Gebietsentwicklung Eschenbüel
Uster
Studienauftrag, 2008

ESCHENBÜEL – ZENTRUMSNAHER STADTALLTAG AM ÜBERGANG ZUR LANDSCHAFT

Uster hat sich über die letzten Jahre und Jahrzehnte durch kontinuierliche Planung und Stadtentwicklung eine starke Position als Wohnstadt im Metropolitanraum Zürich geschaffen. Die Gebietsentwicklung Eschenbüel setzt diese bemerkenswerte Tradition fort, eröffnet dabei gleichzeitig aber auch die Chance, Uster als Wohnstandort zukunftsgerichtet zu profilieren.

Eine derartige Positionierung von Eschenbühl erfordert ein hohes Mass an planerischer Sensibilität im Umgang mit den vorhandenen Potentialen der Landschaft, der Nähe zum Ortszentrum und schliesslich der guten Anbindung an den öffentlichen und überörtlichen privaten Verkehr. Die anvisierten Zielgruppen und die entschiedene Ausrichtung an Fragen der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ergänzen die Neuorientierung um weitere konkrete Vorgaben.

Unser Planungsvorschlag nimmt diese Potentiale und Anforderungen gezielt auf und übersetzt sie in präzise verkehrsplanerische und landschaftliche, städtebauliche und nutzungsbezogene Setzungen und Regelsysteme. Die verschiedenen Massnahmen werden räumlich über die Prinzipien von Intensivierung und Reduktion sowie Präzisierung und Differenzierung zu einem kohärenten und sorgfältig ausdifferenzierten städtebaulichen Ensemble verbunden. So setzt sich das Ensemble aus drei längs gerichteten Bebauungsstreifen zusammen, die sich mit vier jeweils spezifisch artikulierten öffentlichen Räumen und Grünräumen abwechseln und so den Übergang von der Stadt in die Landschaft orchestrieren. Die Bebauung präsentiert sich von der Zürichstrasse her betrachtet als eine Sequenz von drei Feldern, die von hohen, zu mittleren und schliesslich niedrigen kompakten Baukörpern übergehen und dabei unterschiedliche städtische Wohnformen ansprechen.

Das räumliche Strukturmuster verbindet sich mit Grundsätzen, die ein nachhaltiges Quartier entstehen lassen. Dazu zählen eine homogen hohe Dichte bei typologischer Variabilität kompakter Bauweisen, die je nach Bebauungsfeld drastische Reduktion der Parkplätze und die gute Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Bereitstellung von Mobility-Standorten und die attraktiven Fuss- und Radweg. Prinzipien wie die geringe Zahl an unterirdischen Bauwerken, die fokussierte Bewältigung des motorisierten Privatverkehrs und Schaffung von Nachverdichtungsmöglichkeiten bekräftigen dies.

So wird sich im Eschenbüel ein Stadtteil entwickeln, indem gewohnt, aber auch gearbeitet werden kann. Er verbindet hochwertige Wohnangebote für unterschiedliche Bedürfnisse mit aussergewöhnlichen Aufenthaltsqualitäten in den siedlungsöffentlichen Räumen und namentlich den Strassenräumen. Die neuen Verkehrsführungen eröffnen der übrigen Stadtbevölkerung attraktive Zugänge zu den Waldrändern und der offenen Landschaft. Es ist die Eschenbüelstrasse, die dem Quartier sein Rückgrat und seine spezifische Ausstrahlung verleiht: Sie präsentiert sich als neuer Strassentyp, der Bewegung, Aufenthalt und Begegnung vereint.

Mitarbeiter Wettbewerb
Frank Zierau, Angelus Eisinger, Ron Edelaar, Elli Mosayebi, Christian Inderbitzin

Zusammenarbeit
Frank Zierau Architekten und Angelus Eisinger, Zürich

Bauherrschaft
Stadt Uster