Das Graue Haus
Männedorf, 2009–2010
Direktauftrag, 2009

Gegenstand des Projektes bildet ein rund hundert Jahre altes Ökonomiegebäude, das saniert und umgenutzt werden musste. Neben seiner Lage in der Kernzone von Männedorf und der Inventarisierung als schützenswertes Objekt besteht seine Besonderheit im strukturellen Aufbau: Durch mehrfaches Weiterbauen war eine interessante Struktur aus hölzernen und muralen Teilen sowie split-level-artigen Geschossversätzen entstanden.
Mit dem Umbau wurde der gesamte Holzbau ersetzt und entsprechend der neuen Wohnnutzung modifiziert. So entstand zum Beispiel ein Gaubenelement, das durch das Öffnen der Fenster den Wohnraum zur Loggia werden lässt und damit den fehlenden Aussenraum kompensiert. Die Innovation der neuen Holzstruktur besteht in der Verschmelzung von traditioneller Zimmermannsarbeit (Balken) und zeitgenössischem Holzbau (Platten) zu einer statischen und räumlichen Gesamtform.
Die äussere Materialisierung mit hellgrauer Holzlasur, Kalkputz, Sandsteingewänden und grau gestrichenen Fenstern und Türen thematisiert eine Ambivalenz zwischen «Erinnerung» und «Veredelung»: Durch die monochrome Farbigkeit kommt die neue Nutzung zum Ausdruck, die Präsenz der Materialien, wie der sägerohen Schalung und dem ungestrichenen Putz, erinnert gleichwohl an seine ursprüngliche Bedeutung als Ökonomiegebäude.

Mitarbeit Planung und Ausführung
Ron Edelaar, Elli Mosayebi, Christian Inderbitzin, Bauleitung: Ron Edelaar, Architekt: Michael Reiterer

Holzbauingenieur: Osterwalder Geisser und Brugger Ingenieurbüro AG, Meilen

Publikation
Der beste Umbau. Architekturpreis

Dokumentation