen nördlichen Wohnbereich zu gliedern.

Aufgrund der unterschiedlichen Bedeutung von Schul- und Wohnbauten sieht das Projekt vor, in deren städtebaulichen Setzung und volumetrischen Entwicklung keine unmittelbare Entsprechung zu suchen. Die Schulnutzungen werden in einem solitärartigen, zweigeschossigen Volumen zusammengefasst, das sich aus der Mitte raumgreifend bis an die Strassen entwickelt. Dabei werden die Grundstücksecken freigestellt und das Schulareal nach aussen geöffnet.
Dem gegenüber entwickeln sich die Wohnbauten mehr in die Höhe und in Zeilenform. Durch die versetzte Platzierung von drei Körpern in west-östlichlicher Richtung schaffen die Aussenräume eine Offenheit, die jeder Wohnung grosszügig Freiraum und eine gute Belichtung gewährt.

Das zweigeschossige Schulgebäude weist einen einfachen Aufbau auf: Im Obergeschoss befinden sich sämtliche Klassenzimmer und Gruppenräume («Klassengeschoss»), die sich nach Aussen hin als «Piano nobile» mit einer vorgelagerten, überhohen und umlaufenden Balkonschicht zeigen. Der Balkon erweitert die Klassenzimmer räumlich in den Aussenraum, schafft einen architektonischen Sonnen- und Fassadenschutz und gewährleistet eine einfache Entfluchtung nach aussen. Damit können auch die Erschliessungbereiche möbliert und genutzt werden – so auch grosszügige, natürlich belichtete und verschieden nutzbare «innere» Hallen.

Die volumetrische Gliederung in drei raumgreifende Gebäudearme zoniert das Klassengeschoss (zusammen mit der Heizanlage) in drei clusterartige Klassenbereiche, die verschiedene Organisationsformen des Schulbetriebs ermöglichen. Im Erdgeschoss befinden sich alle anderen, stärker öffentlich ausgerichteten Nutzungen (wie beispielsweise die separat zugänglichen Horträume). Das westwärts leicht abfallende Terrain wird für einen überhohen Singsaal und die Turnhalle genutzt (ebenfalls separat erschlossen).

Durch die Auszeichnung des Obergeschosses mit einer Balkonschicht und einem auskragenden Dachrand erscheint die Architektur als pavillionartiger Bau, der zwischen den städtischen und landschaftlichen Qualitäten der Umgebung vermittelt und auf seine periphere Lage antwortet.

Forschungszentrum

Städtebauliches Konzept und Volumetrie
Das Projekt für ein Forschungszentrum und Studentenunterkünfte sieht vor, die von Architekt Paul W. Tittel entworfene städtebauliche Logik fortzuschreiben. In einer Parallelstellung des Forschungszentrums zum Hauptgebäude wird die Orthogonalität der Anlage aufgenommen und die Übereckansicht vom See ergänzt. Die räumliche Nähe schafft Zusammenhalt, eine enge Verknüpfung mit den bestehenden Instituten und gewährt eine einfache Auffindbarkeit und Erschliessung des geplanten Forschungszentrums. Der Haupteingang des Neubaus befindet sich in unmittelbarer Nähe zum südlichen Eingang des Hauptbaus, der so eine Aufwertung erfährt.
Der flache, dreigeschossige Baukörper des Forschungszentrums (2 Vollgeschosse, 1 Dachgeschoss) ist leicht höher als der Hauptbau und schreibt so die Höhenentwicklung der Erweiterung von Burgdorf + Burren fort, ohne vom See her auffällig zu erscheinen. Demgegenüber setzt sich das Volumen der Studentenunterkünfte in seinen Dimensionen vom Forschungszentrum und dem Campus deutlich ab. Die Platzierung am östlichen Rand des Perimeters sowie eine leichte Ausdrehung thematisieren einen fragilen Zusammenhalt dieser neuen Nutzung mit den eigentlichen Campusbauten. Durch die Setzung der Neubauten an den Rändern des Perimeters verbleibt im Zentrum ausreichend Raum für spätere Erweiterungen. Er soll in der Zwischenzeit als Park genutzt werden, der in seiner Ausgestaltung eine Verbindung zur Seeuferlandschaft herstellt (durchfliessende Landschaft).

Konzept Landschaft und Freiraum
Der Campus und insbesondere auch die neuen Gebäude liegen in ganz besonderer Lage an der Schnittstelle von Land und See. Dieser Umstand wird in der Umgebungsgestaltung thematisiert: Die Gebäude schieben sich von den befestigten Erschliessungsflächen in die feuchten Riedwiese hinein. Diese gemähte ebene Wiesenlandschaft wird von neu angelegten Wassergräben durchzogen, die von blühenden Iris und wogendem Schilf und anderen Sumpfpflanzen begleitet werden und die Flächen linear strukturieren. Den Gräben wird auch das Regenwasser der versiegelten Beläge und Dächer zugeführt. Die vernässten Wiesen werden von Holzstegen überquert, welche die Gebäude erschliessen, aber insbesondere auch die Schönheit der Landschaft inszenieren. Im Kreuzungspunkt der Stege bietet ein Holzdeck Aufenhaltsort für Pausen und Freizeit und setzt einen Widerpart zum Inseli. Ein wegbegleitender Wassergraben wird als Staudengarten für Sumpfpflanzen angelegt. Kleine, frei verteilte Baumgruppen, die sich zum Siedlungsrand hin verdichten, überspielen das lineare System der Gräben. Weiden, Erlen und Birken prägen das Bild der Riedlandschaft mit.
Das System der Betonbeläge der vorangegangenen Bauetappen wird weitergespielt, indem die Erschliessungsflächen mit grossformatigen Platten ausgelegt und mit malerischen Solitärbäumen bepflanzt werden. Die Hochschule und die studentischen Wohnungen werden durch einen linearen Kiesplatz miteinander verbunden, der auch Infrastrukturen wie den Veloständern, Bänken, etc. Raum gibt. Eine transparente, bewachsene Rankkonstruktion bildet die Schnittstelle zwischen den Einfamilienhäusern und dem Campus.

Etappierung und Erweiterungsmöglichkeiten
Aufgrund der städtebaulichen Setzung von Forschungszentrum (direkter Anschluss an bestehenden Campus) und Studentenunterkunft (am östlichen Rand des Perimeters zum Kinderzoo) wird das Curti-Areal durch die erste Ausbauetappe minimal besetzt: im freien Zentrum wird ein Park angelegt, welcher sich konzeptionell mit dem Seeuferstreifen verbindet.
Ein vorgezogener Bau der Studentenunterkünfte (Gebäudestruktur und Fassade) zur temporären Aufnahme von Schulräumen (Ersatz Pavillions) ist möglich und durch einen nachträglichen Ausbau der Skelettstruktur einfach realisierbar. Aufgrund des Gebäudeaufbaus mit vorfabrizierten Elementen ist zudem eine kurze Bauzeit zu erwarten. Anschliessend kann mit dem Bau des Forschungszentrums begonnen werden. Zum Schluss der ersten Ausbauetappe wird der Park angelegt.
In einer zweiten Ausbauetappe wird für Schulräumlichkeiten ein zweiter, unabhängiger Neubau zwischen Forschungszentrum und Studentenunterkünfte erstellt. Dabei wird der Park unter Beibehaltung eines Charakters in Richtung See verkleinert. Der Neubau ist als kompaktes, viergeschossiges Volumen vorgesehen, das wiederum den Campus in seiner bestehenden, orthogonalen Logik ergänzt. Die Gebäudehöhe setzt einen Akzent in der Anlage und macht den Bau auch vom Campus-Eingang her sichtbar. Bei Bedarf können auch die Studentenunterkünfte erweitert werden: vorgesehen ist eine Aufstockung um ein Geschoss in derselben konstruktiven Logik. Die Studentunterkünfte sind so konzipiert, dass sich die Dachelemente (je 12m2) abheben und nach der Aufstockung wieder verwenden lassen. Die in der Ausschreibung angegebenen Mikro-Pfähle (Bodenplatte mit Pfahlbanketten 20m) reichen bei einer leichten Gebäudestruktur für drei Geschosse aus (Gewicht 2-stöckig: 15 kN/m2, mit Aufstockung: 20 kN/m2).
In einer dritten Ausbauetappe werden die Studentenunterkünfte abgebrochen, um einem dritten, flachen (maximal zwei Geschosse) Neubau in der südöstlichen Grundstückecke Platz zu machen. Die drei Forschungsneubauten auf dem Curtiareal führen städtebaulich, insbesondere auch in der Höhenstaffelung die Campus-Idee weiter.

Architektur des Forschungszentrums
Das Volumen des Forschungszentrums ist ein dreigeschossiger Baukörper mit rechteckiger Grundrissfigur. Seinen spezifischen Ausdruck bezieht er aus einer leichten, umlaufenden Einfaltung der Fassade, welche in direkter Abhängigkeit zur Tragstruktur steht. Dabei handelt es sich um eine rationelle, nutzungsflexible Stützen-Platten-Struktur, deren paarweise Schrägstellung von Zwillingsstützen für eine ausreichende Erdbeben- und Windaussteifung sorgen. In Fortsetzung der beschriebenen Einfaltung entwickelt sich ein umlaufender, überhoher Dachabschluss, der das niedere Dachgeschoss respektive die Dachterrassen nach aussen hin verbirgt und nur an wenigen Stellen von Öffnungen durchbrochen wird. Die Einfaltung der Fassade verleiht dem Volumen eine gewisse «Weichheit» und schafft so einen architektonischen Übergang zu Vegetation und Landschaft. Die Materialisierung der Fassade besteht aus Festverglasungen mit Rahmen aus eloxiertem Aluminium, woraus auch sämtliche geschlossenen Teile geformt sind. Fundiert wird das Gebäude mit einem durchgehenden Untergeschoss (Flachfundation, 30cm Bodenplatte) nach dem Prinzip des Gewichtsausgleichs (Aushub = 60 kN/m2, Gebäude inkl. Bodenplatte = 55 kN/m2).

Hauptgeschosse des Forschungszentrums (Institute)
Die zwei Hauptgeschosse des Forschungszentrums werden über einen Haupteingang auf der Westseite, in unmittelbarer Nähe zum südlichen Eingang des Hauptbaus erschlossen. Damit entstehen kurze, weitgehend überdachte Verbindungswege. Vom Haupteingang betritt man ein Foyer, woran auch der Veranstaltungsraum liegt (vgl. Schema Schliesskonzept). Dahinter befinden sich quer zur Gebäuderichtung grosszügige, offene und auch für den Aufenthalt bestimmte Treppenanlagen (vgl. Schema Brandschutzkonzept und Entfluchtung).
Von da aus werden sämtliche Grossräume und Besprechungsräume der Institute in einer netzartig aufgebauten Grundriss- respektive Erschliessungsstruktur erreicht. Zwei in Längsrichtung liegende Lichthöfe sorgen für eine gute natürliche Belichtung der innenliegenden Grossräume. Über eine Stirnseite des nördlichen Hofes erhalten auch die Treppenanlagen natürliches Licht.
Entsprechend der Tragstruktur sind sämtliche nichttragenden Innenwände aus Glas vorgesehen. Sie machen das Gebäude maximal durchlässig, lichtdurchflutet und unterstützen eine gute Kommunikation zwischen den Instituten. Aufgrund der horizontalen Ausdehnung der Hauptgeschosse können zwei von drei Instituten auf je einem Geschoss untergebracht werden. Es bestehen direkte und kurze Wege zwischen den einzelnen Grossräumen. Aufgrund eines Fassadenrasters von 2.60m lassen sie sich flexibel unterteilen. Eine Raumtiefe von 8.00m ist aufgrund der mehrseitigen Belichtung und der allgemeinen Durchlässigkeit vertretbar.
Auf Institutsräume im Untergeschoss wurde aus ökonomischen Überlegungen (reduzierte Geschosshöhe) verzichtet. Im Untergeschoss befinden sich neben disponiblen Nebenräumen einzig die Computerarbeitsplätze (Belichtung über den Hofboden), der Kopierraum sowie Technik- und Serverräume. In den freien Flächen bietet sich die Möglichkeit einer Einstellhalle (Parkplätze für Dozenten und Personal).

Dachgeschoss des Forschungszentrums
Das Dachgeschoss wird in Leichtbauweise (Stahlbau) auf dem in Massivbauweise konstruierten Baukörper des Forschungszentrums erstellt. Durch seine vielgliedrige Abwicklung sperrt sich das Volumen des Dachgeschosses zwischen den umlaufenden Schild und die offenen Lichthöhe. Dabei werden verschiedene Aussenräume zoniert, die jeweils das Gegenstück zu den innenliegenden Spezialnutzungen bilden. Das sind einerseits die Cafeteria, welche auf dem Dach von der Nähe zum Himmel und der (gerahmten) Sicht auf den See profitiert, andererseits acht Dozentenwohnungen, welche fernab der Studentenwohngemeinschaften und des Forschungsbetriebs kontemplative Ruhe bieten. Als dritte Raumgruppe wird ein zusätzlicher Besprechungsraum sowie «Dachlabor» angeboten, welche die verbleibenden Dachaussenräume als Freiluftlaboratorium (Solartechnik) bedienen können. Aufgrund der Leichtbauweise ist es möglich, das Dachgeschoss an zukünftige Bedürfnisse anzupassen respektive um- und anzubauen. Die Leichtbauweise hat zudem nur unwesentlichen Einfluss auf die Fundation (Stichwort Gewichtsausgleich) des Forschungszentrums.

Architektur der Studentenunterkünfte
Der langgestreckte, flache Baukörper der Studentenunterkünfte weist eine einfache, stereometrische Volumetrie und eine serielle, wirtschaftlich erstellbare Gebäudestruktur auf. Der Leichtbau in Holz (vorfabrizierte Elemente, Decken z. B. Brettstapel [Brandschutz]) kann mit Mikropfählen fundiert werden und wird in Längsrichtung durch aussenliegende, paarweise schräggestellte Holzstützen ausgesteift. Diese Stützenreihen verleihen dem an sich einfachen Bau ein spezifisches Gepräge und schaffen eine, wenn auch entfernte, strukturelle Ähnlichkeit zum Forschungszentrum. Zudem definieren sie mit dem Laubengang und einer Balkonschicht einen Filter zum Aussenraum, der dem Innern eine gewisse Privatsphäre verleiht.
Der serielle Aufbau erlaubt unterschiedliche, frei wählbare Wohnungsgrössen mit 3 bis 6 Zimmern. Eine horizontale Organisation der Gruppen sowie eine Laubengangerschliessung spart Fläche und sorgt für eine gute Wirtschaftlichkeit des Projektes. Die Aufenthalts- und Kochräume reichen von Fassade zu Fassade und erzeugen verschiedene Aussenraumbezüge. Alle Zimmer und Badezimmer sind behindertengängig. Sämtliche Zimmer verfügen mit dem Laubengang und der Balkonschicht über einen minimalen Aussenraum. Die Überzahl der Zimmer hat zudem Anteil am Park und besitzt Seesicht (vgl. auch Etappierung und Erweiterungsmöglichkeiten).

Brandschutzkonzept und Entfluchtung
Zugunsten einer räumlich offenen, grosszügigen Erschliessung, wird auf eine konventionelle Brandabschnittbildung verzichtet. Die innenliegenden, offenen Treppenanlagen werden im Brandfall durch automatisch schliessende Brandschutztore von den Fluchtwegkorridoren getrennt. Die Entfluchtung erfolgt über die Fassade respektive vier aussenliegende, offene Treppentürme. Die Treppentürme sollen auch im regulären Betrieb nutzbar sein (Erschliessung Dachterrassen, Dozentenwohnungen und Cafeteria). Der Veranstaltungsraum verfügt über einen zusätzlichen Fluchtausgang direkt ins Freie. Das Brandschutzkonzept erfordert stellenweise eine Ausbildung der inneren Glaswände in EI60.

Haustechnikkonzept, Lüftung und Minergie
Das Haustechnikkonzept ist auf eine hohe Nutzungsflexibilität ausgelegt. Die Raumheizung und -kühlung erfolgt über Kühlsegel. Durch die große Strahlungsfläche und die gleichmäßige Temperaturverteilung wird ein hohes Maß an Komfort erreicht und eine sehr energieeffiziente Betriebsweise ermöglicht. Auf abgehängte Decken wird verzichtet da es möglich ist, Beleuchtung, Rauchmelder, Lautsprecher mit dem Kühlsegel gemeinsam in einer architektonisch überzeugenden Art und Weise zu kombinieren.
Das Gebäude wird mit einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgerüstet. Diese dient der Sicherstellung des thermischen Komforts, des Schallschutzes und der Luftqualität. Die Frischluft wird in den Lichthöfen gefasst, erwärmt (Wärmerückgewinnung) und über die Steigzonen sowie den Hohlboden in die Räume verteilt. Die Steigrohre der Zuluft werden dezentral und offen disponiert, die Abluftkanale befinden sich in geschlossenen, zentralen Schächten.
Der Minergiestandard (gewichtete Energiekennzahl) wird mit dem gewählten Gebäudekonzept erreicht. Dies ist u.a. durch die folgende Punkte gegeben: kompaktes Gebäudevolumen (gutes Verhältnis von Energiebezugsfläche zu Hüllfläche), sehr gut gedämmte Gebäudehülle (U-Wert Fassade: ≤ 1 W/m2K [Mittelwert], U-Wert Dach: 0.15 W/m2K), Verwendung erneuerbarer Energien, Ausnutzung des Tageslicht.

Gebäudestruktur
Im Hinblick auf die optimale Wirtschaftlichkeit und Flexibilität in der Nutzung ist das Tragwerk als Stahlbeton-Skelettbau ausgelegt: Flachdecken in schlaff armiertem Ortbeton werden von vorfabrizierten Stützen im Raster bis 8.7m getragen. Die ebene Untersicht ohne Unterzüge und ohne sichtbare Stützenkopfverstärkungen ergibt eine grösstmögliche nutzbare lichte Geschosshöhe und maximale Flexibilität bei der Führung der Installationen der Gebäudetechnik. Die Stabilisierung des Bauwerks gegen Horizontalkräfte aus Wind und Erdbeben erfolgt durch die paarweise Schrägstellung der Zwillingsstützen. Zusätzliche aussteifende Wände (Kerne) sind nicht erforderlich, was die Geschosse horizontal maximal offen lässt.

Konstruktion und Materialisierung
Das Konstruktions- und Materialkonzept beruht auf einer hierarchischen Baustruktur, um bei den späteren baulichen Veränderungen und Anpassungen sowie auf die unterschiedlichen Lebenszyklen der Materialien reagieren zu können. Die Primärstruktur wird in konventioneller und kostenoptimierter Massivbauweise erstellt (Decken in Recyclingbeton, die Zwillings-Betonstützen sind vorfabriziert). Die Deckenstärken unterschreiten die Programmvorgaben (30 anstatt 50cm) und sind damit wirtschaftlich erstellbar.
Die repetitive und nichttragende Fassade als Sekundärstruktur, welche Aussen wie zu den Lichthöfen identisch behandelt ist, baut sich auf dem Raster von 2.6m auf. Dem Prinzip der Nutzungsflexibilität entsprechend stimmt dieses Rastermass mit den Modulmassen der Institutsräume überein und ermöglicht somit einen einfachen Fassadenanschluss der inneren Trennwände. Zwischen die festverglasten Fassadenelemente (jede dritte Achse) sind Lüftungsflügel (mit Gitter zur Auskühlung während der Sommerrnächte) vorgesehen. Aussenliegende Rafflamellenstoren sorgen für einen effektiven Sonnenschutz respektive schützen vor Überhitzung, lassen aber gleichzeitig die eintretende Lichtmenge regulieren.
Die Sekundärstruktur im Innern ist konsequent von der tragenden Struktur getrennt; die Innenwände und die Hohlbodenkonstruktion können jederzeit den sich ändernden Raumbedürfnissen angepasst werden da sie in Trockenbauweise erstellt werden.

Ökologie und Minergie
Um dem Grundsatz der Nachhaltigkeit und der ökologischen Bauweise zu entsprechen werden konsequent recyclierbare Baumaterialien, wo möglich auf natürlicher respektive mineralischer Basis, eingesetzt, welche eine hohe Bauteillebensdauer erreichen. Eine lange Gebrauchsdauer der Gebäudestruktur wird vor allem auch durch die hohe Flexibilität des Gebäudekonzeptes erreicht.
Der Minergiestandard (gewichtete Energiekennzahl) wird mit dem gewählten Gebäudekonzept erreicht. Dies ist u.a. durch die folgende Punkte gegeben:

1. kompaktes Gebäudevolumen:
gutes Verhältnis von Energiebezugsfläche zu Hüllfläche (A/EBF = 0.8)

2. sehr gut gedämmte Gebäudehülle:
U-Wert Fassade: ≤ 1 W/m2K (Mittelwert)
U-Wert Dach: 0.15 W/m2K
Aussenliegende Storen gewährleisten optimalen Schutz vor unerwünschter Überhitzung durch die Sonneneinstrahlung

3. effiziente Verwendung erneuerbarer Energien:
bspw. Grundwasser Wärmepumpe mit hoher Jahresarbeitszahl
Wärmrückgewinnung aus Abluft

4. Ausnutzung des Tageslichts:
durch den hohen Glasanteil sind sämtliche Nutzräume optimal zu den Fassaden und somit zum Tageslicht ausgerichtet
durch den hohen Anteil an natürlicher Belichtung ist der Energiebedarf für Beleuchtung tief und wird zudem mit verlustarmen Betriebsgeräten und energieeffizienten Leuchtmitteln ausgeführt.

Fachhochschule

Städtebau und Architektur
Um der neuen Fachhochschule als wichtigem öffentlichen Gebäude von Olten eine starke Präsenz zu geben, wird eine kraftvolle und spezifische Architektur mit einer elegant-feinem, beinahe textil-schillernden Fassade vorgeschlagen. Die eigenständige, rhombenähnliche Grossform schafft eine unverwechselbare Identität für die Schule und gibt gleichzeitig diesem eher indifferenten Stadtteil ein neues Gepräge, indem es sowohl sperrig wie auch situativ (bspw. mit der Definition präziser Stadträume zur Von Rollstrasse) auf den Kontext reagiert.
Vom Bahnhof aus gesehen schiebt sich der Baukörper entlang den Gleisen bis zur Aarauerstrasse vor, verjüngt sich dabei zunehmend und schliesst mit einer schmalen, stehenden Front ab. Diese städtebauliche Geste macht schon von weitem auf den öffentlichen Bau aufmerksam und leitet in die Schule und den Stadtteil hinter den Geleisen ein.
Die spezifische Aussenform wird durch den innenräumlichen Aufbau generiert: Der gewissermassen hierarchielose, strukturell gedachte Grundplan entwickelt sich aus der Verschränkung dreier Raumschichten, die eine Serie von vier Höfen umschliessen. Dieser einfache strukturelle Aufbau ist im Gebrauch maximal nutzungsflexibel und lässt auf selbstverständliche Art in einer Erweiterung fortschreiben.

Situation und Erschliessung
Der neue, keilförmige Stadtraum an der Kreuzung Aarauerstrasse / Von Rollstrasse versteht sich als öffentlicher und urbaner Begegnungsort und bildet gleichsam den Auftakt in die räumlich reiche Innenwelt der «Denkfabrik» und Forschungsanstalt. Als aussenräumliche Entsprechung zu diesem urbanen Raum ist die offene und fein terrassierte, von Bäumen gegliederte Grünfläche im Südwestteil des Grundstücks gedacht, die der Gastronomie und Erholung dient. Der zweite Hauptzugang befindet sich zwischen diesen zwei Orten in der Verlängerung der Riggenbachstrasse. Eine querende Verbindung, welche entlang der westlichen Grundstücksgrenze und parallel zu den Geleisen durchs Areal führt, ist von Süden her bis zum Eingang für Warenlieferungen und als Personalzugang befahrbar. Dieser Weg ist leicht, bis auf die Höhe des Niveaus 1 abgesenkt, und garantiert die Entflechtung der Warentransporte von den Personenzugängen.
Nach dem Bau der ersten Etappe werden auf dem Areal insgesamt 264 gedeckte Parkplätze angeboten. Diese teilen sich wie folgt auf: 160 PP gedeckt im Neubau auf dem Niveau 0 mit der Zufahrt über eine flache Rampe ab der Aarauerstrasse; 17 PP in einem Geländesprung an der Westseite mit der Zufahrt über die Sälistrasse; und 87 PP im bestehenden Parking, neu mit Zufahrt von Süden über Sälistrasse. Beim Bau der zweiten Bauetappe würde die bestehende Parkgarage zu Gunsten eines grossen, zusammenhängenden Parkings aufgehoben.

Innenräumlicher Aufbau und Nutzungsflexibilität
Die Architektur der Fachhochschule baut sich aus einer inneren Logik auf: die Verschränkung dreier Raumschichten mit einer Tiefe von 11m (bestehend aus einer Zimmerschicht mit 8m und einer Erschliessungsschicht von 3m) in einem 30°-Winkel baut ein Volumen auf, welches nach Innen eine Serie von vier Höfen umschliesst, die für eine gleichmässige Belichtung der Grundrisse sorgen. Während bei Tag die Nord-Süd-Ausrichung der Höfe es ermöglicht, dass die Sonnen direkt bis in die untersten Geschoss scheint, und ein komplexes Licht-Schattenspiel Atmosphäre schafft, sind es bei Nacht die darin hängenden Leuchten, welche die Höfe zu leuchtenden Laternen werden lassen.
Zwei komplementäre Treppensysteme sorgen für eine optimale Erschliessung sowie einen regen Austausch zwischen den verschiedenen Fachbereichen. Dabei haben die offenen Treppen kommunikativen wie auch repräsentativen Charakter. Die geschlossenen Treppenhäuser dienen als Fluchttreppen (vgl. Brandschutz), und als direkte vertikale Erschliessungen während des täglichen Betriebs.
Die Hauptnutzungen, wie Unterrichtsräume und Gruppenräume auf den Obergeschossen sind in diesem Raumsystem konsequent gegen Osten und/oder zu den Lichthöfen angeordnet, das heisst auf der lärmabgewandten Seite. Die Arbeitsplätze von Lehrpersonen, Forschenden und Mitarbeitenden sind in direkter Beziehung zu den Unterrichtsorten ebenfalls auf den Obergeschossen organisiert und von Westen wie vom Innenhof zweiseitig belichtet. Die Studentenarbeitsplätze sind, nebst den separat ausgeschiedenen Bereichen in der Mediothek, gleichmässig über die drei Unterrichtsgeschosse in den attraktiven Randzonen der Erschliessungsräume verteilt, wo ungestörtes Arbeiten möglich ist.
Die Nutzungen wie Aula, Mediothek, Gastronomieräume und Hörsäle welche hohe Personenfrequenzen aufweisen sind im Erdgeschoss, dem Niveau 2 angeordnet und übernehmen dadurch eine wichtige Bindegliedfunktionen zwischen Öffentlichkeit und Lehranstalt.
Die skelettartige Gebäudestruktur aus Stützen und Platten mit Stützenabständen zwischen 9.20 und 9.80 m ist äusserst nutzungsneutral. Die klare Trennung von tragender und nichttragender Gebäudestruktur vereinfacht die räumliche Anpassung an neue Bedürfnisse.

Erweiterbarkeit
Die Erweiterung der Schule mit einer 2. Etappe zeigt zum einen die Möglichkeit der maximalen Verdichtung des Areals bei gleichzeitiger Steigerung der aussenräumlichen Qualitäten, und zum andern zeigt sie exemplarisch die Weiterentwicklung der modularen Baustruktur auf.
1. und 2. Etappe sollen aus räumlichen und betrieblichen Gründen zusammengebaut werden. Die daraus entstehende hierarchielose Räumlichkeit mit gleichwertiger horizontaler wie vertikaler Durchlässigkeit soll den Anforderungen einer zeitgemässen Forschungsanstalt entsprechen.

Gastronomie
Über die attraktive Lage des Gastronomiebereichs, direkt neben dem Eingang auf dem Niveau 2, können schöne Aussensitzplätze mit Ost-, Süd- und Westorientierung angeboten werden. Durch die gute Auffindbarkeit und seiner Ausstrahlung in die Umgebung wird die Gastronomie der wichtigen Bindegliedfunktion zwischen Schule und Öffentlichkeit gerecht.
Die zweigeschossige Anordnung (Gästebereich Niveau 2, Küche und Anlieferung Niveau 1) entflechtet die innerbetrieblichen Gastroabläufe vom Bistro-/Cafeteriabereich und dem Schulbetrieb und führt zu einer Attraktivitätssteigerung für die Gäste. Die Anlieferung der Küche erfolgt von Westen über das Niveau 1 resp. den Eingang 3. Hier sind die Räume für die Ver- und Entsorgung der Küche angeordnet. Die Küche, welche über einen separaten Lift und eine separate Treppe mit dem Gastrobereich verbunden ist, wird von einem Hof natürlich belichtet.

Gebäudestruktur
Im Hinblick auf die optimale Wirtschaftlichkeit und Flexibilität in der Nutzung ist das Tragwerk als Stahlbeton-Skelettbau ausgelegt: Flachdecken in schlaff armiertem Ortbeton werden von vorfabrizierten Stützen im Raster bis 9.80 m getragen. Die ebene Untersicht ohne Unterzüge und sichtbare Stützenkopfverstärkungen ergibt eine grösstmögliche nutzbare lichte Geschosshöhe und maximale Flexibilität bei der Führung der Installationen der Gebäudetechnik. Die Aula wird stützenfrei mit 15 m weit tragenden vorgespannten Stahlbetonunterzügen überspannt. Die Stabilisierung des Bauwerks gegen Horizontalkräfte aus Wind und Erdbeben erfolgt durch die duktil ausgebildeten Stahlbetonwände der vertikalen Steig- und Erschliessungzonen. Ihr Schwerpunkt ist fast zentrisch zum Gebäudegrundriss angeordnet, die Kerne laufen ohne wesentliche Steifigkeitsänderungen über alle Geschosse durch und sind in die als steife Kiste ausgebildeten Untergeschosse eingespannt. Dies ergibt ein grundsätzlich gutmütiges Verhalten bei Erdbeben.
Die beiden Gebäudeetappen werden statisch unabhängig ausgebildet und sind durch eine Fuge getrennt, jede Etappe für sich wird aber fugenlos erstellt. Das zweite Untergeschoss kommt ins Grundwasser zu liegen, es wird deshalb in Sperrbeton als weisse Wanne ausgebildet.

Konstruktion und Materialisierung
Das Konstruktions- und Materialkonzept beruht auf einer hierarchischen Baustruktur um auf spätere bauliche Veränderungen und Anpassungen sowie den unterschiedlichen Lebenszyklen der Materialien reagieren zu können.
Die Primärstruktur wird in konventioneller und kostenoptimierter Massivbauweise (Decken und Aussteifungskerne in Recyclingbeton, die Schleuderbetonstützen sind vorfabriziert) erstellt.
Die repetitive und nichttragende Fassade als Sekundärstruktur, welche Aussen wie zu den Lichthöfen identisch behandelt ist, baut sich auf dem Raster von 2.5m auf. Dem Prinzip der Nutzungsflexibilität entsprechend stimmt dieses Rastermass mit den Modulmassen der Unterrichtsräume überein und ermöglicht somit einen einfachen Fassadenanschluss der inneren Trennwände. Jedes Fassadenelement besteht aus einem festverglasten Element, einem Lüftungsflügel und dem aussenliegenden, aluminium-bedampften textilen Sonnenschutz. In der Westfassade sind aus lärmschutztechnischen Erfordernissen die Lüftungsflügel durch Festverglasungen ersetzt. Vertikale Dreikantprofile als Lisenen und dazwischen gespannte, abgewinkelte Abdeckungen, beides mit weiss eloxiertem Aluminiumblechen verkleidet, verleihen der an sich materialoptimierten Fassade eine fein-schillernde und textile Wirkung.
Die Sekundärstruktur im Innern ist konsequent von der tragenden Struktur getrennt; die Innenwände und die Hohlbodenkonstruktion können jederzeit den sich ändernden Raumbedürfnissen angepasst werden, da sie in Trockenbauweise erstellt werden.

Ökologie und Minergie
Um dem Grundsatz der Nachhaltigkeit und der ökologischen Bauweise zu entsprechen werden konsequent recyclierbare Baumaterialien, wo möglich auf natürlicher resp. mineralischer Basis, eingesetzt und eine hohe Bauteillebensdauer erreichen. Eine lange Gebrauchsdauer der Gebäudestruktur wird vor allem durch die hohe Flexibilität des Gebäudekonzeptes erreicht.
Der Minergiestandard (gewichtete Energiekennzahl) wird mit dem gewählten Gebäudekonzept um 30% unterschritten. Dies wird durch die folgenden Punkte erreicht: 1. kompaktes Gebäudevolumen: gutes Verhältnis von Energiebezugsfläche zu Hüllfläche (A/EBF = 0.8). 2. die sehr gut gedämmt Gebäudehülle: U-Wert Fassade: ≤ 1 W/m2K (Mittelwert), U-Wert Dach: 0.15 W/m2K, aussenliegende Storen gewährleisten optimalen Schutz vor unerwünschter Überhitzung durch die Sonneneinstrahlung. 3. die effiziente Verwendung erneuerbarer Energien: Grundwasser Wärmepumpe mit hoher Jahresarbeitszahl; Wärmrückgewinnung aus Abluft und aus der Abwärme der gewerblichen Kälte (Küche). 4. Ausnutzung des Tageslichts: Durch die schmale Bautiefe von 11m (inkl. Erschliessungsgang) sind sämtliche Nutzräume optimal zu den Fassaden und somit zum Tageslicht ausgerichtet.Durch den hohen Anteil an natürlicher Belichtung, ist der Energiebedarf für Beleuchtung tief und wird zudem mit verlustarmen Betriebsgeräten und energieeffizienten Leuchtmitteln ausgeführt.

Energieversorgung / Haustechnik
Das Haustechnikkonzept ist auf eine hohe Nutzungsflexibilität ausgelegt. Die Wärmeerzeugung erfolgt mit einer Grundwasser-Wärmepumpe. Dadurch wird eine hohe Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe erzielt. Überschüssige Raumabwärme (freie Kühlung im Sommer) sowie die Abwärme der gewerblichen Kälte wird für die Warmwassererzeugung genutzt.
Die Raumheizung und -kühlung erfolgt über Kühlsegel. Durch die große Strahlungsfläche und die gleichmäßige Temperaturverteilung wird ein hohes Maß an Komfort erreicht und eine sehr energieeffiziente Betriebsweise ermöglicht. Auf abgehängte Decken wird verzichtet da es möglich ist, Beleuchtung, Raumakustik, Sprinkler (nur in den Erschliessungszonen), Rauchmelder, Lautsprecher mit den Kühlsegeln gemeinsam in einer architektonisch überzeugenden Art und Weise zu kombinieren.
Das Gebäude wird mit einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgerüstet. Diese dient der Sicherstellung des thermischen Komforts, des Schallschutzes und der Luftqualität. Die Frischluft wird in den Lichthöfen gefasst, erwärmt (Wärmerückgewinnung) und über die Steigzonen sowie den Hohlboden in die Räume verteilt.

Lärmschutzkonzept
Als räumlich-architektonische Reaktion auf die Lärmemmissionen der Eisenbahn ist ein Grundrisslayout, mit der Gangschicht gegen Westen und der Zimmerschicht gegen Osten resp. zu den Innenhöfen, entwickelt worden.
Mit dem Einsatz einer schalldämmenden Festverglasung (Rw ≥ 40 dB) gegen Westen werden die heute gemessenen dB-Wert um 37 dB auf 30-35 dB reduziert. Dies erlaubt die partielle Anordnung der Dozentenarbeitsbereich und Studentenarbeitsplätzen gegen Westen. Die schallmässig sensiblen Unterrichts- und Gruppenräume sind einerseits durch die konsequente Orientierung zu den Höfen (resp. nach Osten) und andererseits durch den Erschliessungsgang von den Immissionen der Eisenbahn abgeschirmt.

Brandschutzkonzept
Zugunsten einer räumlich offenen, grosszügigen Erschliessung, wird auf eine konventionelle Brandabschnittbildung verzichtet, was eine Ausstattung der Erschliessungzonen mit einer Sprinkleranlage erforderlich macht (VKF Norm, Atriumsregel). Gemäss dieser VKF-Norm erfordert die Summe der offen verbundenen Geschossflächen keine Sprinklerung der Nutzräume. In den Bereichen, wo Grossraumbüros (Lehrkräfte) eingebaut werden können, ist die Sprinklerung abstellbar.
Für die Entfluchtung sind fünf geschlossene Treppenanlagen, die im regulären Betrieb gleichzeitig als direkte vertikale Verbindungen funktionieren, so im Grundriss angeordnet, dass sie dem Fluchtwegflächen- und -längenbestimmungen der VKF entsprechen.
Die Grossräume wie Aula, Hörsäle und der Gastrobereich im Erdgeschoss verfügen über zusätzliche Fluchtausgänge welche direkt ins Freie führen.